Aufgabe dieser Hausarbeit ist es, eine Analyse über das Sprachempfinden von anderen Ländern auf die deutsche Sprache zu produzieren. Die Inspiration, diese Hausarbeit zu verfassen, wurde mir auf meiner Reise nach Barcelona von einem Einheimischen geliefert. Als meine Freunde und ich ins Restaurant traten und wir uns unterhielten, sprach der Wirt uns mit einem verächtlichen Tonfall und den Worten: „So you’re speaking potatoe, eh?“ an.
Dieser Vorfall manifestierte sich und gab auschlaggebenden Grund für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema der Sprachempfindung und Beurteilung von anderen Sprachen. Der erste Teil dieser Arbeit wird sich mit dem Begriff der Sprachempfindung der deutschen Bevölkerung beschäftigen. Dabei werden die in Deutschland vorhandenen Sprachvarietäten mithilfe einer repräsentativen Studie verglichen und erläutert, welche der Varietäten die sympathischsten Dialekte darstellen und welche Position das Moselfränkische in Deutschland einnimmt.
Im Zentrum wird aber die Analyse der Sprachempfindung des Deutschen in Luxemburg stehen. Bei der Kategorisierung der Sprachempfindung werden verschiedene Kriterien wie zum Beispiel Ästhetik, Modernität, Vertrautheit, Kultiviertheit und Nützlichkeit herangezogen. Luxemburg ist ein Staat, in dem drei verschiedene, in der Verfassung festgehaltene Landessprachen vorhanden sind. Dies bietet die Möglichkeit, einen Vergleich zwischen dem Deutschen, Französischen und Englischen innerhalb des Sprachraumes Luxemburg durchzuführen.
Auch die Medien in Luxemburg sind dreisprachig gehalten. Die verschiedene Sprachverteilung in den Medien, also Zeitung, Fernsehprogramm und Radio wird betrachtet und anhand einer Studie erklärt, warum diese Medien von bestimmten Sprachen monopolisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Wie empfinden die Deutschen das Deutsche?
2. Luxemburg - Entstehung eines dreisprachigen Landes
3. Die deutsche Sprache in Luxemburg
3.1. Schule
3.2. Medien
3.3. Zusammenfassend: Wie empfinden die Luxemburger das Deutsche?
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Sprachempfinden gegenüber dem Deutschen sowohl innerhalb Deutschlands als auch mit speziellem Fokus auf die Situation in Luxemburg, um soziolinguistische Unterschiede und das Ansehen der Sprache in einem mehrsprachigen Kontext zu verdeutlichen.
- Sprachempfinden der Bevölkerung in Deutschland
- Stellenwert und Bewertung von Dialekten
- Entstehung der Mehrsprachigkeit in Luxemburg
- Sprachverwendung und Status des Deutschen in luxemburgischen Schulen und Medien
- Vergleich der Wahrnehmung verschiedener Sprachen in Luxemburg
Auszug aus dem Buch
3.2. Medien
In den Medien wie Zeitungen, Zeitschriften und anderen schriftsprachlichen Erzeugnissen stellt Deutsch noch heute die wichtigste Sprache dar. 77% der Luxemburger und 37% der Pendler bzw. der ausländischen Bevölkerung in Luxemburg lesen ihre Zeitschriften auf Deutsch. Die wichtigsten Zeitungen sind u.a. d’Wort, tageblatt, Télécran und Revue (Gilles 2009: 4). Die Frage stellt sich jetzt jedoch, warum die Zeitungen größtenteils auf Deutsch geschrieben worden sind, wobei nur ca. 29% der in Luxemburg lebenden das Deutsche als Zweitsprache haben und nur 3% als Erstsprache?
