Diagnostik ist ein Prozess des Erkennens, Unterscheidens, Beurteilens und Entscheidens. Ziel ist es durch einen hypothesengeleiteten Such- und Problemlöseprozess den Ist-Zustand in einen Soll-Zustand zu überführen. Funktionen und Anlässe für die Diagnostik sind unter anderem das Erkennen von Lerndefiziten und Lernschwierigkeiten einzelner Schüler, die Verbesserung von Lernbedingungen und die Planung und Analyse des Unterrichts.
Die „Grundlegende Heuristik des Förderns“ von Mischke verdeutlicht das diagnostische Verfahren. Die Fachkraft vermutet ein Lernproblem und bildet diesbezüglich eine Hypothese, welche einer diagnostischen Klärung bedarf. Daraufhin wird ein individueller Förderplan entworfen. Test- und Förderinventare und ein passender diagnostischer Zugang werden ausgewählt um die Fördermaßnahmen durchzuführen. Nach der Durchführung wird das Vorgehen evaluiert.
Im Folgenden soll ein Einblick in Möglichkeiten von Erhebungsverfahren als auch Trainingsprogrammen und Förderinventaren gegeben werden. Im ersten Kapitel wird die Diagnose und Förderung phonologischer Bewusstheit thematisiert. Das zweite Kapitel greift exemplarisch einen Grundintelligenztest zum Thema „Diagnose und Förderung allgemeiner Fähigkeiten und Fertigkeiten im Grundschulalter“ auf. Auf der Basis des theoretischen Hintergrunds der „Förderung der emotionalen, personalen und sozialen Kompetenzen von Kindern“ wird in Kapitel drei Bezug genommen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Hauptteil
Block II
„Anlaute hören, Reime finden, Silben klatschen“
Phonologische Bewusstheit nach ARS
Diagnose phonologischer Bewusstheit in „Anlaute hören, Reime finden, Silben klatschen“
Förderung phonologischer Bewusstheit nach ARS
Gütekriterien/ Reflexion von ARS
„Rundgang durch Hörhausen“
Phonologische Bewusstheit nach „Rundgang durch Hörhausen“
Diagnoseverfahren „Rundgang durch Hörhausen“
Gütekriterien/Reflexion „Rundgang durch Hörhausen“
Einleitung „Hören, lauschen, lernen“
Phonologische Bewusstheit nach „Hören, lauschen, lernen“
Förderung phonologische Bewusstheit nach „Hören, Lauschen, Lernen“
Diagnose „phonologische Bewusstheit“ „Hören, lauschen, lernen“
Gütekriterien „Hören, lauschen, lernen“ bzw. Reflexion
Block III
Grundlegendes zum CFT-Test
Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten werden durch den CFT-Test abgefragt
Welche Bedeutung kann dieser Test zur Ermittlung der Lernausgangslagen von Kindern haben?
Gütekriterien und Reflexion von dem CFT-Test
Block IV
Förderung der emotionalen, personalen und sozialen Kompetenzen von Kindern Förderprojekt „Bertram Blaubauch“
Was soll gefördert werden?
Wie wird in „Bertram Blaubauch“ gefördert?
Effektivität/ Gütekriterien/ Reflexion „Bertram Blaubauch“
„Lubo aus dem All“
„Lubo aus dem All“ – welche Fähigkeiten und Fertigkeiten werden bei den Kindern gefördert?
Aussagen über die Effektivität des Förderprogramms im Grundschulalter
Abschlussreflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Einblick in verschiedene diagnostische Erhebungsverfahren sowie begleitende Trainings- und Förderprogramme zu geben, um Lernausgangslagen von Kindern im vorschulischen und grundschulischen Bereich präzise zu erfassen und gezielte Fördermaßnahmen abzuleiten.
- Diagnose und Förderung der phonologischen Bewusstheit (z.B. ARS, Rundgang durch Hörhausen, Hören-lauschen-lernen)
- Einsatz und Validität von Grundintelligenztests (CFT-Test)
- Förderung der emotionalen, personalen und sozialen Kompetenzen
- Methodische Reflexion über die Anwendbarkeit und Effektivität der vorgestellten Inventare
Auszug aus dem Buch
Phonologische Bewusstheit nach ARS
Phonologische Bewusstheit wird hier als Fähigkeit definiert von der inhaltlichen Bedeutung der Sprache abzusehen und auf lautliche Merkmale der Sprache zu achten.
