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Islamische Moral und Multiple Modernen. Eine Analyse des Verhältnisses von Religion und Wirtschaft

Titel: Islamische Moral und Multiple Modernen. Eine Analyse des Verhältnisses von Religion und Wirtschaft

Seminararbeit , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Theresa Quiachon (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der öffentlichen Wahrnehmung sind in einer scheinbar säkularisierten Welt die Beziehungen von Religion und Wirtschaft auf Diskussionen um die Kirchensteuer und ähnliche Themen beschränkt. Ökonomie und Religion werden zumeist als weitgehend getrennte Bereiche wahrgenommen. Der akademische Diskurs hat hierzu jedoch in den letzten Jahrzehnten eine außerordentliche Fülle an Theorien entwickelt. Häufig werden hier diese Beziehungen mit Klassikern der Religionssoziologie und der Ethnologie wie Emilé Durkheim, Max Weber und Marcel Mauss in Verbindung gebracht. Sie konzentrieren sich jedoch überwiegend auf präkapitalistische Formen des Wirtschaftens.

Ihr Ausgangspunkt ist die Annahme, dass es zwischen der Moderne und Religion ein Spannungsverhältnis gibt, welches langfristig zu einem sozialen Bedeutungsverlust von Religion führt. Dafür verantwortlich gemacht werden insbesondere die mit der Modernisierung verbundenen Prozesse der Rationalisierung, Individualisierung und Ausdifferenzierung von Gesellschaften, die Weber auch mit dem Begriff der „Entzauberung der Welt“ (Weber 1919) beschreibt. Ausgehend von Europa — so die Annahme — werde sich dieses „cultural programm of modernity“ (Eisenstadt 2000) als dominierendes Model auf die restliche Welt übertragen.

Die tatsächlichen Weltwirtschaftlichen Entwicklungen haben gezeigt, dass Modernisierungsprozesse keiner evolutionistischen Einbahnstraße zur westlichen Hegemonie folgen.

Diese Seminararbeit thematisiert deshalb islamische Moralvorstellungen in der sogenannten Moderne und folgt der Fragestellung in welcher Wechselwirkung diese sich mit Ökonomie befinden. Mittels des Konzeptes Multipler Modernen nach Eisenstadt soll am Beispiel von islamischen Ökonomien das Verhältnis von Religion und Wirtschaft beleuchtet werden. Dafür wird in einem ersten Schritt die Theorie des Konzeptes in Bezug auf Eisenstadt und Casanova dargestellt. Anschließend wird ein Fallbeispiel von Kimberly Hart aus einer dörflichen Region in der Türkei herangezogen, um die Grundpfeiler der dort entwickelten moralischen Ökonomie herauszuarbeiten und unter dem Gesichtspunkt von Eisenstadts Theorie zu diskutieren. Das Phänomen Islamic Banking und islamischer Subokönomien sollen anschließend ebenfalls in diesem Kontext verortet werden. Abschließend werden in einem Fazit die Erkenntnisse in Bezug auf die Wechselwirkungen von Religion und Wirtschaft in einer sogenannten modernen Welt zusammengefasst dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Kontext – Religion, Moderne und Säkularität

2.1. Die Säkuläre Moderne

2.2. Vielfalt in der Moderne – „Multiple Modernities“

3. Islamische Ökonomien in der Moderne

3.1. Entstehung einer islamischen Ökonomie durch den Einfluss kapitalistischer Lohnarbeit

3.2. Analyse der Prozesse in Örselli

3.3. Islamische Ökonomien im Transnationalen Kontext

4. Fazit/ Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen islamischen Moralvorstellungen und ökonomischen Systemen in der Moderne. Unter Rückgriff auf das Konzept der Multiplen Modernen nach Eisenstadt wird analysiert, wie religiöse Traditionen nicht im Widerspruch zur Moderne stehen, sondern aktiv zur Gestaltung alternativer wirtschaftlicher Lebenswelten beitragen.

  • Kritische Auseinandersetzung mit klassischen Säkularisierungstheorien
  • Anwendung des Konzepts der Multiplen Modernen auf islamische Ökonomien
  • Fallstudie zur moralischen Ökonomie im türkischen Dorf Örselli
  • Untersuchung von Islamic Banking und transnationalen Subökonomien
  • Wechselbeziehung zwischen Religion, Wirtschaft und nationaler Politik

Auszug aus dem Buch

3.2. Analyse der Prozesse in Örselli

Die Auswirkungen die gemeinsam mit dem kapitalistischen System im Dorf Einzug hielten, werde ich in drei Ebenen (ökonomisch, sozial und spirituell) unterscheiden, um sie auf die Theorie der Säkularität in Modernitätsprozessen untersuchen zu können.

