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Die Emotion der Trauer und ihre Funktion am Beispiel Kriemhilds im "Nibelungenlied"

Titel: Die Emotion der Trauer und ihre Funktion am Beispiel Kriemhilds im "Nibelungenlied"

Hausarbeit , 2013 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Larisa Kom (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit behandelt das Thema der Funktion von Emotionalität im Mittelalter. Dabei bezieht sich die Arbeit speziell auf die Trauer, da diese Art der Emotion im "Nibelungenlied" eindrucksvoll dargestellt wird. Im Heldenepos "Nibelungenlied" nimmt Kriemhild eine zentrale Position ein. Nachdem Siegfried im Wald ermordet wird und von den Mördern vor die Kemenate der Königin Kriemhild gelegt wird, beginnt die Trauer Kriemhilds. Diese Trauer und das Klagen um den ermordeten Siegfried sind von eindrücklicher Gestalt.

Die Arbeit wird zunächst geleitet von der Frage, ob die Trauer Kriemhilds von unkontrollierter Emotionalität oder doch von Affektkontrolle geprägt ist. Die Texte "Empörung, Tränen, Zerknirschung" von Gerd Althoff und "Das Nibelungenlied. Widersprüche höfischer Gewaltreglementierung" von Peter Czerwinski sollen zu einer Klärung der Fragestellung beitragen. Wenn tatsächlich festgestellt werden sollte, dass die Trauer Kriemhilds nicht einem bloßen Gefühlsausbruch gleichzusetzen ist, könnte ihrer Trauer eine Funktion zu Grunde liegen. Daher wird schließlich auf die Fragestellung eingegangen, welche Funktion die Trauer Kriemhilds aufweist. In einem anschließenden Fazit soll über die wichtigsten Ergebnisse ein knapper Überblick gegeben werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Trauer Kriemhilds - unkontrollierte Emotionalität?

3. Die Funktion der Trauer Kriemhilds

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktion der Trauer im mittelalterlichen Kontext, insbesondere am Beispiel der Figur Kriemhild im Nibelungenlied, um zu klären, ob diese Emotion als unkontrollierter Gefühlsausbruch oder als ritualisierte, zweckorientierte Handlung zu verstehen ist.

  • Darstellung von Trauer im Nibelungenlied (Aventiure 17)
  • Mittelalterliches Verständnis von Emotionalität und Affektkontrolle
  • Die Rolle der Öffentlichkeit und Performanz bei der Trauerbekundung
  • Zusammenhang zwischen Trauer, êre (Ehre) und Rechtsanspruch
  • Die Funktion der Klagegemeinschaft (wuofe)

Auszug aus dem Buch

Die Trauer Kriemhilds - unkontrollierte Emotionalität?

Die Aventiure 17 des Heldeneposes Nibelungenlied ist erfüllt von Trauer um den ermordeten Siegfried. Für unser heutiges Verständnis wirken die Szenen überemotionalisiert und werden ungewohnt ausgelebt und betont. Folgende Strophe repräsentiert dies:

„Ê daz zem grabe kœme daz Sîfrides wip, dô ranch mit solhem jâmer ir getriuwer lîp, daz man si mit dem brunnen vil dicke dâ vergôz. ez was ir ungemüete vil harte unmæzlîchen grôz“2

Fraglich hierbei ist, ob es sich bei der gezeigten Emotionalität um bloße unkontrollierte Gefühlsausbrüche oder um gezielte Emotionskontrolle handelt.

Um diese Fragestellung befriedigend zu klären, sollte zunächst angemerkt werden, dass die wenigsten Menschen im Mittelalter lesen und schreiben konnten.3 Dies war ein Privileg, welches dem Klerus und wenigen Adligen vorbehalten war. Das Medium der Kommunikation, dem sich die Menschen im Mittelalter bedienten war demnach die Akustik und die Performanz, nicht aber die Schrift. Dieser Unterschied zur heutigen Zeit muss dem Betrachter höfischer Literatur dringend vor Augen geführt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Emotionalität im Mittelalter ein und fokussiert sich auf die Darstellung der Trauer Kriemhilds im Nibelungenlied, wobei die Forschungsfrage nach der Kontrolle dieser Emotion aufgeworfen wird.

