Bereits mehr als jedes vierte Unternehmen wurde laut einer H.I.MA.-Studie schon von einer Nichtregierungsorganisation (NGO) öffentlich unter Kritik gestellt. „If you can’t beat them, join them“ lautet immer öfter die Strategie von Unternehmen, um so auch die wachsenden Ansprüche ihrer Stakeholder für mehr Nachhaltigkeit entgegenzukommen – nicht zuletzt mithilfe der Expertise der NGOs. So ist es dazu gekommen, dass bereits ein Drittel der in Deutschland überregional agierenden NGOs Kooperationen mit Unternehmen eingegangen sind. „The twenty- first century will be the age of alliances“, schreibt Austin und verdeutlicht das Ausmaß des gesellschaftlichen Wandels durch die steigende Zahl der Kooperationen.
Doch was sind die Ursachen für das Phänomen, dass die Kooperationsbereitschaft auf Seiten der NGO in der heutigen Zeit zunimmt, wobei doch aufgrund des Interessenkonflikts zwischen Unternehmen und NGOs naturgemäß konfrontative Interaktionen ausgehen? Welche Formen der Zusammenarbeit gibt es und wie entwickeln sich diese mit der Zeit? Die Seminararbeit hat sich den Anspruch gesetzt, diese Forschungsfragen zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Treiber und Barrieren von Partnerschaften zwischen NGOs und Unternehmen aus der Perspektive der NGOs
2.1 Grundlagen
2.2 Treiber
2.2.1 Zufuhr von Ressourcen und Kompetenzen
2.2.2 Direkter Einfluss
2.2.3 Erhöhte Effizienz in der Zielerreichung
2.3 Barrieren
2.3.1 Glaubwürdigkeit und Reputation
2.3.2 Fehlende Voraussetzungen
3. Analyse der Partnerschaften
3.1 Charakteristika
3.1.1 Korrelationen der Säulen
3.1.2 Charakteristika und deren Korrelationen
3.2 Formen der Kooperation
3.2.1 Unilaterale Partnerschaften
3.2.2 Strategische Partnerschaften
3.2.3 Multi-Stakeholder-Initiativen
3.3 Vier Phasen nach AUSTIN
4. Kooperationen zwischen Unternehmen und NGOs
4.1 Kooperation zwischen Terre des hommes und Otto GmbH & Co KG
4.2 Kooperation zwischen WWF und Edeka AG und Co. KG
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beweggründe und Herausforderungen von Partnerschaften zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Unternehmen. Im Zentrum stehen dabei die Forschungsfragen, welche Treiber und Barrieren NGOs dazu bewegen, Kooperationen einzugehen, welche Formen der Zusammenarbeit existieren und wie sich diese über die Zeit entwickeln.
- Analyse von Treibern und Barrieren aus Sicht der NGOs
- Systematisierung verschiedener Kooperationsformen
- Einfluss des Inputs auf den gesellschaftlichen Mehrwert
- Untersuchung von Entwicklungsphasen nach AUSTIN
- Praxisnahe Fallanalysen (Otto Group / Terre des hommes & Edeka / WWF)
Auszug aus dem Buch
3.1 Charakteristika
Die Charakteristika sind in die drei Säulen geclustert. Die zwei Säulen Input und Kooperationsziele bauen dabei auf die dritte Säule Gesellschaftlicher Mehrwert auf.
Abb. 1: Charakteristika von Kooperationen, Quelle: Eigene Darstellung.
3.1.1 Korrelationen der Säulen
Der Input der jeweiligen Kooperationspartner korreliert zusammen mit den Kooperationszielen positiv mit dem gesellschaftlichen Mehrwert. Je größer das Investment (Input) und je umfangreicher und synchroner gemeinsame Ziele einer Kooperation sind, desto höher ist das Potenzial, einen hohen gesellschaftlichen Mehrwert zu generieren. Ausprägungen, die farblich grün markiert sind, haben damit ein höheres Potenzial als rot markierte Ausprägungen. Die Säule der Kooperationsziele korreliert positiv mit der Säule des Inputs, denn je umfangreicher und je homogener angestrebte Kooperationsziele sind, desto mehr investieren die einzelnen Partner in diese (Fechter et al., 2004, S. 24).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende strategische Bedeutung von Allianzen zwischen NGOs und Unternehmen und definiert die Forschungsfragen sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Treiber und Barrieren von Partnerschaften zwischen NGOs und Unternehmen aus der Perspektive der NGOs: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe für Kooperationen (wie Ressourcen- und Kompetenzzufuhr) sowie die Risiken wie Reputationsverlust und fehlende Voraussetzungen.
3. Analyse der Partnerschaften: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung verschiedener Kooperationsformen anhand von Input-Charakteristika und die Vorstellung der Entwicklungsphasen nach AUSTIN.
4. Kooperationen zwischen Unternehmen und NGOs: Das Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf zwei Praxisbeispiele: eine unilaterale Kooperation und eine strategische Partnerschaft.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsfelder im Bereich Unternehmensbewertungen durch CSR-Engagement.
Schlüsselwörter
NGO, Unternehmen, Kooperation, CSR, Stakeholder, Reputation, Glaubwürdigkeit, Unternehmensspende, Strategische Partnerschaft, Multi-Stakeholder-Initiativen, Wertschöpfungskette, Fundraising, Nachhaltigkeit, Interessenkonflikt, Entwicklungsphasen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Dynamik und die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit zwischen NGOs und Unternehmen, wobei der Fokus primär auf der Perspektive der Nichtregierungsorganisationen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Treiber (Motive) und Barrieren (Herausforderungen) von Kooperationen, die Klassifizierung von Partnerschaften sowie die zeitliche Entwicklung dieser Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Beweggründe für die Kooperationsbereitschaft von NGOs zu ergründen, bestehende Formen der Zusammenarbeit zu charakterisieren und deren Einfluss auf den gesellschaftlichen Mehrwert zu bestimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine wissenschaftliche Literaturrecherche und -auswertung zur Systematisierung der Kooperationsformen, ergänzt durch eine vertiefende Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse auf zwei ausgewählte Praxisbeispiele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Treiber/Barrieren) erörtert, anschließend werden Kooperationsformen (unilateral bis strategisch) und die Entwicklungsphasen nach AUSTIN detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Kooperation, CSR, Stakeholder-Management, NGO-Strategien und gesellschaftlicher Mehrwert charakterisieren.
Welche Rolle spielt die "philanthropische Phase" nach AUSTIN?
Die philanthropische Phase repräsentiert die einfachste Form der Kooperation, die primär auf Spenden und einem oberflächlichen Imagegewinn basiert, ohne dass eine tiefe Integration oder strategische Innovation stattfindet.
Wie unterscheidet sich die strategische Partnerschaft von einer unilateralen Spende?
Während bei einer unilateralen Spende meist ein einseitiger Geldtransfer ohne tiefere Interaktion stattfindet, zeichnet sich eine strategische Partnerschaft durch einen bilateralen Austausch von Wissen, Kompetenzen und eine gemeinsame Ausrichtung am Kerngeschäft aus.
- Quote paper
- Gerhard Richter (Author), 2017, Zwischen Konfrontation und Kooperation. Perspektiven von Partnerschaften zwischen Unternehmen und NGOs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/388714