In dieser Seminararbeit wird man sich den Hauptfiguren des Dramas „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertold Brecht nähern, mit dem Versuch sie aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und sie gründlich zu beschreiben, dabei auch ihre Beziehung miteinander und ihr Verhältnis zueinander beschreibend. Die Figuren analysierend wird die Autorin auch die Themen des Werks und die Intention des Autors erwähnen.
Das Stück wurde 1938/39 von Brecht verfasst und 1941 in Zürich uraufgeführt. Die Handlung spielt während des dreißigjährigen Kriegs. Das Werk erzählt die Geschichte der Marketenderin Mutter Courage, die versucht, ihr Geschäft mit dem Krieg zu machen und dabei ihre drei Kinder verliert.
Was für eine Handlung wäre die richtige Handlung in Kriegszeit? Sollte man sich so verhalten, dass der Krieg zu dem eigenen Interesse beiträgt? Sollte nur das eigene Dasein im Vordergrund stehen? Und schließlich sollte man in derzeit, wenn alle anderen leiden und ums Überleben kämpfen, aus dem Krieg Nutzen ziehen und seine Menschlichkeit verlieren?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Mutter Courage
2.1. Die Courage als skrupellose Händlerin
2.2. Die Courage als Vertreterin des Kleinbürgertums und Mutterfigur
3. Kattrin als Verkörperung der Menschlichkeit und Opferbereitschaft
4. Die Söhne der Mutter Courage
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Hauptfiguren aus Bertolt Brechts Drama "Mutter Courage und ihre Kinder" einer detaillierten Figurenanalyse zu unterziehen. Dabei soll untersucht werden, wie sich die Charaktere unter dem Einfluss des Dreißigjährigen Krieges entwickeln, in welchem Spannungsfeld ihre Beziehungen zueinander stehen und welche Intention der Autor durch die Darstellung dieser Schicksale in Bezug auf die kapitalistische Gesellschaft verfolgt.
- Analyse der Mutter Courage als kapitalorientierte Geschäftsfrau und ambivalente Mutterfigur
- Untersuchung der Figur Kattrin als moralischer Gegenpol zur Mutter
- Charakterisierung der beiden Söhne Eilif und Schweizerkas im Kontext ihrer Tugenden
- Erarbeitung des Paradoxons zwischen mütterlicher Fürsorge und ökonomischem Überlebenskampf
- Kritische Reflexion der Rolle des Krieges als zerstörerische Kraft für Menschlichkeit und Tugend
Auszug aus dem Buch
Die Courage als skrupellose Händlerin
Die Protagonistin ist eine Marketenderin, die mit ihren Kindern und mit einem Planwagen durch das zerstörte Deutschland reist. Sie fürchtet keine Soldaten und keine Offiziere. Alle sind davon bewusst, deshalb nennt man sie Mutter Courage. Geschäfte machend als eine kleine Händlerin versucht sie aus dem dreißigjährigen Krieg Profit zu ziehen. Dabei verkauft sie Waren, die man im Krieg benötigen könnte. Sie wird durch ihre Handlungen stark als gierig, habsüchtig, unersättlich und geschäftsüchtig geprägt. Zudem lässt sich in den folgenden Zeilen bemerken, dass sie die Teilnahme am Krieg bewusst gewählt hat: „Feldwebel: Du bist aus Bamberg in Bayern, wie kommst du hierher? Courage: Ich kann nicht warten, bis der Krieg gefälligst nach Bamberg kommt.“ (Brecht, 1963:12)
Während die Menschen sich im Krieg befinden und um das Überleben kämpfen, ist sie kapitalorientiert und versucht aus dem Krieg zu profitieren. In Zeiten eines absoluten Chaos, in der Mitte eines Kriegs und mit schlechten Lebensbedingungen, die der Krieg selbst auferlegt, will sie sich bereichern. Sogar zieht sie aus der verlängerten Dauer des Krieges Nutzen. Hier stellt sich die Frage nach Moral und Menschlichkeit. Daraus kann man einen Schluss ziehen, dass die Unmenschlichkeit ein grundsätzlicher Bestandteil ihrer Handlungen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Drama ein, nennt die Entstehungsgeschichte und definiert die Forschungsabsicht, die Figuren aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
2. Die Mutter Courage: Hier wird die zentrale Protagonistin als eine von kapitalistischen Interessen geleitete Figur analysiert, die in einem ständigen inneren Konflikt zwischen ihrer Rolle als Händlerin und als Mutter steht.