2. Die Trauer Kriemhilds - unkontrollierte Emotionalität?: Dieses Kapitel analysiert, ob die Trauer der Figur als irrationaler Ausbruch zu deuten ist, und zeigt auf, dass Emotionalität im Mittelalter als ritualisierte, öffentliche Verhaltensweise eine kontrollierte Funktion zur Herstellung von Sicherheit und Verbindlichkeit besaß.

3. Die Funktion der Trauer Kriemhilds: Hier wird untersucht, wie Kriemhilds Trauer als öffentliches Mittel zur Demonstration von Unrecht und zur Forderung nach Wiederherstellung ihrer êre (Ehre) sowie zur Warnung vor Racheaktionen dient.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Kriemhilds Trauer keinesfalls als bloßer Gefühlsausbruch, sondern als hochgradig zweckorientierte und kontrollierte Inszenierung zu verstehen ist, die sowohl rechtliche als auch soziale Funktionen innerhalb der höfischen Gesellschaft erfüllt.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Kriemhild, Mittelalter, Trauer, Emotionalität, Affektkontrolle, Performanz, êre, Klagegemeinschaft, Recht, höfische Gesellschaft, triuwe, Rache, Öffentlichkeit, Symbolik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Funktion von Emotionalität im Mittelalter, wobei sie speziell untersucht, wie die Trauer der Figur Kriemhild im Nibelungenlied dargestellt und bewertet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die mittelalterliche Emotionsgeschichte, die Bedeutung von Öffentlichkeit und Performanz sowie die höfischen Konzepte von Ehre, Recht und Treue.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob die präsentierte Trauer Kriemhilds unkontrolliert ist oder ob ihr eine bewusste Affektkontrolle und soziale Funktion zugrunde liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Einbeziehung historischer Fachliteratur (u.a. von Gerd Althoff und Peter Czerwinski), um das Verhalten der Figur im Kontext mittelalterlicher Gesellschaftsnormen zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst die mittelalterliche Bedeutung von Emotionen als kontrollierte, öffentliche Verhaltensweise erörtert, bevor spezifisch die Funktion von Kriemhilds Trauer als Demonstration von Unrecht und als politisches bzw. rechtliches Instrument analysiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Nibelungenlied, Trauer, Affektkontrolle, Performanz, êre, Klagegemeinschaft und triuwe.

Warum war das öffentliche Schreien für Kriemhild funktional?

Das öffentliche Schreien diente dazu, den erlittenen Schaden und das Unrecht öffentlich wahrnehmbar zu machen, eine Klagegemeinschaft zu mobilisieren und die Ernsthaftigkeit ihres Anliegens zu demonstrieren, da ohne Öffentlichkeit kein rechtsverbindliches Klagen möglich war.

Inwiefern beeinflusste die Abwesenheit eines staatlichen Gewaltmonopols Kriemhilds Handeln?

Da es im Mittelalter keine Institutionen zur Einklagung von Recht gab, war der Einzelne darauf angewiesen, durch öffentliche Inszenierung von Trauer und Klage selbst auf das Unrecht aufmerksam zu machen, um so Verbündete zu finden und das Recht bzw. die eigene Ehre wiederherzustellen.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Emotion der Trauer und ihre Funktion am Beispiel Kriemhilds im "Nibelungenlied"
Hochschule
Universität Bayreuth  (Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Literatur und Gesellschaft des deutschen Mittelalters
Note
1,0
Autor
Larisa Kom (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V365364
ISBN (eBook)
9783668447875
ISBN (Buch)
9783668447882
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ÄDP Hausarbeit Literatur und Gesellschaft des deutschen Mittelalters Seminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Larisa Kom (Autor:in), 2013, Die Emotion der Trauer und ihre Funktion am Beispiel Kriemhilds im "Nibelungenlied", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/365364
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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