In einem Forschungstagebuch wurden Situationen und Erfahrungen festgehalten, die im Laufe des Praxissemesters erlebt wurden. Dadurch wurde eine Grundlage für die Peer-Beratung geschaffen, die einen Fall aus dem Forschungstagebuch der Verfasserin thematisiert. Die Schlüsselfrage, die fokussiert wurde und in dieser Hausarbeit theoretisch aufgearbeitet wird, befasst sich mit diesen erwähnten schwierigen Entscheidungen und lautete: „Ist der Lehrerberuf der richtige für mich, wenn ich vor der Klasse innerhalb der Stunde ständig vor vielen Entscheidungen und Situationen stehe, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich richtig gehandelt habe?“
Während des vergangenen Praxissemesters stellte sich die Verfasserin dieser Arbeit oft die Frage, warum bestimmte Dinge nicht sofort so funktionierten, wie es in den vorangegangenen Planungen intendiert war. Nach dem Absolvieren des Bachelorstudiums und zahlreichen Vorlesungen sollte genug Rüstzeug für Situationen vorhanden sein, die der Schulalltag mit sich bringt. Da aber oft (schnell) Entscheidungen getroffen werden mussten, in denen sich die Verfasserin dieser Hausarbeit nicht sicher war, ob sie richtig gehandelt hat, kamen Zweifel auf, ob der eingeschlagene Berufsweg der richtige sei.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Fragestellung und Erkenntnisinteresse
2. Methode der Kollegialen Beratung
2.1 Ablauf
2.2 situative Rahmenbedingungen
3. Falldarstellung und Beratung
3.1 Situationsbeschreibung
3.2 Ergebnisse der Beratung
4. Literaturrecherche – theoretischer Rahmen
4.1 Antinomien im Lehrerhandeln
5. Analyse: Theorie-Praxis-Bezug
6. Zusammenfassung und Fazit
6.1 Reflexion der Beratung
6.2 Schlussfolgerungen und Konsequenzen
7. Literaturverzeichnis
8. Anhang
8.1 Ablaufplan der Peer Beratung
8.2 Protokoll der Peer Beratung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen von Berufsanfängern im Lehrerberuf, insbesondere im Hinblick auf widersprüchliche Entscheidungssituationen im Unterricht, und evaluiert dabei die Methode der Kollegialen Beratung (Peer-Beratung) zur Reflexion und Lösungsfindung.
- Reflexion von Antinomien im pädagogischen Handeln
- Anwendung der Kollegialen Beratung als Instrument der Professionalisierung
- Bewältigung von Unsicherheiten in der Lehrer-Schüler-Interaktion
- Analyse praktischer Fallbeispiele aus dem Forschungstagebuch
- Stärkung der beruflichen Handlungskompetenz durch kollektiven Austausch
Auszug aus dem Buch
3.1 Situationsbeschreibung
Es handelt sich um eine achte Klasse der Gesamtschule – ein G-Kurs in Deutsch. Dieser Kurs ist sehr auffällig im Hinblick auf „Nichtstun“ und wird im Lehrerzimmer als die „Höhle des Löwen“ bezeichnet. In dem Kurs wurde zuvor schon hospitiert und eine Stunde gehalten – alles aber unter Aufsicht der Lehrkraft. Heute ist die Lehrkraft nicht da. Die neue Reihe zur Werbung habe ich in der letzten Stunde angefangen, es steht eine Hausaufgabe aus. Als ich beginne, die Hausaufgaben zu kontrollieren, fällt mir auf, dass sie von vielen nicht gemacht wurden. Nichts Neues in dieser Klasse. Nach der Hausaufgabenkontrolle entscheide ich mich, mich vor die Klasse zu stellen und zu fragen, weshalb sie diese nicht gemacht haben. „Frau Wiese! Das war viiiiiel zu viel!“, „Hausaufgaben sind scheiße und außerdem habe ich zu Hause Wichtigeres zu tun, aber das geht Sie nichts an!“ Ich bin mir unsicher, ob das die richtige Entscheidung war – vielleicht hätte ich doch nicht fragen sollen.
Ich versuche die Klasse zu motivieren, als ich ihnen sage, dass sie heute keine Hausaufgaben aufbekommen werden. War das richtig? Eigentlich hätte ich sie nicht „belohnen“ dürfen.
