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Vergeltung und Heldentum in "Kudrun". Das Motiv der Rache und eine Analyse des Heldenstatus

Title: Vergeltung und Heldentum in "Kudrun". Das Motiv der Rache und eine Analyse des Heldenstatus

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Marcel Brand (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works

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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit geht es um die im Text thematisierten Motive des Heldentums, sowie Rache und Vergeltung. Dabei werden verschiedene Szenen analysiert und interpretiert.

Vergeltung für vergangenes Leid, Rache zur Wiederherstellung der Ehre. Dies sind die Schlagworte, die den Epos Kudrun passend beschreiben können. Während es aus heutiger Sicht unvorstellbar wäre, sich für erlittene Schande in diesem Maße zu revanchieren, war das Mittel der Blutrache die gängige Vorgehensweise für Vergeltung im Mittelalter. Doch Kudrun hat, im Gegensatz zum Nibelungenlied, das entscheidende Merkmal, dass dem exorbitanten Wüten nicht die Auslöschung einer ganzen Sippe folgt, sondern viel mehr die Vereinigung der Gefolgschaften von Täter und Opfer. Davon handelt auch die vorliegende Seminararbeit. Alles in allem ist diese Ausarbeitung in zwei Teile getrennt. Zum einen soll sich im ersten Teil näher mit dem Motiv der Rache auseinandergesetzt werden. Hierzu wird zunächst die Legitimation der Rache bzw. Selbstjustiz im Mittelalter knapp erläutert, bevor ein genauerer Bezug auf das Epos folgt. Die Analyse des Motivs bezüglich der Primärliteratur orientiert sich dabei chronologisch an den Geschehnissen der Erzählung. Dabei erfolgt eine Erarbeitung vom Ursprung des Konflikts bis hin zur Versöhnungsstrategie, welche die verfeindeten Sippen zusammenbringt. Der zweite Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit der in Kudrun dargestellten Form von Heroik. Dafür werden verschiedene Beispiele betrachtet und analysiert, bevor sich der Frage gewidmet wird, ob Kudrun selbst als eine Heldin zu sehen ist, man vielleicht von Heldinnen-Epik sprechen kann?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rache und Versöhnung im Mittelalter

3. Das Rachemotiv in Kudrun

3.1 Die Ursache der Rache der Normannen

3.2 Wie Hartmuot Kûdrûnen mit gewalte nam

3.3 Blutrache und Rückeroberung Kudruns

3.4 Kudruns Versöhnungsstrategie

4. Heroik in Kudrun

4.1 Kudrun, eine Heldin?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit analysiert die zentrale Rolle des Rachemotivs sowie der Versöhnungsstrategien im Epos Kudrun und untersucht gleichzeitig die dort dargestellten Konzepte von Heroik, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Kategorisierung als Heldinnen-Epik.

  • Die Legitimation und Ausführung von Rache und Blutrache im mittelalterlichen Kontext.
  • Die chronologische Analyse des Konflikts zwischen der Hegelingensippe und den Normannen.
  • Die Funktion der Versöhnungsstrategien zur Beendigung von Blutfehden und zur Sicherung politischer Herrschaft.
  • Die Charakterisierung männlicher Heldenfiguren wie Hagen und Wate im Kontrast zur Protagonistin Kudrun.
  • Die kritische Bewertung, ob Kudrun als Heldin fungiert und ob das Epos als Heldinnen-Epik klassifiziert werden kann.

Auszug aus dem Buch

3.4 Kudruns Versöhnungsstrategie

Eine besondere Stellung im Epos kommt der XXX. Aventiure zu. Sie steht in starkem Kontrast zur vorangegangenen Handlung. Während zuvor von Rache und Vergeltung die Rede war, steht nun die Versöhnung aller miteinander im Streit liegenden Familien im Vordergrund. Dies geschieht jedoch auch nicht zuletzt dadurch, dass einem erneuten Racheakt vorgebeugt werden soll. Zudem muss beachtet werden, dass Wates Blutrausch überhaupt erst die Voraussetzung für solch eine Versöhnung schafft.

Im Mittelpunkt dieser Versöhnungsstrategie steht Kudrun, die sich sehr um die Verschonung und Eheschließung diverser Personen bemüht. Dennoch ist es nicht die eben erwähnte Königstochter, die den ersten Schritt in Richtung Versöhnung unternimmt. Vielmehr ist es ihr Bruder Ortwin, der die Feinde vor dem sicheren Tod bewahrt. Wate, der wie im vorherigen Abschnitt bereits erläutert in eine Art Blutrausch verfällt, schlägt vor, Hartmut und seine Männer zu töten, was Ortwin jedoch abweist:

'Waz hulfe, ob ir si alle', sprach her Ortwîn, 'hie ze tôde slüeget in dem lande sîn? Hartmuot und sîn gesinde die suln baz gedingen. ich will si lobelîche ze lande mîner muoter Hilden bringen.'54

Der Königssohn steht hier klar der Meinung Wates gegenüber. Er legt dadurch den Grundbaustein einer für alle Seiten akzeptablen Versöhnung. Ortwin tut dies nicht aufgrund von Erbarmen, im Gegensatz zu Wate aber sieht er keinen tieferen Sinn in der Ermordung der Männer, vor allem nicht aus politischer Sicht. Er verfolgt eher das Ziel der Herrschaftserweiterung und des Erhalts seiner Sippe.55 „Damit vertritt er die für die 'Kudrun' so typische pragmatische Haltung und nicht etwa das christliche Ethos der erbarmde oder eine programmatische Abkehr von der Sippenrache.“56

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Rache und Versöhnung im Epos Kudrun ein und skizziert den Aufbau der Arbeit in einen Teil zur Racheproblematik und einen Teil zur Heroik.

