Die Arbeit soll damit beginnen, den filmischen Raum und seine möglichen Formen vorzustellen. Dabei wird es wichtig, zu untersuchen, wie Raum im Film dargestellt wird und welche Wirkung dieser auf den Blick der RezipientInnen hat. Da sich die Arbeit vor allem mit Paris als städtischem Raum befasst, wird dieser näher betrachtet und verstärkt thematisiert werden. Auch die Unterscheidung zwischen realem und fiktivem Raum soll dargestellt werden.
Danach wird Paris als filmischer Handlungsort vorgestellt und seine Darstellungsformen benannt. Es soll darum gehen, welche Möglichkeiten Paris als Kulisse bietet und welche Einflüsse der Schauplatz auf den Film und dessen Rezension haben kann. Im Anschluss soll auch die Beziehung zwischen Kind und Medien beschrieben werden und wie vor allem Kinderfilme auf die Meinungsbildung von Kindern Einfluss nehmen können.
Im Hauptteil wird am Beispiel von zwei Kinderfilmen, darunter ein Zeichentrickfilm und ein Animationsfilm, versucht, darzustellen, wie Paris im Kinder- beziehungsweise Familienfilm dargestellt wird. Dabei wird zwischen Kindern und Erwachsenen als RezipientInnen unterschieden und anhand von Analyse des Materials soll die Darstellung von Paris erfasst werden. Die Präsentation der Stadt ist hierbei ebenso wichtig, wie die Beziehung der einzelnen Charaktere zu dieser.
Zum Schluss erfolgt das Resümee, in welchem die Ergebnisse gesammelt und geordnet nochmals niedergeschrieben werden sollen. Dabei soll die Frage nach der Darstellung von Paris im Kinderfilm abschließend geklärt werden und mit der damit entstehenden Wirkung zusammengeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Raum im Film
2.1.Raumkonzepte
2.2.Realer vs. Fiktiver Raum
3.Paris im Film
4.Wirkung von Kinderfilmen
5.Analyse am Beispiel von „Aristocats“ und „Ratatouille“
5.1.„Aristocats“ (1970)
5.1.1.Darstellung der Stadt
5.1.2.Beziehung der Charaktere zur Stadt
5.2.„Ratatouille“ (2007)
5.2.1.Darstellung der Stadt
5.2.2.Beziehung der Charaktere zur Stadt
5.3.Die Franzosen in den Kinderfilmen
6.Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die filmische Konstruktion von Paris als Handlungsort in Kinder- und Animationsfilmen. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, wie diese städtischen Räume für ein junges Publikum inszeniert werden, welche Rolle Klischees bei der Vermittlung von Weltbildern spielen und inwieweit die mediale Darstellung die Wahrnehmung des Zuschauers prägt.
- Analyse filmischer Raumkonzepte und der Unterscheidung von realen und fiktiven Orten.
- Untersuchung der Wirkung von Kinderfilmen auf die Meinungsbildung junger Rezipienten.
- Vergleichende Analyse der Parisdarstellung in „The Aristocats“ und „Ratatouille“.
- Hinterfragung der Inszenierung französischer Identität und Stereotype im Animationsfilm.
- Betrachtung der Bedeutung von Kulisse und Kameraperspektive für die Identifikation mit Charakteren.
Auszug aus dem Buch
5.1.2.Beziehung der Charaktere zur Stadt
Pairs wird, wie zuvor schon erwähnt, vor allem über die Oberschicht eingeführt. Duchesse und ihre drei Kinder wohnen mit Madame Adelaide Bonfamille in einer Villa und sind Teil der gut situierten Gesellschaft. Die Katzenfamilie hat das Lebensgefühl der Pariser Schickeria verinnerlicht und die Katzenmutter erzieht auch ihre Kinder nach diesem Vorbild. So sagt sie nach einem Streit zwischen jenen, dass sich eine Dame wie eine Madame und ein Herr wie ein Cavalier zu verhalten habe. Durch das behütete Aufwachsen im Haus und die fehlende Perspektive von außen, haben die Katzen einen sehr einseitigen Blick auf die Stadt und können den realen Ort Paris nur durch Erzählungen und des Lebensstils ihrer Besitzerin begreifen. Hierbei lassen sich Parallelen zur Kunstaffinität der Hausherrin ziehen. Diese war vor ihrem Ruhestand eine bekannte Sängerin und geht auch jetzt noch ihrer Liebe zur Musik nach. Dieses Verständnis von Kunst haben auch die Katzen verinnerlicht. Der kleine Toulouse versteht sich als bildender Künstler und bearbeitet regelmäßig seine Leinwände mit virtuosen Farbflecken. Aber auch seine beiden Geschwister Marie und Berlioz agieren künstlerisch, spielen Klavier und begleiten dieses Musizieren gesanglich. Für Duchesse ist diese Beschäftigung ihrer Kinder nicht nur Zeitvertreib, sondern auch Bildung.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Einführung in das Thema der filmischen Raumkonstruktion und Darlegung der Zielsetzung, Paris als Handlungsort im Kinderfilm zu analysieren.
