„Der Zweite Weltkrieg wurde für die Deutschen im gesamten ostmittel- und osteuropäischen Bereich zur Katastrophe.“ (Neutatz, 1994) So lässt sich die Situation kurz beschreiben wie es den Wolgadeutschen im zweiten Weltkrieg ging. Es gab nicht nur an der Wolga lebende Deutsche, sondern auch am Schwarzmeer. Die meisten Menschen, die Vorfahren aus den Gebieten haben, bezeichnen sich als Russlanddeutsche und werden auch so bezeichnet, aber ich habe mich bei meiner Facharbeit auf die an der Wolga gelebten Deutschen spezialisiert. Sie fragen sich bestimmt, wieso ich über dieses Thema schreibe. Ich schreibe über dieses Thema, weil es ein Teil meiner Familiengeschichte ist und ich mich näher mit ihr befassen wollte und diese Facharbeit ist eine sehr gute Möglichkeit um dies zu tun.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Vorgeschichte
Das Leben der Wolgadeutschen bis 1930
Das Leben der Wolgadeutschen vom Jahre 1930-1960
Die Umsiedlung
Die Arbeitsarmee (Trudowaja Armija)
Am Ende des Krieges
Wolgadeutsche Heute
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit analysiert die historische Situation der Wolgadeutschen in der Sowjetunion unter besonderer Berücksichtigung des Zeitraums zwischen 1930 und 1960. Ziel ist es, die einschneidenden Erlebnisse von Deportation, Zwangsarbeit und den gesellschaftlichen Wandel nachzuvollziehen sowie die heutige Identität der Russlanddeutschen als Zuwanderer in Deutschland zu beleuchten.
- Historische Hintergründe der Ansiedlung an der Wolga
- Alltagsleben und soziale Strukturen vor 1930
- Die Zwangsumsiedlungen und das Schicksal in der "Arbeitsarmee"
- Nachkriegsentwicklungen und das Leben in der Bundesrepublik
Auszug aus dem Buch
Die Arbeitsarmee (Trudowaja Armija)
Am 10. Januar wurde ein Befehl vom Staatlichen Verteidigungskomitees der UdSSR gegeben das „alle sowjetdeutschen Frauen und Männer im alter von 17 bis 50 Jahre“ in eine sogenannte Arbeitsarmee zu gehen haben. Viele Kinder wurden in Heime gesteckt und bekamen andere Namen, deswegen konnte sich viele Familien danach nicht mehr finden. Die Menschen in der Arbeitsarmee mussten sich einem harten Sonderregime unterwerfen. Sie hatten keine Rechte. Sie mussten in Kohlen- und Manganerzgruben, beim Bau von Hochöfen und Brücken helfen. Dazu verlegten sie Eisenbahnschienen und bauten Fabriken, in denen Panzer und andere Militärische Waffen hergestellt worden sind. In der Arbeitsarmee sind sehr viele Menschen gestorben. Eine Zeit lang sind so viele Menschen gestorben das man keine Einzelgräben ausgehoben hatte, sondern schon lange Gräben. Die Leichen wurden in diese Gräber, wie Tiere hineingeworfen. Die Leichen hatten ein Schild um ihren Hals mit einer Nummer. Einige konnten aus der Arbeitsarmee fliehen. Die es geschafft haben zu fliehen, kämpften unter einem nichtdeutschen Namen im Krieg.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation für die Themenwahl und gibt einen Überblick über die chronologische Struktur der Arbeit.
Vorgeschichte: Dieses Kapitel behandelt die Anwerbung der Siedler durch Katharina II. ab 1763 und die ersten schwierigen Jahre der Kultivierung der Steppengebiete.
Das Leben der Wolgadeutschen bis 1930: Es werden die soziale Entwicklung, die kolonialen Gesetze, die wirtschaftliche Lage sowie die Gründung der Wolgadeutschen Republik dargestellt.
Das Leben der Wolgadeutschen vom Jahre 1930-1960: Dieser Hauptteil widmet sich der Deportation, den harten Bedingungen der Arbeitsarmee und den strengen Auflagen in der Nachkriegszeit.
Die Umsiedlung: Detaillierte Betrachtung der logistischen und menschlichen Aspekte der Zwangsumsiedlungen ab September 1941.
Die Arbeitsarmee (Trudowaja Armija): Beschreibung des Sonderregimes und der lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen, unter denen die Deportierten leiden mussten.
Am Ende des Krieges: Analyse der Situation nach 1945, der Sonderaufsicht und der gescheiterten Versuche, die Autonomie wiederherzustellen.
Wolgadeutsche Heute: Betrachtung der aktuellen Situation der Spätaussiedler in Deutschland, ihrer Integration und der Bewahrung kultureller Identität.
Schlüsselwörter
Wolgadeutsche, Sowjetunion, Deportation, Russlanddeutsche, Arbeitsarmee, Katharina II., Geschichte, Umsiedlung, Spätaussiedler, Autonome Republik, Identität, Zwangsarbeit, Integration, Minderheit, Zweiter Weltkrieg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Geschichte der Wolgadeutschen, insbesondere deren schwere Schicksalsjahre zwischen 1930 und 1960 in der Sowjetunion.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Deportation, der Zwangsarbeit in der Arbeitsarmee sowie der historischen Einordnung vor und nach dieser Periode.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die geschichtlichen Hintergründe und die traumatischen Erfahrungen dieser Bevölkerungsgruppe zu dokumentieren und den Weg bis zur heutigen Integration in Deutschland aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse, um die historischen Ereignisse anhand fachwissenschaftlicher Sekundärquellen chronologisch darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Jahre 1930 bis 1960, inklusive der Umsiedlung im Zuge des Zweiten Weltkriegs und der Arbeitszwänge.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wolgadeutsche, Deportation, Arbeitsarmee und Russlanddeutsche.
Wie war der Empfang der Siedler bei ihrer Ankunft im 18. Jahrhundert?
Die Ankunft war ernüchternd, da die Siedler auf Steppengebiete trafen, die weit hinter den Versprechungen des Manifests zurückblieben.
Was passierte mit den Familien, deren Angehörige in die Arbeitsarmee eingezogen wurden?
Oftmals wurden die Familien auseinandergerissen; Kinder kamen in Heime und erhielten neue Namen, wodurch die familiäre Identität und Auffindbarkeit verloren ging.
Wie unterscheidet sich die heutige Situation der Russlanddeutschen in Deutschland?
Sie sind zwar gut integriert, bewahren jedoch durch Traditionen wie Essen und Musik eine eigene kulturelle Identität, unterscheiden sich aber von der ursprünglichen russischen wie auch der deutschen Bevölkerung.
- Arbeit zitieren
- Daniel Mentjukov (Autor:in), 2017, Die Situation der Wolgadeutschen in der Sowjetunion zwischen 1930-1960, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/388851