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Wer gewinnen will, klickt rechts? Eine empirische Untersuchung der räumlichen Aufmerksamkeit durch induzierte Annäherungs- und Vermeidungsmotivation

Titel: Wer gewinnen will, klickt rechts? Eine empirische Untersuchung der räumlichen Aufmerksamkeit durch induzierte Annäherungs- und Vermeidungsmotivation

Projektarbeit , 2017 , 50 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Melissa Quantz (Autor:in), Laura Schlaf (Autor:in), Yvonne Moch (Autor:in)

Psychologie - Allgemeines

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bisherige Studien zeigen, dass Annäherungs- und Vermeidungsverhalten mit jeweils unterschiedlich lateralisierter, kortikaler Aktivität einhergehen. Zudem wurde postuliert, dass links- oder rechts-kortikale Aktivität mit einer stärkeren Ausrichtung der räumlichen Aufmerksamkeit zur gegenüberliegenden Seite einhergeht. Ziel der vorliegenden Studie ist daher die Überprüfung der Annahme, ob induzierte Annäherungs- und Vermeidungsmotivation zu einer stärkeren Aktivierung der linken beziehungsweise rechten Hemisphäre führt, die sich im Verhalten in einer stärkeren räumlichen Gewichtung der kontralateralen Seite äußert.

Die Versuchsteilnehmer durchliefen jeweils drei Versuchsbedingungen eines programmierten Spiels, in welchem sie entweder Versuchspersonenstunden gewinnen oder verlieren konnten, sowie eine Kontrollbedingung, in der beides möglich war. Die angenommene Haupthypothese konnte nicht bestätigt werden. Allerdings konnte ein Pseudoneglect über alle Bedingungen bestätigt werden. Die Persönlichkeit ist indirekt mit dem Explorationsverhalten über Bestrafungs- und Belohnungssensitivität assoziiert: am stärksten sind Neurotizismus und Ängstlichkeit positiv mit Bestrafungssensitivität korreliert, welche wiederum mit dem horizontalen Explorationsverhalten über alle Bedingungen zusammenhängt. Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit und Ängstlichkeit sind über Belohnungssensitivität mit der explorierten räumlichen Distanz assoziiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Affekt und Motivation

2.2. Promotions- vs. Präventionsfokus

2.3. Räumliche Aufmerksamkeit

2.4. Persönlichkeit

2.5. Belohnungs- und Bestrafungssensitivität

3. Zielsetzung und Hypothesen

4. Methodisches Vorgehen

4.1. Material

4.1.1. Räumliche Aufmerksamkeit und Motivation: Das Spiel

4.1.2. Verwendete Fragebögen zur Belohnungs- und Bestrafungssensitivität

4.1.3. Verwendete Fragebögen zu Aspekten der Persönlichkeit

4.2. Stichprobe

4.3. Durchführung

5. Ergebnisse

5.1. Vorbereitung und Gütekriterien der Variablen

5.2. Überprüfung der H1 & H2:

5.3. Überprüfung der H3

5.4. Überprüfung der H4

6. Diskussion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen motivationaler Ausrichtung (Annäherung vs. Vermeidung) und räumlicher Aufmerksamkeit. Ziel ist es zu klären, ob eine experimentell induzierte Motivationslage eine asymmetrische kortikale Aktivierung bewirkt, die sich in einer räumlichen Verschiebung der Aufmerksamkeit (Hemifield-Bias) widerspiegelt, wobei zusätzlich der moderierende Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen analysiert wird.

