Die Institution „Schule“ spielt eine große Rolle im Leben junger Menschen und kann bei vielen Entwicklungsprozessen eine wertvolle Ressource darstellen. Als konkrete Lebenswelt der Schüler ist die Schule daher ein geeigneter Ort für die Prävention und Förderung der Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen.
Eine wesentliche Aufgabe der schulischen Gesundheitserziehung besteht zunächst darin, das Wissen um ein gesundheitsrelevantes Thema zu erweitern.
Das vorliegende fächerübergreifende Konzept mit dem Thema „UV-Strahlung und Gesundheit“ steht als ein neues Unterrichtsmodul zur Verfügung, welches diesen wichtigen schulischen Erziehungsauftrag zur Gesundheitsförderung exemplarisch vor dem Hintergrund der Basiskonzepte „Struktur und Funktion“ (Haut) und „Energie“ (UV-Strahlen) fächerübergreifend aufnimmt und dabei die funktionalen Zusammenhänge, komplexen Prozesse und Auswirkungen auf die Gesundheit thematisiert.
Das Unterrichts-Modul kann als Ganzes und/oder unter Verwendung einzelner thematisch abgeschlossener Lernbausteine an geeigneter Stelle flexibel genutzt werden: einzelne Unterrichtsbausteine der ersten Unterrichtsphase legen eine gemeinsame fachliche Wissensgrundlage, um darauf aufbauend das neu erlernte Fachwissen im entsprechenden gesundheitsrelevanten Bedeutungszusammenhang nachhaltig vernetzen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
3. Leitbegriffe und Konzeptziel
3.1 Fächerübergreifender Unterricht
3.2 Gesundheitserziehung: Konzept der Prävention und Gesundheitsförderung (WHO)
3.3 Schulische Gesundheitserziehung
4. Konzeptentwicklung: Planung und Organisation
4.1 Lehrerfunktionen: Kriterien der Konzeptentwicklung
4.2 Auswahl und Informationen zur Lerngruppe (Setting)
4.3 Richtlinien und Lehrpläne (Basiskonzepte)
5. Durchführung und Reflexion
5.1 Vorbereitungsphase: Ausgangslage und konkrete inhaltlich-methodische Gestaltung
5.2 Überblick über die einzelnen Unterrichtsstunden
5.3 Darstellung ausgewählter Stunden
6. Evaluation
6.1 Planung und Durchführung der Datenerhebung
6.2 Analyse und Bewertung der erhobenen Daten
7. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den besonderen Stellenwert der Gesundheitserziehung als fächerübergreifendes Leitthema sowie als motivationsförderndes Element im Differenzierungsbereich Biologie/Physik zu verdeutlichen und ein neues Unterrichtsmodul zum Thema UV-Strahlung zu etablieren.
- Fächerübergreifende Verbindung von Biologie und Physik im Kontext Gesundheit
- Entwicklung und Erprobung eines flexiblen Unterrichtsmoduls für die 9. Jahrgangsstufe
- Förderung einer gesundheitsdienlichen Lebensweise durch Wissensvermittlung und Reflexion
- Partizipative Gesundheitserziehung unter Berücksichtigung schulinterner Anforderungen
- Evaluation des Lernzuwachses durch gezielte Fragebögen vor und nach der Unterrichtsreihe
Auszug aus dem Buch
Solare UV-Bestrahlung:
Das Sonnenlicht besteht aus verschiedenen Spektren, welche nach ihrer jeweiligen Wellenlänge unterschieden werden. Neben dem für das menschliche Auge sichtbaren Licht von 400 Nanometer (nm) bis 800 nm können verschiedene unsichtbare Anteile der Sonnenstrahlung unterschieden werden. Die Infrarot (IR-) Strahlung (Wärmestrahlung) weist Wellenlängen auf, die über 800 nm liegen. Die Strahlung mit Wellenlängen unter 400 nm bis 100 nm wird als ultraviolette (UV-) Strahlung bezeichnet. Aufgrund ihrer physikalischen und biologischen Eigenschaften wird die UV-Strahlung in drei Bereiche unterteilt: UVA-Strahlung (320 bis 400nm), UVB-Strahlung (280 bis 320 nm) und UVC-Strahlung (100 bis 280 nm). Die solaren UV-Strahlen dringen unterschiedlich weit bis zur Erdoberfläche vor, da sie auf ihrem Weg durch die Erdatmosphäre je nach Wellenlänge unterschiedlich stark abgeschwächt werden (Absorptions- und Streuungsprozesse). Dabei spielt die Ozonschicht (in 15 bis 35 km Höhe) eine entscheidende Rolle: die besonders energiereichen UVC-Strahlen werden durch die Ozonschicht vollständig ausgefiltert. Die energiereichen UVB- und UVA-Strahlen erreichen hingegen die Erdoberfläche. Während die UVB-Strahlen zu 90% absorbiert werden, schwächt das Ozon die längerwelligen UVA-Strahlen kaum. Bei Störungen der Ozonschicht vergrößert sich der auf die Erdoberfläche treffende UVB-Anteil. Insgesamt erreichen etwa 5 bis 10% der UV-Strahlung die Erdoberfläche.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beschreibt die Neugestaltung des Differenzierungsbereichs Biologie/Physik an einem Gymnasium und führt das Thema UV-Strahlung als neues, fächerübergreifendes Modul ein.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden physikalische Fakten zur UV-Strahlung sowie biologische Aspekte der Haut, inklusive deren positive und negative Effekte durch Sonnenbestrahlung, erläutert.
