Im Folgenden werden die einzelnen Schritte zur Seminarplanung und die Reflexion dieser beschrieben. Die Seminareinheit beschäftigt sich mit dem Text „Performatives Lernen und Lehren von Religion“ von Silke Leonhard und Thomas Klie.
Zu Beginn dieser Niederfassung werden zuerst die einzelnen Thesen des Textes erörtert und anschließend die Elemente und Prinzipien der Didaktik beschrieben. Im praktischen Teil wird die theoretisch erarbeitete Didaktik in ein Verhältnis zu ihrer Relevanz gesetzt. Im zweiten Teil liegt der Fokus auf der Seminarplanung, dabei werden die Voraussetzungen und Überlegungen niedergelegt und das Thema in die Seminarreihe eingeordnet.
Nach der theoretischen Überlegung wird die praktische Umsetzung der Seminarstunde beschrieben und reflektiert. Abschließend wird in der Reflexion eine persönliche Stellungnahme zur Relevanz der Didaktik gegeben.
Ziel dieser Arbeit ist es, dass die eigene Kompetenz überprüft und erweitert wird. Schwerpunkte liegen dabei in der Stundenplanung und Reflexion der Seminareinheit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Performatives Lernen und Lehren von Religion
2.1 Erörterung der Thesen
2.2 Perspektiven religionsästhetischer Bildung
2.2.1 Elemente: Form, Performance, Gestalt
2.2.2 Prinzipien: Performanz und Performativität
2.3 Praxis performativen Lehrens und Lernens
3 Sitzungsplanung
3.1 Organisatorische Angaben
3.2 Seminarthema
3.3 Bedingungsanalyse
3.4 Die Seminarreihe mit Einordnung der Thematik
3.5 Didaktische Analyse mit methodischer Überlegung
3.6 Lernziele und angestrebter Kompetenzzuwachs
4 Darstellung und Reflexion des realen Stundenverlaufs
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die theoretischen Grundlagen der Performativen Religionsdidaktik aufzuarbeiten und diese in eine konkrete, praktisch erprobte Seminarplanung sowie deren Reflexion zu überführen, um die eigene fachliche Kompetenz in der Unterrichtsgestaltung zu erweitern.
- Theoretische Fundierung der Performativen Religionsdidaktik nach Leonhard und Klie
- Analyse der Prinzipien von Performanz, Performativität und religionsästhetischer Bildung
- Konzeption und didaktische Planung einer Seminareinheit für Studierende der Theologie
- Durchführung und kritische Reflexion des realen Stundenverlaufs inklusive der Gruppenarbeitsphasen
Auszug aus dem Buch
2. Performatives Lernen und Lehren von Religion
Durch die Pluralisierung steht die Religionsdidaktik vor sich ständig entwickelnden Herausforderungen. Es muss ein System geschaffen werden, bei dem die Religionsdidaktik pluralitätsfähig ist. Diese ist dann pluralitätsfähig, „wenn sie Pluralität weder in eine Einheit aufheben noch sie in relativierender Beliebigkeit uneingeschränkt affirmieren, sondern sie qualitativ entwickeln und gestalten will“1. Ziel ist die Förderung der Schülerinnen und Schüler durch eine Entwicklung der „kritisch reflektierten religiösen und weltanschaulichen Wahrnehmungs- Kommunikations- und mündigen Urteilsfähigkeit“2. Laut Englert (2012) werden Veränderungen insofern definiert, dass die Religion an lebensweltlicher Bedeutung verliert. Dabei stellte er die problemorientierte Frage: „Inwieweit ist Religion für heutige Kinder und Jugendliche überhaupt von Interesse?“3 und gibt die Performative Religionsdidaktik als einen religionsdidaktischen Ansatz.
