Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit der Frau Kaiser Lothars III. und ihren Aufgaben während seines zweiten Italienzuges. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf ihrem Anteil an der Herrschaftausübung. Richenza gilt als letzte consors regni, die sogar selbst mehrere Urkunden ausfertigen ließ, und war, wie die vorliegende Arbeit verdeutlicht, maßgeblich an der Verwaltung der Mathildischen Güter beteiligt.
Das Bild von Richenza Mitregierung wird abgerundet durch eine Tabelle mit ihren Intervention und einer Karte ihrer "italienischen" Tätigkeiten
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Literatur
1.2. Quellen
2. Biographischer Abriss
3. Itinerar des 2. Italienzuges
4. Die Urkunden
4.1. Die Titel Richenzas
4.2. Die Interventionsformel
4.3. Die Begünstigten
4.4. Mitintervenienten
4.5. Die Diplome Richenzas
4.6. Personen im Umfeld Richenzas
5. Weitere Aufgaben Richenzas
6. Die Rolle Richenzas in Italien
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und die spezifischen Aufgaben der Kaiserin Richenza während des zweiten Italienzuges von Lothar III. in den Jahren 1136/37. Ziel der Untersuchung ist es, den tatsächlichen politischen Einfluss der Kaiserin anhand ihrer Interventionen in Urkunden, ihrer richterlichen Tätigkeit und ihres repräsentativen Wirkens zu analysieren und ihre Stellung als "consors regni" und Verwalterin der Mathildischen Güter kritisch zu hinterfragen.
- Analyse der Regierungstätigkeit und Interventionen der Kaiserin Richenza
- Untersuchung von Richenzas Rolle als Verwalterin der Mathildischen Güter
- Auswertung zeitgenössischer Urkunden Lothars III. und Richenzas
- Betrachtung repräsentativer und seelsorgerischer Aufgaben im Italienaufenthalt
- Einordnung der historischen Relevanz Richenzas im Kontext des hochmittelalterlichen Königtums
Auszug aus dem Buch
3. Das Itinerar des 2. Italienzuges
Das Itinerar Richenzas ist in grossen Teilen von Kuck erschlossen worden. Überprüft werden konnte es mit Hilfe der Regesta Imperii.
Seinen Ausgangspunkt nahm der zweite Italienzug im August 1136 in Würzburg, wo Richenza zum wiederholten Male in einer Urkunde Lothars intervenierte. Eine weitere gemeinsame Regierungshandlung von Lothar und Richenza bezeugt uns der Mainzer Erzbischof Adalbert, der in einer Urkunde einen Beschluss des Herrscherpaares bekannt gibt.
Das nächste Mal greifbar ist Richenza in Pozzolo am Mincio, hier interveniert sie zu Gunsten des Veroneser Domkapitels. Das Kaiserpaar zieht weiter nach Corregio Verde, von wo aus Richenza nach Reggio nell´ Emilia, in das Zentrum der Mathildischen Güter, entsandt wird. Lothar indes wendet sich gegen Guastalla und erobert es.
Richenza unterdessen, ausgestattet mit der Vollmacht, in Reggio zu Gericht zu sitzen, hält einen glänzenden Hof in der Bischofstadt. Dass sie tatsächlich zu diesem zu diesem Zweck nach Reggio entsandt wurde, zeigt eine Urkunde Lothar vom 17. Dezember 1136, ausgestellt im Bistum Reggio, in der er sagt: „…contectalis nostre Righeze, quam pro facienda iusticia in regia civitate dimisimus…“.
Von ihrem Aufenthalt in Reggio sind drei Urkunden überliefert, auf die später ausführlich einzugehen sein wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, stellt die Forschungsfrage nach der Rolle Richenzas während des zweiten Italienzuges und gibt einen Überblick über den Forschungsstand sowie die zu verwendenden Quellen.
2. Biographischer Abriss: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg von Richenza, ihre Herkunft, ihre Ehe mit Lothar III. und ihre politische Bedeutung als Kaiserin und Mitherrscherin vor dem Italienzug.
3. Das Itinerar des 2. Italienzuges: Hier wird der Reiseweg Richenzas während des Italienzuges von 1136/37 anhand von Urkunden und historiographischen Quellen detailliert rekonstruiert.
4. Die Urkunden: In diesem zentralen Kapitel werden die diplomatischen Belege untersucht, einschließlich der Titel Richenzas, ihrer Interventionsformeln, der Begünstigten und ihres persönlichen Umfelds.
5. Weitere Aufgaben Richenzas: Dieses Kapitel befasst sich mit repräsentativen Aktivitäten der Kaiserin, wie Stiftungen und seelsorgerischen Handlungen, die über die reine Regierungstätigkeit hinausgehen.
6. Die Rolle Richenzas in Italien: Hier erfolgt eine zusammenfassende Bewertung der Rolle Richenzas, insbesondere ihrer Funktion als Verwalterin der Mathildischen Güter und Vorsitzende im Hofgericht.
7. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt Richenzas stabilisierende Rolle bei der Sicherung kaiserlicher Interessen in Italien.
Schlüsselwörter
Richenza, Lothar III., Italienzug, Mathildische Güter, Urkunden, Intervention, consors regni, Reggio nell' Emilia, Hofgericht, Mittelalterliche Geschichte, Kaiserin, Machtausübung, Diplomatik, Herrschaft, Rechtsgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Wirken und die politische Rolle der Kaiserin Richenza während des zweiten Italienzuges ihres Ehemannes, Kaiser Lothar III., in den Jahren 1136 und 1137.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?
Zentrale Themenfelder sind die Analyse von Richenzas Interventionen in königlichen Urkunden, ihre Funktion als Verwalterin der bedeutenden Mathildischen Güter sowie ihre repräsentativen und rechtsprechenden Aufgaben vor Ort.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, ob Richenza lediglich als repräsentative Begleiterin fungierte oder ob sie eine eigenständige, stabilisierende politische Rolle als "consors regni" und Gutsverwalterin in Italien ausübte.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?
Der Autor nutzt primär eine quellenkritische Analyse, indem er die edierten Diplome (Urkunden) Lothars III. und Richenzas auswertet sowie historiographische Berichte von Chronisten wie Falco von Benevent und Petrus Diaconus in den Kontext setzt.
Welche inhaltlichen Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden das Itinerar (Reiseweg) der Kaiserin, die Analyse der Interventionsformeln und Begünstigten in den Urkunden sowie Richenzas Tätigkeit als Vorsitzende im Hofgericht zu Reggio detailliert beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Richenza, consors regni, Mathildische Güter, Italienzug, Intervention und Urkundenanalyse beschreiben.
Warum spielt die Stadt Reggio nell' Emilia eine so wichtige Rolle für Richenza?
Reggio nell' Emilia wird in der Arbeit als das Zentrum der Mathildischen Güter identifiziert; hier übte Richenza als Vorsitzende des Hofgerichts eine zentrale politische und administrative Funktion im Auftrag ihres Mannes aus.
Wie bewertet der Autor die Berichte von Petrus Diaconus?
Der Autor betrachtet die Berichte des Petrus Diaconus mit der notwendigen historischen Distanz, da dieser dazu neigte, Ereignisse zugunsten seines Klosters Montecassino zu beschönigen oder zu fälschen, nutzt sie aber dennoch als Indiz für Richenzas realen Einfluss.
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- Pierre Fütterer (Author), 2005, Die Rolle Richenzas während des 2. Italienzuges 1136/37, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/38698