Schmerz ist ein zentrales Symptome bei vielen unheilbaren Erkrankungen und am Lebensende. Dabei ist Schmerz kein rein körperlicher Vorgang, sondern wird beeinflusst durch psychische, soziale und spirituelle Faktoren. Schmerzen bewirken Trauer, Hoffnungslosigkeit und existenzielle Angst, was wiederum die Wahrnehmung des Schmerzes befördert.
Darüber hinaus verursachen Schmerzen weitere Probleme wie Schlaflosigkeit, Bewegungseinschränkungen oder Appetitmangel. Eine effektive Schmerzlinderung ist demnach Voraussetzung für die Bewältigung von Krankheit und der damit verbundenen Symptomlast.
Die Palliative Care hat es sich zur Aufgabe gemacht Schwerkranken und Sterbenden eine effektive Schmerzlinderung zu ermöglichen. Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, ist Erhalt oder Wiederherstellen von Lebensqualität das übergeordnete Behandlungsziel. Das Konzept der Palliativen Schmerzbehandlung berücksichtigt alle Aspekte des Schmerzes sowie die individuellen Bedingungen und Wahrnehmungen des Betroffenen. Es beinhaltet verschiedene medikamentöse, physikalische und psychologische Maßnahmen, die immer wieder auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit überprüft werden müssen. Palliative Schmerzbehandlung ist eine umfassende und multiprofessionelle Aufgabe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schmerzentstehung und Klassifikation
2.1 Ätiologie Entstehungsursachen
2.1.1 Tumorbedingter Schmerz
2.1.2 Therapiebedingter Schmerz
2.1.3 Tumorassoziierter Schmerz
2.1.4 Tumorunabhängiger Schmer
2.2 Pathophysiologie
2.2.1 Nozizeptorschmerzen
2.2.2 Neuropathische Schmerzen
2.2.3 zeitlicher Verlauf
2.2.4 Schmerzmodulation
2.3 akuter und chronifizierter Schmerz
2.4 psychische Grundlagen des Schmerzempfindens und der Schmerzäußerung
3 Schmerzerfassung
3.1 Assessmentinstrumente zur Schmerzerfassung
3.1.1 Schmerzstärke
3.1.2 Schmerzempfindung
3.1.3 Schmerzverhalten
3.1.4 Schmerzbewältigung
3.1.5 klinische Anwendung
4 Schmerzbehandlung
4.1 medikamentöse Schmerztherapie
4.1.1 Nichtopioid-Analgetika (WHO-Stufe 1)
4.1.2 Opioide Analgetika (WHO-Stufen 2 und 3
4.1.3 Probleme und Nebenwirkungen der Opioidtherapie
4.1.4 Koanalgetika
4.1.5 Vorgehen bei der medikamentösen Schmerztherapie
4.2 invasive Schmerztherapie
4.3 Physikalische Methoden der Schmerzbehandlung
4.4 Psychologische Methoden der Schmerzbehandlung
4.4.1 Schmerzbewältigungstraining
4.4.2 Psychologische Schmerztherapie
4.4.3 Psychotherapie bei Schmerz
4.3.4 Bedeutung der psychotherapeutischen Schmerzbehandlung
5 Aufgaben und Funktion der Pflegenden bei der Schmerztherapie
5.1 Schmerzerfassung und Verlaufsdokumentation
5.2 Überwachen der medikamentösen Therapie
5.3 Durchführen von unterstützenden Maßnahmen
5.3.1 Mit Aromaölen pflegen
5.3.2 Wickel und Auflagen
5.3.3 Berührung
6 Lebensqualität als regulierendes Prinzip der Schmerztherapie
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht die Gestaltung einer effektiven palliativen Schmerzbehandlung, die über die rein physische Symptomkontrolle hinausgeht und den Patienten ganzheitlich in den Mittelpunkt stellt, um dessen Lebensqualität trotz fortgeschrittener Erkrankung zu maximieren.
- Multimodale Konzepte der Schmerztherapie (medikamentös, invasiv, physikalisch, psychologisch)
- Die zentrale Rolle der Pflegefachkräfte bei Schmerzerfassung und Dokumentation
- Einfluss psychischer, sozialer und spiritueller Faktoren auf das Schmerzempfinden
- Umsetzung des "Total Pain"-Konzepts in der täglichen Pflegepraxis
Auszug aus dem Buch
2. Schmerzentstehung und Klassifikation
Schmerz ist keine Krankheit, sondern ein Symptom mit einer Vielzahl von Ursachen. Die International Association for the Study of Pain (IASP) definiert Schmerz als „ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potentiellen Gewebeschädigungen verknüpft ist oder mit Begriffen solcher Schädigungen beschrieben wird“ (IASP zit. n. Schnell/Schulz 2014, S.64). Diese Definition zeigt, dass Schmerz zwar eine Reaktion des Körpers auf drohende Gefahren ist, aber gleichzeitig nicht als rein biologischen Vorgang verstanden werden darf, sondern als Prozess, der neben sensorischen auch kognitive, psychische, soziale und spirituelle Komponenten beinhaltet.