Silke Leonhard und Thomas Klie haben dreizehn Thesen bezüglich des performativen Lernens und Lehrens von Religion verfasst. Die erste These befasst sich damit, dass die elementare Bildung mehr als die kognitiven Kompetenzen umfasst, und zwar schließt sie die leibliche, räumliche und gemeinschaftliche Teilhabe am Leben ein4. Dadurch werden neue Lebensbezüge geschaffen, die „zur intersubjektiven Würde des Lebens beitragen“5. Dadurch sind die Grenzen rein ethischer Fragen im Religionsunterricht aufgebrochen. Bezogen auf die Erschließung der „Praxis des Evangeliums“6 im Religionsunterricht, ist es notwendig die Räume zu begehen und gemeinsam zu rekonstruieren7. Dabei sind nicht nur Kirchenräume und andere Räume religiöser Begegnungen gemeint, sondern auch „säkulare Räumlichkeiten“8. So hat auch der Klassenraum einen Einfluss auf die Lernsituation der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf die leibliche Komponente. Durch den Raum fühlt sich der Schüler in einer Rolle definiert und betrachtet sich aus der Sicht, die sich durch den Raum erschließt. Dadurch ist jede Person anders realisiert und fühlt sich bestimmt durch die eigene Perspektive und die eigene Biographie.9 Im Religionsunterricht ist die Überwindung der, durch die Perspektiven gegebenen Grenzen anzustreben. Dazu muss „die Stellung im Raum verlassen werden“10, denn durch eine Dynamik ist die Möglichkeit für neue Einsichten erst gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Planung und Reflexion der Seminareinheit, die sich mit dem Text von Leonhard und Klie über performatives Lernen befasst, und definiert das Ziel der Kompetenzerweiterung.
2 Performatives Lernen und Lehren von Religion: Hier werden die theoretischen Thesen, Elemente und Prinzipien der Performativen Religionsdidaktik erläutert, wobei insbesondere die Bedeutung von Raum, Leib und Performance im Fokus steht.
3 Sitzungsplanung: Dieses Kapitel erläutert die organisatorischen Rahmenbedingungen, die didaktische Analyse, die methodische Strukturierung und die angestrebten Lernziele der geplanten Seminareinheit.
4 Darstellung und Reflexion des realen Stundenverlaufs: Dieser Teil dokumentiert und kritisiert den tatsächlichen Ablauf der Seminarsitzung, inklusive der Gruppenarbeiten und der anschließenden Diskussion mit dem Plenum.
Schlüsselwörter
Performative Religionsdidaktik, Religiöse Performanz, Performativität, Religionsunterricht, Religionsästhetische Bildung, Seminarplanung, Didaktik, Biblische Hermeneutik, Pluralitätsfähigkeit, Kompetenzzuwachs, Reflexion, Gruppenarbeit, Schülerschaft, Katechese, Lebenswelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Aufarbeitung und praktischen Umsetzung der Performativen Religionsdidaktik im Rahmen einer Seminareinheit für Theologiestudierende.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Performative Lernen und Lehren, die religionsästhetische Bildung sowie die methodische Gestaltung von Unterrichtsprozessen, die über rein kognitives Lernen hinausgehen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist die Überprüfung und Erweiterung der eigenen Kompetenz in der Stundenplanung und Reflexion durch die Anwendung performativer Ansätze.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Analyse angewendet, die Theorie mit der praktischen Planung und anschließenden Reflexion des Stundenverlaufs verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die theoretischen Thesen von Leonhard und Klie, definiert Begriffe wie Performanz und Performativität und stellt detailliert die Sitzungsplanung und die Reflexion der Durchführung dar.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Performative Religionsdidaktik, religionsästhetische Bildung, Performanz, Performativität und didaktische Reflexion.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit im Seminar?
Die Gruppenarbeit dient der praktischen Anwendung der Theorie durch die Erarbeitung von Stundenentwürfen zu spezifischen Bibelstellen für unterschiedliche Altersgruppen.
Wie unterscheidet sich die Performative Didaktik vom klassischen Katechismus?
Der Hauptunterschied liegt laut Autorin in der bewussten Kombination von Erfahrung und Reflexion, wobei die Performativität nicht missionarisch, sondern als Bildungsansatz verstanden werden soll.
- Quote paper
- Anita Greinke (Author), 2014, Elemente und Prinzipien religionsästhetischer Bildung. Analyse von Silke Leonhards und Thomas Klies "Performatives Lernen und Lehren von Religion", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/378488