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Der Freitod als Privileg des Humanen. Jean Amerys "Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod"

Title: Der Freitod als Privileg des Humanen. Jean Amerys "Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod"

Seminar Paper , 2017 , 27 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Florian Leiffheidt (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

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Kaum ein Phänomen scheint bis heute so umstritten, so kontrovers und gleichsam so ungeklärt wie das des menschlichen Suizids. Schon allein bei der Verwendung der Benennungen zeichnen sich Kontroversen ab. "Suizid", "Selbstmord", "Selbsttötung" oder gar "Freitod" – all diese Bezeichnungen tauchen auf, wenn sich ein Mensch das eigene Leben nimmt.

Viel strittiger gestaltet sich die Einordnung eben dieses Phänomens des menschlichen Daseins. Ist er natürlich oder unnatürlich, rational oder irrational, oder ist er vielleicht sogar die höchste Form des Ausdrucks menschlicher Freiheit und Selbstbestimmung? Gibt es triftige und nicht-triftige Gründe für einen Menschen, aus eigener Kraft und durch selbsttätiges Handeln aus dem Leben zu scheiden?

Jean Amérys Diskurs über den Freitod kann ohne Zweifel als eines der Standardwerke bezeichnet werden, welches sich in selten eindringlicher wie eindeutiger Art und Weise mit der Frage nach dem Wesen wie der moralischen wie rationalen Akzeptanz des Freitodes auseinandersetzt und letztlich eine radikale Losung verkündet. Nicht zuletzt deswegen wurde der Essayband Amérys nach seinem Erscheinen äußerst kontrovers diskutiert und sein Autor umso schärfer kritisiert, da man ihm unterstellte, er habe mit seinem Diskurs ein nahezu romantisch-verklärendes Bild des Suizidenten inszeniert und stifte dadurch insgeheim gar zur Selbsttötung an.

Doch, war respektive ist diesen Vorwürfen zu glauben? Handelt es sich bei Amérys Schrift tatsächlich um eine Verharmlosung des Suizids oder vielmehr um einen Versuch der Rehabilitierung der Klasse der Suizidenten, einen Versuch, sie aus dem Dunkel des Kranken, des Unnormalen zu befreien und sie als normale Menschen und ihren Tod als einen normalen Teil der Gesellschaft anzusehen?

Die vorliegende Arbeit wird einen Versuch einer Auseinandersetzung mit diesen Fragen darstellen, indem sie zentrale Thesen aus Jean Amerys "Diskurs über den Freitod" darzulegen und moralphilosophisch zu diskutieren versucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Suizid als gesellschaftliche Kontroverse

2. JEAN AMÉRY: Hand an sich legen. Ein Diskurs über den Freitod

2.1. JEAN AMÉRY – ein biographischer Abriss

2.2. Zusammenhänge zwischen Leben und Werk Amérys

3. Hand an sich legen – ein Diskurs über den Freitod (1974)

3.1. Zum Begriff des 'Freitod'

3.2. Freitod als Moment der personell-intentionalen Egalität

3.3. Freitod als Moment der Natürlichkeit

3.4. Freitod als Moment der Freiheit

4. Eigene Betrachtungen zu einigen Ausführungen Amérys

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das moralphilosophische Werk "Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod" von Jean Améry. Ziel ist es, seine zentralen Thesen – insbesondere das Verständnis des Freitodes als einen Akt höchster individueller Freiheit und Selbstbestimmung – darzulegen und kritisch zu hinterfragen, ob eine Rehabilitierung des Suizidenten gegenüber gesellschaftlichen Tabus und therapeutischen Interventionen philosophisch haltbar ist.

  • Moralphilosophische Einordnung des Freitodes
  • Biographische Prägung des Werkes durch Jean Améry
  • Kritik an der gesellschaftlichen Ächtung von Suizid
  • Spannungsfeld zwischen Lebenslogik und Todeslogik
  • Diskussion der individuellen Freiheit gegenüber therapeutischer Intervention

Auszug aus dem Buch

Zum Begriff des 'Freitod'

Zunächst muss die Frage erörtert werden, warum sich AMÉRY in seinem Diskurs für genau diese Form der Benennung entschlossen hat resp. entschieden haben könnte. Gerade im Bereich der Beendigung des eigenen Lebens eines Menschen herrscht eine Vielzahl unterschiedlicher Begriffe vor, und in jeder dieser vielfältigen Bezeichnungen für etwas scheinbar schwer zu Bezeichnendes steckt eine andere Art der Akzentuierung, in semantischer und, damit einher gehend, auch in moralphilosophischer Hinsicht. Innerhalb dieses Anschnittes sollen die Begriffe 'Selbstmord' und 'Freitod' eingehender beleuchtet werden, zudem sollen Amérys eigene Ausführungen zum Begriff des Freitodes ihre Erwähnung und Erörterung finden.