2.Raum im Film: Theoretische Auseinandersetzung mit Raumkonzepten, der Unterscheidung von „spaces“ und „places“ sowie der Entwicklung von realen zu konstruierten Räumen im Animationsfilm.
3.Paris im Film: Untersuchung von Paris als tradierte Filmkulisse, die zwischen romantisch-verklärter Darstellung und sozialkritischer Perspektive oszilliert.
4.Wirkung von Kinderfilmen: Reflexion über die Beeinflussbarkeit junger Zuschauer und die Rolle von Kinderfilmen bei der Vermittlung von Weltsichten und kulturellen Eindrücken.
5.Analyse am Beispiel von „Aristocats“ und „Ratatouille“: Detaillierte Untersuchung der Stadtinszenierung, der Charaktere sowie der sprachlichen und kulturellen Stereotype in den beiden ausgewählten Filmbeispielen.
6.Resümee: Zusammenführung der Ergebnisse, wobei die „Parisillusion“ als Mittel zur Unterhaltung und zur Erleichterung der kindlichen Identifikation hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Paris, Kinderfilm, Animationsfilm, The Aristocats, Ratatouille, Raumkonstruktion, Filmtheorie, Medienwirkung, Meinungsbildung, Stereotype, Kulisse, Belle Epoque, Stadtbild, Identifikation, Rezeption
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie die Stadt Paris in Kinder- und Animationsfilmen konstruiert und dargestellt wird, insbesondere unter Berücksichtigung der Unterschiede zwischen der Wahrnehmung durch Kinder und Erwachsene.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die filmische Raumtheorie, die Bedeutung des Schauplatzes Paris, die mediale Wirkung von Filmen auf Kinder sowie die Nutzung von kulturellen Stereotypen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, mit welchen filmischen Mitteln Paris als Sehnsuchtsort oder Kulisse erschaffen wird und welchen Einfluss diese Inszenierungen auf das Weltbild von Kindern haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Aufarbeitung von Filmraum-Konzepten (u.a. nach Mark Augé und Klaus Schüle) mit einer komparativen Filmanalyse von „The Aristocats“ und „Ratatouille“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der detaillierten Untersuchung der Paris-Darstellung und der Charakterbeziehungen zur Stadt in den beiden gewählten Filmen sowie der Analyse der Darstellung von Franzosen in Kinderfilmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Schlüsselwörter sind unter anderem Paris, Kinderfilm, Raumkonstruktion, Filmtheorie, Medienwirkung, Identifikation und Stereotype.
Wie unterscheiden sich die „Parisbilder“ in „The Aristocats“ und „Ratatouille“?
Während „The Aristocats“ ein nostalgisches Paris der „belle epoque“ zeigt, fokussiert „Ratatouille“ auf Paris als Metropole der Kulinarik und des ehrgeizigen Strebens, wobei beide Filme als „Parisillusion“ fungieren.
Warum spielt die Kameraperspektive eine so große Rolle für die Zielgruppe?
Da die Kamera in beiden Filmen häufig die Perspektive der tierischen Protagonisten auf Augenhöhe einnimmt, können sich junge Zuschauer besser in das Geschehen und die für sie neuen Situationen in der Großstadt hineinversetzen.
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- Ina Schwarz (Author), 2017, Die Stadt Paris in den Kinderfilmen "Ratatouille" und "Aristocats", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/375188