Die strukturelle Nähe zwischen Beethovens Chorfantasie und der später entstandenen Neunten Sinfonie ist deutlich. Beethoven nutzt sein eigenes Werk, die Chorfantasie, als strukturelle Vorlage für seine neunte Sinfonie und entwickelt seine Vorlage hin, zu einem bedeutendsten Werke der Musikgeschichte. Diese Arbeit soll die Chorfantasie in d-Moll op. 80 als Vorlage der neunten Sinfonie op. 125 nachweisen und Parallelen aufweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Chorfantasie / Fantasie für Klavier, Chor und Orchester op. 80 als strukturelle Vorlage für Beethovens Neunte Symphonie d-Moll op. 125
2.1 Die Chorfantasie – Entstehung, Aufbau und Rezension
2.2 Die Neunte
2.3 Vergleich
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die strukturellen Parallelen zwischen Beethovens Chorfantasie op. 80 und seiner Neunten Sinfonie op. 125, um nachzuweisen, dass das frühere Werk als kompositorische Vorlage für die Sinfonie diente.
- Analyse der Entstehungsgeschichte der Chorfantasie op. 80
- Untersuchung der strukturellen Merkmale der Neunten Sinfonie op. 125
- Vergleichende Gegenüberstellung beider Werke hinsichtlich Melodie und Konzeption
- Einordnung der Erkenntnisse in den Kontext von Beethovens kreativem Schaffen
Auszug aus dem Buch
2.1 DIE CHORFANTASIE – ENTSTEHUNG, AUFBAU UND REZENSION
Die Chorfantasie op. 80 entsteht als Schlussstück für eine Akademie am 22.12.1808 im Theater an der Wien. Sie gliedert sich in die 26 Takte lange Fantasia und ein 586 Takte umfassendes Finale.
„In der Chorfantasie spielen abwechselnd Soloklavier (die Fantasie auf dem Klavier allein), Klavier mit Orchester (das G-dur Konzert), Orchester allein (die beiden Symphonien) und Solostimmen bzw. Chor mit Orchester (die Arie und die Messestücke).“
„This Fantasia is the only instrumental work by Beethoven that is unstable both in key and in thematic continuity. It begins in G minor and ends in B major.“
Ein vollständiges Partiturautograph existiert nicht (mehr), lediglich ein Particell der Singstimmen ist erhalten, sowie überprüfte Abschriften der ersten Violine und des Klavierparts. Beethoven komponiert, laut seines Skizzenbuches, die Fantasie fast ohne Unterbrechung. Er schreibt viele seiner Werke mit, zum Teil, langen Schreibpausen. Somit ist die Kontinuität mit der er die Chorfantasie komponiert etwas für ihn besonderes. Die Eile, in der sie entsteht, kann ein Grund dafür sein: „Einerseits war die Komposition als solche sehr „pünktlich“ zum Konzert fertig geworden, so dass nicht viele Proben stattgefunden hatten.“
Whiting beschreibt die Fantasie als „eine fantasia quasi un recitativo mit Doppelvariierung eines Liedthemas“. Der Textdichter ist nicht eindeutig zu bestimmen: „Man hat sich nicht darüber einigen können, wer als Textdichter der Chorfantasie zu gelten hat. Czerny meinte, Christoph Kuffner sei der Autor gewesen. […] Nottebohm […] hat Treitschke als Verfasser vorgeschlagen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass die Chorfantasie als strukturelle Vorlage für die Neunte Sinfonie diente, und skizziert das Ziel der Arbeit.
2. Die Chorfantasie / Fantasie für Klavier, Chor und Orchester op. 80 als strukturelle Vorlage für Beethovens Neunte Symphonie d-Moll op. 125: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die Entstehungsbedingungen der Chorfantasie, beschreibt die Neunte Sinfonie und vergleicht beide Werke hinsichtlich ihrer kompositorischen Ähnlichkeiten.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Beethoven sich bei der Komposition der Neunten Sinfonie wahrscheinlich auf die Chorfantasie stützte.
Schlüsselwörter
Ludwig van Beethoven, Chorfantasie op. 80, Neunte Sinfonie op. 125, Strukturvergleich, Kompositionstechnik, Musikgeschichte, Klassik, Ode an die Freude, Friedrich Schiller, musikalische Inspiration, Themenentwicklung, Chorkomposition, Akademie 1808.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die strukturelle Verwandtschaft zwischen Beethovens Chorfantasie op. 80 und seiner Neunten Sinfonie op. 125.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte, der Aufbau der Werke sowie der Vergleich musikalischer Motive und konzeptioneller Gemeinsamkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Chorfantasie als direkte Vorlage und Vorstufe für die strukturelle Gestaltung des Finales der Neunten Sinfonie diente.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird eine vergleichende Analyse musikwissenschaftlicher Literatur sowie eine Untersuchung struktureller Parallelen in den Partituren angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung der Chorfantasie, die Einführung zur Neunten Sinfonie und eine direkte Gegenüberstellung beider Werke.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Beethovens Chorfantasie, Neunte Sinfonie, strukturelle Vorlage, Themenvergleich und musikalische Rezeption.
Welche Rolle spielt die Eile bei der Entstehung der Chorfantasie?
Die Arbeit weist darauf hin, dass die Entstehung unter Zeitdruck zu einer ungewöhnlichen kompositorischen Kontinuität führte, die für Beethoven untypisch war.
Wie bewertet der Autor die Rolle der tiefen Streicher?
Der Autor zitiert Untersuchungen, die hervorheben, dass die tiefen Streicher in beiden Werken das Thema einführen, was als wesentliches strukturelles Bindeglied gilt.
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- Anonym (Author), 2011, Die Chorfantasie / Fantasie für Klavier, Chor und Orchester op. 80 als strukturelle Vorlage für Beethovens Neunte Symphonie d-Moll op. 125, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/414050