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Grenzen und Möglichkeiten einer Willkommenskultur. Der figurations-soziologische Ansatz von Norbert Elias

Titel: Grenzen und Möglichkeiten einer Willkommenskultur. Der figurations-soziologische Ansatz von Norbert Elias

Hausarbeit , 2014 , 24 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Martina Wirth (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Zuge des fortschreitenden demografischen Wandels und der angestrebten Fachkräftesicherung für die Wirtschaft sollen die Rahmenbedingungen für die Zuwanderung nach Deutschland neu ausgerichtet werden. Ziel ist es – im Gegensatz zu der Gastarbeiteranwerbung in den 1960er Jahren – Zuwanderer zu gewinnen, die langfristig und dauerhaft zum Wohlstand Deutschlands beitragen. Willkommenskultur kann jedoch nicht per Gesetz verordnet werden, sondern findet auf mehreren Ebenen statt: auf der Ebene des Individuums, der Ebene interpersonaler Beziehungen, der Ebene von Organisationen und Institutionen und der Ebene der Gesamtgesellschaft (Heckmann, 2012).

In dieser Arbeit sollen die Grenzen und Möglichkeiten einer Willkommenskultur in Deutschland nach Norbert Elias ́ Erkenntnissen beleuchtet werden.

Mit der Idee einer Willkommenskultur möchte Deutschland den erforderlichen Perspektivenwechsel in der Aufnahmegesellschaft steuern und gestalten. Einen Perspektivenwechsel in Richtung interkultureller Öffnung, Wertschätzung und Anerkennung gesellschaftlicher Vielfalt und langfristiger Teilhabe sowie Gleichstellung aller Menschen in der Gesellschaft.

Auch wenn „Willkommenskultur“ als Schlagwort, als Marketingbegriff unreflektiert übernommen wurde und wird, bietet der entstandene Diskurs die Möglichkeit, Einwanderung in Deutschland auf breiterer Ebene zum Thema zu machen. Nach Hubertus Schröer markiert die für die angestrebte Willkommenskultur erforderliche interkulturelle Orientierung eine sozialpolitische Haltung von Personen und Organisationen, die Verschiedenheit und Vielfalt respektiert.

Dieser Paradigmenwechsel von Integration zur Inklusion würde auch die Haltung bewirken, dass die Zugehörigkeit der Zuwanderer, Fremden, Ausländer, Menschen mit Migrationshintergrund zur Gesellschaft von Anfang an postuliert ist. Der bisher von der Aufnahmegesellschaft unter dem Begriff „Integration“ einseitig geforderten Anpassungsleistung der Zuwanderer müsste eine „Grundhaltung der Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt als eine Art neuer Staatsräson“ in Deutschland folgen.

„Die realen Herausforderungen etwa durch den demografischen Wandel könnten zu einem gesellschaftlichen Diskurs führen, der die perspektivischen Aspekte der Zukunftssicherung mit der existentiellen Notwendigkeit von Zuwanderung verbindet und die gesellschaftliche Stimmung und die Akzeptanz von Zuwanderung langfristig verändern hilft.“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gegenstand: Willkommenskultur in Deutschland

