Die Frage nach einer, global stattfindenden, Demokratisierung ist aktuell und wichtig. Während heute über Projekte der Demokratisierung des Nahen Ostens geredet wird und die Forderungen nach Demokratisierung lauter werden und bisher gültige, kulturelle Barrieren nicht mehr akzeptiert werden, muss ernsthaft über die Demokratie und die Demokratisierung nachgedacht werden. Der Sinn einer Demokratisierung und ihr bisheriger, globaler, Verlauf spielen bei diesen Überlegungen eine entscheidende Rolle. Aber auch die Gründe für bisherige Demokratisierungsprozesse, welche in manchen Staaten erfolgreicher abliefen als in anderen, müssen betrachtet werden. Vor allem ist aber die tragende Idee dahinter, dass Demokratie nicht einfach da ist, sondern dass sie entsteht. Im Hinblick auf die westliche Geschichte und die eigene Entwicklung der Demokratie, erscheint besonders interessant, welche eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen man in die Diskussion über eine globale Demokratisierung einfliessen lassen kann. Demokratisierung auf einer globalen Ebene, soll man aber nicht als eine Demokratisierung internationaler Institutionen verstehen, sondern als Durchdringung der Welt mit der demokratischen Idee und ihrer Anwendung. Bei der Betrachtung, der sich mit der globalen Demokratisierung, ergebenden Problemfelder lassen sich doch einige Fehlentwicklungen feststellen, welche meist eine gemeinsame Ursache haben. Demokratie ist prägend für diese Epoche, vor allem weil sie jetzt ein globales Phänomen zu werden scheint, deshalb ist die Auseinandersetzung mit den Folgen dieses Phänomens umso wichtiger.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Sinn der Demokratisierung von undemokratischen Gesellschaften
1.1 Ist Demokratie eine westliche Eigenschaft?
1.2 Ist Demokratie ein globales Gut?
1.3 Transformation zur Demokratie
2. Gibt es eine globale Demokratisierung?
2.1 Verlauf der Demokratisierung auf einer globalen Ebene
2.2 Demokratie: Nicht für alle?
3. Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Relevanz und den globalen Verlauf von Demokratisierungsprozessen. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwiefern Demokratie ein universelles Gut darstellt oder ob sie kulturell bedingt ist und ob eine zwangsweise oder schnelle Transformation in undemokratische Gesellschaften langfristig erfolgreich sein kann.
- Die Frage nach der kulturellen Gebundenheit demokratischer Werte.
- Die Rolle der Globalisierung bei der weltweiten Verbreitung demokratischer Systeme.
- Die historische Analyse von Demokratisierungswellen nach Huntington.
- Die Notwendigkeit einer evolutionären statt revolutionären Entwicklung zur Demokratie.
- Die Herausforderung der Akzeptanz und Differenzierung zwischen verschiedenen Demokratieformen.
Auszug aus dem Buch
1. Sinn der Demokratisierungen von undemokratischen Gesellschaften
Die Frage nach dem Sinn einer Demokratisierung, dem Sinn von demokratischen Gesellschaften überhaupt, lässt sich nicht endgültig beantworten. Die, möglicherweise endgültige, Beantwortung muss zukünftigen Historikern überlassen werden. Doch weil sich nur weniges, historisch rückblickend, endgültig beantworten lässt, kann man schon heute beginnen, mögliche Antworten zu suchen. Es ist wichtig, sich die Frage nach dem Sinn von Demokratie überhaupt zu stellen, denn Demokratie und die Demokratisierung der Welt sind prägend für die Jahrhunderte hinter uns und werden wohl noch einige Zeit prägend bleiben, vor allem im Hinblick auf potentielle Konflikte. Ohne in tief greifende philosophische Diskussionen einzugehen, kann man von einer materialistischen, überprüfbaren Argumentation ausgehen. Um einen Vergleich von demokratischen und undemokratischen Regierungen zu ziehen oder sie überhaupt zu charakterisieren, stellen Linz und Stepan vier Grundkriterien auf: Akzeptanz und Durchsetzung der Rechtstaatlichkeit durch die Regierung, Freiheitsgrad zivilgesellschaftlicher Institutionen, Freie und faire Wahlen, Verantwortung der Machthaber gegenüber demokratischen Institutionen. Diese Kriterien erlauben gewissermassen, den Grad der Demokratie festzustellen. Es sind Fakten, materiell erfassbare Werte, welche für die Demokratie und ihren Erfolg sprechen. Jene Gesellschaften, die sich der Demokratie annahmen und sie trotz allen Wirrungen verteidigten, brachte sie völlig neue Perspektiven. Demokratie bringt materiellen Wohlstand, wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten und vor allem bringt Demokratie ein gewisses Mass an Frieden und Freiheit.
