In dieser Arbeit wird die Thematik des problemorientierten Lernens (POL) aufgegriffen und anhand eines praktischen Einsatzbeispiels aus dem Fachbereich der Diätetik veranschaulicht. Dazu wurde mit Unterstützung einer geeigneten Lernzieltaxonomie ein Moodle-Kurs mit angepassten Lernaktivitäten und Leistungsnachweisen konzipiert und in der Praxis durchgeführt. Im Anschluss daran erfolgte die Erhebung und die Auswertung des Lernferfolgs, der Akzeptanz von Online-Lernszenarios und der vorhandenen Medienkompetenz mittels geeigneter Evaluationsinstrumente.
Schwerpunkt dieser Arbeit soll das POL sein. Die Arbeit beginnt mit einer theoretischen Einführung zum POL, hierzu werden aktuelle Studien aufgegriffen, der Terminus des POL erläutert und Hinweise zur Gestaltung von POL-Lernumgebungen aufgezeigt. Den Forschungsgegenstand dieser Arbeit stellt der Moodle-Kurs "Diätetik I" dar, welcher im Anschluss dargestellt wird und den Ausgangspunkt für die empirische Forschung in dieser Arbeit bildet.
Ausgehend von den Lernzielen zum Moodle-Kurs "Diätetik I" wurde schließlich die Forschungsfrage abgeleitet und die Hypothesen formuliert. Es folgt die Entwicklung geeigneter Evaluationsinstrumente mittels der Lernzieltaxonomie nach Anderson & Krathwohl. Um den Lernerfolg, die Akzeptanz und die Medienkompetenz im Moodle-Kurs „Diätetik I“ ermitteln zu können, wurde das entwickelte Evaluationsinstrument zur Erhebung der empirischen Daten praktisch eingesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemorientiertes Lernen (POL)
2.1 Theoretische Rahmung und aktueller Forschungsstand
2.2 Merkmale der POL und Gestaltung von Lernumgebungen mittels POL
2.3 POL in Österreich
3 POL am Beispiel des Moodle-Kurses „Diätetik I“
3.1 Lernziele (LZ)
3.2 Einordnung der Lernziele in die Lernzieltaxonomie nach Anderson & Krathwohl
3.3 Lernaktivitäten und Leistungskontrolle
4 Forschungsfrage und Hypothesen
5 Entwicklung geeigneter Evaluationsinstrumente
5.1 Test
5.2 Fragebogen
6 Praktischer Einsatz der Evaluationsinstrumente
6.1 Untersuchungsablauf und empirische Datenerhebung
6.2 Auswertung der Daten mittels Excel und SPSS
6.3 Interpretation der Ergebnisse
7 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit des problemorientierten Lernens (POL) innerhalb eines Moodle-Kurses zur Lehrveranstaltung „Diätetik I“. Ziel ist es, den Lernerfolg, die Akzeptanz der Lernmethode sowie die Entwicklung der Medienkompetenz der Studierenden durch ein speziell entwickeltes Evaluationskonzept zu analysieren und empirisch zu belegen.
- Theoretische Grundlagen und aktueller Forschungsstand zu problemorientiertem Lernen.
- Gestaltung und didaktische Einordnung von POL-Lernumgebungen in Moodle.
- Entwicklung und Anwendung quantitativer Evaluationsinstrumente (Test und Fragebogen).
- Empirische Untersuchung zur Wirksamkeit von POL im Kontext der Diätetik-Ausbildung.
- Interpretation der Ergebnisse hinsichtlich Lernerfolg, Akzeptanz und Medienkompetenz.
Auszug aus dem Buch
2.1 Theoretische Rahmung und aktueller Forschungsstand
Im schulischen Alltag wird sehr oft träges Wissen vermittelt, welches in Prüfungen zwar abgefragt, jedoch nicht auf Problemsituationen übertragen bzw. zur Lösungsfindung angewendet werden kann. Im herkömmlichen Unterricht werden Inhalte reduziert, zerlegt und vereinfacht und meist in kontextunabhängigen Bruchstücken vermittelt (Weber, 2007, S. 16). Die Lernenden bleiben dabei meist passiv, ihre Aufgabe ist es, Vorgegebenes möglichst effizient zu verarbeiten (Gräsel & Mandl, 1999, S. 372-373). Deshalb wird gefordert, Lernsituationen möglichst real (problemorientiert) an Anwendersituationen anzugleichen, da Wissen sehr stark kontextgebunden ist (Mandl, Gruber & Renkl, 1995, S. 167-168.). POL kann als didaktischer Ansatz gedeutet werden, der versucht, die Routine des herkömmlichen Unterrichts aufzubrechen (Kerres, 2013, S. 357). Damit Wissen auf reale Alltagssituationen übertragbar wird, sollten Lernende mit möglichst vielen authentischen Situationen konfrontiert werden und zudem selbstgesteuert, kooperativ und/oder kollaborativ die Problemstellung aus verschiedenen Perspektiven betrachten.