2.1. Willkommenskultur – was ist das?

2.2. Unterscheidet sich Anerkennungskultur von Willkommenskultur?

2.3. Zielgruppe der Willkommenskultur

2.4. Kritik zur Willkommenskultur

2.5. Chancen für gesellschaftlichen Wandel

3. Theoretischer Hintergrund: Norbert Elias´ Figurationsanalyse

3.1. Figuration

3.2. Struktureigentümlichkeit

3.3. Machtbalance

3.4. Gruppencharisma

3.5. Selbstzwang

3.6. Wir-Ideal

3.7. Stigmatisierung

3.8. Rangordnung

3.9. Langfristige Prozesssoziologie

4. Analyse

4.1. Analyse der deutschen Willkommenskultur und deren Grenzen und Möglichkeiten

4.1.1. Figuration

4.1.2. Struktureigentümlichkeit

4.1.3. Machtbalance

4.1.4. Wir-Ideal

4.1.5. Selbstzwang

4.1.6. Stigmatisierung

4.1.7. Rangordnung

4.1.8. Langfristige Prozesssoziologie

5. Bildungswissenschaftliche Perspektive

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die "Willkommenskultur" in Deutschland unter Anwendung der figurationssoziologischen Konzepte von Norbert Elias, um die Grenzen und Möglichkeiten dieses Konzepts im Kontext von Integration und gesellschaftlicher Teilhabe zu beleuchten.

  • Analyse des Begriffs Willkommenskultur in Abgrenzung zur Anerkennungskultur.
  • Theoretische Fundierung durch Elias’ Konzepte (Figuration, Machtbalance, Stigmatisierung).
  • Kritische Beleuchtung der institutionellen Hürden und der staatlichen Steuerung von Zuwanderung.
  • Untersuchung des Verhältnisses von "Etablierten" und "Außenseitern" im deutschen Kontext.
  • Diskussion bildungswissenschaftlicher Perspektiven für einen gesellschaftlichen Wandel.

Auszug aus dem Buch

3.1. Figuration

Unter dem Begriff Figuration versteht Elias die Beziehungsgeflechte, die wechselseitige Abhängigkeiten, Interdependenzen von einzelnen Menschen bzw. Menschengruppen, wie die Gruppe der Etablierten und die Gruppe der Außenseiter in Winston Parva. „Menschen sind keine gesellschaftslosen Individuen und Gesellschaften keine menschenlosen ,Systeme‘. Mit dem Figurations-Begriff kann man der „traditionellen Zwickmühle der Soziologie: ‚Hier Individuum, dort Gesellschaft’“ (Figuration 1986/2006, S. 103) entgehen.“ (Treibel, 2012, S. 57) Vergleichbar mit einem dichtgewebten Netz sind menschliche Entscheidungen, menschliche Handlungen immer auf andere Menschen bezogen und somit von anderen abhängig und beeinflusst. Gleichzeitig dürfen die Zwänge der Gemeinschaft nicht als übermächtig verstanden werden. Kein Mensch, so Elias, ist absolut autonom, sondern relativ autonom. (Yüksel, 2011)

Figurationen sind keine statischen Momentaufnahmen, sondern sie sind ständig in Bewegung, in Veränderung. Soziologische Theorien, die sich auf statische Zustände gesellschaftlicher Phänomene beziehen, hält Elias für unrealistisch. Die Gesellschaft ist ständig in Bewegung und die Dynamik des Wandels sowie die damit verbundene Veränderung von Gruppenregeln und –normen, hat ihre immanente Folgerichtigkeit. Wie sich Menschen verändern, so verändern und entwickeln sich auch Gesellschaften. Gesellschaftliche Entwicklung - Elias führt die Begriffe Soziogenese für die gesellschaftliche und Psychogenese für die individuelle Entwicklung ein - korrespondiert mit der Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen und umgekehrt. Diese wechselseitige Beeinflussung führt zum permanenten Wandel von Machtverhältnissen und Hierarchien. In Etablierte und Außenseiter erörtert Elias den Kern einer Etablierten-Außenseiter-Figuration: Es ist der stärkere Zusammenhalt und die Möglichkeit, „soziale Positionen mit einem hohen Machtgewicht für die eigenen Leute zu reservieren, was seinerseits ihren Zusammenhalt verstärkt, und Mitglieder anderer Gruppen von ihnen auszuschließen;“ (Elias / Scotson, 1990, S.12)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Notwendigkeit einer Neuausrichtung der Zuwanderungsbedingungen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten einer Willkommenskultur nach Elias.

2. Gegenstand: Willkommenskultur in Deutschland: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Willkommenskultur, differenziert Zielgruppen und arbeitet die kritischen Stimmen sowie das Potenzial für einen gesellschaftlichen Wandel heraus.