Eine Demokratisierung von undemokratischen Gesellschaften macht Sinn, weil sie den Menschen zu einer besseren und würdigeren Existenz verhilft. Auch wenn nicht rein mit materiellen Werten argumentiert wird, muss man zugeben, dass Demokratie auch in weniger erfassbaren Werten Vorteile hat (Bspw. Meinungsfreiheit, Individualisierung, Freie Kunst usw.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Aktualität des Themas globale Demokratisierung und stellt die Grundidee heraus, dass Demokratie als ein Entstehungsprozess verstanden werden muss, der nicht einfach vorausgesetzt werden kann.
1. Sinn der Demokratisierung von undemokratischen Gesellschaften: Dieses Kapitel diskutiert die Sinnhaftigkeit der Demokratisierung durch die Untersuchung materieller und immaterieller Vorteile für die Gesellschaft, wobei auf Kriterien von Linz und Stepan sowie die Bedeutung kultureller Kontexte eingegangen wird.
2. Gibt es eine globale Demokratisierung?: Das Kapitel analysiert den bisherigen Verlauf der Demokratisierung anhand von Wellenmodellen und hinterfragt, ob Demokratie ein universelles Gut ist oder kulturelle Anpassungen benötigt.
3. Schlussfolgerungen: Das Fazit plädiert für einen evolutionären Ansatz der Demokratisierung, warnt vor der erzwungenen Übertragung westlicher Modelle und betont die Notwendigkeit, lokale Gegebenheiten in Transformationsprozesse einzubeziehen.
Schlüsselwörter
Demokratisierung, globale Demokratie, westliche Werte, kulturelle Barrieren, Transformation, Huntington, Demokratisierungswellen, Globalisierung, politische Entwicklung, zivilgesellschaftliche Institutionen, Rechtsstaatlichkeit, kulturelle Differenzen, Demokratie-Evolution, Menschenrechte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob eine globale Demokratisierung möglich und sinnvoll ist, und wie kulturelle Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Sinn von Demokratisierung, die kulturelle Prägung der Demokratie, die Rolle der Globalisierung und die historische Betrachtung von Demokratisierungswellen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Reflexion darüber, ob und wie Demokratie als globales Phänomen erfolgreich sein kann, ohne lokale kulturelle Identitäten zu ignorieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoretischer und historisch-analytischer Ansatz gewählt, der unter anderem auf den Wellenmodellen von Samuel P. Huntington basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Sinnhaftigkeit der Demokratisierung, die westliche Verankerung demokratischer Werte und untersucht die Frage nach dem Verlauf und der Zukunftsfähigkeit einer globalen Demokratisierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Demokratisierung, Globalisierung, kulturelle Identität, Transformation und politischer Wandel sind zentrale Begriffe der Arbeit.
Warum warnt der Autor vor einer schnellen Transformation zur Demokratie?
Der Autor argumentiert, dass Demokratie ein langwieriger, evolutionärer Prozess ist. Eine abrupte Einführung ohne Rücksicht auf kulturelle Gegebenheiten könne zu Instabilität und negativen Konsequenzen führen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Globalisierung für die Demokratie?
Die Globalisierung wird ambivalent gesehen; sie öffnet zwar Gesellschaften, birgt aber auch die Gefahr, Staaten durch ökonomischen Druck zu überrumpeln, ohne die notwendigen demokratischen Grundlagen zu schaffen.
- Quote paper
- Jelisavac Goran (Author), 2005, Demokratie für alle - Demokratisierung auf einer globalen Ebene?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/39145