2.1. Die Courage als skrupellose Händlerin: Dieses Unterkapitel verdeutlicht die ökonomische Fixierung der Courage und ihre bewusste Entscheidung, den Krieg als geschäftliche Opportunität zu nutzen.
2.2. Die Courage als Vertreterin des Kleinbürgertums und Mutterfigur: Der Fokus liegt auf dem Paradoxon zwischen der mütterlichen Fürsorge und der kapitalistischen Grundstruktur, welche die Figur repräsentiert.
3. Kattrin als Verkörperung der Menschlichkeit und Opferbereitschaft: Die Figur der Kattrin wird als moralischer Gegenentwurf zur Mutter Courage dargestellt, die durch Altruismus und den Widerstand gegen die Unmenschlichkeit des Krieges geprägt ist.
4. Die Söhne der Mutter Courage: Dieses Kapitel untersucht die Schicksale von Eilif und Schweizerkas, deren Tugenden im Kontext des Krieges und der Erziehung durch die Mutter zu ihrem Verhängnis werden.
5. Schluss: Der abschließende Teil fasst zusammen, dass Brecht mit den Schicksalen der Familie vor den verheerenden Folgen des Krieges warnen und die Leser zur kritischen Reflexion über ein unmenschliches System anregen will.
Schlüsselwörter
Bertolt Brecht, Mutter Courage, Dreißigjähriger Krieg, Figurenanalyse, Kapitalismus, Marketenderin, Kattrin, Eilif, Schweizerkas, Moral, Menschlichkeit, Opferbereitschaft, Kleinbürgertum, Tugenden, Kriegskritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die zentralen Figuren in Bertolt Brechts Drama "Mutter Courage und ihre Kinder" und untersucht deren Verhalten und Schicksale während des Dreißigjährigen Krieges.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen den Konflikt zwischen kapitalistischer Gewinnmaximierung und familiärer Verantwortung sowie die Zerstörung menschlicher Tugenden durch den Krieg.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit fragt nach dem richtigen Handeln in Kriegszeiten und analysiert, inwieweit die Hauptfiguren durch ihr Streben nach wirtschaftlichem Nutzen ihre Menschlichkeit verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Analyse angewandt?
Es handelt sich um eine textbasierte Figurenanalyse, bei der die Charaktere aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und im Kontext der Intention des Autors gedeutet werden.
Was wird im Hauptteil des Werkes behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Mutter Courage als ambivalente Geschäftsfrau, der moralisch handelnden Kattrin und der Schicksale der Söhne Eilif und Schweizerkas.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Kapitalismus, Kriegskritik, Moral, Menschlichkeit, Mutterrolle und Tugendverlust geprägt.
Warum wird die Mutter Courage als eine ambivalente Figur bezeichnet?
Sie wird als ambivalent beschrieben, da sie einerseits als sorgsame Mutter auftritt, andererseits aber ihr wirtschaftliches Interesse an Geschäften im Krieg konsequent über das Wohl und Überleben ihrer Kinder stellt.
Welche Rolle nimmt Kattrin im Vergleich zur Mutter Courage ein?
Kattrin wird als "Anti-Courage" charakterisiert; sie verkörpert trotz ihrer Stummheit und erlittenen Gewalt Altruismus und aktive Menschlichkeit, womit sie einen Gegenpol zur egoistischen Haltung der Mutter bildet.
Warum führt die Erziehung der Kinder laut der Analyse in den Tod?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Kinder Tugenden wie Mut und Ehrlichkeit besitzen, diese jedoch in einem von Krieg und Profit geprägten System keinen Schutz bieten, sondern die Kinder letztlich in ihr Verderben führen.
Was möchte der Autor durch die Darstellung der "unmenschlichen Welt" bezwecken?
Brecht zielt darauf ab, beim Leser Empörung statt Mitleid zu erzeugen, um diesen zum Nachdenken über die kapitalistischen Strukturen und die Sinnlosigkeit des Krieges zu bewegen.
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- Anonym (Author), 2017, Eine Figurenanalyse des Dramas "Mutter Courage und ihre Kinder" von Bertolt Brecht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/375925