In dieser Seminararbeit möchte ich jene Herausforderungen und tägliche Probleme für Menschen mit Handicaps aufzeigen. Ich habe in dieser Seminararbeit häufiger das Wort „Handicap“ anstelle des Wortes „Behinderung“ verwendet. Das Wort Handicap wird in Deutschland oft als Beschönigung, beziehungsweise euphemistisch benutzt und ersetzt das Wort „behindert“. Mit dem Begriff „Handicap“ löst man sich jedoch von der „sozialen Bedeutung“, die das Wort „behindert“ beinhaltet. Das Wort „Behinderung“ umfasst nämlich nicht nur körperliche Dimensionen sondern auch soziale.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Hauptteil
a) Genetisch bedingtes Handicap: Was bedeutet Trisomie 21 und welche Herausforderungen sind damit verbunden
b) Blindheit und Sehbehinderung: Welche Arten von Blindheit gibt es und wie drücken sich die Probleme im Alltag aus
c)Körperliches Handicap – Der Umgang mit dem Rollstuhl und seine Herausforderungen
3. Fazit
4. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die täglichen Herausforderungen und gesellschaftlichen Barrieren, mit denen Menschen mit speziellen Handicaps konfrontiert sind, und nutzt dabei sowohl theoretische Ansätze als auch eigene Feldbeobachtungen, um ein tieferes Verständnis für die Lebensrealität betroffener Personen zu entwickeln.
- Analyse der Lebensrealität von Menschen mit Trisomie 21, Blindheit oder körperlichem Handicap.
- Durchführung von Selbstversuchen zur Simulation von Alltagsbarrieren im Rollstuhl oder bei Sehbehinderung.
- Untersuchung der stigmatisierenden Wirkung von gesellschaftlichem Verhalten und Vorurteilen.
- Reflexion über notwendige Verbesserungen der Barrierefreiheit und staatlicher Unterstützung.
Auszug aus dem Buch
c) Körperliches Handicap – Der Umgang mit dem Rollstuhl und seine Herausforderungen
Menschen mit einem Handicap, unter anderem auch jene mit körperlichem Handicap, stoßen im täglichen Leben immer wieder auf unterschiedliche Herausforderungen. Nicht nur auf der Straße entstehen solche Schwierigkeiten, sondern auch zu Hause, in Restaurants und auch in Einkaufsläden. Das Verhalten von anderen Mitmenschen gegenüber Personen mit einem körperlichen Handicap, die an einen Rollstuhl gebunden sind, variiert, vermutlich wissen die Meisten aber nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen und sind sich unsicher. Teilweise sind auch oberflächliche Vorurteile Gründe dafür, dass einige Menschen „Betroffene“ unbewusst oder teilweise auch bewusst ausgrenzen. Oftmals schauen oder starren einzelne Personen die „betroffene“ Person sehr lange und genau an. 2 Protokollantinnen starteten einen Selbstversuch, in dem sie sich jeweils für längere Zeit in einen Rollstuhl setzen und somit die Perspektive wechselten. Dieses „Anstarren“ wird auch von der Protokollantin, im folgenden Protokollantin 1 genannt, beschrieben.
„Auf der anderen Straßenseite läuft eine Frau mit einem Kind in der Hand. Die beiden schauen mich an. Die Frau schaut weg. Das Kind fängt an mich anzustarren, während es weiterläuft. Die Frau zerrt das Kind am Arm. Das Kind hört nicht auf, mich anzustarren.“
Dies ist womöglich darauf zurückzuführen, dass Eltern in solchen Situationen unsicher sind und nicht wissen wie sie dem Kind erklären können, warum jemand im Rollstuhl sitzt oder einen Blindenstock besitzt. Deshalb vermeiden sie Fragen ausgehend von ihren Kindern oder versuchen die Kinder möglichst schnell aus der Situation zu bewegen. Meist können auch Sätze folgen wie „Schau da doch nicht so hin!“. Diese Verhaltensweisen können jedoch einen großen Eindruck bei Kinder hinterlassen und folglich die Diskrepanz zwischen Menschen mit und ohne Handicaps verstärken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Motivation der Seminararbeit, die auf einem universitären Kurs basiert und die methodische Herangehensweise durch Selbstversuche und Feldbeobachtungen darstellt.
2. Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die drei untersuchten Handicaps (Trisomie 21, Blindheit, Rollstuhl-Nutzung) anhand konkreter Feldberichte und theoretischer Einbettung, insbesondere in Bezug auf Stigmatisierungsprozesse.
a) Genetisch bedingtes Handicap: Was bedeutet Trisomie 21 und welche Herausforderungen sind damit verbunden: Dieses Kapitel erläutert die medizinischen Grundlagen der Trisomie 21 und veranschaulicht durch eine Beobachtung die Bedeutung von Förderung und sozialer Akzeptanz.
b) Blindheit und Sehbehinderung: Welche Arten von Blindheit gibt es und wie drücken sich die Probleme im Alltag aus: Der Text beleuchtet die verschiedenen Ausprägungen von Blindheit und schildert, wie Alltagsbarrieren durch einen simulierten Selbstversuch im städtischen Raum erfahrbar gemacht wurden.
c)Körperliches Handicap – Der Umgang mit dem Rollstuhl und seine Herausforderungen: Hier liegt der Schwerpunkt auf den physischen und sozialen Barrieren für Rollstuhlfahrer sowie den Herausforderungen der Anpassung an ein Hilfsmittel.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umdenkens, um Barrieren in der Umwelt und in den Köpfen der Menschen abzubauen.
4. Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Quellen und Internetverweise der Arbeit aufgelistet.
Schlüsselwörter
Handicap, Behinderung, Trisomie 21, Blindheit, Rollstuhl, Stigma, Alltagsbarrieren, soziale Teilhabe, Mikrosoziologie, Selbstversuch, Inklusion, Ausgrenzung, Mobilität, Vorurteile, gesellschaftliche Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den alltäglichen Herausforderungen und Problemen, denen Menschen mit speziellen Handicaps (Trisomie 21, Blindheit, körperliche Einschränkungen) in einer Gesellschaft begegnen, die oft auf nicht-behinderte Menschen ausgelegt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die soziale Interaktion zwischen Menschen mit und ohne Handicap, die Stigmatisierung im öffentlichen Raum sowie die physischen Barrieren in der gebauten Umwelt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Menschen mit Handicaps den Herausforderungen ihres Alltags stellen und durch eigene Beobachtungen und Selbstversuche ein besseres Verständnis für deren Lebenswelt zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Literaturrecherche, insbesondere soziologischer Texte zu Stigmatisierung, und qualitativer Feldforschung durch teilnehmende Beobachtungen und explorative Selbstversuche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Bereiche Trisomie 21, Blindheit/Sehbehinderung und das körperliche Handicap (Rollstuhlnutzung) jeweils theoretisch erläutert und durch eigene, protokollierte Beobachtungen und Versuche ergänzt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Handicap, Stigma, Inklusion, Barrierefreiheit, soziale Teilhabe und die soziologische Perspektive auf Interaktionen.
Warum wurde in der Arbeit der Begriff "Handicap" gegenüber "Behinderung" bevorzugt?
Die Autoren erklären, dass sie den Begriff "Handicap" nutzen, um sich teilweise von der stigmatisierenden "sozialen Bedeutung" zu lösen, die oft mit dem Begriff "Behinderung" assoziiert wird.
Welche Erkenntnis gewinnen die Autoren aus den Selbstversuchen?
Sie stellen fest, dass eine Simulation zwar ein Bewusstsein für Hindernisse schaffen kann, die tiefgreifende soziale Abschottung und die lebenslange Komplexität eines Handicaps jedoch niemals vollständig von Außenstehenden nachempfunden werden können.
Wie bewerten die Autoren die Stigmatisierung im Alltag?
Sie verweisen auf Goffman und beschreiben, wie Vorurteile und ein "falsches" Verhalten von Mitmenschen (z.B. Anstarren) als soziale Ausgrenzung wirken, die den Betroffenen das Gefühl vermittelt, nicht zur "Norm" zu gehören.
- Arbeit zitieren
- Gina-Marie Müller (Autor:in), 2016, Probleme im Alltag für Menschen mit speziellen Handicaps, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/384359