Die Neuinterpretation der Rolle Amerikas unter Obama steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Anhand des von Professor Joseph Nye entwickelten Begriffs der „smart power“, soll Obamas Führungsstil in der Außenpolitik untersucht werden.
Zunächst gilt es hierbei den theoretischen Ansatz von Nye darzustellen und von Begriffen wie „soft power“ und „hard power“
abzugrenzen. Anschließend muss Obamas Aktionen im internationalen Geschehen aufgezeigt und kategorisiert werden. Hauptaugenmerk liegt hierbei in dem Versuch, Obamas „leadership“ dem Smart-Power-Ansatz von Nye zuzuordnen. Explizit werden die Fälle der von der Bush Administration geerbten Kriege Iran und Afghanistan behandelt und analysiert. Anschließend wird Obamas Umgang mit der arabischen Revolution und hierbei im Speziellen der Fall Libyen betrachtet. Wie sich die Beziehungen mit China gestaltet haben und wie erfolgreich Obamas Strategien bezüglich der nuklearen Abrüstung im Iran waren, soll in den letzten beiden Kapiteln der Fallbeispiele analysiert werden. Zum Schluss soll das anhand der Fallbeispiele erörterte Fazit gezogen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Außenpolitik Amerikas - dank Obama im Wandel?
2 How to succeed in today’s world politics – Der Smart-Power-Ansatz von Nye
3 Obamas Außenpolitik: Kann von der Anwendung von smart power die Rede sein?
3.1 Yes, we can! – Obamas Wahlversprechen und Außenwirkung
3.2 Obama und die geerbten Kriege – Is Obama smarter than Bush?
3.2.1 Irak-Krieg – Erfolg durch smart-power?
3.2.2 Afghanistan-Krieg – How to counter terrorism smartly
3.3 Führung aus dem Hintergrund – Obamas Beteiligung am Libyen-Konflikt
3.4 TPP als smarte Lösung gegen Chinas Aufstieg?
3.5 Eine Welt ohne Atomwaffen – Hat Obama eine smarte Antwort bezüglich Iran?
4 Erfüllt Obama den smart-power-Ansatz von Nye – Ein Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der amerikanischen Außenpolitik während der Amtszeit von Barack Obama (2009–2017) und analysiert, inwiefern Obamas Führungsstil dem theoretischen Konzept der „Smart Power“ von Joseph S. Nye entspricht. Hierbei wird geprüft, wie Obama militärische Stärke (Hard Power) mit diplomatischer Kooperation (Soft Power) kombiniert, um auf die wachsenden globalen Herausforderungen zu reagieren.
- Analyse des theoretischen Smart-Power-Ansatzes nach Joseph S. Nye.
- Untersuchung der außenpolitischen Strategien im Kontext der geerbten Kriege (Irak und Afghanistan).
- Bewertung des militärischen Engagements im Libyen-Konflikt als „Führung aus dem Hintergrund“.
- Analyse der handelspolitischen Strategie TPP zur Eindämmung des chinesischen Aufstiegs.
- Bewertung des Umgangs mit dem iranischen Atomprogramm im Spannungsfeld von Sanktionen und Diplomatie.