3. Theoretischer Hintergrund: Norbert Elias´ Figurationsanalyse: Hier werden die zentralen soziologischen Konzepte wie Figuration, Machtbalance, Gruppencharisma und Prozesssoziologie eingeführt, die als Analyseinstrumente dienen.

4. Analyse: Das Kapitel wendet die Eliasschen Konzepte konkret auf die deutsche Willkommenskultur an und untersucht die institutionellen, sozialen und individuellen Machtverhältnisse.

5. Bildungswissenschaftliche Perspektive: Dieser Abschnitt diskutiert die Bedeutung der Erkenntnisse für die Pädagogik und plädiert für eine Überwindung polarisierender Fremdbilder durch die Senkung wechselseitiger Furcht.

6. Fazit: Das Kapitel resümiert, dass die institutionelle Ausgrenzung von Zuwanderern einer tiefgreifenden Willkommenskultur entgegensteht und betont die Notwendigkeit, den Fokus auf die Potenziale der Menschen zu legen.

Schlüsselwörter

Willkommenskultur, Norbert Elias, Figurationssoziologie, Integration, Etablierte-Außenseiter-Figuration, Machtbalance, Zuwanderung, Anerkennungskultur, Soziogenese, Psychogenese, Stigmatisierung, Deutschland, Fachkräftesicherung, gesellschaftlicher Wandel, Fremdzwang.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der Willkommenskultur in Deutschland unter soziologischen Gesichtspunkten, speziell unter Anwendung der Figurationsanalyse von Norbert Elias.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Integrationspolitik, das Spannungsfeld zwischen Etablierten und Außenseitern, institutionelle Diskriminierung sowie die soziologische Dynamik von Machtverhältnissen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Grenzen und Möglichkeiten der aktuellen deutschen Willkommenskultur mithilfe der Eliasschen Erkenntnisse kritisch zu beleuchten und ein besseres Verständnis für die bestehenden Interdependenzen zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird der figurationssoziologische Ansatz nach Norbert Elias genutzt, insbesondere die Konzepte aus seinem Werk "Etablierte und Außenseiter", um aktuelle gesellschaftliche Prozesse zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Herleitung die spezifischen deutschen Gegebenheiten – wie die Anerkennungsgesetzgebung und Arbeitsmarkthürden – im Kontext von Machtbalance und Stigmatisierung analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Willkommenskultur, Figurationssoziologie, Etablierte-Außenseiter-Figuration, Machtbalance und Integration beschreiben.

Wie bewertet der Autor die aktuelle "Willkommenskultur" in Deutschland?

Der Autor stellt fest, dass die aktuelle Fassung der Willkommenskultur in weiten Teilen nur oberflächlich ist und institutionelle Ausgrenzungsmechanismen beibehält, die kontraproduktiv für eine echte kulturelle Öffnung wirken.

Welche Rolle spielt der "Doppelbinderprozess" bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse?

Der Doppelbindungsprozess beschreibt die widersprüchliche Situation, in der Zuwanderer zwar angeworben werden, gleichzeitig aber durch bürokratische Hürden und Misstrauen in ihrer Qualifikation diskriminiert werden.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Grenzen und Möglichkeiten einer Willkommenskultur. Der figurations-soziologische Ansatz von Norbert Elias
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Interkulturelle Studien
Note
2,7
Autor
Martina Wirth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V357344
ISBN (eBook)
9783668430211
ISBN (Buch)
9783668430228
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Willkommenskultur Norbert Elias Figuration Etablierte-Außenseiter-Theorie Willkommenskultur in Deutschland Gastarbeiter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martina Wirth (Autor:in), 2014, Grenzen und Möglichkeiten einer Willkommenskultur. Der figurations-soziologische Ansatz von Norbert Elias, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/357344
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Leseprobe aus  24  Seiten
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