Unbezweifelt kann behauptet werden, dass bereits im Kompositum 'Selbstmord' eine negative Bewertung stattfindet. Es wird durch die Benennung als zusammengesetztes Nomen in Verbindung mit dem weiteren Nomen 'Mord', welches die bekannte Straftat des gewaltsamen Beenden eines Menschenlebens meint, ein Zusammenhang zwischen dem Beenden des eigenen Lebens und dem gewaltsamen Beenden des Leben eines anderen Menschen, also einer verbotenen und unter Haftstrafe stehenden Tat, entwickelt. Aus einer Bezeichnung wird eine Wertung, wenn nicht gar, eine Abwertung. Durch das Benennen der Selbsttötung eines Menschen als ein 'Mord' wird aber nicht nur der Kontext zu einer verbotenen und bestrafenswerten Tat gezogen, sondern es wird auch eine Verknüpfung zum Begriffsfeld der Gewalt gezogen. Morde geschehen, abgesehen von einigen Ausnahmen, stets in gewaltsamer und teilweise höchst brutaler Form. Durch die Bezeichnung eines Selbsttötungsaktes als 'Mord' und eben nicht als das, was er ist, nämlich eine Tötung, rücke ich in also per se sowohl in die Nähe zu gewalttätigen Handlungen als auch in die Nähe zu gesellschaftlich geächteten und unter juristischer Verfolgung wie Ahndung stehender (Straf)taten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Suizid als gesellschaftliche Kontroverse: Diese Einleitung beleuchtet die sprachliche und moralische Problematik bei der Einordnung des menschlichen Suizids und führt in das Werk von Jean Améry ein.

2. JEAN AMÉRY: Hand an sich legen. Ein Diskurs über den Freitod: In diesem Kapitel wird der biographische Hintergrund Amérys sowie der enge Zusammenhang zwischen seinen traumatischen Erfahrungen und seinem Verständnis von Freiheit dargelegt.

3. Hand an sich legen – ein Diskurs über den Freitod (1974): Hier werden Amérys zentrale Thesen analysiert, die den Freitod als freie Entscheidung und als Akt gegen das gesellschaftliche Diktat der Lebenserhaltung positionieren.

4. Eigene Betrachtungen zu einigen Ausführungen Amérys: Dieses Kapitel enthält eine kritische Auseinandersetzung des Autors mit Amérys Thesen und hinterfragt die Vereinbarkeit von Freiheit und psychischer Erkrankung bei Suizidentscheidungen.

Schlüsselwörter

Jean Améry, Freitod, Selbsttötung, Suizid, Philosophie, Moral, Lebenslogik, Todeslogik, Freiheit, Selbstbestimmung, Menschenwürde, Gesellschaftskritik, Existenzialismus, Psychologie, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den moralphilosophischen Überlegungen Jean Amérys in seinem Essayband "Hand an sich legen", um das Phänomen des Freitodes aus der Sicht des Individuums zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Begriffen wie "Freitod" und "Selbstmord", die kritische Distanz zur Suizidpsychologie sowie die philosophische Grundlegung der Freiheit im Angesicht des eigenen Todes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Amérys Position zum Freitod als einen Ausdruck höchster menschlicher Freiheit und Selbstbestimmung nachzuzeichnen und moralisch kritisch zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interpretative Literaturanalyse, bei der zentrale Thesen des Primärtextes von Améry mit philosophischen Begrifflichkeiten in einen moralphilosophischen Diskurs gestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die biographischen Wurzeln Amérys, erläutert die von ihm aufgestellten Logiken des Lebens und des Todes und bewertet die Ablehnung medizinisch-therapeutischer Interventionen im Suizidkontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Jean Améry, Freitod, Selbstbestimmung, Freiheit, Ethik und Gesellschaftskritik beschreiben.

Inwieweit hinterfragt die Arbeit Amérys Ansichten zu Depressionen?

Die Arbeit stellt kritisch zur Debatte, ob Amérys Postulat, dass auch psychisch schwer erkrankte Menschen eine "freie" Entscheidung zum Freitod treffen können, aus einer humanistischen und moralischen Perspektive haltbar ist.

Welches Verhältnis sieht Améry zwischen gesellschaftlicher Kontrolle und dem Individuum?

Améry sieht gesellschaftliche Institutionen (wie Medizin und Kirche) oft als gewaltsame Instanzen an, die dem Individuum das Recht auf eine selbstbestimmte Beendigung seines Lebens absprechen wollen.

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Details

Title
Der Freitod als Privileg des Humanen. Jean Amerys "Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod"
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Philosophie)
Grade
2,0
Author
Florian Leiffheidt (Author)
Publication Year
2017
Pages
27
Catalog Number
V376440
ISBN (eBook)
9783668536371
ISBN (Book)
9783668536388
Language
German
Tags
freitod privileg humanen jean amerys hand diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Leiffheidt (Author), 2017, Der Freitod als Privileg des Humanen. Jean Amerys "Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/376440
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