Im Laufe eines Studiums kommt jede Studentin und jeder Student an den Punkt, ein Essay (franz. essayer: (etwas) versuchen) zu verfassen. Wenn also das Essay als ein Versuch angesehen wird, dann ist die Schlussfolgerung, dass es sich dabei um eine kurze Niederschrift eines bestimmten Themas handelt, in dem die Verfasserin oder der Verfasser sich knapp zu einer gewissen
Fragestellung äußert. Dabei wird diskutiert und kritisch beleuchtet, geprüft und begründet. Der Umfang ist eher gering und hat im Gegensatz zu einer wissenschaftlichen Hausarbeit nur wenige, aber wichtige Formalia, die im Folgenden noch geklärt werden sollen.
Das Alles hört sich sehr einfach an, aber beim Verfassen eines Essays kann sehr viel schief gehen. Sowohl bei einer schriftlichen Hausarbeit als auch bei einem Essay besteht die Gefahr, die korrekten Formalia nicht einzuhalten. Beim
Essay aber treten noch ganz andere Gefahren auf, da die Autorin oder der Autor den richtigen Grad zwischen der Sprache der Wissenschaft und der Umgangssprache finden muss. Einerseits darf die Niederschrift nicht zu streng wirken, andererseits nicht zu basal. „Risiken und Nebenwirkungen“ treten beim Verfassen eines Essays besonders dann auf, wenn gewisse Kriterien nicht erfüllt werden. Da die meisten Studentinnen und Studenten diese Art der Niederschrift „auf die leichte Schulter nehmen“ (aufgrund des geringen Umfanges), treten viele Fehler auf, welche die Bewertungskriterien eines Essays zeigen werden.
Im Folgenden werden nun der Aufbau, die Formalia, die Bewertungskriterien und die damit verbundenen Gefahren des Verfassen eines Essays dargestellt, auch im Hinblick auf das von mir verfasste Essay.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Essays
2.1 Definition und Zielsetzung
2.2 Aufbau eines Essays
2.3 Formale Anforderungen
3. Bewertung und kritische Erfolgsfaktoren
3.1 Inhaltliche Kriterien
3.2 Struktur und Argumentationsführung
3.3 Sprachliche Gestaltung
4. Reflexion: Die Herausforderung des essayistischen Schreibens
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der spezifischen Anforderungen an die Textform des Essays im akademischen Kontext, wobei ein besonderer Fokus auf den typischen Risiken und häufigen Fehlern beim Verfassen liegt.
- Definition des Essays und Abgrenzung zur wissenschaftlichen Hausarbeit
- Strukturvorgaben (Einleitung, Hauptteil, Schluss)
- Formale Gestaltungskriterien und Zitierweise
- Inhaltliche Bewertungskriterien und stilistische Anforderungen
Auszug aus dem Buch
Die Herausforderung des essayistischen Schreibens
Insbesondere merke ich selbst, dass die nicht vorhandene und vom akademischen Betrieb gewohnte Zitierweise schnell irritiert. Ist man üblicherweise gewohnt, jeden Passus zu belegen, überwiegt im besprochenen Essay das freie Schreiben. Eine Erleichterung, die aber schnell zum Problem wird, da die vermeintliche Freiheit neue Konflikte schafft – denn, wie mache ich meine Meinung kenntlich ohne in alltägliche Begriffsbildung oder plakative Meinungsäußerungen zu verfallen? Ein Balance-Akt, der während eines Fazits einer Hausarbeit kein Problem darstellt, über einen ganzen Aufsatz hinweg, jedoch viele Stolpersteine bereithält. Insbesondere aufgrund des kurzen Umfanges eines Essays.
Auch während dem Verfassen dieses Essays merke ich, dass ich die übliche Vorgehensweise einer schriftlichen Hausarbeit im Hinterkopf habe und mir es deshalb schwer fällt, meine Frage nach den „Risiken und Nebenwirkungen“ einerseits wissenschaftlich und andererseits diskutierend und reflektierend zu beleuchten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des essayistischen Schreibens ein und erläutert die Relevanz der Auseinandersetzung mit formalen sowie inhaltlichen Kriterien.
2. Grundlagen des Essays: Dieses Kapitel definiert den Essay als kurze Niederschrift eines Themas und beschreibt den notwendigen Aufbau sowie grundlegende formale Vorgaben.
3. Bewertung und kritische Erfolgsfaktoren: Hier werden die zentralen Bewertungskriterien wie inhaltliche Tiefe, logischer Aufbau und sprachliche Präzision ausführlich diskutiert.
4. Reflexion: Die Herausforderung des essayistischen Schreibens: Der abschließende Teil reflektiert die subjektiven Schwierigkeiten des Autors bei der Umstellung von streng wissenschaftlicher Zitierweise auf das essayistische freie Schreiben.
Schlüsselwörter
Essay, wissenschaftliches Schreiben, formale Anforderungen, Argumentation, Themenentfaltung, Zitierweise, Bewertung, Struktur, Stilistik, akademische Standards, Reflexion, Schreibkompetenz, Fehleranalyse, Textaufbau, Forschungszusammenhang
Häufig gestellte Fragen
Was ist das übergeordnete Thema der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Besonderheiten, Anforderungen und typischen Risiken beim Verfassen eines Essays im universitären Rahmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Themenfeldern zählen die Definition des Essays, die formale Gestaltung, inhaltliche Qualitätskriterien sowie die stilistische Herangehensweise.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, angehenden Studierenden die Stolpersteine beim Schreiben eines Essays aufzuzeigen und Strategien für einen erfolgreichen Textaufbau zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine deskriptive und reflektierende Analyse, die auf fachdidaktischer Literatur und persönlichen Erfahrungen im wissenschaftlichen Schreibprozess basiert.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden die Struktur des Essays, die korrekte formale Gestaltung sowie die Kriterien zur inhaltlichen und sprachlichen Bewertung detailliert erörtert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Text charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Essay, formale Anforderungen, Argumentation, Schreibkompetenz und wissenschaftliche Standards.
Warum stellt die fehlende Zitierpflicht im Essay für viele Studierende ein Problem dar?
Da Studierende aus Hausarbeiten eine strikte Belegpflicht gewohnt sind, fällt der Übergang zum "freien Schreiben" des Essays oft schwer, da hier eine eigene Meinung ohne plakativen Stil begründet werden muss.
Inwiefern beeinflusst der kurze Umfang eines Essays die inhaltliche Qualität?
Der geringe Umfang zwingt den Autor zu einer präzisen thematischen Eingrenzung, da andernfalls die Gefahr besteht, den roten Faden zu verlieren und zu stark vom Kerngedanken abzuschweifen.
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- Verena Rumm (Author), 2017, Ein Essay über ein Essay. "Risiken und Nebenwirkungen" beim Verfassen eines Essays, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/383671