Auszug aus dem Buch
3.2 Obama und die geerbten Kriege – Is Obama smarter than Bush?
Nach seinem Abgang hinterließ Bush Obama mit den Anti-Terror-Einsätzen im Irak und in Afghanistan zwei Kriege, zu denen Obama bereits innerhalb seines Wahlprogramms klar Stellung bezog. „I am not opposed to all wars. I’m opposed to dumb wars.” Beide Kriege hatten Obamas vorrangige Strategie der sogenannten counterinsurgency gemein, unterschieden sich ansonsten jedoch stark voneinander. „In der Logik der counterinsurgency-Strategie kommt es entscheidend darauf an, die hearts and minds der lokalen Bevölkerung zu gewinnen, ihr Vertrauen darauf, dass sich ihre politische und wirtschaftliche Situation verbessert, ihre Sicherheit gewährleistet wird und ein Erfolg der Aufstandsbekämpfung in ihrem ureigenen Interesse liegt.“ Die counterinsurgency-Strategie kann somit eindeutig dem smart-power-Ansatz von Nye zugeordnet werden. Während zunächst mit militärischem Einsatz, also hard-power-Ressourcen, eine Grundsicherheit wiederhergestellt werden und das Vertrauen des Landes gewonnen werden sollte, welches dann wiederum der soft-power zuzuordnen ist, war das langfristige Ziel dieser Strategie, die Länder wieder auf eigene Beine zu stellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die Außenpolitik Amerikas - dank Obama im Wandel?: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis und erläutert die Ausgangslage Obamas nach dem Amtsantritt 2009, wobei der Fokus auf dem Übergang von einer unilateralen zu einer kooperativeren Außenpolitik liegt.
2 How to succeed in today’s world politics – Der Smart-Power-Ansatz von Nye: Hier wird der theoretische Rahmen nach Joseph S. Nye detailliert dargelegt, wobei der Fokus auf der Kombination von Hard Power und Soft Power in einem sich wandelnden internationalen System liegt.
3 Obamas Außenpolitik: Kann von der Anwendung von smart power die Rede sein?: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert durch konkrete Fallbeispiele – von den Kriegen im Nahen Osten über Libyen bis hin zu China und Iran – ob Obamas praktische Politik als Umsetzung des Smart-Power-Ansatzes gewertet werden kann.
4 Erfüllt Obama den smart-power-Ansatz von Nye – Ein Fazit: Das Fazit führt die Analysen der Fallbeispiele zusammen und bestätigt, dass Obama trotz der Zwänge durch den Kongress eine Strategie verfolgte, die im Kern dem Konzept der Smart Power entspricht.
Schlüsselwörter
Barack Obama, Außenpolitik, Smart Power, Joseph S. Nye, Hard Power, Soft Power, Multilateralismus, Counterinsurgency, Irak-Krieg, Afghanistan-Krieg, Libyen-Konflikt, TPP, China, Atomwaffen, Iran.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert, ob die Außenpolitik von Barack Obama zwischen 2009 und 2017 als Anwendung des von Joseph S. Nye entwickelten Smart-Power-Konzepts verstanden werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Transformation amerikanischer Außenpolitik, die Abkehr vom reinen Unilateralismus und die Analyse von Machtressourcen in einer komplexen Weltordnung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, durch die Analyse spezifischer Fallbeispiele nachzuweisen, ob Obama durch die intelligente Kombination von militärischer Stärke und diplomatischer Überzeugungskraft dem Smart-Power-Ansatz folgte.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Fallstudienanalyse, die theoretische Ansätze von Joseph S. Nye auf reale außenpolitische Ereignisse während Obamas Präsidentschaft anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den geerbten Kriegen im Irak und in Afghanistan, der Führung aus dem Hintergrund im Libyen-Konflikt, dem Freihandelsabkommen TPP und der Strategie gegenüber dem Iran.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Smart Power, Obama, Außenpolitik, Machtressourcen und Multilateralismus zusammenfassen.
Wie bewertet die Autorin Obamas Umgang mit dem Kongress bei sicherheitspolitischen Entscheidungen?
Die Arbeit stellt fest, dass der Kongress Obamas Handlungsspielraum stark einschränkte, wobei die Anwendung von Hard-Power-Elementen teilweise auf Druck der republikanisch dominierten Legislative zurückzuführen war.
Was versteht man in diesem Kontext unter "leader from behind" im Bezug auf Libyen?
Der Begriff beschreibt eine Strategie, bei der die USA zwar maßgeblich beteiligt waren, sich jedoch bewusst im Hintergrund hielten, um Verbündete wie Frankreich und Großbritannien führen zu lassen und so die Last der Intervention zu teilen.
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- Kristin Kuhn (Author), 2016, Der Wandel der amerikanischen Außenpolitik von 2009 bis 2017. Erfüllt Barack Obamas Außenpolitik den Smart-Power-Ansatz von Joseph S. Nye?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/380593