Das Thema freie Erörterung soll neu eingeführt werden. Dazu habe ich acht Unterrichtsstunden eingeplant. In der ersten Unterrichtsstunde werde ich mit den SuS erarbeiten, wie ein schlüssiges Argument aufgebaut ist und wie man dieses als Pro- und Contra-Argument einordnet.
In der zweiten Stunde möchte ich den SuS mit Hilfe eines Arbeitsblattes Hilfestellungen geben, welche Formulierungen man unterstützend für eine gute Erörterung verwenden kann und mit Ihnen die Gewichtung von Pro- und Contra-Argumenten üben.
In der dritten Stunde werden wir uns mit der Einleitung der Erörterung beschäftigen. Dazu werde ich den SuS Beispieltexte vorlegen, anhand dessen sie bewerten und begründen, was für sie eine gute und interessante Einleitung ist.
In der Folgestunde werden die SuS lernen, wie man eine Erörterung abschließen kann; hierbei gibt es viele Varianten wie ein Fazit, eine Vorausschau oder eine Anknüpfung an die Einleitung, um eine Abrundung des Themas zu erzielen. In den nächsten zwei Stunden werden die SuS dann hauptsächlich das Schreiben von Erörterungen üben, um ihr Wissen zu festigen. Ich werde die Texte einsammeln, um ihnen konstruktives Feedback geben zu können.
Zum Abschluss unserer Unterrichtseinheit freie Erörterung sollen die SuS jeweils in Gruppenarbeit ein kurzes Quiz für ihre Mitschüler/innen gestalten, um ihr Wissen gegenseitig abzuprüfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Unterrichtsvoraussetzungen
2. Unterrichtszusammenhang
3. Sachanalyse
4. Didaktische Analyse
5. Methodische Konsequenzen
6. Hauptkompetenzen
7. Verlaufsskizze
8. Literaturverzeichnis
9. Materialien
Zielsetzung und Themen der Unterrichtseinheit
Das primäre Ziel dieser Unterrichtseinheit ist die Einführung der Schülerinnen und Schüler (SuS) in die Struktur und Verfassung einer freien Erörterung, um sie zu befähigen, eigene Standpunkte logisch zu begründen und sachlich zu vertreten. Die Forschungsfrage des Entwurfs fokussiert darauf, wie eine systematische Anleitung zur Argumentationsstruktur das Schreib- und Ausdrucksvermögen von Achtklässlern nachhaltig verbessern kann.
- Grundlagen der Argumentationsstruktur (Behauptung, Begründung, Beweis).
- Systematische Unterscheidung von Pro- und Contra-Argumenten.
- Methodische Vorgehensweisen bei der Einleitung, dem Hauptteil und dem Schluss.
- Förderung der Urteilskompetenz und der sozialen Interaktion durch Partnerarbeit.
- Transfer des Wissens durch praktische Schreibübungen und konstruktives Feedback.
Auszug aus dem Buch
3. Sachanalyse
Eine Erörterung ist ein schriftlicher Versuch einen anderen Menschen von seinem persönlichen Standpunkt zu überzeugen. Jeder kennt diese Situation aus seinem Alltag: man möchte andere Personen eigentlich von ihren Ansichten abbringen und sie von der eigenen Meinung überzeugen. Dies gelingt am besten durch ein gut strukturiertes Argument. Man unterscheidet dabei die Pro und die Contra- Argumente, wobei man sich bei einem Pro-Argument für eine bestimmte Position entscheidet und bei einem Contra-Argument dagegen. Ein gutes Argument besteht aus einer Behauptung, einer Begründung und einem Beweis für die Behauptung.
Zunächst ist es sinnvoll eine Mind Map anzufertigen, um zu einem groben Themenüberblick zu gelangen. Anschließend kann man die Ergebnisse in Pro und Contra Argumente unterteilen und dann sollte man die wichtigsten Punkte für seine Erörterung markieren, um sich anschließend dem Aufbau einer freien Erörterung widmen zu können. Die von mir nun vorgestellte Gliederung in Einleitung, Hauptteil, Schluss ist sehr wichtig für die Übersicht.