Die Antwort auf diese Frage lässt sich darauf zurückführen, dass die gedruckte Presse von Deutschsprachigen in Luxemburg etabliert wurde. Im 19. Jahrhundert wurde, obwohl die gehobene Verwaltungssprache das Französische war, von den katholischen Luxemburger eine deutsche Zeitung veröffentlicht. Das Luxemburger Wort für Wahrheit und Recht wurde 1848 vom Klerus gegründet und setzte die deutsche Sprache als überwiegende Pressesprache für Luxemburg fest. Die Nachfolgenden Zeitungen orientierten sich, wie es meist so der Fall ist, an den gegebenen Umständen und verwendeten ebenfalls das Deutsche (Gilles 2009: 7). „Überwiegend“ lässt die Vermutung zu, dass neben Deutsch noch andere Sprachen in der Zeitung verwendet werden. Dem ist auch so. Bei politischen Ereignissen in Frankreich oder Belgien werden Artikel auch in Französisch oder Luxemburgisch abgedruckt. Allgemein kann gesagt werden, dass die deutsche Sprache in Luxemburg mit einem defizitären Rückgang behaftet ist (Gilles 2009: 7). Die jüngeren Leser kaufen vermehrt Zeitungen in denen französische Artikel abgedruckt sind. Der Trend, dass Deutsch bei den gedruckten Medien an Wertschätzung verliert, lässt sich auch durch den Bücherkauf zeigen. Die Präferenz für französische und englischsprachige Bücher wächst mit zunehmenden Bildungsgrad stark an. Dieser soziolinguistische Effekt wird dadurch gestärkt, dass vermehrt Personen mit lediglich einem Haupt- oder Grundschulabschluss nahezu ausschließlich deutsche Literatur bevorzugen (Gilles 2009: 8).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Sprachempfindung ein und begründet die wissenschaftliche Untersuchung durch eine persönliche Erfahrung sowie die Zielsetzung der Analyse in Deutschland und Luxemburg.
1. Wie empfinden die Deutschen das Deutsche?: Dieses Kapitel untersucht die Einstellung der deutschen Bevölkerung zur eigenen Sprache anhand von Studien, wobei Standarddeutsch meist positiv bewertet wird, während Dialekte unterschiedliche Akzeptanz erfahren.
2. Luxemburg - Entstehung eines dreisprachigen Landes: Es wird die historische Entwicklung der Mehrsprachigkeit in Luxemburg und die Entstehung des Luxemburgischen als Folge von Sprachkontakten und politischen Grenzverschiebungen erläutert.
3. Die deutsche Sprache in Luxemburg: Hier werden die Verwendungszwecke und der Status des Deutschen in Luxemburg analysiert.
3.1. Schule: Dieses Kapitel behandelt die Rolle des Deutschen im luxemburgischen Bildungssystem, wobei besonders die Herausforderungen durch die Mehrsprachigkeit für Schüler beleuchtet werden.
3.2. Medien: Das Kapitel betrachtet die Dominanz und den gleichzeitigen Rückgang des Deutschen in den luxemburgischen Printmedien sowie die Sprachwahl in Fernsehen und Radio.
3.3. Zusammenfassend: Wie empfinden die Luxemburger das Deutsche?: Es wird das Ansehen der vier Hauptsprachen Luxemburgs gegenübergestellt, wobei das Deutsche als eher weniger prestigeträchtig wahrgenommen wird.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Deutsche in Luxemburg eine untergeordnete Rolle spielt und bei Jugendlichen an Bedeutung gegenüber Französisch und Englisch verliert.
Schlüsselwörter
Sprachempfinden, Deutschland, Luxemburg, Mehrsprachigkeit, Dialekt, Standarddeutsch, Sprachkontakt, Mediennutzung, Schulbildung, Soziolinguistik, Identität, Sprachprestige, Luxemburgisch, Deutschunterricht, Sprachwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Sprachempfinden und das Ansehen der deutschen Sprache in Deutschland sowie deren speziellen Status und Verwendung im mehrsprachigen Kontext Luxemburgs.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Spracheinstellungen, Dialektwahrnehmung, die historische Entwicklung der Mehrsprachigkeit in Luxemburg sowie die Verwendung des Deutschen in Schulen und Medien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Deutsche wahrgenommen wird und wie sich der gesellschaftliche Stellenwert der Sprache in einem Staat mit mehreren Amtssprachen gestaltet.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender soziolinguistischer Studien und statistischer Daten zur Mediennutzung und Spracheinstellung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Sprachempfinden in Deutschland, die historische Entstehung der luxemburgischen Mehrsprachigkeit sowie die spezifische Rolle des Deutschen in luxemburgischen Schulen und Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Sprachempfinden, Luxemburg, Mehrsprachigkeit, Dialekt, Sprachkontakt und Soziolinguistik.
Warum spielt die Schule eine so wichtige Rolle für das Deutsche in Luxemburg?
Da Deutsch die primäre Alphabetisierungssprache im luxemburgischen Schulsystem ist, fungiert die Schule als zentraler Ort der Sprachvermittlung, steht aber aufgrund der hohen Anforderungen und der Schülerschaft vor großen Herausforderungen.
Warum wird das Deutsche in luxemburgischen Medien heute kritisch betrachtet?
Obwohl das Deutsche in Printmedien noch stark präsent ist, verliert es bei der jüngeren Generation an Wertschätzung, da diese vermehrt das Französische und Englische als modernere Statussprachen wahrnimmt.
- Quote paper
- Philipp Nern (Author), 2016, Sprachempfindung des Deutschen in Luxemburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/376817