Lesen ist tatsächlich ein komplexer Vorgang, der Leistungen auf ganz verschiedenen Ebenen verlangt. Wer den Herausforderungen gewachsen ist, die sich angesichts der Textvielfalt stellen, hat nicht nur Zugang zu Informationen und vielerlei Möglichkeiten der Kommunikation, sondern auch die Voraussetzung zu ästhetischen Erfahrungen im Umgang mit Schrift, mit den kunstvollen Spielformen des Erzählens und Reflektierens, welche poetisch gestaltete Texte anbieten.
Für Menschen, die im Umgang mit Texten geübt sind, ist Lesen also ein mehrfacher Gewinn. Nicht zuletzt bedeutet Lesefähigkeit auch Mitgliedschaft, das heißt Zugehörigkeit zu jenem Teil der Gesellschaft, der sich mithilfe von Schrift austauschen und verständigen kann und der auch in der Lage ist, schriftbezogene Kultur zu genießen. Lesen ist eine der wichtigsten, zu erstrebenden Kompetenzen im Leben jedes Menschen. Wer lesen kann und sich bemüht, diese Fähigkeit kontinuierlich zu fördern, hat die Möglichkeit, sich weiterzubilden.
Es ist ein Fakt, dass ein großer Teil der Heranwachsenden im Laufe der Zeit und ihrer Entwicklung, die Lust am Lesen verliert, dies tritt oftmals im Zeitraum der siebten bis zur neunten Klasse ein, da die Kinder sich zu diesem Zeitpunkt in der Pubertät befinden. Eine Möglichkeit zur Leseförderung ist die Nutzung des Lesetagebuches. Dieses wird Gegenstand dieser Hausarbeit sein. Dabei erläutert wird die Definition der Leseförderung, die Begriffe intrinsische und extrinsische Lesemotivation und schließlich wird die Frage, inwiefern das Lesetagebuch zur Leseförderung geeignet ist, unter Einbezug möglicher Aufgabenstellungen zum Jugendroman "Nichts" von Janne Teller, erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DEFINITION VON LESEFÖRDERUNG
2.1 KONZEPTE DER LESEFÖRDERUNG
2.2 LESESOZIALISATION UND –FÖRDERUNG AUF DEN SEKUNDARSTUFEN
3. LESEMOTIVATION – INTRINSISCHE UND EXTRINSISCHE MOTIVATION
4. DAS LESETAGEBUCH
4.1 LESETAGEBÜCHER IM DEUTSCHUNTERRICHT
4.2 MÖGLICHE AUFGABEN ZU NICHTS VON J. TELLER
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung des Lesetagebuchs als didaktisches Instrument zur systematischen Leseförderung im Deutschunterricht der Sekundarstufe. Dabei wird insbesondere analysiert, wie diese Methode die intrinsische Lesemotivation bei Jugendlichen steigern kann, unter besonderer Berücksichtigung der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Jugendroman Nichts von Janne Teller.
- Theoretische Grundlagen und Modelle der Leseförderung
- Psychologische Aspekte der intrinsischen und extrinsischen Lesemotivation
- Didaktische Funktion und Anforderungsprofil von Lesetagebüchern
- Praktische Umsetzungsmöglichkeiten anhand von Nichts von Janne Teller
- Herausforderungen in Bezug auf Vertrauensbasis und Bewertungspraxis
Auszug aus dem Buch
4.2 Mögliche Aufgaben zu Nichts von J. Teller
In dem gesellschaftskritischen Jugendroman Nichts, verfasst von Janne Teller, geht es um die Frage, was im Leben wichtig ist und ob etwas im Leben eine Bedeutung hat. Pierre Anthon, ein Schüler der dänischen Schulklasse, behauptet, dass nichts im Leben von Bedeutung wäre. Daraufhin beschließen seine Mitschülerinnen und Mitschüler ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Dafür kreieren sie einen Berg von Bedeutungen in einem leerstehenden Sägewerk, auf dem jeder einen Gegenstand opfern muss, der von Bedeutung für ihn ist. Dabei entscheiden sie nach der Reihenfolge, was die Nächste, oder der Nächste abgeben muss. Der Berg von Bedeutungen wächst immer weiter und auch die Opfer, die zu erbringen sind, werden immer fragwürdiger. Neben einem Kruzifix, einem Sarg des verstorbenen Bruders, einem Gebetsteppich und einem Finger, wird schließlich auch die Unschuld einer Schülerin gefordert.
Als ein Schüler von dem Berg der Bedeutungen erzählt, werden die Polizei und die Medien auf ihn aufmerksam. Anschließend wird die Konstruktion von einem amerikanischen Museum für viel Geld abgekauft und der Medienrummel lässt rasant nach. Aufgrund dessen sieht sich Pierre Anthon in seinem Gedanken und seiner Meinung, dass nichts im Leben eine Bedeutung hat, bestätigt. Es entsteht ein großer Streit zwischen den Mitschülern, in den auch Pierre Anthon letztlich gerät. Sie lassen ihren Frust und ihr Entsetzen über die Ereignisse an ihm aus, so dass er folglich leblos neben dem Berg der Bedeutung liegt. Schließlich stirbt Pierre Anthon aufgrund eines Brandes in derselben Nacht im Sägewerk und auch der Berg der Bedeutungen brennt nieder. Die Geschehnisse hinterlassen bei den Jugendlichen nachhaltige, psychische Schäden. Wie bereits oben erwähnt, wirft der Jugendroman viele gesellschaftskritische, ethische und philosophische Fragen auf, die für Jugendliche präsent und wertvoll sind, wie zum Beispiel die Frage nach dem Sinn des Lebens. Außerdem bietet die Lektüre viel Diskussionspotential, sie thematisiert wichtige und aktuelle Themen wie Gruppendynamik, Gruppendynamik, Gruppenzwang und Aussichtslosigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel thematisiert die Bedeutung der Lesekompetenz für die gesellschaftliche Teilhabe und die Herausforderung, das Interesse am Lesen bei Jugendlichen in der Pubertät zu erhalten.