3. Leitbegriffe und Konzeptziel: Das Kapitel thematisiert die didaktischen Vorteile von fächerübergreifendem Unterricht und verankert das Konzept der Gesundheitserziehung im Sinne der WHO.
4. Konzeptentwicklung: Planung und Organisation: Dieser Abschnitt verknüpft die Lehrerfunktionen mit den Kriterien zur Konzeptentwicklung und beschreibt die spezifische Lerngruppe sowie geltende Lehrpläne.
5. Durchführung und Reflexion: Hier wird die zweiphasige Umsetzung der Unterrichtsreihe detailliert dargestellt und anhand ausgewählter Stunden sowie methodischer Ansätze kritisch reflektiert.
6. Evaluation: Die Planung, Durchführung und Auswertung der Datenerhebung mittels Fragebögen zum Wissenszuwachs der Schüler stehen hier im Zentrum.
7. Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Bedeutung der Schule als Lernort für Prävention zusammen und zeigt auf, wie das Modul flexibel weitergenutzt werden kann.
Schlüsselwörter
UV-Strahlung, Gesundheitserziehung, Fächerübergreifender Unterricht, Biologie, Physik, Prävention, Haut, Melanin, Sonnenbrand, Hautkrebs, Gesundheitsförderung, Unterrichtsmodul, Differenzierungsbereich, Kompetenzförderung, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung eines fächerübergreifenden Konzepts für den Differenzierungsbereich Biologie/Physik an einem Gymnasium, das UV-Strahlung und deren Auswirkungen auf die Gesundheit zum Thema hat.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die physikalischen Grundlagen von UV-Strahlung, die Biologie der Haut, die Gesundheitserziehung in der Schule sowie Methoden des selbstständigen Lernens und der Evaluation.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den hohen Stellenwert der Gesundheitserziehung als fächerübergreifendes Leitthema aufzuzeigen und ein flexibles Unterrichtsmodul für die 9. Jahrgangsstufe zu etablieren, das die Schülermotivation steigert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer didaktischen Konzeption, die durch eine empirische Evaluation (Vorher-Nachher-Vergleich mittels Fragebögen) und kritische Reflexion des Unterrichtsgeschehens gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen, die pädagogische Planung und Organisation, die konkrete Durchführung der Unterrichtsreihe in zwei Phasen sowie die Auswertung des Lernzuwachses beschrieben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem UV-Strahlung, Gesundheitserziehung, fächerübergreifendes Lernen, Prävention, Hautschutz und Wissensvermittlung.
Warum spielt die Haut eine zentrale Rolle in diesem Konzept?
Die Haut dient als Anschauungsobjekt für eine Grenzfläche zwischen Individuum und Umwelt und ermöglicht durch ihre Reaktion auf UV-Strahlung eine direkte Verbindung zwischen theoretischem Fachwissen und der Lebenswelt der Jugendlichen.
Welchen Zweck erfüllt die "partizipative" Gesundheitserziehung in der Arbeit?
Der partizipative Ansatz zielt auf eine nachhaltige Verhaltensänderung durch Einsicht und Kompetenzförderung ab, anstatt die Schüler lediglich mit autoritativen Verhaltensvorschriften zu belehren.
- Arbeit zitieren
- Dr. Hans-Otto Werling (Autor:in), 2012, UV-Strahlung und Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/388893