Verwaltung und Soziale Arbeit sind oft miteinander vereint, werden jedoch gemeinsam nicht immer glücklich. Diese Hausarbeit betrachtet den Spezialfall der Beziehung zwischen dem Konzept Sozialer Arbeit »Case Management« und dem Bundesgesetz »Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II)«.
Um auf mögliche, sich widersprechende Ansprüche aus »Gesetz« auf der einen Seite und »Konzept« auf der anderen Seite vorbereitet zu sein, betrachtet der Autor zunächst beide Aspekte für sich genommen. Im Anschluss werden Berührungspunkte dargestellt und deren Potenzial beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Case Management und SGB II Berührungspunkte
Inhalt
Case Management
Sozialgesetzbuch – Zweites Buch (SGB II)
Berührungspunkte zwischen Case Management und SGB II
Gesamtergebnis
Literatur und Internet-Quellen
Literatur
Internet-Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld und die Berührungspunkte zwischen dem fachlichen Konzept des Case Managements und den gesetzlichen Rahmenbedingungen des Sozialgesetzbuches Zweites Buch (SGB II). Ziel ist es, Möglichkeiten der professionellen Fallsteuerung in einem verwaltungsgeprägten Umfeld aufzuzeigen und Konfliktpotenziale sowie Synergien für die tägliche Arbeit im Jobcenter kritisch zu reflektieren.
- Historische Entwicklung und philosophische Grundlagen des Case Managements
- Strukturanalyse des SGB II im Kontext sozialer Arbeit
- Vergleich von Fallsteuerungsmodellen mit gesetzlichen Vorgaben
- Analyse von Kooperationspotenzialen und Schnittstellenmanagement
- Identifikation von Konfliktquellen in der Beratungspraxis
Auszug aus dem Buch
Ziele des Case Managements
Was will Case Management erreichen? Case Management ist eine Form Sozialer Arbeit. Grundsätzlich lässt sich also unterstellen, dass Hilfe für Hilfsbedürftige das Ziel ist — und zwar in professionalisierter Form. Das Besondere am Case Management ist jedoch, dass die Art des Hilfsangebotes nicht an einer definierten Gruppe und deren vermuteten Bedarf ausgerichtet wird, sondern an der speziellen Lebenssituation des jeweils zu betrachtenden Klienten. Vereinfacht ausgedrückt geht es also nicht darum, eine Suppenküche für Hungrige einzurichten, sondern den Hunger des jeweiligen Betreuten zu beseitigen. Wobei der Case, der Fall, nicht die Person ist, sondern die Umstände und Verstrickungen, die für diesen Menschen zur Hungersituation führen.
Wenn hier Hilfe erfolgreich ist, wird nicht das Symptom sondern die Ursache beseitigt und somit die Hilfebedürftigkeit als solche längerfristig beseitigt. Der hier sichtbar werdende Gedanke der Hilfe zur Selbsthilfe und das damit verbundene Streben nach Nachhaltigkeit ist älter und keine Erfindung des Case Managements. Neu ist der Ansatz auf der Individualebene. Um bei dem Hunger-Beispiel zu bleiben, nicht das Schaffen eines Landwirtschaftsprojektes wäre Aufgabe des Case Managers, sondern dafür zu sorgen, dass der Client in den Genuss der dort erzeugten Produkte oder des dort erwirtschafteten Mehrwertes kommt. Das bedeutet die Individuelle Lösung für genau diesen Menschen kann an anderer Stelle gefunden werden: Im Handel, im Gast oder Transportgewerbe, in der Bauindustrie oder in der Erziehung und Betreuung. Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die Motivation des Autors zur Untersuchung der Beziehung zwischen Case Management und SGB II im Kontext der Arbeit in einem Jobcenter.
Case Management: Beleuchtung der historischen Ursprünge sozialen Handelns sowie der fachlichen Definitionen und Zielsetzungen des Case Managements.
Sozialgesetzbuch – Zweites Buch (SGB II): Analyse der Entstehungsgeschichte des SGB II sowie der rechtlichen Ziele und Instrumente zur Grundsicherung für Arbeitsuchende.
Berührungspunkte zwischen Case Management und SGB II: Detaillierte Untersuchung der Übereinstimmungen und Konfliktpotenziale zwischen der Fallsteuerung nach Case Management-Prinzipien und der gesetzlichen Praxis im SGB II.
Gesamtergebnis: Zusammenfassende Bewertung der Vereinbarkeit beider Ansätze mit Hinweisen für die praktische Umsetzung durch Case Manager.
Schlüsselwörter
Case Management, SGB II, Sozialarbeit, Fallsteuerung, Arbeitsförderung, Grundsicherung, Jobcenter, Eingliederungsvereinbarung, Hilfe zur Selbsthilfe, Netzwerkarbeit, Sozialgesetzbuch, Beratung, Bedarfsgemeinschaft, Nachhaltigkeit, Aktivierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Verbindung zwischen dem fachlichen Konzept des Case Managements und den Vorgaben des SGB II.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Methodik des Case Managements, der rechtliche Rahmen der Arbeitsförderung sowie die kritische Analyse der Schnittstellen beider Bereiche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Kompatibilität der fallorientierten Sozialarbeit mit den verwaltungsrechtlichen Anforderungen des SGB II zu prüfen und Optimierungsmöglichkeiten für die Praxis zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine systematische Analyse von Gesetzestexten und Fachliteratur zum Case Management, ergänzt durch reflektierende Beobachtungen aus der beruflichen Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung beider Konzepte sowie eine detaillierte, paragrafenbezogene Gegenüberstellung und Bewertung des Konfliktpotenzials.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Case Management, SGB II, Fallsteuerung, soziale Sicherung und Eigenverantwortung.
Warum ist das Thema „Ortsabwesenheit“ im Kontext des Case Managements so kritisch?
Da Ortsabwesenheit zum völligen Wegfall der Leistungen führen kann, ist eine frühzeitige, professionelle Abstimmung durch den Case Manager essenziell, um existenzbedrohende Situationen für Klienten zu vermeiden.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Eingliederungsvereinbarung?
Der Autor kritisiert, dass der § 15 SGB II aufgrund der Forderung nach „unverzüglicher“ Umsetzung oft dazu führt, dass der Beratungsprozess am falschen Punkt in den Zyklus der Fallsteuerung einsteigt.
- Quote paper
- Andreas Schöwe (Author), 2017, Berührungspunkte zwischen Case Management und SGB II, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/416276