Es wird zwischen phonologischer Bewusstheit im weiteren Sinn und im engeren Sinn unterschieden. Die phonologische Bewusstheit im weiteren Sinn orientiert sich an der Oberfläche und den Merkmalen konkreter Lautbildung, also an Sprachleistungen, die in konkreten Spielhandlungen enthalten sind. Das Kind kann demnach zum Beispiel Reime erkennen, Wörter in Silben gliedern und hat erste Buchstabenkenntnisse erlangt.
Phonologische Bewusstheit im engeren Sinn thematisiert den formalen (Laut-)Aspekt der Sprache, also Sprachleistungen, die explizites Anwenden von lautlichen Strukturen verlangen, unabhängig von sprechrhythmischen oder semantischen Bezügen wie zum Beispiel, dass An- und Endlaute erkannt werden, Wörter in Laute zerlegt werden und Lautumstellungen vorgenommen werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit definiert den diagnostischen Prozess als hypothesengeleiteten Such- und Problemlöseprozess, um individuelle Lernvoraussetzungen für eine gezielte Förderung zu ermitteln.
Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in drei Blöcke, die diagnostische Verfahren zur phonologischen Bewusstheit, Intelligenztests und Programme zur sozialen sowie emotionalen Kompetenzförderung detailliert untersuchen und reflektieren.
Schlüsselwörter
Diagnostik, Phonologische Bewusstheit, Sprachförderung, Grundintelligenztest, CFT-Test, Lernausgangslage, Lese-Rechtschreibschwäche, Individuelle Förderung, Soziale Kompetenz, Emotionale Kompetenz, Bertram Blaubauch, Lubo aus dem All, Pädagogische Diagnostik, Schulfähigkeit, Bildungsauftrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und dem Vergleich verschiedener diagnostischer Verfahren und Förderprogramme, die dazu dienen, die Lernvoraussetzungen von Kindern in Kindergarten und Schule zu bestimmen und gezielt zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der phonologischen Bewusstheit, der allgemeinen Grundintelligenz sowie der Förderung von emotionalen, personalen und sozialen Kompetenzen bei Kindern.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, Fachkräften einen Einblick in existierende Erhebungsinstrumente zu geben und deren Eignung sowie Gütekriterien im praktischen pädagogischen Alltag kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse verschiedener Testverfahren und Trainingsprogramme, ergänzt durch eine reflektierende Bewertung hinsichtlich ihrer praktischen Implementierbarkeit und diagnostischen Aussagekraft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden unter anderem die Verfahren „Anlaute hören, Reime finden, Silben klatschen“, der „Rundgang durch Hörhausen“, das Trainingsprogramm „Hören, lauschen, lernen“, der Grundintelligenztest (CFT) sowie die Förderprojekte „Bertram Blaubauch“ und „Lubo aus dem All“ vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Diagnostik, phonologische Bewusstheit, Lernausgangslage, Intelligenztests, soziale Kompetenzentwicklung und individuelle Förderung.
Wie unterscheidet sich die phonologische Bewusstheit im weiteren vom engeren Sinn?
Im weiteren Sinn orientiert sich das Kind an oberflächlichen Lautmerkmalen wie Reimen oder Silben, während der engere Sinn explizite Anforderungen stellt, wie das Zerlegen von Wörtern in einzelne Laute.
Was zeigt die Forschung zur Effektivität des Programms „Lubo aus dem All“?
Studien belegen, dass das Training signifikant zur Verbesserung sozial-emotionaler Kompetenzen und des Arbeitsverhaltens beiträgt, ohne die schulische Lernleistung in anderen Bereichen negativ zu beeinflussen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Lernprozesse durch diagnostische Verfahren. Möglichkeiten von Erhebungsverfahren, Trainingsprogrammen und Förderinventaren, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/380638