In der Regel zeigen Filme und Serien das Außergewöhnliche und Besondere. Erst in den letzten Jahren haben serielle TV-Formate, die das Alltägliche darstellen, an Zuwachs gewonnen. Auch die US-Amerikanische Fernsehserie „Desperate Housewives“ zeigt den Alltag von fünf Frauen, die in einer typisch amerikanischen Vorstadt wohnen und traditionelle Hausfrauenstereotypen verkörpern. Die Darstellung der mysteriösen und geheimnisvollen Vorgänge im Hausfrauenalltag in der Wisteria Lane steht im Mittelpunkt der Serie. Hierzu möchte ich im Folgenden analysieren, wie die Serie den typisch weiblichen Frauenalltag inszeniert.
Zuerst fasse ich den Inhalt der Serie kurz zusammen, um anschließend den Alltagsbegriff zu klären. Um den Hintergrund der Serie besser verständlich zu machen, gehe ich im darauffolgenden Kapitel auf den klassischen Hausfrauenalltag in US-amerikanischen Vorstädten ein. Kapitel 5 analysiert die Darstellung der einzelnen Protagonistinnen hinsichtlich ihres Alltags und ihrer Hausfrauenrolle. Schließlich folgt das Fazit, in dem die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhalt der TV-Serie Desperate Housewives
3. Definition des Alltagsbegriffs
4. Hausfrauenalltag in US-amerikanischen Vorstädten
5. Analyse der Protagonistinnen
5.1 Bree van de Kamp
5.2 Gabrielle Solis
5.3 Lynette Scavo
5.4 Susan Mayer
5.5 Edie Britt
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Inszenierung des Hausfrauenalltags in der US-amerikanischen Fernsehserie "Desperate Housewives" und geht der Frage nach, ob die Serie bestehende Stereotype reproduziert oder kritisch hinterfragt. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Protagonistinnen vor dem Hintergrund historischer Vorstellungen vom Leben in amerikanischen Vororten.
- Die mediale Konstruktion von Alltag und Normalität in TV-Serien.
- Sozio-historische Hintergründe des "American Way of Life" und der Vorstadtkultur.
- Analyse der weiblichen Protagonistinnen und deren Rollenbildern.
- Kritische Auseinandersetzung mit Hausfrauenstereotypen und dem "Weiblichkeitswahn".
- Untersuchung der Divergenz zwischen Fassade und Realität im Serien-Alltag.
Auszug aus dem Buch
5.1 Bree van de Kamp
Bree van de Kamp verkörpert am ehesten das Idealbild der amerikanischen Frau. „[...] she represents an image of feminine success, the white, middle-class, über-homemaker living comfortably in the suburbs, [...] (McCabe 2006, 74). Brees Ehemann ist Arzt, sie haben zwei Kinder, Andrew und Danielle, und stellen die perfekte Vorort-Familie dar. Sie selbst ist stets ordentlich gekleidet, die Haare liegen perfekt und gezeigt wird sie oft beim Putzen, Backen, Kochen oder der Gartenarbeit.
Doch im Verlauf der Serie stellt man schnell fest, dass es auch bei dieser amerikanischen Vorzeige-Familie hinter der Fassade Konflikte und Unzufriedenheit gibt. Die perfektionistische Bree gerät immer wieder mit ihrem Sohn Andrew aneinander, der das inszenierte Familienglück in Frage stellt. Auch die Ehe mit Rex beginnt unter diesem Druck zu zerbrechen. Als dieser in einer Folge schließlich in ein Motel zieht, entfacht ein Streit zwischen Bree und ihrem Sohn.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Alltagsdarstellung in TV-Formaten und Vorstellung der Fragestellung bezüglich der Serie "Desperate Housewives".
2. Inhalt der TV-Serie Desperate Housewives: Kurzfassung der Serienhandlung und Vorstellung der fünf zentralen Protagonistinnen als Verkörperungen spezifischer weiblicher Stereotype.
3. Definition des Alltagsbegriffs: Erläuterung der wissenschaftlichen Grundlagen des Alltagsbegriffs, differenziert nach Handlungsmodi und wissensbasierten Aspekten.
4. Hausfrauenalltag in US-amerikanischen Vorstädten: Historische Kontextualisierung der US-amerikanischen Vorstadtkultur nach dem Zweiten Weltkrieg und deren symbolische Bedeutung.
5. Analyse der Protagonistinnen: Detaillierte Untersuchung der fünf Hauptfiguren hinsichtlich ihrer Rollenidentität und der Konformität mit dem traditionellen Frauenleitbild.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse sowie kritische Reflexion über das ungenutzte Potenzial der Serie bei der Aufbrechung konservativer Rollenbilder.
Schlüsselwörter
Desperate Housewives, Hausfrauenalltag, Vorstadt, Frauenbilder, Alltagswissen, Geschlechterrollen, Genderstudies, TV-Serien, Inszenierung, American Way of Life, Tradition, Weiblichkeit, Stereotyp, Wisteria Lane, Familienleben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die US-amerikanische Serie "Desperate Housewives" den Alltag von Hausfrauen in amerikanischen Vorstädten darstellt und reflektiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der medialen Inszenierung des Alltags, den soziologischen Hintergründen des US-Vorstadtlebens sowie der kritischen Dekonstruktion von traditionellen Frauenbildern.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob die Serie das bestehende Alltagswissen über Hausfrauen reproduziert oder einen Beitrag zur kritischen Hinterfragung weiblicher Rollenbilder leistet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine medienanalytische Herangehensweise, ergänzt durch Genderstudies und Feminismustheorien (insbesondere basierend auf Betty Friedan), um die Charaktere und die Serienhandlung zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben theoretischen Grundlagen zum Alltagsbegriff und dem historischen Kontext der US-Vorstädte steht die Einzalanalyse der fünf Protagonistinnen Bree, Gabrielle, Lynette, Susan und Edie im Mittelpunkt.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Hausfrauenalltag, Vorstadtkultur, Geschlechterrollen, mediale Inszenierung und die Kritik am traditionellen Frauenleitbild.
Inwiefern spielt der "American Way of Life" eine Rolle für die Analyse?
Der "American Way of Life" dient als historischer und soziologischer Rahmen, da die Serie in einer typischen Vorstadtumgebung spielt, die genau diese Ideale (Wohlstand, Harmonie, Familie) nach außen hin verkörpert.
Wie unterscheidet sich Bree van de Kamp in ihrer Darstellung von Susan Mayer?
Während Bree van de Kamp das Idealbild der perfekten, organisierten Hausfrau verkörpert, stellt Susan Mayer mit ihrer chaotischen und unsicheren Art das Gegenteil dieses Stereotyps dar.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Darstellung der Hausfrauen?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Serie zwar die Fassade des perfekten Lebens erfolgreich dekonstruiert, jedoch in konservativen Rollenbildern verhaftet bleibt und kaum emanzipatorische Auswege aufzeigt.
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- Fabienne Pourié (Author), 2017, Die Darstellung des Hausfrauenalltags in der Serie "Desperate Housewives", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/376326