In dieser Hausarbeit soll dargelegt werden, inwiefern sich die Rezension als Texttyp durch eine bestimmte Dynamik und Flexibilität auf unterschiedlichen Ebenen auszeichnet. Dies soll zunächst einmal veranschaulicht werden, indem der Begriff der Rezension, und was ihm als ebensolchem zugrunde liegt, diskutiert und wenigstens in seinen konstitutiven Grundzügen illustriert wird.
Da darüber hinaus ein kleines Korpus von Computerspielrezensionen, wie sie in der Fachzeitschrift Gamestar vorzufinden sind, untersucht wird, das die theoretisch dargelegten Sachverhalte konkretisieren soll, wird es weiterhin notwendig sein, den Begriff der Multimodalität ebenso grundlegend zu erläutern, da die multimodale Ausgestaltung auf Ebene der visuellen Präsentation ebenso die Rezensionen, wie sie in der Gamestar vorzufinden sind, als solche fundamental charakterisiert sind. Auf der thematischen Ebene gilt es weiterhin, mittels des untersuchten Korpus konkret aufzuzeigen, inwiefern der den allen analysierten Rezensionen gemeinsame Gegenstand – das Computerspiel – ebendiese Ebene entscheidend prägt hinsichtlich der möglichen thematischen Aspekte, die in einer Computerspielrezension behandelt werden können. Den theoretischen Grundlagen und der Analyse des Rezensionskorpus schließt sich ein kurzes Resümee an.
Der Texttyp der Rezension zeichnet sich durch eine gewisse Ambivalenz aus; es stellt somit kein simples Unterfangen dar, ihn unmissverständlich in seinen konstitutiven Merkmalen festzulegen und ihn entsprechend als einen deutlich umrissenen Texttypen zu definieren. Auf der Hand scheint zu liegen, dass die Rezension einen Anteil von sowohl informierenden als auch bewertenden Elementen beinhalten sollte, damit man sie als eine solche zu identifizieren vermag. Allerdings greifen ebendiese Elemente – wenngleich sie durchaus in der Regel einen maßgeblichen Bestandteil einer Rezension ausmachen – nicht die Vielfalt der kommunikativen Handlungen auf, die innerhalb einer Rezension vollzogen werden können. Damit eng verknüpft ist zudem auch die jeweils thematische und individuelle Ausgestaltung, die ein Rezensent zumindest bis zu einem bestimmten Punkt innerhalb einer Rezension frei vornehmen kann, wenngleich zu berücksichtigen ist, dass der zu rezensierende Gegenstand das Spektrum der inhaltlich-thematischen Aspekte entscheidend festlegt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Linguistische Grundlagen
2.1 Theoretisches Fundament der Rezension als Texttyp
2.2 Begriffliche Annäherung an das Konzept der Multimodalität
3 Vorbemerkungen zur Analyse des Rezensionskorpus
3.1 Exemplarische Analyse einer Computerspielrezension
3.2 Übergreifende Grundstrukturen des Rezensionskorpus
4 Resümee
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Beschaffenheit von Computerspielrezensionen in der Fachzeitschrift Gamestar, um deren Dynamik und Flexibilität als spezifischen Texttyp unter linguistischen Gesichtspunkten zu beleuchten. Dabei steht die Analyse des Zusammenspiels von thematischen Inhalten und multimodalen Gestaltungselementen im Vordergrund.
- Charakterisierung der Rezension als eigenständiger Texttyp
- Untersuchung des Konzepts der Multimodalität in Fachpublikationen
- Analyse der funktionalen und formalen Strukturen von Computerspielrezensionen
- Bedeutung des Zusammenspiels von Text und Bild (Screenshots, Infokästen)
- Einfluss von Genrezugehörigkeit auf die thematische Ausgestaltung
Auszug aus dem Buch
2.1 Theoretisches Fundament der Rezension als Texttyp
Ein erster Definitionsansatz für den Texttyp der Rezension gestaltet sich darin, die Umgebung, in der sie vorzufinden ist, zu bestimmen – diese ist in der Regel öffentlich und medial zu charakterisieren, d.h., dass eine Rezension mittels verschiedener, der breiten Öffentlichkeit zugänglichen Medien – z.B. Pressezeugnissen, Webseiten im Internet u.ä. – verbreitet wird. Wen sie im Speziellen adressiert, hängt von den einzelnen Umgebungsumständen ab. Eine an ein Fachpublikum gerichtete Rezension wird sich somit üblicherweise zum Beispiel auf einer inhaltlichen Ebene von einer Rezension unterscheiden, die sich an eine allgemeine Menge von potenziellen Rezipienten richtet. Weiterhin bestimmt die mediale Umgebung den generellen Stil und die Spielarten der Aufmachung einer Rezension; dieser Faktor schließt darüber hinaus den Grad des multimodalen Charakters einer Rezension ein. Das Konzept der Multimodalität wird indes an einer späteren Stelle behandelt.
