Eine Kapitalgesellschaft im Bundesland Thüringen steht vor der Frage, einen LKW auf der Basis eines Kredits zu kaufen oder durch ein Finanzierungsleasing unter den Bedingungen eines Vollamortisationsvertrages mit Mietverlängerungsoption zu nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Ausgangsbedingungen
3. Vergleich „Leasing vs. Kreditkauf“
3.1. Quantitative Analyse
3.1.1. Grundlagen einer Berücksichtigung von Steuerwirkungen
3.1.1.1. Steuerrechtliche Behandlung
3.1.1.2. Bedeutung der steuerlichen Zurechnung
3.1.2. Die Berechnungen
3.2. Qualitative Analyse
3.3. Mögliche Leasing- Vorteile
3.4. Argumente pro und contra Leasing
3.5. Exkurs: Wann ist der Kreditkauf dem Leasing gleichwertig ?
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist ein fundierter Wirtschaftlichkeitsvergleich zwischen der Finanzierung eines LKW durch Kreditkauf und durch Finanzierungsleasing unter Berücksichtigung steuerlicher Auswirkungen und dynamischer Investitionsrechenverfahren.
- Quantitative Analyse der monetären Auswirkungen (Barwertvergleich)
- Steuerrechtliche Behandlung und Zurechnung von Leasing-Objekten
- Berücksichtigung von Gewerbeertrag- und Körperschaftsteuer
- Qualitative Aspekte und Risikobewertung bei Finanzierungsentscheidungen
- Ermittlung des Kalkulationszinsfußes für die Gleichwertigkeit beider Alternativen
Auszug aus dem Buch
3.1.1.1. Steuerrechtliche Behandlung
Für die steuerrechtliche Behandlung des Finanzierungs- Leasings ist das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 26.01.1970 von grundsätzlicher Bedeutung. Der BFH formulierte folgende sechs Leitsätze:
(1) Maßgeblich für die steuerliche Beurteilung von sogenannten Leasing- Verträgen über bewegliche Wirtschaftsgüter ist die wirtschaftliche Betrachtungsweise.
(2) Ob Wirtschaftsgüter, die Gegenstand eines solchen Leasing- Vertrages sind, steuerlich dem Leasing- Geber oder dem Leasing- Nehmer zuzurechnen sind, beurteilt sich nach den Umständen des Einzelfalls.
(3) In den Fällen des sogenannten Finanzierungs- Leasing sind die Leasing- Gegenstände in der Regel dem Leasing- Nehmer zuzurechnen, wenn ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer erheblich länger ist als die Grundmietzeit und dem Leasing- Nehmer ein Recht auf Verlängerungs- oder Kaufoption zusteht, bei dessen Ausübung er nur einen einer Anerkennungsgebühr ähnelnden, wesentlich geringeren Betrag zu zahlen hat, als sich bei Berechnung des dann üblichen Mietzinses oder Kaufpreises ergeben würde.
(4) Dasselbe gilt, und zwar hier ohne Rücksicht auf ein etwaiges Optionsrecht, wenn die Nutzungsdauer und die Grundmietzeit sich annähernd decken.
(5) Dasselbe gilt ferner, hier ohne Rücksicht auf das Verhältnis von Grundmietzeit und Nutzungsdauer, wenn die Leasing- Gegenstände speziell auf die Verhältnisse des Leasing- Nehmers zugeschnitten sind und nach Ablauf der Grundmietzeit nur noch bei diesem eine wirtschaftlich sinnvolle Verwendung finden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Vorstellung der Ausgangssituation einer Kapitalgesellschaft bezüglich der Investitionsentscheidung zwischen LKW-Kreditkauf und Finanzierungsleasing.
2. Ausgangsbedingungen: Zusammenstellung der numerischen Eckdaten, wie Anschaffungskosten, Steuersätze und Laufzeiten, für die anschließende Vergleichsrechnung.
3. Vergleich „Leasing vs. Kreditkauf“: Detaillierte quantitative und qualitative Analyse der beiden Finanzierungswege unter Einbeziehung steuerlicher Effekte und finanzmathematischer Methoden.
4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerung über die Vorteilhaftigkeit der Finanzierungsalternativen unter Verwendung der Barkapitalwertmethode.
Schlüsselwörter
Leasing, Kreditkauf, Investitionsrechnung, Barkapitalwertmethode, Steuerrecht, Gewerbeertragsteuer, Körperschaftsteuer, Finanzierung, Wirtschaftlichkeitsvergleich, Investitionsobjekt, AfA, Zinsrechnung, Kalkulationszinsfuß, Kapitalgesellschaft, Bilanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit der Finanzierung eines LKW, indem sie die beiden Optionen Kreditkauf und Finanzierungsleasing anhand von Fallbeispielen vergleicht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen die Investitionsrechnung, die steuerliche Behandlung von Leasingverträgen nach BFH-Rechtsprechung und die Auswirkungen auf die Gewinnermittlung von Kapitalgesellschaften.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, mittels quantitativer Analyse (Barkapitalwertmethode) zu bestimmen, welche Finanzierungsform unter den gegebenen Bedingungen für das Unternehmen die ökonomisch günstigere Alternative darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt primär dynamische Verfahren der Investitionsrechnung, insbesondere die Barkapitalwertmethode, sowie eine begleitende qualitative Analyse rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die steuerrechtlichen Grundlagen, die detaillierten Berechnungen der Zahlungsströme für Kredit und Leasing sowie eine qualitative Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Leasing, Kreditkauf, Barkapitalwertmethode, Steuerbelastung, Gewerbeertragsteuer und Investitionsentscheidung beschreiben.
Warum wird im Rahmen eines Exkurses der Kalkulationszinsfuß von 28,53 % ermittelt?
Der Wert von 28,53 % stellt den spezifischen Zinssatz dar, bei dem die Barwerte beider Finanzierungsalternativen identisch sind, womit rechnerische Gleichwertigkeit erreicht wird.
Welchen Einfluss haben Steuern auf das Entscheidungsergebnis zwischen Leasing und Kreditkauf?
Steuern wirken sich signifikant auf die Nettoliquidität aus; insbesondere die unterschiedliche Zurechnung von Leasingobjekten und die Hinzurechnungsvorschriften bei der Gewerbesteuer beeinflussen den Vorteilhaftigkeitsvergleich maßgeblich.
- Quote paper
- André Friedrich (Author), 2000, Fallstudie Leasing vs. Kreditkauf, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/359