Das digitale Zeitalter ist geprägt von immer schnelleren technischen Infrastrukturen, welche immer mehr Bandbreite zur Verfügung stellen müssen und können. Durch sie werden neue Möglichkeiten eröffnet, da zunehmend Dienste digitalisiert beziehungsweise ins Netz ausgelagert werden können. Ein passender Begriff hierfür ist die sogenannte Gigabitgesellschaft, in welcher eben dieser Wandel vollzogen wurde. In Bezug darauf behandelt diese Arbeit die gesellschaftlichen Auswirkungen, welche eine solche Gigabitgesellschaft nach sich trägt. Zunächst wird eine allgemeine Einführung in die Thematik geboten, schließlich neue Möglichkeiten und deren Auswirkungen beleuchtet, Vor- und Nachteile abgewägt und zu guter Letzt ein Fazit getroffen, ob diese Modulationen an der Gesellschaft wünschenswert oder gar gefährlich sein könnten. Da diese Arbeit im Rahmen des Begleitseminars INSORI2 zum zweiten Praxisprojekt der dualen Ausgestaltung des Informatik-Studiums entstanden ist, wird des Weiteren der Zusammenhang zum Praxisprojekt erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gigabitgesellschaft - Definition
3 Anforderungen an die Infrastruktur
4 Zusammenhang zum Praxisprojekt
5 Maßnahmen in Deutschland
6 Technikfolgenabschätzung
6.1 Positive Folgen und Chancen
6.2 Negative Folgen und Risiken
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Auswirkungen der Entwicklung hin zur sogenannten Gigabitgesellschaft. Dabei wird analysiert, welche technischen Infrastrukturen notwendig sind, welche neuen Anwendungsmöglichkeiten entstehen und welche Chancen und Risiken dieser digitale Wandel für die Gesellschaft und Wirtschaft mit sich bringt.
- Definition und Grundlagen der Gigabitgesellschaft
- Anforderungen an die Netzinfrastruktur und Breitbandausbau
- Positive Auswirkungen durch Telemedizin und kollaboratives Fahren
- Herausforderungen wie Netzneutralität und regionale Disparitäten
- Zusammenhang zur praktischen Umsetzung im Informatik-Studium
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Aktuell vollzieht sich ein Wandel, welcher vor allem durch die Digitalisierung voran getrieben wird. Die Netze werden durch Unternehmen wie beispielsweise die Deutsche Telekom AG immer weiter ausgebaut. Der Ausbau nimmt mit jedem Jahr mehr an Fahrt auf und es werden immer größere Summen investiert. So hat allein die Deutsche Telekom in den Jahren zwischen 2010 und 2015 rund 23,5 Milliarden Euro in den Ausbau des Festnetzes investiert. Hierbei kommen Systeme zum Einsatz, deren Leistungsgrenze stetig steigt. Es resultiert in Zukunft ein Hochgeschwindigkeitsnetz, das unserer Gesellschaft neue Möglichkeiten offenbart. Erste Ansätze davon sind bereits erkennbar: Viele früher noch separat angebotenen Dienste sind nun digitalisiert und über das Internet verfügbar - ein Beispiel hierfür ist das klassische Fernsehen. Einen klassischen Kabelanschluss benötigt heute kaum jemand mehr, denn der Netzanschluss ist in weiten Teilen Deutschlands bereits schon so leistungsfähig, dass problemlos über ihn gestreamt werden kann.
Dies ist allerdings nicht der einzige erkennbare Effekt. Unsere Gesellschaft wird "[...] vollständig von Informations- und Kommunikationstechnik durchdrungen [...]" sein. Damit ist gemeint, dass Privatpersonen sowie Firmen vielfältige Anwendungen standortunabhängig jederzeit nutzen können und werden. Zum leistungsstarken Hochgeschwindigkeitsnetz kommen weitere teils noch futuristisch wirkende Technologien wie das Internet der Dinge oder die Industrie 4.0. Die Geräte vernetzen sich untereinander, kommunizieren mit anderen Geräten, steuern und konfigurieren sich selbst und ermöglichen dadurch einen enorm erhöhten Grad an Automatisierung. Privatpersonen benötigen hohe Geschwindigkeiten in Bezug auf Down- und Uploadraten, Industriekunden mit Echtzeitanwendungen sind an geringen Latenzen interessiert. Nicht nur die Höhe der Datenraten ist also relevant, sondern auch die Übertragungsqualität, welche ebenso stetig zunimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den durch Digitalisierung getriebenen Wandel und die Notwendigkeit des kontinuierlichen Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen.