Um Schmerzen beurteilen zu können, bedarf es einer Klassifikation. Für den Tumorschmerz sind mehrere Klassifikationssysteme entwickelt worden. Sie teilen Schmerzen ein nach ihrer Entstehungsursache, nach der Pathophysiologie oder nach ihrer zeitlichen Dimension. Ebenso wichtig ist es die psychischen Grundlagen von Schmerzempfinden zu kennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die Prävalenz von Schmerzen bei Krebspatienten und die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes, der über rein körperliche Aspekte hinausgeht.
2. Schmerzentstehung und Klassifikation: Erläutert die Ursachen, pathophysiologischen Mechanismen und die zeitliche Einteilung von Schmerzen sowie die psychischen Einflussfaktoren auf das Schmerzempfinden.
3. Schmerzerfassung: Beschreibt verschiedene Assessmentinstrumente zur systematischen Messung von Schmerzstärke und -qualität bei Palliativpatienten.
4. Schmerzbehandlung: Führt in die multimodale Therapie ein, von medikamentösen Ansätzen nach dem WHO-Stufenschema bis hin zu physikalischen und psychologischen Methoden.
5. Aufgaben und Funktion der Pflegenden bei der Schmerztherapie: Definiert die essenzielle Rolle der Pflegekräfte bei der Verlaufsbeobachtung, Dokumentation und Durchführung unterstützender Maßnahmen.
6. Lebensqualität als regulierendes Prinzip der Schmerztherapie: Diskutiert, wie Lebensqualität bei unheilbaren Erkrankungen zum zentralen Therapieziel wird und wie Schmerztherapie dieses Ziel unterstützen kann.
Schlüsselwörter
Palliative Care, Schmerztherapie, Tumorschmerz, Schmerzerfassung, Pflege, WHO-Stufenschema, Lebensqualität, Symptomkontrolle, Multimodale Therapie, Schmerzbewältigung, Opioide, Koanalgetika, Schmerzassessment, Ganzheitliche Pflege, Total Pain.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schmerzbehandlung im Kontext der Palliativmedizin und der spezifischen Rolle, die Pflegefachkräfte dabei einnehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die Entstehung von Schmerzen, verschiedene diagnostische Assessmentmethoden, medikamentöse sowie nicht-medikamentöse Therapiewege und die Bedeutung der Lebensqualität für den Patienten ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine ganzheitliche palliative Schmerzbehandlung gestaltet werden muss, um Schwerkranken ein hohes Maß an Lebensqualität und Linderung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse aktueller Standards (wie dem WHO-Stufenschema und Expertenstandards für Schmerzmanagement) basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Klassifikation von Schmerzen, die Anwendung von Assessmentinstrumenten, die multimodale Schmerztherapie sowie die konkreten Aufgabenbereiche der Pflegekräfte bei der Patientenbetreuung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Palliative Care, multimodale Schmerztherapie, Lebensqualität und Schmerzassessment definiert.
Wie unterscheidet sich die pflegerische Schmerzerfassung von der medizinischen?
Während die medizinische Diagnose primär auf Ursache, Typ und Lokalisierung abzielt, fokussiert die Pflege auf die systematische Beobachtung der Auswirkungen des Schmerzes auf die Lebensbedürfnisse und das tägliche Befinden des Patienten im Zeitverlauf.
Warum ist das "Total Pain"-Konzept von Cicely Saunders so wichtig?
Es verdeutlicht, dass Schmerz nicht nur ein körperliches Phänomen ist, sondern untrennbar mit psychischen, sozialen und spirituellen Aspekten verbunden ist, was eine ganzheitliche Therapie zwingend erforderlich macht.
Welche Rolle spielen Aromaöle in der Palliativpflege?
Sie dienen als unterstützende Pflegemaßnahme zur Schmerzlinderung und Wohlbefindensförderung, wobei die Anwendung über die bloße Substanzwirkung hinaus auch durch Berührung und Zuwendung eine beruhigende Wirkung entfaltet.
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- Renate Balsing (Author), 2017, Schmerzbehandlung in der Palliative Care. Aufgaben und Funktion der Pflegenden bei der Schmerztherapie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/379034