Gegenstand dieser Arbeit ist die Frage danach, in welchem Kontext ein Sprachträger die eine oder die andere Sprache spricht, bzw. unter welchen Umständen oder aus welchen Motiven es zu einem „Codeswitching“ kommt. Als Grundlage für die Korpusanalyse dient der US-amerikanische Film „Quinceañera“ aus dem Jahre 2006 von Richard Glatzer und Wash Westmoreland. Der Film berichtet aus dem Leben von mexikanischen Migranten aus Los Angeles.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entwicklung und Bedeutung der spanischen Sprache in den USA
3. Die Entwicklung und Bedeutung der spanischen Sprache in den USA
4. Spachkontakt
4.1Bilingualismus
4.2 Codeswitching
4.2.1Grammatikalische Aspekte des Codeswitching
4.2.2 Soziolinguistische Aspekte des Codeswitching
5. Analyse
5.1Daten zu dem Film
5.2 Verwendete Sprachen
5.2.1 Die Sprache der ersten Generation
5.2.2 Die Sprache der zweiten Generation
5.2.3 Die Sprache in Konversationen zwischen den beiden Generationen
5.3 Die Sprache von Carlos
5.4 Die Sprache von Magdalena
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Sprachgebrauch und das Phänomen des Codeswitching bei mexikanischen Migranten in den USA anhand des Films „Quinceañera“. Das primäre Ziel ist es, in linguistischen Kontexten zu analysieren, aus welchen Motiven heraus Sprecher zwischen Spanisch und Englisch wechseln und wie diese Sprachwahl durch soziale Faktoren, generationelle Unterschiede und die jeweilige Situation beeinflusst wird.
- Sprachkontakt und Bilingualismus bei Migranten in den USA
- Linguistische Analyse von Codeswitching (grammatikalisch und soziolinguistisch)
- Untersuchung der Sprachwahl basierend auf dem Markedness-Modell (Myers-Scotton)
- Generationenspezifische Sprachmuster bei der ersten und zweiten Einwanderergeneration
- Analyse von Interaktionsmustern und emotionaler Ausdruckskraft in der Sprache
Auszug aus dem Buch
5.4 Die Sprache von Magdalena
Wie auch Carlos und die anderen Zugehörigen der zweiten Generationen, ist die Matrixsprache von Magdalena Englisch. Mit ihrem Freund, ihren Freunden, Carlos und ihrem Onkel Tomás spricht sie Englisch. Im Gegensatz zu Carlos, kommt es bei ihr zu einem sehr regen Codeswitching im Gespräch mit ihrer Mutter.
00:11:40 (Mutter klopft an die Zimmertür von Magdalena) Magdalena: „Come in“ Maria: „¡Que bueno que estás despierta todavía! Casí no te ví en todo el día. ¿Te divertiste? Estuve bonita la fiesta. ¿Verdad? Bueno menos el final. Pero Eileen se veía bonita con su vestida.“ Magdalena: „Yeah it’s beautiful.“ María: „Tu tía Silvia dijo que puede arreglarla para el día de tu Quinceanera.“ Magdalena: „That’s nice“ María: „¿Cómo que nice? ¡Pero su vestida es bonita!“ Magdalena: „Lo sé Mama, pero es que just kinda wanted a new dress for my Quinceanera.“ María: „Well, your father is no goldwarder. He doen’t have the money to through around.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Sprachkontakts zwischen Spanisch und Englisch bei Migranten in den USA ein und definiert die Forschungsfrage sowie die Filmgrundlage der Analyse.
2. Die Entwicklung und Bedeutung der spanischen Sprache in den USA: Ein historischer Abriss über die Präsenz der spanischen Sprache und die Diversität der lateinamerikanischen Bevölkerung in den USA.
3. Die Entwicklung und Bedeutung der spanischen Sprache in den USA: Vertiefung der soziolinguistischen Rolle des Spanischen als Minderheitensprache im Kontrast zum Englischen im öffentlichen und privaten Raum.
4. Spachkontakt: Definition und theoretische Grundlagen von Sprachkontakt, Mehrsprachigkeit und den verschiedenen Formen des Bilingualismus.
4.1Bilingualismus: Erläuterung der verschiedenen Arten von Bilingualismus, von individuell über sozial bis hin zu institutionell.