2 Gigabitgesellschaft - Definition: In diesem Kapitel wird der Begriff der Gigabitgesellschaft als fortgeschrittene Informationsgesellschaft definiert, in der Menschen, Maschinen und Prozesse nahtlos miteinander vernetzt sind.
3 Anforderungen an die Infrastruktur: Hier werden die Prognosen für massiv steigende Datenverkehrsanforderungen dargelegt und die Bedeutung einer leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur diskutiert.
4 Zusammenhang zum Praxisprojekt: Das Kapitel erläutert die praktische Relevanz der Thematik für das duale Studium, speziell im Bereich der Simulation von Access Nodes zur Lastprüfung von Netzmanagementsystemen.
5 Maßnahmen in Deutschland: Es werden die politischen Meilensteine und Initiativen, wie die „Netzallianz Digitales Deutschland“, zur Förderung des Breitbandausbaus vorgestellt.
6 Technikfolgenabschätzung: Dieser Teil analysiert differenziert sowohl die Chancen durch Telemedizin und kollaboratives Fahren als auch die Risiken bezüglich sozialer Ausgrenzung und Netzneutralität.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Gigabitgesellschaft trotz der absehbaren Risiken als grundsätzlich vorteilhaft für das Gemeinwohl.
Schlüsselwörter
Gigabitgesellschaft, Breitbandausbau, Netzinfrastruktur, Digitalisierung, Industrie 4.0, Telemedizin, Kollaboratives Fahren, Netzneutralität, Technikfolgenabschätzung, Breitbandstrategie, Datenverkehr, Automatisierung, Internet der Dinge, Standortfaktor, Glasfaser.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen und technischen Folgen des Aufbaus einer sogenannten Gigabitgesellschaft in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören der Breitbandausbau, die technologischen Anforderungen an die Netze, die Digitalisierung von Dienstleistungen sowie die Chancen und Risiken dieses Wandels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die strukturellen Veränderungen durch die Gigabitgesellschaft wünschenswert sind und welche Auswirkungen diese auf die Gesellschaft haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive Analyse auf Basis aktueller Literatur und technischer Prognosen sowie eine ergänzende Technikfolgenabschätzung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, Infrastrukturanforderungen, politische Maßnahmen, eine detaillierte Folgenabschätzung und den Bezug zum praktischen Informatik-Projekt des Autors.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Gigabitgesellschaft, Netzinfrastruktur, Digitalisierung, Telemedizin und Technikfolgenabschätzung stehen im Mittelpunkt.
Inwiefern spielt das Praxisprojekt eine Rolle?
Der Autor verknüpft die theoretischen Anforderungen an den Netzausbau mit seinem beruflichen Alltag, in dem er Access Nodes für Lasttests von Netzmanagementsystemen simuliert.
Welche Bedeutung hat das Thema „Vectoring“ in der Arbeit?
Vectoring wird als umstrittene Übergangstechnologie zur Steigerung der Kapazität alter Kupferleitungen diskutiert, wobei die Gefahr einer Provider-Monopolstellung kritisch beleuchtet wird.
Was ist das Fazit hinsichtlich der gesundheitlichen Risiken?
Der Autor stellt fest, dass bislang keine negativen gesundheitlichen Effekte durch Mobilfunk oder WLAN eindeutig nachgewiesen wurden, fordert jedoch eine weitere Überwachung durch Langzeitstudien.
- Arbeit zitieren
- Fabian Groß (Autor:in), 2018, Gesellschaftliche Implikationen durch die Gigabitgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/419357