Diese Seminararbeit untersucht das pädagogische Ziel und das Konzept einer Juniorfirma. Es wird der Prozess der Findung einer Geschäfts- beziehungsweise Produktidee erläutert und der Ablauf einer Projektjahres anhand einer Firma analysiert. Anschließend wird die Struktur des Unternehmens und die Aufgaben der Mitarbeiter/innen erklärt. Der letzte Teil der Arbeit befasst sich mit den Problemen dieser Unternehmensführung und Lösungsansätze. Zum Schluss wird ein persönliches Fazit gegeben. Ferner wird beurteilt, inwieweit das Projekt seine Ziele im Hinblick auf die zu vermittelnden Kompetenzen erreicht hat.
Im Rahmen des Seminars “Juniorfirma” gründen die Schüler selbst eine Firma, entwickeln eine eigene Geschäftsidee und müssen mithilfe von bis zu 90 Anteilsscheinen selbst Kapitalgeber anwerben. Die damit maximal erwirtschafteten 900 Euro bilden das Startkapital des Unternehmens. Hinter dem Projekt Juniorfirma steht meist ein Unternehmen, das in Zusammenarbeit mit der Schule und der Lehrkraft (auch Schulpate genannt), die Rahmenbedingungen der Juniorfirma stellt. Um ein Schülerunternehmen und dessen effektive Verwendung als Lehrmethode zu ermöglichen, nimmt dieses Unternehmen den Schülern einen Teil der Verantwortung ab. Das übergeordnete Unternehmen übernimmt Aspekte wie Versicherung des Unternehmens und rechtlichen Beistand, falls er nötig wird. Außerdem stehen die Angestellten den Juniorfirmen als Ratgeber im gesamten Projektjahr zur Seite.
Ziel des Juniorfirma-Projekts ist die Vermittlung von unternehmerischen Kompetenzen an Schüler, die wirtschaftliche Wechselwirkungen im Unterricht bisher nur in der Theorie erfahren konnten und die Lücke zwischen Lehrstoff und Wirtschaftspraxis zu schließen. Teilnehmer sollen an unternehmerisches Denken und Handeln herangeführt werden und Wirtschaftswissen sowie wertvolle Schlüsselqualifikationen vermittelt bekommen. Dies ist auch der berufliche Orientierung der baldigen Schulabgänger zuträglich. Besonders die Mitgliedern einer expert-Juniorfirma erfahren Wirtschaftsthemen wie Marketing, Buchführung und Produktentwicklung in der Praxis. Ferner werden auch Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Eigeninitiative gestärkt, die in zahlreichen Lebenssituationen wertvoll sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist eine Juniorfirma; welche Ziele verfolgt sie?
2.1 Unterstützung durch ein Unternehmen
3. Zu vermittelnde Kompetenzen
4. Die Entwicklung einer Geschäftsidee
4.1 Brainstorming
4.2 Unsere Juniorfirma
4.3 Eignung einer Idee
5. Das Unternehmensjahr
6. Die Struktur einer Juniorfirma
6.1 Ein Organigramm am Beispiel unserer Firma
7. Meine eigene Aufgabe: Vorstandsvorsitzender
8. Schlussbetrachtung
9. Vermittelte Kompetenzen
10. Danksagung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dokumentiert den Verlauf des einjährigen JUNIOR-Firmenprojekts im Rahmen eines Seminarkurses und dient der kritischen Reflexion der unternehmerischen Lernerfahrungen sowie der erworbenen Schlüsselkompetenzen.
- Konzeption und Aufbau einer Juniorfirma im schulischen Kontext
- Prozesse der Ideenfindung, Produktion und Vermarktung
- Strukturelle Organisation und Aufgabenverteilung innerhalb des Teams
- Reflexion der Rolle des Vorstandsvorsitzenden und der Führungskompetenzen
Auszug aus dem Buch
Die Entwicklung einer Geschäftsidee
Am Anfang von jeder Projektlaufbahn steht zunächst die Entwicklung eines Geschäftsmodells. Meist ist dies verbunden mit einer Produktidee - und deren Konzeption, Produktion und Vertrieb im Einzelhandel. Mir sind jedoch auf den Networking-Veranstaltungen der JUNIOR-Programme (Wettbewerb in Sindelfingen und Fortbildung in Reutlingen) auch einige Schülerfirmen begegnet, die Dienstleistungen wie Nachhilfevermittlung oder das Design von Werbegrafiken anbieten. Der überwiegende Teil der Firmen stellt jedoch, wie auch unsere Firma Your Shirt looks good, ein Produkt bzw. verarbeitet etwas weiter. Nun möchte ich am Beispiel meiner eigenen Erfahrungen den Entwicklungsprozess beschreiben.
Brainstorming
Für uns war es wichtig, keine guten Ideen zu schnell zu verwerfen, bloß weil sie noch nicht ausgereift sind. Außerdem ist essentiell wichtig, allen Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, ihre Idee ohne Zwang vorstellen zu können. Deshalb sind am Anfang, wie bei einem Brainstorming typisch, alle Ideen willkommen und jedem wird eine Rolle beim Gestaltungsprozess zuteil.
