Die Hauptaufgabe der Grundschule ist es, den Kindern das Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen. Alle Kinder, die sich im Lese- und Schreiblernprozess befinden, machen zahlreiche Fehler. Die Lese-Rechtschreib-Schwäche beispielsweise erschwert diesen Prozess immens.
Doch wann und anhand welcher Symptome sollte den Fehlern eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden? Was ist überhaupt die Lese-Rechtschreib-Schwäche und welche Historie liegt ihr zugrunde? Worin liegt die Ursache, dass Kinder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche entwickeln und wie können Eltern und Lehrer am besten vorgehen, um das Kind zu unterstützen? An welche Beratungsstellen kann man sich wenden und wer kann eine Lese-Rechtschreib-Schwäche diagnostizieren?
Diese Hausarbeit beschäftigt sich im ersten Teil mit der Historie und Definition der Lese-Rechtschreib-Schwäche. Außerdem behandelt sie im zweiten Abschnitt in weiten Teilen die Diagnostik der Lese-Rechtschreib-Schwäche als Grundlage der weiteren Thematik, dass die Oldenburger Fehleranalyse auf ihre Eignung zur LRS-Diagnose geprüft, angewendet und ausgewertet wird. Das Hauptziel der Hausarbeit ist es, das OLFA-Verfahren, welches zur Ermittlung der orthographischen Kompetenz und Leistung aus freien Texten entwickelt wurde, zu beschreiben und anzuwenden. Des Weiteren ist es zur Planung und Qualitätssicherung von Fördermaßnahmen ausgeschrieben, auch dies wird kritisch hinterfragt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lese-Rechtschreib-Schwäche
2.1. Historie der Lese-Rechtschreib-Schwäche
2.2. Definition der Lese-Rechtschreib-Schwäche
2.3. Ursachen der Lese-Rechtschreib-Schwäche
3.0. Diagnostik
4. Oldenburger Fehleranalyse
4.1. Allgemeine Informationen
4.2. Durchführung
4.4. Förderung nach OLFA
4.5. Vor- und Nachteile
5. Schluss/Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das OLFA-Verfahren (Oldenburger Fehleranalyse) als Instrument zur Diagnose und Förderung von Lese-Rechtschreib-Schwächen bei Schülern der Klassen 3 bis 9. Das primäre Ziel ist es, die wissenschaftliche Eignung dieses Verfahrens zur Ermittlung orthographischer Kompetenzen auf Basis freier Texte zu bewerten und kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen und Definition der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)
- Qualitative Fehleranalyse im schulischen Kontext
- Methodik und Durchführung der Oldenburger Fehleranalyse (OLFA)
- Berechnung von Kompetenz- und Leistungswerten zur Förderplanung
- Kritische Reflexion der Stärken und Schwächen des OLFA-Verfahrens
Auszug aus dem Buch
4.2. Durchführung
Um die Oldenburger Fehleranalyse anzuwenden, empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen.
Sofern fehlerhafte Texte eines Schülers oder einer Schülerin gesammelt wurden, sollte die durchführende Lehrperson sich einen groben Überblick über die Wörter- und Fehleranzahl verschaffen, damit die 350 Wörter und circa 60 Fehler ungefähr eingehalten werden.
Zur Vorbereitung auf die Eintragung in die Fehlerliste, welche von den Herausgebern der OLFA vorgegeben, ist empfiehlt es sich dann, einige Fotokopien der Texte zu machen, um ausreichend Platz für Notizen, Bemerkungen und Auswertungen zu schaffen. Zuallererst müssen die einzelnen Fehler unterstrichen werden, um dann jedes Fehlerwort auf ein gesondertes Blatt zu übertragen. Daraufhin wird neben dem Fehlerwort die korrekte Wortform vermerkt, um im folgenden Schritt die von der Fehlerschreibung betroffenen Grapheme in beiden Wortformen durch Striche zu isolieren.
„Busch und Stenschke (2014) erläutern: Grapheme sind Buchstabenkombinationen und Schreibungen, bei denen nicht jeder Laut genau einem Buchstaben zuzuordnen ist. Einige Beispiele hierfür sind Doppelkonsonanten (bb, dd), Vokale mit Längezeichen (ah, ie), Diphthonge (ei, ai, au, eu, ch, sch) oder auch Affrikate (pf, ts, tsch).“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Anhand eines Fallbeispiels wird die Problematik der Lese-Rechtschreib-Schwäche eingeführt und die Forschungsfrage zur Eignung des OLFA-Verfahrens abgeleitet.
2. Lese-Rechtschreib-Schwäche: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung, verschiedene Definitionen sowie die komplexen Ursachen des Phänomens LRS.
3.0. Diagnostik: Es werden die theoretischen Grundlagen der allgemeinen Diagnostik sowie der Unterschied zwischen Selektions- und Förderdiagnostik dargestellt.
4. Oldenburger Fehleranalyse: Dieser Hauptteil beschreibt das OLFA-Verfahren detailliert, von der Durchführung über die Auswertung bis hin zu den Vor- und Nachteilen des Inventars.
5. Schluss/Reflexion: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der OLFA als präzises, jedoch zeitaufwendiges Instrument für die individuelle Lernförderung.
Schlüsselwörter
Lese-Rechtschreib-Schwäche, LRS, OLFA, Oldenburger Fehleranalyse, Diagnostik, Förderdiagnostik, Orthographie, Schriftspracherwerb, Kompetenzwert, Leistungswert, Fehleranalyse, Grapheme, Legasthenie, Lernförderung, Rechtschreibkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Diagnose und Unterstützung von Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) durch den Einsatz des Oldenburger Fehleranalyse-Verfahrens (OLFA).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition und Ursachenforschung von LRS, die Abgrenzung von diagnostischen Ansätzen sowie die praktische Anwendung und Evaluation des OLFA-Verfahrens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das OLFA-Verfahren zur Ermittlung orthographischer Kompetenz zu beschreiben, die Anwendung im Schulalltag darzustellen und kritisch auf seine Tauglichkeit zur Förderplanung zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Hausarbeit, die auf einer Literaturanalyse und der Darstellung eines spezifischen diagnostischen Inventars (OLFA) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung des OLFA-Verfahrens, inklusive der Durchführung der Fehleranalyse, der Formeln zur Berechnung von Kompetenz- und Leistungswerten sowie einer kritischen Vor- und Nachteilsanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie LRS, Förderdiagnostik, Oldenburger Fehleranalyse, orthographische Kompetenz und Schriftspracherwerb gekennzeichnet.
Welche Bedeutung haben die Berechnungen (KW und LW) im OLFA-Verfahren?
Sie dienen dazu, die orthographische Kompetenz (unabhängig von der Leistung) und den Leistungsstand des Schülers messbar zu machen, um daraus gezielte Fördermaßnahmen abzuleiten.
Ist das OLFA-Verfahren für jede Lehrkraft leicht umsetzbar?
Laut der Arbeit ist das Verfahren zwar praxisnah, erfordert jedoch eine gewisse Einarbeitungszeit und linguistisches Grundwissen, weshalb es eher für individuelle Analysen als für ökonomische Massentests geeignet ist.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2016, Das Konzept der Lese-Rechtschreib-Schwäche. Inwiefern ist das OLFA-Verfahren zur Diagnose der Lese-Rechtschreib-Schwäche geeignet?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/380639