Auch der Gegenstand, der rezensiert wird, strukturiert die Rezension auf einer thematischen Ebene maßgeblich, da er bestimmte konstitutive Aspekte gleichermaßen eröffnet und verschließt. Eine Filmrezension wird andere thematische Aspekte in den Vordergrund rücken als eine Rezension, die sich mit der Aufführung eines Theaterstücks beschäftigt, und dennoch können natürlich bestimmte Aspekte überschneiden und in beiden Rezensionen wiederfinden. Gegenstände, die in einer Rezension behandelt werden können, belaufen sich auf sogenannte kulturelle Ereignisse im Sinne von Kulturprodukten: Zu diesen Kulturprodukten gehören unter anderem Bücher, Filme, Aufführungen von Theaterstücken, musikalische Erzeugnisse und Computerspiele. Personen, Trends oder Ereignisse des Kulturbetriebs lassen sich jedoch nicht rezensieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Ambivalenz des Texttyps Rezension ein und stellt die Untersuchung eines Korpus von Computerspielrezensionen aus der Gamestar sowie das Konzept der Multimodalität vor.
2 Linguistische Grundlagen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Voraussetzungen für die Analyse erarbeitet, insbesondere die Rezension als Texttyp und die theoretischen Zugänge zum Begriff der Multimodalität.
3 Vorbemerkungen zur Analyse des Rezensionskorpus: Das Kapitel befasst sich mit der Genrebildung bei Computerspielen sowie der exemplarischen Analyse und der strukturellen Untersuchung des Rezensionskorpus.
4 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und hebt die Dynamik sowie die mediale Multimodalität der untersuchten Rezensionen hervor.
Schlüsselwörter
Rezension, Computerspiel, Gamestar, Texttyp, Multimodalität, Kommunikation, Fachzeitschrift, Gamereview, Medienlinguistik, Textorganisation, Spielerlebnisse, Spielmechanik, Genrebeschreibung, Mediale Gestaltung, Textanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Untersuchung von Computerspielrezensionen in Fachzeitschriften, um deren Struktur und Beschaffenheit als Texttyp zu erfassen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind der Texttyp der Rezension, das Konzept der Multimodalität, die journalistische Aufbereitung von Videospieltests sowie die Rolle von Text und Bild bei der Informationsvermittlung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Dynamik und Flexibilität von Computerspielrezensionen aufzuzeigen und zu analysieren, wie inhaltliche Aspekte und gestalterische Mittel (Multimodalität) ineinandergreifen.
Welche methodischen Ansätze werden verfolgt?
Es wird eine korpusbasierte Analyse durchgeführt, die sowohl die thematische Ebene als auch die formale und gestalterische Ebene ausgewählter Rezensionen der Fachzeitschrift Gamestar betrachtet.
Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Texttyps Rezension, die Diskussion multimodaler Gestaltungselemente sowie die praktische Analyse von Rezensionsbeispielen und deren Grundstrukturen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rezension, Multimodalität, Computerspiel, Gamestar, Textanalyse und Medienlinguistik definieren.
Welche Rolle spielen die "Infokästen" in den analysierten Rezensionen?
Die Infokästen oder Meinungskästen dienen als optionales, multimodales Element, das subjektive Eindrücke der Redakteure wiedergibt und sich von der restlichen Textstruktur abhebt.
Inwiefern beeinflusst das Genre eines Spiels die Struktur der Rezension?
Das Genre des rezensierten Spiels bestimmt maßgeblich den thematischen Fokus und die sprachlichen Handlungen des Rezensenten, da unterschiedliche Spieltypen (z. B. Shooter vs. Adventure) verschiedene Kriterien an Gameplay und Darstellung erfordern.
- Arbeit zitieren
- Sarah Insacco (Autor:in), 2017, Die Beschaffenheit des Texttypen der Rezension aus gestalterischer und thematischer Perspektive am Beispiel von Computerspielrezensionen., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/373324