Im Rahmen der Gesundheitsreform 2000, wurde u.a. die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems für alle Krankenhäuser sowie die Einführung der Diagnosis Related Groups – DRGs, gefordert. Seitdem werden alle, für einen Patienten, im Krankenhaus erbrachten Leistungen auf der Grundlage von diagnosebezogenen Fallpauschalen vergütet, § 17b Absatz 1 KHG.
Ziel der Reform, war die Förderung der Wirtschaftlichkeit, die Steigerung der Kundenorientierung und des Wettbewerbs im Krankenhaussektor. Gleichzeitig verringern die Bundesländer kontinuierlich ihren Anteil zur Finanzierung der Investitionskosten. Damit stehen die Krankenhäuser vor der Herausforderung, ihre nicht kostendeckenden Leistungen einzustellen oder den Leistungserstellungsprozess so zu optimieren, dass er kostendeckend ist. So findet eine Ökonomisierung des Gesundheitswesens statt, in der die Krankenhäuser gezwungen sind, als Anbieter von wettbewerbsorientierten Gesundheitsleistungen aufzutreten und zu handeln.
Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen wie in einem Krankenhaus Prozessmanagement eingeführt wird und wie dabei die gesetzlichen Anforderungen der Gesundheitsreform 2000 erfüllt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Prozessmanagements
3. Einführung von Prozessmanagement im Krankenhaus
4. Kontinuierliche Prozessverbesserung
5. Probleme und Risiken durch Prozessmanagement
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen methodischen Ansatz zur Einführung von Prozessmanagement in Krankenhäusern aufzuzeigen, um den ökonomischen Anforderungen der Gesundheitsreform 2000 gerecht zu werden und die Qualität der Versorgung nachhaltig zu sichern.
- Theoretische Grundlagen des Prozessmanagements im Gesundheitswesen
- Methodik zur Einführung mittels phasenorientiertem Problemlösekreis
- Bedeutung der Prozessdiagnose und Prozessmodellierung
- Rolle des Qualitätsmanagements bei der Prozessverbesserung
- Umgang mit Widerständen und Risikofaktoren im Veränderungsmanagement
Auszug aus dem Buch
Die Prozessdiagnose sollte folgende Schwerpunkte beinhalten:
1. Prozessziele: Die Ziele des Prozesses sollten sich an den Anforderungen der Kunden orientieren und mit der Unternehmensstrategie im Einklang stehen. Dabei ist darauf zu achten, dass, bei der Zieldefinition, sowohl die externen Kunden als auch die internen Kunden zu berücksichtigen sind. Das Ziel sollte klar und unmissverständlich sein und bestenfalls einen Unterstützer aus dem Top-Management haben.
2. Prozessablauf: Der Ablauf bildet, durch eine erste grobe Modellierung, den betrachteten Prozess ab und schafft eine Übersicht. In der Analysephase sollte der Detaillierungsgrad nicht zu hoch sein. Denn dazu müssten Interviews, begleitende Beobachtungen oder Workshops durchgeführt werden und es besteht die Gefahr den Überblick zu verlieren. In diesem Schritt werden vornehmlich die einzelnen Prozessschritte, die Schnittstellen und die Zuständigkeiten ermittelt.
3. Häufigkeit: Hier geht es darum herauszufinden, wie häufig der Prozess und in welchen Varianten er gestartet wird. Beispielsweise könnten die Fragen lauten: Wie viele Patienten werden pro Tag aufgenommen? Wie viele davon sind Notfälle? Wie viele werden auf der Station XY aufgenommen? etc.
4. Prozessorganisation: Hier werden die Rollen der Personen, die in dem Prozess mitwirken, untersucht. Es gilt herauszufinden, wer für welche Aufgaben zuständig ist.
5. Zeitbedarf: Die Frage gilt der Höhe des Zeitbedarfes von Anfang bis zum Ende des Prozesses. Neben der Durchlaufzeit des Prozesses, wird auch die Zeit für die einzelnen Prozessschritte ermittelt.
6. Prozessfehler: Ziel ist es von den Prozessbeteiligten die Schwachstellen und Fehler des Prozesses zu erfahren.
7. Prozesskosten: Es werden möglichst alle Kosten, die mit der Durchführung des betrachteten Prozesses verbunden sind, eingeschätzt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit der Ökonomisierung im Krankenhaussektor unter Berücksichtigung der gesetzlichen Anforderungen der Gesundheitsreform 2000.
Grundlagen des Prozessmanagements: Es werden zentrale Definitionen, die Unterscheidung von Prozessarten sowie die Rolle von Kunden und Interessengruppen im Krankenhaus erläutert.
Einführung von Prozessmanagement im Krankenhaus: Dieses Kapitel stellt einen phasenorientierten Problemlösekreis vor, der von der Zielfindung über die Diagnose bis hin zur Implementierung reicht.
Kontinuierliche Prozessverbesserung: Der Fokus liegt auf japanischen Ansätzen wie Kaizen und der Anwendung des PDCA-Zyklus nach Deming zur stetigen Optimierung.
Probleme und Risiken durch Prozessmanagement: Die Arbeit beleuchtet die Herausforderungen des Wandels, insbesondere den Umgang mit Widerständen der Mitarbeiter und die notwendige Rolle der Führungskräfte.
Fazit: Die Erkenntnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung der Krankenhausleitung für eine erfolgreiche, dauerhafte Prozessoptimierung hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Prozessmanagement, Krankenhaus, Gesundheitsreform 2000, Qualitätsmanagement, Prozessdiagnose, Wertschöpfung, PDCA-Zyklus, Prozessmodellierung, Prozesscontrolling, Veränderungsmanagement, Kundenorientierung, Prozessverbesserung, Unternehmenskultur, Prozesslandkarte, Wirtschaftlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von Prozessmanagement in Krankenhäusern, um durch eine verbesserte Organisation auf die ökonomischen Anforderungen der Gesundheitsreform zu reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Prozessen, die methodische Einführung von Prozessmanagement, Qualitätssicherung und das Management von Veränderungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie ein Krankenhaus Prozessmanagement systematisch einführt und dabei die gesetzlichen Vorgaben der Gesundheitsreform 2000 erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet primär eine Literaturanalyse zur Herleitung von Managementmethoden (insb. phasenorientierter Problemlösekreis) und deren Anwendung auf den spezifischen Kontext des Krankenhauses.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die praktische Einführung des Managementsystems, die Mechanismen zur kontinuierlichen Verbesserung sowie die Analyse von Risiken und Widerständen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Prozessmanagement, Krankenhaus, Qualitätsmanagement, PDCA-Zyklus, Prozessdiagnose und Veränderungsmanagement.
Welche Rolle spielt die Prozessdiagnose bei der Einführung?
Die Prozessdiagnose dient als erster entscheidender Schritt, um eine Ist-Analyse aller Prozesse zu erstellen, Prozesslandkarten zu entwickeln und konkrete Optimierungspotenziale zu identifizieren.
Warum ist Widerstand bei der Einführung von Prozessmanagement zu erwarten?
Veränderungen lösen in der Praxis häufig Ängste vor Machtverlust, Verständnisschwierigkeiten oder Unsicherheit aus, weshalb Widerstand laut der Arbeit eine normale Begleiterscheinung ist, die durch Führungskräfte proaktiv gesteuert werden muss.
- Arbeit zitieren
- Stefan Landherr (Autor:in), 2017, Die Einführung von Prozessmanagement im Krankenhaus zur Erfüllung der Anforderungen aus der Gesundheitsreform 2000, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/366504