Die Fähigkeit zum Lesen gehört in der heutigen Gesellschaft zu den fundamentalen Eigenschaften, um am gesellschaftlichen Leben und allgemeinen sozialen Diskurs teilhaben zu können. Bezogen auf den schulischen Kontext stellt die Lesekompetenz außerdem eine Schlüsselqualifikation zum Erwerb von Bildung und Wissen dar. In nahezu allen schulischen Fächern werden Lerneinheiten mit und aus Texten erstellt, sodass es ohne eine ausreichend ausgebildete Lesekompetenz für die Schülerinnen und Schüler nur sehr schwer bzw. teilweise nicht möglich ist, schulischen Erfolg zu generieren. Hierbei ist zu beachten, dass sich die Lernvoraussetzungen der Kinder in den vergangenen Dekaden auch durch den Einfluss neuer Medien zur Informationsbeschaffung stark verändert haben. In dieser Arbeit soll der Versuch angestellt werden, auf Grundlage einiger wesentlichen Aspekte der Lesekompetenz eine für heterogene Lernvoraussetzungen angepasste Förderung der Lesefähigkeit aufzuzeigen. Dafür soll zunächst eine Begriffsklärung von „Lesekompetenz“ bzw. Leseprozess skizziert werden. Hierfür werden theoretische und (fach-)didaktische Ansätze bzw. Modelle genutzt, welche für die Erstellung und Einordung von Lesekompetenzförderung dienlich sein sollen. Anschließend wird die Frage aufgegriffen, inwiefern sich die Lernvoraussetzungen der Kinder im Vergleich zu vergangenen Tagen verändert haben. Darauf aufbauend soll ein beispielhafter Praxisteil vorgestellt werden, welcher eine Möglichkeit sein kann, um die Lesekompetenz der Kinder und Jugendlichen nachhaltig und vielschichtig zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen der Lesekompetenz
2.1 Definition von Lesekompetenz
2.2 Mehrebenenmodell des Lesens (nach Rosebrock/Nix)
3. Förderung der Lesekompetenz
3.1 Heterogenität der Lernvoraussetzungen
3.2 (Individuelle) Lesekompetenzförderung am Beispiel „Lesetagebuch“
4. Didaktische Konsequenzen und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der Förderung der Lesekompetenz im schulischen Kontext unter Berücksichtigung zunehmend heterogener Lernvoraussetzungen. Ziel ist es, auf Basis theoretischer Modelle zur Lesekompetenz eine praxisorientierte Methode zur individuellen Leseförderung zu skizzieren, die sowohl kognitive als auch motivationale und soziale Ebenen einbezieht.
- Grundlagen der Lesekompetenz und Leseprozessdefinition
- Analyse der Heterogenität von Lernvoraussetzungen durch Medien und Globalisierung
- Das Mehrebenenmodell des Lesens als didaktischer Orientierungsrahmen
- Praxisbeispiel: Einsatz und Gestaltung eines "Lesetagebuchs"
- Vernetzung von Leseförderung mit lebensweltlichen Interessen der Schüler
Auszug aus dem Buch
3.2 (Individuelle) Lesekompetenzförderung am Beispiel „Lesetagebuch“
Am Anfang von Kapitel 3 wurde bereits eine kurze Ausführung zur Unterrichtsgestaltung zur Förderung der Lesekompetenz im Deutschunterricht skizziert. Dabei kann es ganz gezielt durch die Auswahl von verschiedenen Methoden und der Berücksichtigung von zu behandelten Texten, den Adressaten und den einzelnen Feinzielen zu einer begleitenden Förderung der Lesekompetenz kommen. Diese stehen aber oftmals unter dem „Zwang“ der im Lehrplan vorgegeben Fachinhalte. Nun soll der Versuch unternommen werden eine begleitende Methode zur Lesekompetenzförderung vorzustellen, welche ebenfalls auf eventuell sehr heterogene Lesefähigkeiten der SuS Rücksicht nimmt.