  • Zusammenhang zwischen motivationaler Richtung und räumlicher Aufmerksamkeit
  • Einfluss von Gewinn- und Verlustsituationen auf Explorationsverhalten
  • Moderierende Rolle von Persönlichkeit sowie Belohnungs- und Bestrafungssensitivität
  • Untersuchung des Pseudoneglect-Phänomens in neutralen Bedingungen
  • Methodische Erweiterung der Erfassung räumlicher Aufmerksamkeit um ein zweidimensionales Testmedium

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Während eines Basketballspiels tritt plötzlich eine als Gorilla verkleidete Person auf die Spielfläche und vollzieht einen ausladenden „Affentanz“. Erstaunlicherweise bleibt dies von den Zuschauern völlig unbemerkt. Wie kann jemandem etwas so Auffälliges bloß entgehen? Verantwortlich dafür ist die Aufgabe: „Zählen Sie die Pässe der weiß gekleideten Mannschaft“. Durch diese wird die Aufmerksamkeit der Zuschauer so stark auf die weiß gekleideten Basketballspieler gelenkt, dass den meisten Zuschauern der schwarze Gorilla gänzlich entgeht. Für dieses mittlerweile weltweitbekannte Experiment des Invisible Gorilla (1999) erhielten die beiden Professoren Daniel Simons und Christopher Chabris 2004 sogar den Ig-Nobelpreis in der Sparte Psychologie. Das hierbei zu beobachtende Phänomen des Verblassens nicht aufgabenrelevanter Informationen in unserem Sichtfeld wird als Inattentional Blindness oder auch Perceptual Blindness bezeichnet, und ist auf die begrenzte Verarbeitungskapazität des menschlichen Gehirns zurückzuführen (Cater, Chalmers, & Ledda, 2002; Mack & Rock, 1998; Simons & Chabris, 1999).

Inzwischen gibt es unzählige Variationen des oben beschriebenen Experiments, die zum Teil auch eine andere Art Fehler der visuellen Aufmerksamkeit beschreiben. Beispielsweise sitzt in einem Video eine Person an einem Beratungsschalter und bedient die nichts ahnende Versuchsperson. Unter einem Vorwand verlässt die Beratungsperson ihren Platz und an ihrer Stelle erscheint eine andere Person. Ebenso gibt es eine Vielzahl leicht abgeänderter „unsichtbarer Gorilla“-Tasks, in deren Verlauf sich zusätzlich zum kostümierten Menschenaffen bspw. die Hintergrundfarbe des Videos ändert oder die komplette ballspielende Belegschaft nach und nach ausgetauscht wird. Bei dieser Art des Mangels an Aufmerksamkeit handelt es sich um Change Blindness (Jensen, Yao, Street, & Simons, 2011; Simons, 2000; Simons & Levin, 1997). Diese ist zwar eng mit der Inattentional Blindness verbunden, aber unterscheidet sich aufgrund der beinhalteten Gedächtnisleistung. Denn bevor eine Veränderung wahrgenommen werden kann, muss das zuvor gesehene Bild erst mit der neuen Information verglichen werden (Simons & Rensink, 2005). Auf diese Weise werden selbst Personen, die um eine gezielte Aufmerksamkeitsmanipulation wissen, immer wieder aufs Neue getäuscht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der visuellen Aufmerksamkeitssteuerung anhand bekannter Phänomene wie Inattentional und Change Blindness sowie deren Relevanz für räumliche Aufmerksamkeit.

2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Konzepte Annäherungs- und Vermeidungsmotivation, deren neurobiologische Grundlagen im PFC sowie die Rolle von Persönlichkeitsfaktoren und Belohnungs-/Bestrafungssensitivität.

3. Zielsetzung und Hypothesen: Herleitung der Forschungsfragen und Formulierung der prüfbaren Hypothesen bezüglich des Einflusses von Motivation auf die räumliche Orientierung im Testspiel.

4. Methodisches Vorgehen: Detaillierte Beschreibung des selbst programmierten Experiments, der verwendeten standardisierten Fragebögen sowie der Stichprobenzusammensetzung und Durchführung.

5. Ergebnisse: Darstellung der statistischen Analysen, Prüfung der Hypothesen sowie explorative Untersuchungen zum Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf das Klickverhalten.