Nachdem ich in das Thema der Stunde eingeleitet habe (Werbeanzeigen analysieren), kommt wieder Murren aus der Klasse: „Das ist sooo langweilig! Wieso machen wir das?“. Da es sich bei den Werbeanzeigen dann aber um aktuelle handelt, die unter anderem Elyas M’Barek zeigen, den die Mädchen „hypergeil“ und die Jungs als „safe der beste Schauspieler“ finden, lassen sie sich auf die Aufgabe ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der beruflichen Unsicherheit von Lehramtsstudierenden ein und definiert das Erkenntnisinteresse anhand der Fragestellung zur Bewältigung von Entscheidungssituationen.
2. Methode der Kollegialen Beratung: Hier werden die theoretischen Grundlagen und der Ablauf der Peer-Beratung erläutert, wobei der Fokus auf dem strukturierten Problemlöseprozess unter Gleichberechtigten liegt.
3. Falldarstellung und Beratung: Dieses Kapitel dokumentiert einen konkreten Fall aus dem Forschungstagebuch der Verfasserin und fasst die wesentlichen Ergebnisse der kollegialen Beratungssitzung zusammen.
4. Literaturrecherche – theoretischer Rahmen: Das Kapitel bettet das Lehrerhandeln in den Kontext von pädagogischen Antinomien ein, wie sie in der Fachliteratur (z.B. bei Helsper) beschrieben werden.
5. Analyse: Theorie-Praxis-Bezug: Hier erfolgt die Anwendung der theoretischen Antinomie-Konzepte auf den zuvor geschilderten Fall, um die Widersprüchlichkeiten der Unterrichtssituation wissenschaftlich zu deuten.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel reflektiert den Nutzen der Beratung, beantwortet die zentrale Fragestellung und zieht Konsequenzen für die eigene zukünftige Professionalisierung.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Sekundärquellen.
8. Anhang: Detaillierte Dokumentation des Ablaufplans und des Protokolls der durchgeführten Beratung.
Schlüsselwörter
Kollegiale Beratung, Peer-Beratung, Praxissemester, Lehrerhandeln, Antinomien, Professionalität, Reflexion, Forschungsstagebuch, Lehrer-Schüler-Beziehung, pädagogische Entscheidung, Schulentwicklung, Berufsanfänger, Unterrichtssituation, Handlungskompetenz, Fallarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Reflexion von belastenden Entscheidungssituationen im Lehrerberuf während des Praxissemesters und nutzt dazu die Methode der Kollegialen Beratung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die professionelle Rollenfindung von Lehrkräften, der Umgang mit Antinomien im Lehrerhandeln sowie die Bedeutung von Kooperation und kollektivem Austausch in der Schule.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob der Lehrerberuf die richtige Wahl für die Verfasserin ist, angesichts der ständigen, teils unsicheren Entscheidungen, die vor einer Klasse getroffen werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet die Methode der Kollegialen Beratung sowie eine theoretische Fundierung durch das Konzept der Antinomien im Lehrerhandeln nach Werner Helsper.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die methodische Einordnung der Peer-Beratung, die detaillierte Darstellung eines Falls aus dem Forschungstagebuch, die theoretische Rahmung durch Antinomien und die abschließende Analyse des Theorie-Praxis-Bezugs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Kollegiale Beratung, Professionalität, Antinomien, Reflexion und Praxissemester gekennzeichnet.
Wie wurde die Rolle der Verfasserin während der Beratung thematisiert?
Die Verfasserin reflektiert kritisch ihre Doppelrolle als Moderatorin und Fallgeberin, wobei sie einräumt, dass dies zu einer situativen Überforderung führte und die Qualität der Beratung beeinflusste.
Welche Bedeutung hat das "Forschungstagebuch" für die Arbeit?
Das Forschungstagebuch dient als primäre Quelle für die Falldarstellung und ermöglicht eine systematische Dokumentation von persönlichen Erlebnissen und Reflexionsprozessen während des Praxissemesters.
- Quote paper
- Anna Baer (Author), 2017, Kollegiale Beratung. Ausarbeitung einer Fallberatung im Rahmen des schulischen Praxissemesters im Lehramtsstudium, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/416183