Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung muss sich heute auch die Finanzbranche zunehmend Fragen stellen: Was müssen Banken tun um wettbewerbsfähig zu bleiben? Wie sehen die Veränderungen aus, was sind die konkreten Auswirkungen? Welche Chancen ergeben sich dadurch und welche Risiken birgt der Wandel?
Beinahe drei von vier der 25- bis 34-Jährigen Deutschen tätigt heute Überweisungen über ihr Online-Konto und erstaunliche 85 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung zählen bereits zu den Internetnutzern. Digitalisierung verändert Wirtschaft wie Gesellschaft nachhaltig. Mit den technischen Neuerungen und dem wachsenden Wunsch der Kunden nach einer schnelleren und unkomplizierteren Befriedigung ihrer Bedürfnisse besteht insbesondere mit Hinblick neuer und teilweise branchenfremder Marktteilnehmer rascher Handlungsbedarf, um als klassische Privatkundenbank hier Schritt halten zu können. Digitalisierung findet zwar schon seit vielen Jahren statt, die fortentwickelte Nutzungsmöglichkeiten des Internets und digitale Technologien führen aber zu immer schneller wachsenden Anwendungsmöglichkeiten. Weltweit ergeben sich hieraus enorme Chancen – auch für das Finanzsystem.
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den genannten Fragen und sucht Lösungsansätze. Obwohl die Auswirkungen der Digitalisierung grenzüberschreitend sind, wird hierbei vorrangig der deutsche Privatkundenmarkt betrachtet. Um ein notwendiges Basiswissen zu schaffen, wird zu Beginn der Begriff "Digitalisierung" genauer erläutert. In den folgenden Kapiteln wird das Hauptaugenmerk auf die Chancen der Veränderungen gerichtet. Hierbei wird im Kern auf die mögliche Weiterentwicklungen der Bankenwelt und Erschaffung neuer Mehrwerte eingegangen, um abschließend aufkommende Risiken zu diskutieren und ein aktuelles Fazit zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung Digitalisierung
3. Chancen des Wandels
3.1. Fintechs als digitale Antreiber
3.2. Anforderungen an den erfolgreichen Vertrieb der Zukunft
4. Herausforderungen und Risiken des Wandels
5. Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf das deutsche Privatkundengeschäft von Banken, identifiziert strategische Lösungsansätze für die Wettbewerbsfähigkeit und analysiert das Spannungsfeld zwischen technologischen Chancen und geschäftspolitischen Risiken.
- Digitalisierung als Megatrend im Finanzsektor
- Rolle von Fintechs als innovative Marktteilnehmer und Kooperationspartner
- Transformation des Vertriebsmodells (Omnikanal-Strategie)
- Bedeutung der IT-Sicherheit und des Wandels der Unternehmenskultur
- Potenziale durch neue Technologien wie Mobile Payment und Robo-Advice
Auszug aus dem Buch
3.1. Fintechs als digitale Antreiber
In diesem Kapitel werden Fintechs als neue Marktteilnehmer im Finanzbereich unter die Lupe genommen. Neben einer Definition des Begriffs wird im Folgenden zusätzlich deren Einflussnahme auf die klassischen Bankgeschäftstätigkeiten erläutert. Dabei liegt der Fokus auf dem Zahlungsverkehr sowie der Kreditvergabe an Privatpersonen.
Die Begrifflichkeit Fintech hat sich bisher noch nicht abschließend herauskristallisiert. Sie setzt sich aus den beiden Worten „Financial Service“ und „Technology“ zusammen. Als Fintechs verstehen sich innovative, meist junge Unternehmen, die Finanzdienstleistungen auf Basis technologischer Neuerungen anbieten. Fintechs konkurrieren somit teilweise zu bereits existierenden Finanzdienstleistern, kooperieren allerdings auch mit ihnen und vervollständigen zum Teil deren Produktpalette. Dabei bieten sie bereits bestehende Dienstleistungen allerdings nicht einfach über einen neuen Kanal an, sondern tun dies in einer deutlich kundenfokussierteren Art und Weise. Die Dienstleistungen sind dabei sehr benutzerfreundlich gestrickt, vollautomatisiert und ermöglichen es daher in kürzester Zeit die Kundenbedürfnisse zu befriedigen. Damit greifen Fintechs natürlich die klassischen Ertragssäulen, wie z.B. den Zahlungsverkehr und das Einlagen- und Kreditgeschäft, von Banken an.