2. DEFINITION VON LESEFÖRDERUNG: Hier werden pädagogische Modelle der Leseförderung sowie die zentrale Rolle der Lehrkraft als Motivator für Schülerinnen und Schüler dargestellt.
2.1 KONZEPTE DER LESEFÖRDERUNG: Dieses Kapitel erläutert die institutionsübergreifende Zusammenarbeit und die Notwendigkeit, individuelle Leseinteressen bei der Förderung zu berücksichtigen.
2.2 LESESOZIALISATION UND –FÖRDERUNG AUF DEN SEKUNDARSTUFEN: Es wird die Problematik der "literarischen Pubertät" beschrieben und die Notwendigkeit betont, Ganzschriften im Unterricht zu behandeln, die an die Lebenswelt der Jugendlichen anknüpfen.
3. LESEMOTIVATION – INTRINSISCHE UND EXTRINSISCHE MOTIVATION: Der theoretische Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen extrinsischem Lernen durch Anreize und der angestrebten intrinsischen Motivation für nachhaltiges Lernen.
4. DAS LESETAGEBUCH: Das Kapitel definiert das Lesetagebuch als Lernmedium, das eine schreibende Auseinandersetzung mit Lektüre ermöglicht, aber hohe Anforderungen an die Vertrauensbasis zwischen Lehrenden und Lernenden stellt.
4.1 LESETAGEBÜCHER IM DEUTSCHUNTERRICHT: Die historische Entwicklung und der didaktische Wandel des Lesetagebuchs hin zu einem Instrument der reflektierten Rezeption von Literatur werden aufgezeigt.
4.2 MÖGLICHE AUFGABEN ZU NICHTS VON J. TELLER: Das Kapitel schlägt konkrete kreative und analytische Aufgabenstellungen zum Roman vor, um ethische Fragestellungen und das Textverständnis zu vertiefen.
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Autorin resümiert, dass das Lesetagebuch bei entsprechenden Voraussetzungen ein wertvolles, förderndes Medium für den Literaturunterricht darstellt.
Schlüsselwörter
Leseförderung, Lesekompetenz, Lesemotivation, Lesetagebuch, Literaturdidaktik, Deutschunterricht, Sekundarstufe, Nichts, Janne Teller, Lesesozialisation, Intrinsische Motivation, Extrinsische Motivation, Literaturerziehung, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht, Jugendroman.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, inwiefern das Lesetagebuch ein geeignetes methodisches Mittel darstellt, um die Lesemotivation und Lesekompetenz bei Jugendlichen im Deutschunterricht zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit verknüpft didaktische Konzepte der Leseförderung und Lesesozialisation mit psychologischen Erkenntnissen zur Lernmotivation und praktischen Anwendungsbeispielen aus dem Unterricht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu klären, ob das Lesetagebuch zur systematischen Leseförderung geeignet ist und wie man es didaktisch sinnvoll einsetzen kann, um Schülerinnen und Schüler zur aktiven und reflektierten Auseinandersetzung mit Literatur zu bewegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine literaturdidaktische Hausarbeit, die auf Basis von Fachliteratur und unter Einbeziehung curricularer Vorgaben (Hessen) eine methodische Analyse durchführt und diese exemplarisch auf den Jugendroman "Nichts" anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Leseförderung und Motivation, eine detaillierte Erläuterung der Methode Lesetagebuch sowie einen Anwendungsteil, der konkrete Aufgabenformate für den Roman von Janne Teller skizziert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der Leseförderung und -motivation die Begriffe Lesetagebuch, literarische Pubertät, intrinsische Motivation sowie die handlungs- und produktionsorientierte Literaturdidaktik.
Wie unterscheidet sich laut Autorin das Lesetagebuch im Unterricht vom privaten Tagebuch?
Im Gegensatz zum rein privaten, intimen Tagebuch ist das Lesetagebuch im Unterricht ein Lern- und Mitteilungsmedium, das zur Veröffentlichung beziehungsweise zur Einsicht und Beurteilung durch die Lehrkraft bestimmt ist.
Warum ist laut der Arbeit eine Vertrauensbasis für das Lesetagebuch notwendig?
Da Schüler ihre persönlichen Gedanken zu einer Lektüre offenlegen sollen, ist eine angstfreie Atmosphäre essentiell, damit Lernende nicht aus Sorge vor schlechter Bewertung ihre Meinung verfremden oder sich in ihrer Ausdrucksweise einschränken.
- Quote paper
- Büsra Kocabiyik (Author), 2017, Das Lesetagebuch als Methode zur Leseförderung und zur Steigerung der Sprachkompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/380421