Unsere Juniorfirma
In Bezugnahme auf die Protokolle unserer Sitzungen vom 24.11. Und vom 30.11. gebe ich einen Einblick in unsere Methoden bei der Findung einer Geschäftsidee:
Nachdem in den ersten Wochen verschiedene Ideen genannt und im Podium weiterentwickelt wurden, erhielten die Urheber der Ideen die Aufgabe, einen Prototyp des Produkts (falls möglich) und einen Businessplan (Darlegung der voraussichtlichen Kosten der Produktion und Abschätzen der möglichen Gewinne) vorzulegen. Vorgestellt wurden die folgenden Produkte: Holz-Schneidebrettchen; T-Shirts im Batik-Stil und T-Shirts mit stilisierten Aufnähern, auch Patches genannt. Bei der nachfolgenden Abstimmung gewann die Idee “Batik-Shirts”. Weil die “Patches” Platz zwei belegten und sich gut mit den “Batik-Shirts” kombinieren lassen, entschieden wir uns für die Umsetzung einer Kombination der Ideen. Somit hatte das Unternehmen auf eine geeignete Geschäftsidee geeignet und die Umsetzungsphase begann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Kontext des JUNIOR-Projekts ein und definiert die inhaltlichen Ziele sowie die Struktur der vorliegenden Arbeit.
2. Was ist eine Juniorfirma; welche Ziele verfolgt sie?: Hier werden die organisatorischen Rahmenbedingungen und die grundlegenden unternehmerischen Zielsetzungen des Programms erläutert.
3. Zu vermittelnde Kompetenzen: Dieses Kapitel beleuchtet, wie das JUNIOR-Projekt durch praxisnahe Wirtschaftserfahrung Schlüsselqualifikationen wie Eigenverantwortung und Teamfähigkeit fördern soll.
4. Die Entwicklung einer Geschäftsidee: Der Prozess von der ersten Brainstorming-Phase über die Prototypenentwicklung bis hin zur Auswahl der finalen Geschäftsidee wird detailliert dargestellt.
5. Das Unternehmensjahr: Dieser Abschnitt visualisiert und beschreibt die vier Phasen des Projektjahres, von der Gründung bis zur Auflösung des Unternehmens.
6. Die Struktur einer Juniorfirma: Hier wird die Aufteilung in Abteilungen und die Notwendigkeit einer effizienten Aufgabenverteilung innerhalb eines Schülerteams analysiert.
7. Meine eigene Aufgabe: Vorstandsvorsitzender: Die spezifischen Verantwortungsbereiche und Herausforderungen in der Rolle als Führungskraft des Unternehmens stehen hier im Fokus.
8. Schlussbetrachtung: Der Autor reflektiert das Projektjahr, zieht Bilanz über die persönliche Entwicklung und den Umgang mit Konflikten oder Herausforderungen.
9. Vermittelte Kompetenzen: In diesem Kapitel wird das Fazit bezüglich der Zielerreichung hinsichtlich wirtschaftlicher Bildung und persönlicher Reife gezogen.
10. Danksagung: Ein kurzer Ausdruck der Wertschätzung gegenüber den Unterstützern und Projektteilnehmern.
Schlüsselwörter
Juniorfirma, JUNIOR-Programm, Geschäftsidee, Unternehmensgründung, Schülerfirma, Kompetenzvermittlung, Seminarkurs, Wirtschaftspraxis, Projektmanagement, Führungskompetenz, Vorstandsvorsitzender, Teamentwicklung, Produktentwicklung, Selbstständigkeit, Eigeninitiative.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist eine schriftliche Zusammenfassung eines einjährigen JUNIOR-Projekts, in dem Schüler ein eigenes Unternehmen gegründet und geführt haben.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Gründung und Struktur einer Firma, die Entwicklung einer Geschäftsidee, operative Herausforderungen und die Reflektion über den Lernprozess.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Dokumentation der unternehmerischen Lernerfahrungen und der Nachweis, inwieweit das Projekt die Vermittlung von Wirtschaftskompetenzen ermöglicht hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus Selbstreflexion, Prozessbeschreibung anhand von Sitzungsprotokollen und der Darstellung von Unternehmensstrukturen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Entwicklung der Geschäftsidee, die Darstellung des Unternehmensjahres und die Analyse der eigenen Rolle als Vorstandsvorsitzender.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Juniorfirma, JUNIOR-Programm, Geschäftsidee, unternehmerische Kompetenzen, Teamstruktur und Praxisnähe.
Wie wurde die Geschäftsidee gefunden und ausgewählt?
Die Idee entstand durch Brainstorming, gefolgt von der Erstellung von Prototypen und Businessplänen, wobei schließlich eine Kombination aus T-Shirts und Patches gewählt wurde.
Vor welchen Herausforderungen stand der Vorstandsvorsitzende?
Die Herausforderungen bestanden insbesondere in der Motivation der Mitarbeiter, der transparenten Sitzungsführung und der Differenzierung zwischen privater Beziehung und professioneller Funktion.
Welchen Einfluss hatte das Online-Portal auf das Projekt?
Das Online-Portal diente als Leitfaden und Kontrollinstanz für die Buchhaltung sowie die fristgerechte Abwicklung von betrieblichen Aufgaben.
Wie bewertet der Autor den Lernerfolg am Ende des Jahres?
Der Autor schätzt die Erfahrung als wertvoll für seine spätere Berufslaufbahn ein, da er gelernt hat, besser mit Kritik umzugehen und Verantwortung zu übernehmen.
- Quote paper
- Lukas Gabriel (Author), 2017, Das Konzept und Ziel einer Juniorfirma, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/371194