Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, ein differenzierteres Bild über die Strukturen der Partei AKP zu erstellen, um so die innerparteilichen Entscheidungsprozesse und Willensbildung zu entschlüsseln. Im Fokus soll hierbei die innerparteiliche Willensbildung, entlang der Differenzierung von Entscheidungsinhalten (personelle und inhaltliche Entscheidungen) und Entscheidungsorten, aufgearbeitet werden.
Akteure der Parteiführung und der Parteispitze übernehmen eine Führungsfunktion und sind bestrebt die meisten Entscheidungsprozesse gegenüber der mittleren Parteielite und der unbeteiligten Parteibasis. In meinem Literaturkorpus habe ich neben deutsch- und englischsprachiger auch türkischsprachige Literatur verwendet, die ich selbst beim Zitieren direkt ins Deutsche übersetzen werde. Zur befriedigenden Entgegnung dieser Frage ist in einem ersten Schritt erst einmal jedoch notwendig, einen Abriss über den Begriff innerparteilichen Demokratie zu geben und seine wesentlichen Bausteine zu beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung
1.2 Innerparteiliche Demokratie
1.3 Methode
1.3 Forschungsstand
1.4 Aufbau
2 Die AKP im türkischen Parteiensystem
2.1 Die Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung – eine kurze Replik
2.2 Innerparteiliche Struktur der AKP
3 Theorie der innerparteilichen Demokratie
3.1 Entscheidungsinhalte
i. Personelle Entscheidungen
ii. Inhaltliche Entscheidungen
3.2 Entscheidungsorte
i. party on the ground
ii. party in central office
iii. party in public office
iv. R.T. Erdoğan Parteiführer und das Gesicht der AKP
3.3 Zwischenergebnisse: Innerparteiliche Machtverteilung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die innerparteiliche Machtstruktur der türkischen AKP und untersucht, wie Entscheidungsprozesse zwischen 2002 und 2014 gestaltet wurden. Dabei steht die zentrale Rolle von Recep Tayyip Erdoğan sowie die Frage im Vordergrund, inwieweit das ursprüngliche Versprechen innerparteilicher Demokratie durch autokratische Tendenzen und eine top-down Führung verdrängt wurde.
- Analyse der innerparteilichen Willensbildung und Machtverteilung.
- Differenzierung zwischen personellen und inhaltlichen Entscheidungsinhalten.
- Untersuchung der Entscheidungsorte (Parteibasis, Parteispitze, Mandatsträger).
- Evaluation des Einflusses von Recep Tayyip Erdoğan auf die Parteiorganisation.
- Überprüfung der Demokratisierungspotenziale innerhalb der AKP.
Auszug aus dem Buch
i. party on the ground
In der Theorie umfasst sie alle freiwilligen Mitglieder einer Partei. Dazu gehören unter anderen Aktivisten, Geldgeber und Stammwähler. Weiterhin stellt sie die wichtigste Ressource der Partei dar. Die Basis fordert Mitsprache und legitimierte Entscheidungen von der Parteileitung (Katz & Mair 1993).
Der erste Aspekt einer Mitgliedschaft in einer Partei ist das Kalkül der Parteien eine größere Offenheit für einen Eintritt zu gewährleisten, indem die Einschränkungen, wer der Organisation beitreten kann reduziert werden (Young 2013: 66). Die Mitgliedschaft in der Partei ist durch besonders geringe Mitgliedbeiträge (1TL mindestens) sehr einfach, was auch die hohen o.g. Mitgliederzahlen erklärt (AKP-Statut 2016: 100).
Trotz dessen brauchen zukünftige Mitglieder mindestens zwei Empfehlungen von Vollmitglieder um in die Partei aufgenommen zu werden (Kumbaracibaşi 2013: 127).
Die Entscheidung von Führungskräften der AKP, eine Mitgliedschaftsstruktur zu schaffen, welche dem einzelnen Mitglied nur geringe Einflüsse zugutekommen, deutet darauf hin, dass die Parteiführer die Notwendigkeit einer Legitimierung wünschen. Auch die relativ große Offenheit der Mitgliedschaft spricht dafür (Young 2013: 66).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage zur innerparteilichen Struktur der AKP ein und verortet die Arbeit im Kontext der politischen Entwicklung der Türkei.
2 Die AKP im türkischen Parteiensystem: Dieses Kapitel ordnet die AKP in das türkische Parteiengefüge ein und beschreibt deren Entstehung sowie die allgemeine Struktur der Parteiorganisation.
3 Theorie der innerparteilichen Demokratie: Der theoretische Teil definiert Entscheidungsinhalte und -orte, um eine wissenschaftliche Analysebasis für die Fallstudie zu schaffen.
4 Fazit: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und kommt zu dem Schluss, dass die AKP durch Zentralisierung und autokratische Führung das anfängliche Versprechen innerparteilicher Demokratie nicht einlöst.
Schlüsselwörter
AKP, Recep Tayyip Erdoğan, innerparteiliche Demokratie, Parteistruktur, Entscheidungsprozesse, Parteiengesetz, Klientelismus, Willensbildung, Machtverteilung, türkisches Parteiensystem, politische Organisation, Zentralisierung, Massenpartei, Parteiführung, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die innerparteilichen Strukturen der AKP unter besonderer Berücksichtigung der Ära von Recep Tayyip Erdoğan zwischen 2002 und 2014.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die innerparteiliche Willensbildung, die Machtverteilung innerhalb der Partei und die Frage nach dem Einfluss des Parteiführers auf die Entscheidungsfindung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein differenzierteres Bild über die Organisationsstruktur der AKP zu vermitteln und zu entschlüsseln, wie Entscheidungsprozesse innerhalb der Partei praktisch ablaufen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der Parteiorganisation anhand politikwissenschaftlicher Theorien, insbesondere unter Anwendung des Modells der "drei Gesichter" einer Partei (Katz & Mair).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einordnung der AKP in das türkische Parteiensystem, die Beschreibung der internen Struktur sowie eine detaillierte Analyse der Entscheidungsinhalte und -orte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen innerparteiliche Demokratie, Machtverteilung, AKP, Parteiführung, politische Struktur und Institutionalisierung.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Parteibasis in der AKP?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass einfache Mitglieder im Wesentlichen nur der Legitimation dienen, während sie in der eigentlichen Organisation und Entscheidungsfindung kaum eine Rolle spielen.
Welchen Einfluss hatte das türkische Parteiengesetz von 1983 auf die AKP?
Das Gesetz wird als treibende Kraft für autokratische Strukturen identifiziert, da es eine starke Zentrierung der Macht in der Figur des Parteiführers begünstigt.
- Quote paper
- Bayram Özmen (Author), 2017, Die innerparteiliche Struktur und Entscheidungsfindung der AKP. Erdoğan als das Gesicht der Partei von 2002-2014, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/374403