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Ist Russland bereit für die Demokratie? Die Trägheit des politisch-administrativen Systems Russlands

Title: Ist Russland bereit für die Demokratie? Die Trägheit des politisch-administrativen Systems Russlands

Term Paper , 2017 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Region: Russia

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Summary Excerpt Details

Viele Menschen in Europa fragen sich, welchem Herrschaftsmodell Russland wohl angehöre. Obwohl die offizielle Herrschaftsform die Demokratie sei, sind sich doch viele Politikwissenschaftler sicher, dass es sich um eine Diktatur handele, die unter dem verdeckenden Mantel einer Scheindemokratie ablaufe. Viele besorgte europäische Bürger und Politiker fordern Russland, welches gewissermaßen Teil Europas ist, auf sich endlich der Demokratie zuzuwenden und dem Volke einen Teil der Macht zu übertragen wie es bei uns in Europa geschieht.

Allerdings scheint dies nicht so einfach zu sein wie viele denken. Russlandkenner betonen immer wieder, dass das russische Volk nicht bereit sei für eine Demokratie oder diese Form der Herrschaft sogar gänzlich ablehne. Für uns ist dies nicht nachvollziehbar und kann so auch nicht wahr sein - sieht man doch in den Nachrichten immer wieder Bilder von Demonstrationen für Demokratie und Menschenrechte.

Doch nicht nur Russlandkenner versuchen zu erklären, welchen Hindernisse Russland ausgesetzt ist, sondern auch Politikwissenschaftler und Historiker setzen sich damit auseinander. Dabei kommt man nicht umhin die Geschichte Russlands der letzten 1000 Jahre zu betrachten und zu bemerken, dass sich gewisse Muster wiederholen und zur Tradition geworden sind. Diese Muster sind für uns dahingehend wichtig, dass sie eine Erklärung bieten weshalb Russlands Verwaltung, Wirtschaft, Politik und politische Kultur (Bevölkerung) auf dem heutigen Stand sind und weshalb die Ausbildung einer Demokratie sich als so schwierig erweist.

Versteht man einmal dies, so können realistischere Prognosen und Veränderungsansätze gemacht werden.
Im Verlauf dieser Arbeit werde ich daher auf einige der Gründe eingehen, die mehr oder weniger maßgeblich die heutige Verfassung des Landes begründen und erklären, weshalb zwischen Osten und Westen solch eine Differenz besteht - mit dem Ziel herauszufinden ob und worin die Trägheit der Veränderung begründet ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Religion

2.1 Dvoever’e

2.2 Byzanz

2.3 Schisma der christlichen Kirche 1056

2.4 Moskau als Drittes Rom

3. Zarenherrschaft

3.1 Staatsbildung

3.2 Isoliertheit des geistigen Lebens

3.3 Reformation

3.4 Renaissance

3.5 Aufklärung

3.6 Das 19. Jahrhundert

4. Das 20. Jahrhundert und die Sowjetunion

5. Dualismus und Wiederholungen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Kontinuität und die soziokulturellen Ursachen, die das heutige russische Herrschaftsmodell und die damit verbundene politische Kultur maßgeblich prägen. Ziel ist es, die Gründe für die oft wahrgenommene Trägheit bei demokratischen Reformprozessen zu identifizieren, indem wesentliche historische Muster und mentale Strukturen über die letzten 1000 Jahre analysiert werden.

  • Historische Verwurzelung der russischen Orthodoxie und ihre Rolle bei der Staatsbildung.
  • Analyse des kulturellen Dualismus und des Fehlens einer neutralen gesellschaftlichen Sphäre.
  • Die Auswirkungen jahrhundertelanger Isolation auf das politische Denken und die Rechtstradition.
  • Untersuchung, warum westlich geprägte Modernisierungsansätze in Russland oft scheitern oder umgedeutet werden.
  • Bedeutung des kollektiven Gedächtnisses und der politischen Passivität für die Stabilität des Systems.