6. Diskussion und Ausblick: Interpretation der nicht bestätigten Haupthypothesen unter Berücksichtigung von Limitationen wie Zeitdruck und Stichprobenselektion, sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Räumliche Aufmerksamkeit, Annäherungsmotivation, Vermeidungsmotivation, Pseudoneglect, Persönlichkeit, Big Five, Belohnungssensitivität, Bestrafungssensitivität, Explorationsverhalten, Inattentional Blindness, Motivationspsychologie, Hemifield-Bias, Reizsignifikanz, Kognitive Verarbeitung, Experimentelle Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die induzierte Motivation (Annäherung oder Vermeidung) die räumliche Aufmerksamkeit von Personen systematisch beeinflusst und ob Persönlichkeitsmerkmale dabei eine moderierende Rolle spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Motivationspsychologie (Approach-Avoidance-Theorie), die neurobiologische Verankerung von Aufmerksamkeit, Persönlichkeitspsychologie (Big Five, Reinforcement Sensitivity Theory) und deren Einfluss auf visuospatiale Prozesse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Primäres Ziel ist die Prüfung der Annahme, ob durch eine Gewinn- oder Verlustmanipulation in einem Spiel die räumliche Aufmerksamkeit auf die rechte oder linke Seite verlagert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um ein empirisches Experiment mit einem eigens programmierten Spiel, ergänzt durch standardisierte psychologische Fragebögen. Die statistische Auswertung erfolgt mittels rm ANOVA, Korrelationsanalysen und t-Tests.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Motivation, Persönlichkeit, Aufmerksamkeitssteuerung) dargelegt, gefolgt vom methodischen Aufbau und der Präsentation sowie Diskussion der empirischen Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind räumliche Aufmerksamkeit, Annäherungs- und Vermeidungsmotivation, Pseudoneglect, Belohnungs- und Bestrafungssensitivität sowie Persönlichkeitspsychologie.

Konnte die Haupthypothese der Arbeit bestätigt werden?

Nein, die angenommene spezifische räumliche Orientierung in Abhängigkeit von Gewinn- oder Verlustsituationen konnte in diesem Versuchsaufbau nicht statistisch signifikant bestätigt werden.

Welche Rolle spielt die Bestrafungssensitivität bei den Ergebnissen?

Die Bestrafungssensitivität zeigte über alle Bedingungen hinweg einen signifikanten positiven Zusammenhang mit der horizontalen Exploration, was auf einen eher rechtsgerichteten Trend bei höherer Sensitivität hindeutet.

Was ist der sogenannte Pseudoneglect?

Der Pseudoneglect bezeichnet eine bei gesunden Individuen auftretende tendenzielle Aufmerksamkeitsverzerrung nach links. Diese konnte in der Studie über alle Bedingungen hinweg aggregiert bestätigt werden.

Welche Limitationen werden für die nicht bestätigten Hypothesen diskutiert?

Als mögliche Gründe werden der hohe Zeitdruck, der zu intuitiven Reaktionen nahe der Mittelachse führen konnte, sowie die ungleiche Geschlechterverteilung und mögliche Schwächen in der Motivationsmanipulation genannt.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wer gewinnen will, klickt rechts? Eine empirische Untersuchung der räumlichen Aufmerksamkeit durch induzierte Annäherungs- und Vermeidungsmotivation
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Psychologie)
Veranstaltung
Projektarbeit
Note
1,0
Autoren
Melissa Quantz (Autor:in), Laura Schlaf (Autor:in), Yvonne Moch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
50
Katalognummer
V418135
ISBN (eBook)
9783668670747
ISBN (Buch)
9783668670754
Sprache
Deutsch
Schlagworte
empirisch räumlich räumliche aufmerksamkeit spatial attention approach avoidance annäherungsmotivation vermeidungsmotivation motivation gewinnen klicken experiment promotion prevention affekt affect belohnung bestrafung sensitivity personality persönlichkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melissa Quantz (Autor:in), Laura Schlaf (Autor:in), Yvonne Moch (Autor:in), 2017, Wer gewinnen will, klickt rechts? Eine empirische Untersuchung der räumlichen Aufmerksamkeit durch induzierte Annäherungs- und Vermeidungsmotivation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/418135
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Leseprobe aus  50  Seiten
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