4.2 Codeswitching: Einführung in das Phänomen des Sprachwechsels, der früher als Defizit galt, heute jedoch als Ausdruck hoher sprachlicher Kompetenz gewertet wird.
4.2.1Grammatikalische Aspekte des Codeswitching: Darstellung der strukturellen Regeln, wie satzinternes, satzexternes und emblematisches Codeswitching.
4.2.2 Soziolinguistische Aspekte des Codeswitching: Untersuchung der sozialen Motive für Sprachwechsel, abhängig von Adressaten, Situationen und Emotionen.
5. Analyse: Anwendung linguistischer Modelle auf ausgewählte Dialoge des Films „Quinceañera“.
5.1Daten zu dem Film: Vorstellung der Protagonisten Magdalena und Carlos und des soziokulturellen Kontextes der Filmhandlung.
5.2 Verwendete Sprachen: Analyse der Sprachwahl zwischen der älteren (spanisch-dominiert) und der jüngeren (englisch-dominiert) Generation.
5.2.1 Die Sprache der ersten Generation: Betrachtung der Sprachwahl der älteren Charaktere unter Einbezug kultureller und generationeller Faktoren.
5.2.2 Die Sprache der zweiten Generation: Analyse, warum die jüngere Generation das Englische bevorzugt und welche Ausnahmen es dabei gibt.
5.2.3 Die Sprache in Konversationen zwischen den beiden Generationen: Untersuchung der intergenerationalen Sprachdynamik und deren Kontextabhängigkeit.
5.3 Die Sprache von Carlos: Fallstudie zur Rolle der sozialen Isolation und Ausgrenzung bei der Sprachwahl von Carlos.
5.4 Die Sprache von Magdalena: Analyse der Sprachwechsel-Strategien von Magdalena im familiären Kontext, insbesondere gegenüber ihrer Mutter.
6. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse, die zeigen, dass die Sprachwahl von bilingualen Sprechern kein Zufall ist, sondern einem komplexen, kontextabhängigen Regelwerk folgt.
Schlüsselwörter
Codeswitching, Sprachkontakt, Bilingualismus, Migranten, Spanisch, Englisch, USA, Quinceañera, Markedness-Modell, Gumperz, Soziolinguistik, Identität, Generationenkonflikt, Intergenerationale Kommunikation, Sprachwahl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Sprachgebrauch und das Phänomen des Codeswitching bei mexikanischen Migranten in den USA unter Verwendung von Dialogen aus dem Film „Quinceañera“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der linguistischen Analyse von Sprachkontakt, der Unterscheidung zwischen erster und zweiter Migrantengeneration sowie der soziolinguistischen Motivation für Sprachwechsel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, in welchem Kontext Sprachträger zwischen Spanisch und Englisch wechseln und welche sozialen, emotionalen oder situativen Motive diese Entscheidung steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es werden linguistische Modelle wie das Markedness-Modell von Myers-Scotton und Ansätze von John Gumperz zur Korpusanalyse von Filmdialogen herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Sprachwahl der verschiedenen Generationen und Charaktere, wobei besonders auf Codeswitching-Strategien in familiären oder sozialen Stresssituationen eingegangen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Codeswitching, Sprachkontakt, Bilingualismus, soziale Identität, intergenerationale Kommunikation und Kontextabhängigkeit.
Wie unterscheidet sich die Sprachwahl von Carlos von der der anderen Jugendlichen?
Carlos kommuniziert aufgrund seiner sozialen Ausgrenzung und Isolation nahezu ausschließlich auf Englisch, um seine Distanz zur mexikanischen Kultur zu verdeutlichen, während andere Jugendliche Spanisch in informelleren Kontexten bewahren.
Warum wechselt Magdalena in Gesprächen mit ihrer Mutter zwischen den Sprachen?
Der Sprachwechsel erfolgt kontextabhängig: Magdalena nutzt beispielsweise das „we-code“ (Spanisch), um durch soziale Nähe bei der Mutter Zustimmung zu erreichen, oder das „they-code“ (Englisch), um Desinteresse zu signalisieren.
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- Nermin Gündüz (Author), 2016, Spanglish. Die Verwendung des Code-Switching am Beispiel des Films "Quinceañera", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/367034