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Die Badeni Unruhen

Analyse des Sprachbildes in den zeitgenössischen Zeitungen über das Eingreifen des zweiten bosnisch-herzegowinischen Infanterie-Regimentes in Graz während den Badeni Unruhen 1897

Title: Die Badeni Unruhen

Seminar Paper , 2017 , 19 Pages , Grade: 2,00

Autor:in: Sebastian Engel (Author)

History - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Im April 1897 erließ Ministerpräsident Felix Graf Badeni eine Sprachenverordnung für Böhmen und Mähren. Diese hätte eine Einführung einer doppelsprachigen Amtsführung im inneren und äußeren Amtsverkehr auch in den deutschen Gebieten Böhmens und Mährens bedeutet. Die Regelung sah vor, dass der/die Beamte innerhalb von drei bis vier Jahren die zweite Landessprache aktiv und passiv beherrschen hätte müssen. Die Verordnung löste in weiterer Folge Entrüstung bei den Deutschen aus, da nur wenige Deutschböhmen der tschechischen Sprache mächtig waren. Die deutschen Staatsangehörigen lernten in der Schule meist Latein oder Französisch, während die tschechischen Staatsangehörigen Tschechisch und Deutsch Unterricht erhalten hatten. Die tschechischen Beamten wären hier nach Inkrafttreten der Verordnung im Vorteil gewesen, da sie bereits beide Sprachen beherrschten.

Sie würden nach der neuen Regelung viele nur deutschsprachige Beamte in den deutschen Gebieten des Königreichs Böhmen ersetzen. Vor diesem gesellschaftlichen Wandlungsprozess hatten die Zeitgenossen jener Epoche große Angst, war es doch bereits durch die Industrialisierung der mehrheitlich von Deutschen besiedelten Grenzgebiete Böhmens bereits zu einem Verdrängungsprozess durch billigere tschechische Arbeiter gekommen.

In dieser Proseminararbeit wurde das Augenmerk auf den Ausbruch des „furor teutonicus“ in Graz gelegt und damit de facto das Thema eingegrenzt. Es wurde der Forschungsfrage nachgegangen, wie sich das Sprachbild in den jeweiligen zeitgenössischen Grazer Zeitungen während den Badeni Unruhen veränderte. Hierbei wurde ein Augenmerk auf das vermittelte Sprachbild über die Bosniaken während den Protesten im November und Dezember 1897 gelegt. Daher wurden in dieser Arbeit nicht die Tumulte im Reichsrate, die Obstruktion oder die Unruhen in Prag reflektiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Historische Diskursanalyse

1.2 Forschungsstand

2 Historischer Kontext

2.1 Der Auslöser der Unruhen in der steirischen Landeshauptstadt

2.2 Schulterschluss zwischen Deutschnationalen und Sozialdemokraten

3 Analyse der Zeitungsartikel

3.1 Überblick über die verwendeten zeitgenössischen Zeitungen

3.2 Vorgangsweise bei der Datensammlung

3.3 Datenanalyse der Zeitungsartikel

4 Conclusio

5 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das veränderte Sprachbild in Grazer Zeitungen während der Badeni-Unruhen 1897, mit einem besonderen Fokus auf die Darstellung des zweiten bosnisch-herzegowinischen Infanterieregiments und dessen Rolle während der Proteste.

  • Analyse des medialen Diskurses während der Badeni-Unruhen in Graz.
  • Rolle der bosnisch-herzegowinischen Truppen als Sicherheitsorgane und Zielscheibe der Kritik.
  • Untersuchung der politischen Stimmungslage und Parteienkonstellationen (Deutschnationale vs. Sozialdemokraten).
  • Auswertung zeitgenössischer Grazer Zeitungen mittels historischer Diskursanalyse.
  • Rekonstruktion der Ereignisse vom 20. November bis 6. Dezember 1897.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Auslöser der Unruhen in der steirischen Landeshauptstadt

Die Unruhen in Graz bezüglich der Badenischen Sprachenverordnung fanden zirka vom 20. November – 6. Dezember 1897 statt. Diesen gingen die Grazer Gemeinderatswahlen voraus, bei der allgemein ein Sieg der Christlichsozialen Partei erwartet wurde. Die Tage vor der Wahl waren gekennzeichnet von verschiedensten Schmähkampagnen der politischen Gruppierungen. In den deutschnationalen und sozialdemokratischen Zeitungsorganen wurde auf die sogenannte „Pfaffenpartei“, deren klerikale Anhänger und dessen antideutschen Bestrebungen (Badeni Verordnung) geschimpft. Bei dieser Hetzkampagne waren die Grazer Zeitungen der Arbeiterwille und das Tagblatt federführend.

Der Auslöser der Grazer Unruhen war die Störung einer Versammlung des katholisch-konservativen Luegerbundes. Am 20. November störten Anhänger der Sozialdemokratischen Partei diese Versammlung, welche beim „Sandwirt“ in der Griesgasse stattfand. Als Anhänger beider Gruppierungen aufeinandertrafen, kam es zu einer Saalschlacht mit Demolierungen und Verletzten. Selbst 60 Mann der Stadtwache und 118 Soldaten des 2. Bosnisch-herzegowinischen Infanterieregiments konnten die aufrührerische Menge nicht zerstreuen. Die Saalschlacht endete erst, als das Zweier Regiment den Befehl erhielt mittels Gebrauch der Bajonette für Ordnung zu sorgen.

