Diese Seminararbeit legt den Fokus auf das Internet der Dinge und die Radio Frequency Identification (RFID) Technologie. Aus Umfangsgründen kann daher auf Industrie 4.0 und Big Data in dieser Arbeit nicht eingegangen werden. In den Kapiteln zwei und drei werden die Grundlagen zu dem Internet der Dinge und der RFID Technologie erarbeitet. Im vierten Kapitel wird ein Szenario anhand eines intelligenten Kühlschranks dargestellt, in dem gezeigt wird wie RFID und ein smartes Produkt kombiniert werden können. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird das Technologie-Akzeptanzmodell vorgestellt und eine Auswertung mehrerer Studien zu der Akzeptanz von Ubiquitous Computing Anwendungen vorgenommen. Abgeschlossen wird diese Arbeit mit einem Fazit.
Aktuell erleben wir wohl eine der spannendsten Revolutionen, die es bisher in Technologie- und Wirtschaftsgeschichte gab. Die Welt wird sich vermutlich in den kommenden zehn Jahren so stark wie nie zuvor verändern. Hervorzuheben ist hierbei jedoch nicht nur das Ausmaß der Veränderungen, sondern zugleich auch die Geschwindigkeit, die diese Veränderungen so einmalig machen. Mit einem Blick in die Vergangenheit lässt sich erkennen, dass die industrielle Revolution über einhundert Jahre andauerte. Die digitale Revolution, in der wir uns aktuell befinden, wird zehn, maximal zwanzig Jahre dauern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Internet der Dinge
2.1 Die Evolution des Internets
2.2 Ubiquitous computing
2.3 Grundlagen und Voraussetzungen
3 Radio Frequency Identification
3.1 Einordnung der Technologie RFID
3.2 Aktuelles Marktvolumen und Prognose
3.3 Bestandteile und Funktionsweise
4 Die Verwendung von RFID im Internet der Dinge und die Akzeptanz von Ubiquituos Computing Anwendungen
4.1 Anwendungsszenario – Intelligenter Kühlschrank
4.2 Das Technologie-Akzeptanzmodell nach Davis
4.3 Adaptiertes Technologie-Akzeptanzmodell für Ubiquitous Computing Anwendungen
4.4 Akzeptanzbewertung von Ubiquitous Computing Anwendungen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Potenzial von Ubiquitous Computing im Kontext des Internet der Dinge, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der RFID-Technologie liegt. Das Ziel besteht darin, durch die Darstellung eines Anwendungsszenarios (intelligenter Kühlschrank) und die Anwendung theoretischer Akzeptanzmodelle zu untersuchen, wie RFID-basierte Lösungen effizienter gestaltet werden können und welche Faktoren die Nutzerakzeptanz beeinflussen.
- Grundlagen des Internet der Dinge und Ubiquitous Computing
- Funktionsweise und Marktpotenzial von RFID-Systemen
- Anwendungsszenario: Der intelligente Kühlschrank als smartes Produkt
- Theoretische Modelle zur Messung der Technologieakzeptanz (TAM und TAM UC)
- Akzeptanzfaktoren und Hürden für Smart-Home-Technologien
Auszug aus dem Buch
3.3 Bestandteile und Funktionsweise
Die Grundbestandteile eines RFID System sind immer folgende (vgl. dazu Abbildung 5):
Ein kontaktloser Datenträger (Transponder), der an dem jeweilig zu identifizierendem Produkt angebracht wird.
Ein Erfassungs- und Lesegerät, das unterschiedliche Funktionalitäten besitzen kann (entweder reine Lese-Einheit oder Schreib/Lese-Einheit).
Das RFID-Lesegerät besteht nach Finkenzeller (2015, S. 11) in der Regel aus einem Hochfrequenzmodul (Sender und Empfänger), einer Kontrolleinheit und einem Koppelelement (Antenne), um Daten in Form von Radiowellen zum Transponder zu übertragen. Meist ist dieses Lesergerät noch via USB, LAN etc. mit einem Computer verbunden, um die empfangenden Daten verarbeiten zu können. Der eigentliche Datenträger eines RFID-Systems, der Transponder, beinhaltet typischerweise ein Koppelelement sowie einen elektronischen Mikrochip, auf dem die Daten gespeichert sind.
Da es mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Herstellern und RFID Systemen gibt, benötigt es, um den Überblick halten zu können, geeignete Unterscheidungsmerkmale. Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind die Energieversorgung, Betriebsart, Datenmenge, Programmierbarkeit, Frequenzbereich, Reichweite und Bauform. In dieser Arbeit wird jedoch nur auf das Hauptunterscheidungsmerkmal nämlich die Energieversorgung bei aktiven und passiven Transpondern eingegangen. Anhand dieser wird die Funktionsweise der RFID Systeme deutlich (vgl. dazu Franke & Dangelmaier (2006, S. 20 & 26 ff.)).
