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Theorie des sozialen Handelns (Thomas Luckmann)

Titel: Theorie des sozialen Handelns (Thomas Luckmann)

Seminararbeit , 1998 , 43 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Ulrike Roppelt (Autor:in)

Pädagogik - Wissenschaftstheorie, Anthropologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung

Der Alltag eines Menschen ist geprägt von einer Fülle unterschiedlicher Handlungen. Es gibt kleine routinisierte Handlungen, wie Wecker stellen, Zähne putzen oder Kaffee kochen und große bedeutungsvolle Handlungen, wie eine Hochzeit, eine Bergbesteigung oder die Fertigstellung einer wissenschaftlichen Arbeit. Auch wenn nicht alles im menschlichen Leben Handeln ist, so besteht doch das elementare Grundgerüst jeden Tages im Prinzip aus einer Aneinanderreihung von Handlungen. Diese Verkettung, mit welcher sich der Mensch tagtäglich konfrontiert sieht, wird oft in ihrer Bedeutung nicht bewußt wahrgenommen: im Zusammenleben von Mitgliedern einer Gesellschaft muß der Mensch zum Überleben handeln. Ein Leben mit eingeschränkter Handlungsfähigkeit ist denkbar, ein Tag gänzlich ohne Handlungen dagegen bleibt allein der Phantasie vorbehalten. Wir leben mit anderen Menschen, handeln für oder gegen andere. Die menschliche Gesellschaft kann aus diesem Blickwinkel auch als konkreter Handlungszusammenhang von Mitmenschen betrachtet werden und ist bereits - entstehungsgeschichtlich gesehen - das Ergebnis einer langen Handlungsfolge.
Es ist schwierig, die Komplexität menschlichen Handelns zu beschreiben und in Worte zu fassen. Diese Arbeit möchte trotzdem den Versuch wagen, das soziale Handeln als eine alltägliche Leistung in ihren Grundzügen zu umreißen. Im ersten Teil sollen die wichtigsten Grundlagen einer Beschäftigung mit menschlichem Handeln benannt werden - im Vordergrund stehen hierbei v.a. Aussagen zur Begrifflichkeit und ein kurzer geschichtlicher Abriß der Handlungstheorie.
Der Schwerpunkt der Arbeit befaßt sich mit der Theorie des sozialen Handelns von Luckmann - hier soll ein möglichst differenziertes Bild der Handlungsstruktur sowie des Handlungsvollzugs in seinen Grundzügen entwickelt werden.
[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlungstheorie als Grundlage der Sozialwissenschaften