Bei eben diesen Vorhaben wurde allerdings der Taglöhner Karl Mlinaritsch durch einen Bajonettstich in den Oberschenken so schwer verwundet, dass er ins städtische Krankenhaus gebracht werden musste und dort kurz nach seiner Einlieferung verstarb. Vier weitere Arbeiter wurden ebenfalls durch Bajonettstiche verwundet, konnten sich aber vor dem Zugriff der Polizei aus dem Staub machen. 9 10

Das anschließende Begräbnis wurde von den Sozialdemokraten zu einer Demonstration ausgenutzt, bei der es aber zu keinen Tumulten kam, vielleicht auch weil das Militär bereitgestellt worden war. An diesem Tag fand nämlich auch die Gemeinderatsergänzungswahl für den dritten Wahlkörper statt und wurde daher für die politischen Zwecke missbraucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt den historischen Kontext der Badeni-Sprachenverordnung 1897 dar und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Sprachbildes in Grazer Zeitungen.

2 Historischer Kontext: Analysiert die politischen Spannungen in Graz, die zum Ausbruch der Unruhen führten, insbesondere das Zusammentreffen von Deutschnationalen und Sozialdemokraten.

3 Analyse der Zeitungsartikel: Untersucht die Berichterstattung der Grazer Presse im Zeitraum der Unruhen und die Rolle der bosnisch-herzegowinischen Truppen darin.

4 Conclusio: Fasst die Ergebnisse zusammen, wie die Ereignisse medial konstruiert wurden und welche Rolle die Bosniaken als Feindbild einnahmen.

5 Sekundärliteratur: Listet die für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Werke auf.

Schlüsselwörter

Badeni-Unruhen, Graz, Sprachenverordnung, Bosniaken, Zeitungsanalyse, Historische Diskursanalyse, Deutschnationale, Sozialdemokraten, Christlichsoziale, Militäreinsatz, Arbeiterbewegung, Demonstrationen, Medienberichterstattung, 1897, Österreich-Ungarn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das mediale Bild und die Darstellung der sogenannten "Badeni-Unruhen" von 1897 in Grazer Zeitungen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Einsatz des zweiten bosnisch-herzegowinischen Infanterieregiments liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Auswirkungen der Badeni-Sprachenverordnung, die politischen Konflikte in Graz zur Zeit der Gemeinderatswahlen und die diskursive Verarbeitung militärischer Einsätze gegen Demonstranten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie sich das Sprachbild in Grazer Zeitungen während der Badeni-Unruhen veränderte und wie dabei speziell die Rolle der als "Bosniaken" bezeichneten Truppen wahrgenommen und dargestellt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der historischen Diskursanalyse, um Zeitungsartikel dieser Epoche nicht als objektive Wahrheit, sondern als konstruierte Realitäten zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der Grazer Unruhen, eine Analyse der verwendeten Zeitungen (Arbeiterwille, Tagblatt, Volksblatt) und eine Untersuchung der Datensammlung sowie der darin transportierten Wahrnehmungsmuster.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Badeni-Unruhen, Graz, Bosniaken, Historische Diskursanalyse, deutschnationale Bestrebungen und sozialdemokratische Agitation.

Warum stand das zweite bosnisch-herzegowinische Infanterieregiment so stark in der Kritik?

Die Bosniaken wurden aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Rolle als militärische Ordnungseinheit von der Grazer Bevölkerung als fremdes, "slawisches" Kontingent wahrgenommen und für das brutale Vorgehen bei den Straßenausschreitungen verantwortlich gemacht.

Welche Bedeutung hatten die Parteizeitungen in diesem Konflikt?

Parteizeitungen wie der "Arbeiterwille" oder das "Volksblatt" nutzten die Unruhen für ihre jeweils eigenen politischen Agenden, etwa zur Hetze gegen politische Gegner oder zur Diskreditierung des Militärs.

Welche Auswirkung hatte der Tod der drei Arbeiter?

Der Tod von Mlinaritsch, Retter und Haas bot den Medien eine emotionale Grundlage, um die Stimmung gegen die Bosniaken in der Stadt gezielt anzuheizen und diese als Sündenböcke für die Unruhen darzustellen.

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Details

Title
Die Badeni Unruhen
Subtitle
Analyse des Sprachbildes in den zeitgenössischen Zeitungen über das Eingreifen des zweiten bosnisch-herzegowinischen Infanterie-Regimentes in Graz während den Badeni Unruhen 1897
College
University of Salzburg
Course
k.u.k. Armee im Spiegel der zeitgenössischen Presse (1867-1914)
Grade
2,00
Author
Sebastian Engel (Author)
Publication Year
2017
Pages
19
Catalog Number
V413334
ISBN (eBook)
9783668650220
ISBN (Book)
9783668650237
Language
German
Tags
Badeni Badeni Krise Sprachenproblematik Badeni Unruhen Graz Regiment Bosnier
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Engel (Author), 2017, Die Badeni Unruhen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/413334
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