Auf ökonomischer Ebene lässt sich anhand von Harts Ausführungen feststellen, dass die Monetisierung der lokalen Wirtschaftsweisen vor allem aufgrund von Lohnarbeit zu starken Einkommensunterschieden geführt hat. Die Bewohner stehen dem neuen Einkommenssystem durchaus ambivalent gegenüber, da sie die Verstärkung des sozialen Ungleichgewichts und des Neids erkennen. Dies bestätigt Eisenstadts Analysen über die Programme der Moderne: The cultural and institutional programs that unfolded in these societies were characterized particularly by a tension between conceptions of themselves as part of the modern world and ambivalent attitudes toward modernity in the West in particular. (Eisenstadt 2000: 15)

Hart beschreibt, wie die Bewohner häufig skeptische Bemerkungen machen, die die Gegebenheit in einem kapitalistischen System zu arbeiten, zum Inhalt haben. Kommentare wie „parasiz bir hayat yok,“ (kein Leben ohne Geld) und „para yok, ekmekyok“ (kein Geld, kein Brot) zeigen laut Hart, dass sie sich reflexiv damit auseinandersetzen und sich dem bewusst sind (ibid.: 293). Dieser Reflexivität kommt, wie unter Abschnitt 2.2. beschrieben, auch im Konzept der multiplem Modernen eine grundlegende Rolle zu. Sie äußert sich im Dorf auch im Hinblick auf die sozialen Ebene.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Verbindung von Religion und Wirtschaft ein und skizziert die Fragestellung zur Wechselwirkung zwischen islamischen Moralvorstellungen und ökonomischen Prozessen.

2. Theoretischer Kontext – Religion, Moderne und Säkularität: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, insbesondere die Säkularisierungstheorien sowie das Konzept der Multiplen Modernen nach Shmuel N. Eisenstadt.

3. Islamische Ökonomien in der Moderne: Hier erfolgt die empirische Analyse anhand des Fallbeispiels Örselli sowie die Betrachtung transnationaler Phänomene wie dem Islamic Banking.

4. Fazit/ Schlussbemerkung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass islamische Moral als fester Bestandteil ökonomischer Prozessbildung eine eigene Antwort auf die Moderne darstellt.

Schlüsselwörter

Islamische Ökonomie, Multiple Modernen, Säkularisierung, Shmuel N. Eisenstadt, Örselli, Lohnarbeit, Islamic Banking, Hayir, Zekat, Moralische Ökonomie, Religionsanthropologie, Kapitalismus, Transnationaler Kontext, Identität, Religion und Wirtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie religiöse Moralvorstellungen – speziell im islamischen Kontext – ökonomisches Handeln in modernen Gesellschaften beeinflussen und gestalten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die kritische Auseinandersetzung mit Säkularisierungstheorien, die Theorie der Multiplen Modernen und die empirische Betrachtung islamischer Wirtschaftsstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Modernisierung nicht zwangsläufig zur Säkularisierung führt, sondern verschiedene "Modernen" zulässt, in denen Religion und Wirtschaft symbiotisch interagieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf sozial- und kulturanthropologischen Konzepten basiert und qualitative Feldforschungsdaten (insbesondere von Kimberly Hart) interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die sozioökonomischen Veränderungen in einem türkischen Dorf durch kapitalistische Lohnarbeit sowie die transnationale Verbreitung islamischer Finanzmodelle.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind "Multiple Modernen", "Moralische Ökonomie", "Islamic Banking" und "Säkularitätskritik".

Wie unterscheidet sich die türkische Moderne in Örselli von westlichen Vorstellungen?

In Örselli wird Modernität nicht als Trennung von Religion und Wirtschaft verstanden, sondern durch die Reinterpretation des Glaubens (z.B. durch das Prinzip des Hayir) in das wirtschaftliche Handeln integriert.

Warum spielt das Konzept "Hayir" eine so bedeutende Rolle?

Hayir dient als islamisches Prinzip der Nächstenliebe, das sozialen Ausgleich schafft und es den Bewohnern ermöglicht, ihren Wohlstand moralisch zu legitimieren, anstatt in ein rein egoistisches kapitalistisches Schema zu verfallen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Islamische Moral und Multiple Modernen. Eine Analyse des Verhältnisses von Religion und Wirtschaft
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Sozial- und Kulturanthropologie
Note
1,0
Autor
Theresa Quiachon (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V374140
ISBN (eBook)
9783668515727
ISBN (Buch)
9783668515734
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Islam Moderne Religion Wirtschaft Moral Multiple Modernen islamische Ökonomien Casanova Eisenstadt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theresa Quiachon (Autor:in), 2017, Islamische Moral und Multiple Modernen. Eine Analyse des Verhältnisses von Religion und Wirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/374140
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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