2.1. Handlungstheorie - ein geschichtlicher Abriß

2.2. Handlungstheorien im Spannungsverhältnis von Individuum und Gesellschaft

3. Phänomenologie

3.1. Erläuterungen zum Begriff der Phänomenologie

3.2. Phänomenologische Analyse

4. Handeln als Wirklichkeitsveränderung und als Bewußtseinsleistung

4.1. Erleiden und Tun

4.2. Die Konstitution von Sinn im Handeln

4.2.1. Der Sinngebungsprozeß im Erleiden (Typ 1)

4.2.2. Der Sinngebungsprozeß im Tun (Typ 2)

4.3. Sinn als Relation

5. Das Verstehen von Handlungen

5.1. Elementare Axiome

5.2. Deutungsschema für das Handeln anderer

5.3. Handeln und Verhalten

6. Handeln in der Welt und Handeln in die Welt

7. Die Zeit- und Sinnstruktur von Handeln

7.1. Die Zeitperspektive des Entwurfs

7.2. Die Zeitperspektive des Handlungsvollzugs

7.3. Die Sinnstruktur des Handlungsvollzugs

7.4. Der Zeit- und Sinnzusammenhang von Entwürfen

8. Der Handlungsentwurf

8.1. Entwurf als praktische Utopie

8.2. Entwurf als Denkakt aus Bausteinen

8.3. Entwerfen nach dem Baukastenprinzip

8.4. Die Wahl zwischen Entwürfen

8.5. Wahlvorgang

9. Der Handlungsvollzug

9.1. Die Schwellenüberschreitung im Handlungsvollzug

9.2. Anfang und Ende des Handlungsvollzugs

9.3. Verlaufstypen von Handlungen

9.3.1. Erfolgreiche Handlung im engeren Sinn

9.3.2. Erfolgreiche Handlungen im weiteren Sinn: Unterbrechung und Umweg

9.3.3. Verlaufstyp: Abbruch der Handlung

9.3.4. Verlaufstyp: Zielverfehlung

9.3.5. Verlaufstyp: Zielveränderung

10. Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das soziale Handeln als alltägliche Leistung auf Basis der Theorie von Thomas Luckmann theoretisch zu erschließen. Dabei steht die Untersuchung der Handlungsstruktur sowie des Handlungsvollzugs im Zentrum, um ein differenziertes Verständnis darüber zu entwickeln, wie menschliches Handeln in einer sozialen Welt konstituiert wird und welche Dynamiken den Prozess des Entwerfens bis hin zur Umsetzung bestimmen.

  • Historische Entwicklung der Handlungstheorie und soziologische Grundannahmen.
  • Phänomenologische Fundierung des Handlungsbegriffs nach Schütz und Luckmann.
  • Unterscheidung und Interdependenz von Handeln, Verhalten, Wirken und Denken.
  • Die konstitutive Rolle von Entwürfen, Motiven und Zeitstrukturen für den Handlungsvollzug.
  • Typologie der Handlungsverläufe und Umgang mit Hindernissen oder Zielveränderungen.

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Der Sinngebungsprozeß im Erleiden (Typ 1)

Thematische Kerne können in ihrem weitesten Sinn auch Erlebnisse genannt werden. In dieser vagen Begriffsbestimmung darf natürlich nicht unberücksichtigt bleiben, daß kein Erlebnis nur den aktuellen Kern der jeweiligen Erlebnisphase umfaßt, sondern eng verwoben ist mit den eigenen Vorerfahrungen und Elementen des subjektiven Wissensvorrates, d.h. bei ‚allen Erlebnissen wird ihr jeweiliger Typus appräsentiert‘ (Luckmann 1992). In der selbstverständlichen Einheitlichkeit alltäglicher Erlebnisse wird dem ‚ICH‘ noch keine Beteiligung zugeschrieben.

Das ‚ICH‘ kann sich im Erlebnis jedoch auch engagieren. Durch eine Aufmerksamkeitszuwendung wird dem Erlebten beispielsweise ein höherer Bestimmtheitsgrad zugewiesen. Aus dem Bewußtseinstrom kristallisiert sich dann eine klar umrissene Erlebnisphase heraus, der auf diese Weise ein konkreter Beginn und ein deutliches Ende zugeschrieben werden kann. Diesen Typus von Erlebnissen mit Bewußtseinszuwendung und ICH-Engagement nennt Luckmann (1992) Erfahrungen. Für sich genommen wird diesen Erfahrungen ebenfalls noch kein Sinn zugewiesen. So bildet sich der Sinn einer Erfahrung nicht ‚in ihrem schlichten Verlauf, sondern erst, wenn sich das ICH seinen Erfahrungen nachträglich zuwendet und sie in einen, über deren Aktualität hinausgehenden Zusammenhang setzt‘ (Luckmann 1992).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das menschliche Handeln als grundlegendes Merkmal des Alltags und definiert das Ziel der Arbeit, die Theorie des sozialen Handelns nach Luckmann zu umreißen.

2. Handlungstheorie als Grundlage der Sozialwissenschaften: Dieses Kapitel liefert einen geschichtlichen Abriss handlungstheoretischer Ansätze und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen individuellem Handeln und gesellschaftlicher Ordnung.

3. Phänomenologie: Es werden die Grundlagen der phänomenologischen Methode nach Husserl und Schütz dargestellt, die als notwendige Basis für die Analyse des Handelns dienen.