Die starken Fortschritte der letzten Jahre im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie eröffnen immer schneller, immer mehr neuartige Möglichkeiten der Entwicklung und Verbreitung von Finanzdienstleistungen. Die Fintech-Branche verzeichnet seit einigen Jahren einen sehr starken Fortschritt. Allein seit Ende 2014 ist ein Wachstum von 60 Prozent zu verzeichnen. Rund ein Viertel aller aktuell gelisteten Fintech-Unternehmen wurde gar erst im Jahr 2016 gegründet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen der Bankenwelt nach der Finanzkrise und führt in die Relevanz der Digitalisierung im deutschen Privatkundensektor ein.
2. Begriffsbestimmung Digitalisierung: Dieses Kapitel definiert Digitalisierung als umfassenden Megatrend und Veränderungsprozess, der die Interaktion zwischen Kunde und Bank nachhaltig prägt.
3. Chancen des Wandels: Hier werden Fintechs als Antreiber analysiert und Anforderungen an einen modernen, omnikanalfähigen Vertriebsweg formuliert.
4. Herausforderungen und Risiken des Wandels: Dieses Kapitel thematisiert die Notwendigkeit eines kulturellen Umdenkens in den Banken sowie Sicherheitsrisiken im Zuge der digitalen Transformation.
5. Schlussbemerkungen: Die Arbeit schließt mit einem Plädoyer für eine proaktive digitale Aufstellung der Banken, um durch Kooperation und Innovation langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Privatkundengeschäft, Fintechs, Retail Banking, Omnikanal, Mobile Payment, Robo-Advice, Finanzdienstleistungen, IT-Sicherheit, Bankenwandel, Kundenvertrauen, Wettbewerbsfähigkeit, Transformation, Finanzkrise, Bankfilialen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der digitalen Transformation der Bankenwelt und untersucht, wie Banken im Privatkundensegment wettbewerbsfähig bleiben können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition der Digitalisierung, die Rolle von Fintechs, der Wandel des Vertriebsmodells und die damit verbundenen Risiken für Kreditinstitute.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Chancen und Risiken der Digitalisierung aufzuzeigen und Lösungsansätze zu identifizieren, wie klassische Banken den Wandel zur Ertragssteigerung nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse aktueller Studien und dem Vergleich von Geschäftsmodellen im Bereich des Retail Bankings.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Einfluss von Fintechs, die Anforderungen an den Vertrieb der Zukunft sowie notwendige strategische Anpassungen in der Unternehmenskultur diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Digitalisierung, Fintechs, Omnikanal-Banking, IT-Sicherheit und die Transformation von Geschäftsmodellen im Finanzsektor.
Wie verändert sich die Rolle der Bankfiliale laut der Arbeit?
Die Filiale verliert zwar als Standardanlaufpunkt an Bedeutung, wird jedoch durch eine Verschmelzung von digitaler und physischer Welt als Ort für komplexe Beratungsgespräche neu definiert.
Welche Bedeutung haben Fintechs für etablierte Banken?
Fintechs werden primär als Innovationstreiber und Vorbilder für Prozesse wahrgenommen, wobei der Trend zunehmend von einem konkurrierenden zu einem kooperativen Ansatz führt.
Wie bewertet der Autor das Risiko der IT-Sicherheit?
Das Risiko der IT-Sicherheit wird als große Gefahr eingestuft, da das über Jahre gewachsene Vertrauensverhältnis bei Sicherheitsvorfällen im Internet gefährdet werden könnte.
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- Anonym (Author), 2017, Digitalisierung im Privatkundengeschäft. Chancen, Herausforderungen und Risiken für Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/374685