Eine gute Einleitung ist wichtig, um die SuS in die Thematik einzuführen und diese systematisch einzugrenzen. Hierfür eignet sich ein Zitat oder ein realitätsnahes Ereignis, welches mit der Thematik in Verbindung steht, hervorragend. Im Hauptteil finden sich nun die zentralen Argumente, welche einer bestimmten Anordnung folgen. Zunächst geht man von seinem persönlichen Standpunkt aus. Das stärkste Argument für den eigenen Standpunkt sollte immer am Ende stehen, wohingegen das stärkste Gegenargument zuerst genannt werden sollte. Dies basiert auf dem Prinzip des menschlichen Erinnerungsvermögens. Das letzte Ereignis bleibt einem besonders gut im Gedächtnis, während die Erinnerung an das Erste mit der Zeit schwächer wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Unterrichtsvoraussetzungen: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe der achten Klasse an einem Gymnasium in Baden-Württemberg sowie deren Wissensstand und soziale Struktur.
2. Unterrichtszusammenhang: Hier wird der zeitliche Plan von acht Unterrichtsstunden erläutert, die schrittweise von der Argumentationstheorie hin zum eigenständigen Schreiben einer Erörterung führen.
3. Sachanalyse: Dieses Kapitel definiert die Anforderungen an ein schlüssiges Argument und erläutert den formalen Aufbau einer freien Erörterung.
4. Didaktische Analyse: Die Autorin begründet ihre Themenwahl und reflektiert über die Schwierigkeiten der SuS bei der Strukturierung von Texten.
5. Methodische Konsequenzen: Hier wird der Einsatz von Partnerarbeit und aktiver Mitarbeit zur Aktivierung der Lernenden dargestellt.
6. Hauptkompetenzen: Dieses Kapitel listet die zu erreichenden Bildungsstandards auf, darunter das sachliche Argumentieren und das strukturierte Zusammenfassen von Beiträgen.
7. Verlaufsskizze: Diese tabellarische Übersicht stellt den genauen zeitlichen Ablauf und die Methodenwahl der geplanten Unterrichtsstunden dar.
8. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen und Bildungsstandards dokumentiert.
9. Materialien: Dieses Kapitel enthält Arbeitsblätter und Lösungsansätze, die direkt im Unterricht zur Anwendung kommen.
Schlüsselwörter
Freie Erörterung, Argumentationsstruktur, Pro-Argument, Contra-Argument, Behauptung, Begründung, Beweis, Schreibkompetenz, Unterrichtsentwurf, Partnerarbeit, Deutschunterricht, Didaktik, Bildungsstandards, Gymnasialunterricht, Handynutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein didaktischer Unterrichtsentwurf für den Deutschunterricht in einer achten Klasse, mit dem Ziel, die SuS in das Thema der freien Erörterung einzuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die logische Strukturierung von Argumenten, die dialektische Auseinandersetzung mit kontroversen Themen sowie die Anwendung dieser Fertigkeiten in einem schriftlichen Text.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Das Hauptziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, ein schlüssiges Argument aufzubauen, verschiedene Sichtweisen zu berücksichtigen und ihre Meinung in einer freien Erörterung überzeugend darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen pädagogisch-didaktischen Entwurf, der auf den Bildungsstandards für Gymnasien basiert und methodisch auf kooperative Lernformen wie die Partnerarbeit setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung einer Erörterung, der Analyse von Schülerbedürfnissen sowie der methodischen Umsetzung der Lerneinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie freie Erörterung, Argumentationsaufbau, Didaktik, Schreibförderung und prozessorientierter Unterricht.
Warum spielt das Argumentationsmodell (Behauptung, Begründung, Beweis) eine so zentrale Rolle?
Das Modell dient als Leitfaden, um den SuS eine klare Orientierung zu bieten und die oft beobachtete Oberflächlichkeit in den Texten der Schüler zu überwinden.
Welche Bedeutung kommt der provokativen These am Unterrichtsbeginn zu?
Die These zu Computerspielen dient als motivationaler Einstieg, um sofort ein Interesse am Thema zu wecken und die SuS in die aktive Debatte zu führen.
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- Jennifer Stano (Author), 2016, Einführung der freien Erörterung im Deutsch-Unterricht (Klasse 8), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/359214