4. Handeln als Wirklichkeitsveränderung und als Bewußtseinsleistung: Hier wird die Differenzierung zwischen Erleiden und Tun sowie die Konstitution von Sinn durch Bewusstseinsprozesse analysiert.

5. Das Verstehen von Handlungen: Das Kapitel behandelt die elementaren Axiome der Reziprozität und Ceteris-Paribus-Klausel, die das Verstehen des Handelns anderer ermöglichen.

6. Handeln in der Welt und Handeln in die Welt: Hier wird die Unterscheidung zwischen Wirken (Umweltveränderung) und Denken (bewusstseinsintern) eingeführt.

7. Die Zeit- und Sinnstruktur von Handeln: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung von Zeitperspektiven wie Entwurf, Handlungsvollzug und deren Verflechtung im Sinnzusammenhang.

8. Der Handlungsentwurf: Die Analyse konzentriert sich auf Merkmale der entwerfenden Phantasie, die als praktische Utopie fungiert, sowie den Baukastencharakter von Handlungsentscheidungen.

9. Der Handlungsvollzug: Hier werden Schwellenüberschreitungen und verschiedene Verlaufstypen von Handlungen, von Erfolg bis hin zu Zielveränderung oder Abbruch, systematisch erörtert.

10. Schluß: Das abschließende Kapitel reflektiert die Ergebnisse und weist auf offene Fragestellungen sowie die metakommunikative Dimension menschlichen Verhaltens hin.

Schlüsselwörter

Soziales Handeln, Handlungstheorie, Phänomenologie, Konstitutionsanalyse, Lebenswelt, Sinngebungsprozeß, Handlungsentwurf, praktische Utopie, Bewußtseinsleistung, Reziprozität der Perspektiven, Handlungsvollzug, Lebensgeschichte, Wissensvorrat, Intentionalität, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Grundlegung des menschlichen sozialen Handelns, wobei sie den Fokus auf die alltägliche Leistung des Handelns und dessen Strukturierung legt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die handlungstheoretische Tradition, phänomenologische Analysemethoden, die Bedeutung von Zeitstrukturen, die Konstitution von Sinn sowie die Typologie von Handlungsverläufen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das soziale Handeln als alltägliche Leistung in seinen Grundzügen zu umreißen und ein differenziertes Verständnis für die Struktur des Handelns und den Vollzug von Entwürfen zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig eine phänomenologische Vorgehensweise, insbesondere die Konstitutionsanalyse, um Bewusstseinsleistungen und die Struktur von Handlungsabläufen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Kategorien des Erleidens und Tuns, die Axiome zum Verstehen anderer, die Zeit- und Sinnstruktur des Handelns sowie die Entstehung und Wahl von Handlungsentwürfen und deren Vollzug detailliert analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Handlungsentwurf, praktische Utopie, Sinnkonstitution, Reziprozität der Perspektiven und phänomenologische Analyse charakterisiert.

Was versteht Luckmann unter einem Handlungsentwurf als "praktische Utopie"?

Ein Entwurf wird als praktische Utopie bezeichnet, da er eine in der Vorstellung phantasierte Zukunft als Ziel fixiert, deren Verwirklichung in der Gegenwart als realistisch und durchführbar angenommen wird.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Erfolgreicher Handlung im engeren Sinn" und "Unterbrechung"?

Eine erfolgreiche Handlung im engeren Sinn entspricht exakt den entworfenen Schritten. Unterbrechungen sind hingegen Abweichungen im zeitlichen Ablauf oder bei den Mitteln, die jedoch am Ziel festhalten, solange die prinzipielle Durchführbarkeit gegeben bleibt.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Theorie des sozialen Handelns (Thomas Luckmann)
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Seminar: Interaktionstheorien
Note
sehr gut
Autor
Ulrike Roppelt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
43
Katalognummer
V3605
ISBN (eBook)
9783638122238
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theorie Handelns Luckmann) Seminar Interaktionstheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ulrike Roppelt (Autor:in), 1998, Theorie des sozialen Handelns (Thomas Luckmann), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/3605
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Leseprobe aus  43  Seiten
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