In der kindlichen Entwicklung zeigt sich sehr früh die Phase, in der sich Kinder mit ihren Spielkameraden oder mit ihren Eltern messen wollen. So wird um die Wette gelaufen, gesprungen oder Fahrrad gefahren. Hierbei wird bereits vereinbart, dass derjenige als Sieger gelten soll, der das ausgewählte Ziel zuerst erreicht und somit die bessere Leistung vollbracht hat. Aber auch Kinder, die zusammen mit dem Fahrrad in die Schule fahren, bemerken, dass manche besser, andere schlechter mithalten können. Diejenigen, die solche Wettrennen gewinnen oder schneller Fahrrad fahren, zeigen sich in solchen Situationen stolz und freudig. Die „Verlierer“ zeigen Scham, Enttäuschung und vielleicht auch Ehrgeiz, es nächstes Mal besser zu machen. Diese Beispiele verdeutlichen, dass Kinder bereits bei Eintritt in die Grundschule Erfahrungen mit unterschiedlichen Leistungssituationen gemacht haben. Darum ist es von großer Bedeutung diese Erfahrungen aufzugreifen und die Entwicklung des Bewusstseins für Leistung positiv zu unterstützen.
In dieser Ausarbeitung wird zunächst zum grundlegenden Verständnis auf das fachdidaktische Konzept der Mehrperspektivität nach Dietrich Kurz eingegangen. Im Anschluss wird die pädagogische Perspektive „Leistung erfahren und reflektieren“, die in dem Konzept der Mehrperspektivität zum Tragen kommt, näher erläutert, da diese den Ausgangspunkt für die im vierten Gliederungspunkt angeführte Unterrichtsstunde zum Thema „Wurfolympiade“ in der vierten Jahrgangsstufe darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zum Thema: Leistungssituationen in der Kindheit
2. Kurze Darstellung des fachdidaktischen Konzepts der Mehrperspektivität nach Dietrich Kurz
3. Darstellung der Sinnperspektive „Leistung“ und die Bedeutung für die Grundschule
4. Stundenentwurf „Wurfolympiade“ aus dem Handlungsfeld Laufen, Springen, Werfen für die 4. Jahrgangsstufe
4.1. Einordnung in die Unterrichtseinheit
4.2. Bedingungsanalyse
4.3. Sachanalyse
4.4. Lehrplanverankerung
4.5. Lernziele
4.6. Didaktisch-methodischer Kommentar
4.7. Erklärung der Stationen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein praktisches Unterrichtsbeispiel für den Schulsport zu entwickeln, das auf dem fachdidaktischen Konzept der Mehrperspektivität basiert und speziell die Sinnperspektive „Leistung“ in einem spielerischen Kontext für Grundschulkinder erfahrbar macht.
- Grundlagen der Mehrperspektivität nach Dietrich Kurz
- Pädagogische Aufarbeitung der Sinnperspektive „Leistung“
- Konzeption einer „Wurfolympiade“ für die 4. Jahrgangsstufe
- Methodik des Stationentrainings im Sportunterricht
- Förderung von Selbstständigkeit und Selbsteinschätzung bei Schülern
Auszug aus dem Buch
4.6. Didaktisch-methodischer Kommentar
Im Alltag der Kinder ist das klassische Werfen immer weniger bedeutend. Dies liegt unter anderem auch daran, dass in der Schule die größte Priorität auf Weitsprung und Sprint gesetzt wird. Allgemein ist es jedoch sehr wichtig, dass die Wurffähigkeit von Kindern geschult wird, da die Schülerinnen und Schüler dadurch ihren Bewegungsschatz erweitern können. So sollte die Lehrkraft im Sportunterricht Situationen schaffen, in denen die Kinder gefordert sind zu werfen. „Nur eine umfangreiche und vielseitige Wurfschulung führt zu entsprechenden Wurfleistungen.“ Hierbei sollte speziell bei Grundschulkindern beachtet werden, dass das Erlernen der Wurftechnik niemals isoliert stattfindet, sondern immer in einen spielerischen Kontext eingebettet ist. So verlieren die Kinder nicht die Freude an der Bewegung und der Leistung. Vor allem das Ziel-Werfen ist bei den jüngeren Schülerinnen und Schüler attraktiv. Hierbei bekommen sie sofort Rückmeldung über Erfolg oder Misserfolg – guter und schlechter Leistung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zum Thema: Leistungssituationen in der Kindheit: Das Kapitel erläutert die frühen Erfahrungen von Kindern mit Leistungssituationen im Alltag und betont die Bedeutung einer positiven Leistungserziehung in der Schule.
