Diese Hausarbeit vergleicht den utilitaristischen Standpunkt Mills mit dem Rawls in Bezug auf die Frage: Wie hängt der Wert der Nützlichkeit mit der Konzeptualisierung der Gerechtigkeit in den Ansätzen von J. S. Mill und J. Rawls zusammen?
Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen. Doch um mit anderen Menschen zusammenleben zu können, bedarf es einem komplexen System aus Verhaltensregeln und Normen, einer Gesellschaft. Das Leben in einer funktionierenden Gesellschaft verlangt eine Übereinstimmung dieser Regeln. Aber wie kann man gleiche Normen für eine Gruppe, die aus Individuen besteht, festlegen? Woher hat man die Gewissheit, dass man richtig oder gewiss handelt?
In dieser Hausarbeit werden zwei Lösungsvorschläge für dieses Problem untersucht und verglichen. Zunächst befasst sich die Arbeit mit John Stuart Mills utilitaristischer Moralphilosophie und anschließend mit Rawls Vertragstheorie. Beide Philosophen werden eingeführt mit einigen relevanten biographischen Informationen, um anschließend ihre Theorien zu erläutern
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. John Stuart Mills utilitaristische Moralphilosophie
2.1 Begriffe der Nützlichkeit und Gerechtigkeit
2.2 Merkmale der Ungerechtigkeit
2.3 Gerechtigkeitsgefühl und Bestrafung
3. John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit als Fairness
3.1 Historischer Kontext und Kritik am Utilitarismus
3.2 Idealgesellschaft und Urzustand
3.3 Soziale Gerechtigkeit und Grundstruktur
4. Vergleich und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem Wert der Nützlichkeit und der Konzeptualisierung von Gerechtigkeit durch einen kritischen Vergleich der utilitaristischen Ethik von John Stuart Mill und der Vertragstheorie von John Rawls.
- Grundlagen des utilitaristischen Nutzenprinzips bei J. S. Mill
- Analyse des Gerechtigkeitsbegriffs in Verbindung mit Nützlichkeit
- Kritik des Utilitarismus durch John Rawls
- Die Theorie der Gerechtigkeit als Fairness und der Urzustand
- Gegenüberstellung der Ansätze hinsichtlich ihrer universellen Anwendbarkeit
Auszug aus dem Buch
Die utilitaristische Moral und das Streben nach Glück
Zusammengefasst bedeutet es, Mills utilitaristische Moral fordert das Aufgeben des eigenen Glücks für den größtmöglichen Nutzen insgesamt. Dieses erkennt er als die höchste Tugend allgemein an. Es ist nicht garantiert, dass wenn man sich an dieses Prinzip hält ein glücklicherer Mensch wird, jedoch schützt eine solche Lebenseinstellung vor Schicksalsschlägen. Das angestrebte Ziel ist ein Leben, welches nach quantitativen wie nach qualitativen Maßstäben so frei von Unlust ist wie nur möglich. Schließlich ist das Streben nach Glück der Endzweck der menschlichen Handlung aus utilitaristischer Sicht und somit auch die Norm der Moral. Eine Norm, die nicht nur für den Menschen, sondern für die gesamte fühlende Natur gilt.
Jedoch kann die utilitaristische Norm nicht zulassen, dass das Opfer zum Wohl der Allgemeinheit so groß ist, dass es sich durch das zugetragene Glück ausgleicht oder das allgemeine Glück sogar verringert. Um sich diesem Ideal anzunähern fordert die utilitaristische Moral erstens, dass die Interessen jedes einzelnen mit dem der Gesellschaft in Übereinstimmung gebracht werden und zweitens, dass die Gesellschaft dazu erzogen wird so zu handeln, dass es zu dem Glück der Allgemeinheit beiträgt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des gemeinschaftlichen Zusammenlebens ein und stellt die beiden zu untersuchenden Theorien von John Stuart Mill und John Rawls vor.
2. John Stuart Mills utilitaristische Moralphilosophie: Dieses Kapitel erläutert das Nutzenprinzip, die hedonistische Komponente von Glück sowie die Verbindung zwischen Nützlichkeit und den Gefühlen von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit.
3. John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit als Fairness: Hier wird der zeitgeschichtliche Kontext von Rawls' Werk beleuchtet, seine Kritik am Utilitarismus dargelegt und das Modell der Gerechtigkeit als Fairness im Urzustand erklärt.
4. Vergleich und Fazit: Das abschließende Kapitel setzt beide Theorien zueinander in Beziehung und bewertet deren Stärken sowie Schwächen im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit und Missbrauchspotenziale.
Schlüsselwörter
Gerechtigkeit, Nützlichkeit, Utilitarismus, John Stuart Mill, John Rawls, Gesellschaftsvertrag, Urzustand, Fairness, Moral, Glück, Nutzenprinzip, soziale Gerechtigkeit, Sittlichkeit, Menschenrechte, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie zwei einflussreiche philosophische Strömungen – der Utilitarismus und die Theorie der Gerechtigkeit als Fairness – das Verhältnis von Nützlichkeit und Gerechtigkeit definieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themenfelder sind das Nutzenprinzip nach Mill, die Rolle der Gerechtigkeit als Tugend sozialer Institutionen bei Rawls und die ethische Rechtfertigung von Gesetzen und Handlungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie der Wert der Nützlichkeit mit der Konzeptualisierung der Gerechtigkeit in den Ansätzen von Mill und Rawls zusammenhängt und welche theoretischen Differenzen bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse und Interpretation klassischer philosophischer Werke, gestützt durch biographische Informationen und eine Einordnung in den historischen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die utilitaristische Ethik von Mill, inklusive der Unterscheidung von Lust und Unlust, sowie die Vertragstheorie von Rawls, insbesondere das Konzept des Urzustands.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gerechtigkeit, Nützlichkeit, Utilitarismus, Urzustand, Fairness und Gesellschaftsvertrag.
Was ist der Hauptkritikpunkt von Rawls am Utilitarismus?
Rawls kritisiert, dass der Utilitarismus nicht zwischen Individuen unterscheidet und das Glück einzelner Menschen für den Nutzen der Allgemeinheit opfern kann, was er als Verstoß gegen die Gerechtigkeit wertet.
Welche Rolle spielt der "Urzustand" bei Rawls?
Der Urzustand ist ein Gedankenexperiment, in dem Menschen ohne Wissen über ihre eigene soziale Stellung oder ihre natürlichen Gaben Grundsätze für eine faire Gesellschaft wählen, um Objektivität und Unparteilichkeit zu gewährleisten.
Wie unterscheidet Mill Gerechtigkeit von bloßer Nützlichkeit?
Mill sieht Gerechtigkeit als den wichtigsten Teil der Moral, der jedoch eng mit der Nützlichkeit verknüpft bleibt, da auch gerechtes Handeln letztlich das allgemeine Glück sichern muss.
- Arbeit zitieren
- Freya Gerz (Autor:in), 2015, Wie hängt der Wert der Nützlichkeit mit der Konzeptualisierung der Gerechtigkeit in den Ansätzen von J. S. Mill und J. Rawls zusammen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/378321