Auszug aus dem Buch

Dualismus und Wiederholungen

Betrachtet man den Verlauf der russischen Geschichte, so scheinen die Epochen klar gegliedert und einander auf dynamische Weise ablösend zu sein, sie suggerieren jeweils einen klaren Bruch mit dem Vorangegangenen. Auf der anderen Seite scheint es eine Reihe von Wiederholungen ähnlicher Ereignisse, Texte und psychologischer Situationen zu geben. Die Regelmäßigkeit in der dies geschieht scheint davon zu zeugen, dass es sich hierbei nicht um einen Zufall handeln kann. Eine Analyse von Jurij Lotman und Boris Uspenskij zeigt, dass neue Geschehnisse stets “Mechanismen in Gang zu setzen pflegen, die von neuem die Kultur der Vergangenheit reproduzieren.” Zu beobachten ist weiterhin, dass die russische Kultur in einem zweipoligen Wertfeld angesiedelt ist, und keine neutrale Zone kennt. Diese neutrale Sphäre wurde im Westen zur Norm, in Russland existierte sie jedoch nicht. Dieser Dualismus und das “Fehlen einer neutralen axiologischen Sphäre führten dazu, daß [sic] das Neue nicht als Fortsetzung, sondern als eschatologische Ablösung des Ganzen begriffen wurde.” Diese Veränderungen vollzogen sich als radikale Loslösungen der vorausgegangenen Etappen und erwiesen sich deshalb stets als Produkte einer Transformation des Alten. Letztendlich vollzog sich ein Wandel der Perspektiven, jedoch gab es keine tiefenstrukturellen Veränderungen - das Wertesystem änderte sich nicht, es fand bloß ein Vorzeichenwechsel statt. Diese Tatsache erlaubt es von einer Einheit der russischen Kultur zu sprechen. Der Dualismus lässt sich in vielen Etappen wiederfinden - sei es beim Herrscher (welcher göttlich oder teuflisch sein kann), bei der Christianisierung der Rus’ (und dem Wechsel von Götzenanbetung zum Christentum und dem Tausch der Rollen und Vorzeichen) oder im Konflikt mit den Lateinern (welche mit Heiden gleich gestellt wurden und somit Sünder waren).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik des russischen Herrschaftsmodells und der Schwierigkeit einer demokratischen Transformation angesichts historischer Kontinuitäten.

Religion: Untersuchung der Christianisierung und deren langfristige Folgen für die Einheit von Glaube und Herrschaft sowie die Entstehung dualistischer Wertvorstellungen.

Zarenherrschaft: Analyse der staatsbildenden Prozesse, der geistigen Isolation und des Einflusses europäischer Ideengeschichte auf das zaristische Russland.

Das 20. Jahrhundert und die Sowjetunion: Darstellung der Radikalisierung politischer Strukturen und der Festigung der sowjetischen Terrorherrschaft sowie der gescheiterten Reformversuche.

Dualismus und Wiederholungen: Theoretische Herleitung der zyklischen Geschichte Russlands durch die Analyse eines festen, unveränderlichen Wertesystems.

Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, warum eine demokratische Transformation aufgrund der tief verwurzelten kulturellen Identität und Passivität des Volkes nur langfristig möglich erscheint.

Schlüsselwörter

Russland, Demokratie, Diktatur, Geschichte, Religion, Orthodoxie, Byzanz, Sowjetunion, Herrschaft, Dualismus, Transformation, Kultur, Kollektives Gedächtnis, Politik, Gesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historischen und kulturellen Hintergründe Russlands, um zu erklären, warum sich das Land in seinem heutigen politischen System befindet und warum demokratische Reformen dort auf so große Widerstände stoßen.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Themenfelder umfassen die religiöse Prägung durch Byzanz, die Entwicklung der autokratischen Zarenherrschaft, die Isolation des geistigen Lebens sowie die sowjetischen Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die "Trägheit der Veränderung" zu verstehen, indem Muster in der russischen Geschichte identifiziert werden, die sich über 1000 Jahre hinweg hartnäckig erhalten haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, gestützt auf die Theorien von Lotman und Uspenskij zur Dynamik der russischen Kultur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der religiösen Grundlagen, der zaristischen Herrschaftsgeschichte, der sowjetischen Ära und des daraus resultierenden kulturellen Dualismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Russland, politischer Dualismus, Historische Kontinuität, Orthodoxie und gesellschaftliche Transformation.

Welche Rolle spielt die Religion bei der politischen Entwicklung Russlands?

Die Religion, speziell die orthodoxe Kirche, fungierte als Trägerin der Einheitsvorstellung von Herrschaft und Glauben, was bis heute ein messianisches Selbstverständnis des Herrschers begünstigt.

Warum betont die Arbeit das Fehlen einer "neutralen Sphäre"?

Das Fehlen einer neutralen, axiologischen Zone bedeutet, dass politische Veränderungen in Russland oft als radikale, eschatologische Brüche vollzogen werden, anstatt als schrittweise Evolution, was eine tiefgreifende Stabilität des Wertesystems verschleiert.

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Details

Title
Ist Russland bereit für die Demokratie? Die Trägheit des politisch-administrativen Systems Russlands
College
University of Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Einführung in das politisch-administrative System Russlands
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2017
Pages
12
Catalog Number
V413398
ISBN (eBook)
9783668644045
ISBN (Book)
9783668644052
Language
German
Tags
Politik Wirtschaft Verwaltug Russland Geschichte politisch-administratives System Politik Russland Verwaltung Russland Putin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2017, Ist Russland bereit für die Demokratie? Die Trägheit des politisch-administrativen Systems Russlands, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/413398
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