In der Methodenübersicht von Schmitt-Kauhold/Harst befindet sich unter dem Aspekt der „Förderung der Selbstreflexion“ die Methode des Lesetagebuches. Hierbei wird diese Methode demnach hauptsächlich der sozialen Ebene des Lesens zugeschrieben. Es kann jedoch angenommen werden, dass sich das Lesetagebuch auch dafür eignet, sämtliche Ebenen der Lesekompetenz zu fördern. Dazu könnten einige Ergänzungen zur klassischen Gestalt des Lesetagebuches dienen. Lesetagebücher können den SuS Freiraum bieten, um sich mit einer Lektüre auseinanderzusetzen. Die Durchführung verlangt von allen Beteiligten ein Engagement, welches über die Erfüllung benoteter Anforderungen hinausgeht. Die Lehrperson macht die SuS zu Beginn mit der Arbeitsweise Lesetagebuch vertraut. Anschließend versteht sie sich als Prozessbegleiter und Anreger, etwa durch Gespräche, individuelle weiterführende Hinweise und eventuell auch schriftliche Kommentare. Lesetagebücher gestalten die SuS selbstständig.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Lesekompetenz als fundamentale Schlüsselqualifikation für schulischen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe und skizziert das Vorgehen bei der Förderung vor dem Hintergrund veränderter Lernvoraussetzungen.
2. Theoretische Grundlagen der Lesekompetenz: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lesekompetenz als komplexen, interaktiven Prozess und stellt das Mehrebenenmodell nach Rosebrock/Nix vor, das kognitive, motivationale und soziale Ebenen des Lesens systematisiert.
3. Förderung der Lesekompetenz: Hier werden die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft sowie der Einfluss digitaler Medien thematisiert und das Lesetagebuch als methodische Möglichkeit zur individuellen Leseförderung eingeführt.
4. Didaktische Konsequenzen und Fazit: Das Fazit betont die Notwendigkeit einer fachübergreifenden, differenzierten Leseförderung, die über den kognitiven Prozess hinausgeht und die Lebenswelt der Schüler aktiv integriert.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Leseförderung, Heterogenität, Mehrebenenmodell, Lesetagebuch, Leseprozess, Digitale Medien, Lernvoraussetzungen, Selbstreflexion, Lesebereitschaft, Deutschunterricht, Bildung, Schulische Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Lesekompetenz im schulischen Kontext und untersucht, wie Lehrkräfte trotz zunehmend heterogener Voraussetzungen bei Schülern eine nachhaltige Leseförderung gestalten können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretische Modellierung des Leseprozesses (Mehrebenenmodell), die Auswirkungen veränderter Mediennutzung auf Lernvoraussetzungen sowie die praktische Umsetzung individueller Leseförderung mittels Lesetagebüchern.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften Wege aufzuzeigen, Lesekompetenz nicht nur als kognitive Leistung, sondern als vielschichtigen Prozess zu begreifen und durch angepasste Methoden die Lesemotivation sowie die Anschlusskommunikation zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse aktueller didaktischer Modelle, wie dem Mehrebenenmodell von Rosebrock/Nix, und überträgt diese auf ein praxisorientiertes Unterrichtsmodell.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Lesekompetenz, eine Analyse der veränderten Lernbedingungen durch Digitalisierung und eine detaillierte Ausarbeitung des Lesetagebuchs als methodisches Instrument.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Lesekompetenz, Heterogenität, Mehrebenenmodell, Leseprozess und individuelle Leseförderung.
Wie unterscheidet sich die im Text vorgestellte Lesetagebuch-Methode von klassischen Ansätzen?
Im Gegensatz zu streng vorgegebenen Mustern kombiniert der vorgeschlagene Ansatz digitale Medien (Videos) mit einer größeren Freiheit bei der Lektürewahl, um die intrinsische Motivation und soziale Vernetzung der Schüler stärker zu fördern.
Welche Rolle spielen digitale Medien laut dem Autor für die Leseförderung?
Der Autor sieht digitale Medien nicht als Gegenspieler, sondern als Mittel, um das Lesen in den Alltag der Schüler zu integrieren und durch neue Formate wie Videokommentare die Textreflexion anzuregen.
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- Kevin König (Author), 2018, Förderung der Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/417997