2. Kurze Darstellung des fachdidaktischen Konzepts der Mehrperspektivität nach Dietrich Kurz: Es wird das theoretische Fundament der Mehrperspektivität dargelegt, das als Grundlage für moderne Sportlehrpläne dient.
3. Darstellung der Sinnperspektive „Leistung“ und die Bedeutung für die Grundschule: Dieser Teil definiert den Leistungsbegriff im Sport und beleuchtet dessen besondere psychologische Relevanz für Grundschüler.
4. Stundenentwurf „Wurfolympiade“ aus dem Handlungsfeld Laufen, Springen, Werfen für die 4. Jahrgangsstufe: Hier wird die konkrete Unterrichtseinheit geplant, inklusive Bedingungsanalyse, Sachanalyse, Lernzielen und der methodischen Durchführung der Stationen.
4.1. Einordnung in die Unterrichtseinheit: Die „Wurfolympiade“ wird als einführende Stunde in das Thema Werfen in eine fünfteilige Unterrichtsreihe eingebettet.
4.2. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die spezifische Klassensituation, das Leistungsniveau und die Rahmenbedingungen in der Turnhalle.
4.3. Sachanalyse: Es erfolgt eine detaillierte sportwissenschaftliche Aufarbeitung der Schlagwurftechnik für Rechtshänder, sowohl aus dem Stand als auch aus der Bewegung.
4.4. Lehrplanverankerung: Die Übereinstimmung der geplanten Stunde mit den Vorgaben des bayerischen Lehrplan PLUS wird nachgewiesen.
4.5. Lernziele: Es werden die Grob- und Feinziele der Stunde definiert, die den Fokus auf motorische Fähigkeiten und personale Kompetenzen legen.
4.6. Didaktisch-methodischer Kommentar: Eine Begründung für die Wahl der Methode „Stationentraining“ sowie Erläuterungen zur didaktischen Einbettung in den spielerischen Kontext werden gegeben.
4.7. Erklärung der Stationen: Die verschiedenen Stationen der Olympiade, wie etwa der „olympische Ring“ oder das „Zielwerfen“, werden detailliert in Bezug auf ihre Anforderungen beschrieben.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die „Wurfolympiade“ erfolgreich dazu beiträgt, ein positives Leistungsbewusstsein bei den Kindern zu fördern.
Schlüsselwörter
Mehrperspektivität, Dietrich Kurz, Schulsport, Leistungserziehung, Grundschule, Wurfolympiade, Schlagwurf, Stationentraining, Sportdidaktik, Bewegungserziehung, motorische Fähigkeiten, personale Kompetenz, Sozialkompetenz, Lehrplan PLUS, Leistungsbewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Gestaltung von Leistungssituationen im Grundschulsport auf Basis des Konzepts der Mehrperspektivität.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Theorie der Mehrperspektivität, der Leistungsbegriff im Sport sowie die praktische Planung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Werfen“.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, durch eine „Wurfolympiade“ ein positives Bewusstsein für die eigene Leistungsfähigkeit bei Schülern zu schaffen und sie spielerisch an die Schlagwurftechnik heranzuführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Analyse und Unterrichtsplanung auf Basis etablierter sportpädagogischer Modelle sowie die Methode des Stationentrainings verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Sinnperspektiven nach Kurz und die detaillierte Planung der Unterrichtsstunde „Wurfolympiade“.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mehrperspektivität, Leistungserziehung, Schlagwurf-Technik und Stationentraining charakterisiert.
Warum wurde für die „Wurfolympiade“ explizit ein Stationentraining gewählt?
Das Stationentraining ermöglicht es, verschiedene Aspekte des Werfens gleichzeitig zu behandeln, die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern und eine individuelle Leistungsanpassung vorzunehmen.
Wie geht die Arbeit mit dem Aspekt der „Leistung“ um, um psychische Belastungen bei Kindern zu vermeiden?
Durch eine positive Leistungserziehung, transparente Anforderungen und die Berücksichtigung individueller Voraussetzungen wird das Selbstkonzept gestärkt statt durch Leistungsdruck negativ beeinflusst.
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- Gina M. (Author), 2018, Die Mehrperspektivität nach Dietrich Kurz und deren Umsetzung im Sportunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/413546