Die aktiven Transponder besitzen eine eigene Energieversorgung, die durch eine Batterie gewährleistet wird. Wenn der Transponder sich nicht im Empfangsbereich des Lesegerätes befindet schaltet diese Batterie in den Energiesparmodus (Stand-By) um. Gerät der Transponder jedoch in den Empfangsbereich des Lesegerätes, aktiviert dieser den Sender im Transponder. Dies erfolgt mittels eines speziellen Funksignals (vgl. dazu Weigert (2006, S. 25-26)). Ein großer Vorteil von aktiven Transpondern ist, dass der Transponder durch die Batterie eine kapazitätsmäßige größere und gleichmäßige Energiequelle besitzt und somit größere Speicher verwendet werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die digitale Revolution und definiert den Fokus der Arbeit auf das Internet der Dinge und die RFID-Technologie unter Verzicht auf Themen wie Industrie 4.0 oder Big Data.
2 Internet der Dinge: Dieses Kapitel erläutert die evolutionäre Entwicklung des Internets, den Begriff des Ubiquitous Computing sowie die grundlegenden Anforderungen an smarte Objekte.
3 Radio Frequency Identification: Hier werden die technologische Einordnung von RFID, die Marktentwicklung sowie der strukturelle Aufbau und die Funktionsweise von RFID-Systemen detailliert dargelegt.
4 Die Verwendung von RFID im Internet der Dinge und die Akzeptanz von Ubiquituos Computing Anwendungen: In diesem Kapitel wird anhand eines Kühlschrank-Szenarios der Mehrwert von RFID illustriert und mittels des Technology Acceptance Models (TAM) die Akzeptanz solcher Technologien analysiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz des Potenzials technologische Hürden und hohe Anschaffungskosten sowie Sicherheitsbedenken die kurzfristige Marktdurchdringung von RFID-basierten Konsumgütern begrenzen.
Schlüsselwörter
Internet der Dinge, IoT, Ubiquitous Computing, RFID, Transponder, Technologie-Akzeptanzmodell, TAM, Smart Home, Kühlschrank, Digitalisierung, Konsumentenverhalten, Datensicherheit, Lieferkette, Automatisierung, Marktentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken von Ubiquitous Computing und RFID-Technologie und wie diese das Internet der Dinge im Alltag, am Beispiel intelligenter Haushaltsgeräte, praktisch und theoretisch prägen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?
Die zentralen Themen sind die technologischen Grundlagen von RFID, die Evolution des Internets, Anwendungsszenarien im Smart Home Bereich sowie die psychologische Akzeptanz solcher Technologien durch den Endnutzer.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Potenzialanalyse von RFID-Anwendungen, insbesondere unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Akzeptanzfaktoren, um den Nutzen und die Herausforderungen smarter Alltagstechnologien besser zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die Anwendung des Technology Acceptance Models (TAM) sowie dessen Erweiterung für Ubiquitous Computing (TAM UC), um Ergebnisse bestehender Studien zur Akzeptanz auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Internet der Dinge und RFID, die detaillierte Darstellung eines Anwendungsbeispiels (intelligenter Kühlschrank) sowie die theoretische und empirische Herleitung von Akzeptanzfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie RFID, Internet der Dinge, Ubiquitous Computing, Akzeptanzmodell, Smart Home und Automatisierung definiert.
Warum wird der intelligente Kühlschrank als Fallbeispiel gewählt?
Der intelligente Kühlschrank dient als konkretes Anwendungsszenario, um aufzuzeigen, wie RFID-Technologie den Alltag erleichtern kann und wo die Grenzen bei der Implementierung für den Massenmarkt liegen.
Welche Rolle spielt die Kontrollüberzeugung bei der Technologieakzeptanz?
Die Arbeit zeigt auf, dass eine hohe Kontrollüberzeugung des Nutzers im Umgang mit Technik eine essenzielle Voraussetzung für die Bereitschaft ist, Ubiquitous Computing Anwendungen positiv zu bewerten und zu nutzen.
Welche zentralen Hindernisse stehen einer breiten Nutzung entgegen?
Laut den angeführten Studien sind die Anschaffungskosten, Datenschutzbedenken, Sicherheitsängste vor Hackern sowie die mangelnde Kompatibilität zwischen verschiedenen Herstellern die größten Hürden.
Wie ist das Fazit des Autors zur Zukunft von RFID-Produkten?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass smarte Produkte zwar an Bedeutung gewinnen werden, jedoch kurzfristig hohe Hürden bei der Ausstattung von Massenprodukten mit RFID bestehen, weshalb ein breiter Marktdurchbruch noch Zeit benötigt.
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- Gero von Drateln (Author), 2016, Das Internet der Dinge und die Radio Frequency Identification, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/368617