2. Rache und Versöhnung im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert die soziokulturellen Hintergründe von Selbstjustiz und Blutrache als akzeptierte Mittel zur Wiederherstellung der Ehre in der mittelalterlichen Sippengesellschaft.

3. Das Rachemotiv in Kudrun: Hier wird der Konfliktursprung durch die Zurückweisung Hartmuts und die daraus resultierende Blutschuld sowie die Rache der Hegelingen thematisiert.

3.1 Die Ursache der Rache der Normannen: Das Kapitel analysiert die Werbung um Kudrun als Auslöser für den Konflikt und die Verletzung ständischer Ordnungen.

3.2 Wie Hartmuot Kûdrûnen mit gewalte nam: Hier wird Hartmuts Entführung Kudruns als politisches Handeln beleuchtet, das die Hegelingen zutiefst kränkt.

3.3 Blutrache und Rückeroberung Kudruns: Das Kapitel behandelt den Rachefeldzug der Hegelingen, den Tod Hetels und die Versuche der Rückeroberung.

3.4 Kudruns Versöhnungsstrategie: Hier wird Kudruns Rolle bei der Beendigung der Rachespirale und der Etablierung eines dauerhaften Friedens durch Heiratsdiplomatie hervorgehoben.

4. Heroik in Kudrun: Dieses Kapitel analysiert die männlichen heroischen Rollenbilder im Epos an den Beispielen von Hagen und Wate.

4.1 Kudrun, eine Heldin?: Die abschließende Analyse untersucht Kudruns Handlungsspielräume und bewertet, ob sie als Heldin in einer Heldinnen-Epik gelten kann.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Kudrun trotz ihrer zentralen Rolle keine klassische Heldin ist, da sie zu passiv und abhängig von männlicher Machtausübung bleibt.

Schlüsselwörter

Kudrun, Rache, Versöhnung, Mittelalter, Sippenehre, Blutrache, Heroik, Männlichkeitsentwürfe, Brautwerbung, Heiratsdiplomatie, Hegelingen, Normannen, Literaturwissenschaft, Heldenepik, Konfliktanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das zentrale Motiv der Rache im mittelhochdeutschen Epos Kudrun und wie dieses durch die Versöhnungsstrategien der Protagonistin Kudrun überwunden wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den mittelalterlichen Konzepten von Rache und Selbstjustiz, der Analyse von Konflikten innerhalb von Sippenverbänden sowie der Darstellung von Heldentum.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Entwicklung vom Rachegedanken hin zur Versöhnung im Epos aufzuzeigen und zu klären, ob Kudrun als Heldin betrachtet werden kann, was wiederum die Frage nach einer "Heldinnen-Epik" aufwirft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text chronologisch untersucht und durch den Einbezug von Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Rechts- und Gesellschaftsgeschichte fundiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Rachemotivs inklusive der Versöhnungsstrategien sowie eine Analyse der heroischen Männlichkeitsentwürfe anhand der Figuren Hagen und Wate sowie eine Diskussion zur Heldin Kudrun.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rache, Versöhnung, Sippenehre, Kudrun, Heroik und Heiratsdiplomatie charakterisiert.

Warum spielt die Figur des Wate eine so wichtige Rolle als Kontrastfigur?

Wate fungiert als Gegenentwurf zu Kudrun; er verkörpert den "wütenden Berserker", der Rache um jeden Preis fordert, und dient somit als Kontrast zur pragmatischen und friedensorientierten Strategie Kudruns.

Welche Funktion hat die Heiratsdiplomatie im Kontext der Versöhnung?

Die Heiratsdiplomatie dient dazu, den Frieden zwischen den ehemals verfeindeten Sippen der Hegelingen und Normannen dauerhaft zu festigen und das Herrschaftsgebiet politisch pragmatisch abzusichern.

Kann man nach den Ergebnissen der Arbeit von einer „Heldinnen-Epik“ sprechen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass dies zu verneinen ist, da Kudrun primär passiv agiert und ihre Möglichkeiten zur aktiven Gestaltung des Geschehens zu sehr an die von Männern geschaffenen Machtstrukturen gebunden sind.

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Details

Title
Vergeltung und Heldentum in "Kudrun". Das Motiv der Rache und eine Analyse des Heldenstatus
College
University of Mannheim
Grade
1,3
Author
Marcel Brand (Author)
Publication Year
2017
Pages
31
Catalog Number
V383560
ISBN (eBook)
9783668590533
ISBN (Book)
9783668590540
Language
German
Tags
Heldentum Vergeltung Mittelalter Rache Kudrun Held Heldenstatus Analyse Hauptseminar Motiv der Rache kämpen heroisch Männlichkeitsentwurf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Brand (Author), 2017, Vergeltung und Heldentum in "Kudrun". Das Motiv der Rache und eine Analyse des Heldenstatus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/383560
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