Erste Ansätze des POL finden sich bereits in der maieutisch-sokratischen Dialogführung im Menon-Dialog. Daraus wurden unter anderem von Dewey, Brunner oder Wagenschein weitere Ansätze ausgehend vom pragmatischen Ansatz des Erfahrungslernens entwickelt (Weber, 2007, S. 22). Barrows implementierte POL erstmals 1969 an einer Universität in Hamilton (Kanada). Ausgehend davon hat sich das POL in den letzten zwanzig Jahren weltweit verbreitet. Die hohe Akzeptanz für diese Lernform zeigt sich auch durch Empfehlungen und Förderungen seitens internationaler Organisationen (Bachmann, 2013, S. 50-51).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik traditioneller Lehrmethoden ein und begründet die Notwendigkeit des problemorientierten Lernens (POL) zur Förderung des Lerntransfers.
2 Problemorientiertes Lernen (POL): Hier werden die theoretischen Fundamente des POL erläutert, seine Merkmale beschrieben und die Verbreitung sowie die Besonderheiten dieser Lernform in Österreich diskutiert.
3 POL am Beispiel des Moodle-Kurses „Diätetik I“: Dieses Kapitel stellt das spezifische Lernszenario vor, definiert die Lernziele gemäß der Taxonomie von Anderson & Krathwohl und beschreibt die praktischen Lernaktivitäten.
4 Forschungsfrage und Hypothesen: Basierend auf der theoretischen Einführung und dem Kursdesign werden die zentrale Forschungsfrage sowie die drei überprüfbaren Hypothesen zur Effektivität von POL formuliert.
5 Entwicklung geeigneter Evaluationsinstrumente: Hier erfolgt die Herleitung und Auswahl der Test- und Fragebogeninstrumente, um den Lernerfolg, die Akzeptanz und die Medienkompetenz der Studierenden messbar zu machen.
6 Praktischer Einsatz der Evaluationsinstrumente: Dieses Kapitel dokumentiert den Ablauf der Datenerhebung, die statistische Auswertung mittels Excel und SPSS und interpretiert die erzielten Ergebnisse im Kontext der aufgestellten Hypothesen.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die Wirksamkeit von POL bestätigt und Empfehlungen für die zukünftige Gestaltung mediengestützter Lernangebote gegeben.
Schlüsselwörter
Problemorientiertes Lernen, POL, Moodle, Diätetik, Lernerfolg, Medienkompetenz, Evaluation, Lernzieltaxonomie, Anderson & Krathwohl, Lerntransfer, Online-Lernszenario, Hochschullehre, Empirische Studie, Didaktik, Wissensanwendung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Effektivität des problemorientierten Lernens (POL) bei der Vermittlung von Inhalten im Fach Diätetik mittels einer Moodle-Lernplattform.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen umfassen die didaktische Gestaltung von POL-Lernumgebungen, die Steigerung des Lernerfolgs, die Verbesserung der Medienkompetenz und die Akzeptanz durch Studierende.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu evaluieren, ob und wie problemorientiertes Lernen den Lernerfolg und die Medienkompetenz in einem Online-Kurs zur Diätetik steigern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein quantitatives Evaluationsdesign gewählt, das Kurztests und Fragebögen in einem Längsschnittverfahren nutzt, um Daten zu erheben und mit statistischen Verfahren wie dem Friedman-Test auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung von POL, die detaillierte Planung des Diätetik-Kurses, die Entwicklung und den Einsatz der Evaluationsinstrumente sowie die statistische Analyse der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind POL, Lernerfolg, Medienkompetenz, Akzeptanz, Moodle, Diätetik und die Lernzieltaxonomie nach Anderson & Krathwohl.
Wie wurde die Medienkompetenz der Studierenden gemessen?
Da eine objektive Messung schwierig war, wurde eine subjektive Einschätzung durch die Studierenden über Fragebögen in vier Phasen (3x Test, 1x Abschluss) erhoben.
Welches Ergebnis ergab die Untersuchung zum Lernerfolg?
Die Studie ergab eine hochsignifikante Steigerung des Lernerfolgs der Studierenden über den Verlauf des Moodle-Kurses hinweg.
Warum war der Einsatz von POL im Fach Diätetik sinnvoll?
POL ermöglicht es, abstraktes diätetisches Wissen in realitätsnahen, problemorientierten Szenarien anzuwenden und so den Transfer in die spätere Berufspraxis zu fördern.
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- Karolin Schwarz-Foutsitzidis (Author), 2015, Problemorientiertes Lernen. Ein Evaluationskonzept zur Ermittlung des Lernerfolges, der Medienkompetenz und der Akzeptanz in einem problemorientierten Online-Lernszenario, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/412858