In der vorliegenden Arbeit soll geklärt werden, was für einen Grund Autorität überhaupt hat und wie sie entsteht. Dabei werden zunächst einmal die Begriffe Erziehung, Macht und Autorität analysiert. Im nächsten Kapitel werden verschiedene Formen der Autorität von Thompson und Schäfer aufgeführt. Außerdem werden die Begriffe von Autorität und Macht verglichen. Die Autoritätskrise ist auch ein wichtiger Punkt, um den Grund der Autorität überhaupt klären zu können. Denn wenn Autorität abgewiesen wird, muss sie vorerst existiert haben. Der letzte Punkt des Kapitels fasst noch einmal alle genannten Gründe
zusammen.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Begriffserklärungen
I. Zum Begriff der Erziehung
II. Zum Begriff der Macht
III. Zum Begriff der Autorität
C. Wie entsteht Autorität?
I. Formen der Autorität
II. Autorität und Macht
III. Autoritätskrise
IV. Grund der Autorität
D. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Macht und Autorität im erzieherischen Kontext sowie deren gesellschaftliche Grundlagen und Entstehungsprozesse.
- Begriffsbestimmungen von Erziehung, Macht und Autorität
- Analyse verschiedener Formen und Typen von Autorität
- Vergleich und Verschränkung der Konzepte von Macht und Autorität
- Untersuchung soziologischer Aspekte der Autoritätskrise
- Einfluss sozialer Praktiken und Einsetzungsriten auf Autoritätsverhältnisse
Auszug aus dem Buch
I. Formen der Autorität
Wenn man von einer Autoritätsperson spricht, denken viele direkt an eine mächtige Person oder einen tyrannischen Herrscher. Doch man muss davon abgrenzen, was eine Autoritätsperson überhaupt ausmacht. Nach Sennett machen folgende Eigenschaften eine Autorität aus: „Selbstsicherheit, überlegenes Urteilsvermögen, die Fähigkeit, andere zu Disziplin anzuhalten“.27 Alles Eigenschaften, die keine Macht voraussetzen. Eine Autoritätsperson muss also selbstsicher sein, d.h. in seinem Auftreten überzeugend und selbstbeherrscht sein. Ein überlegenes Urteilsvermögen ist wichtig, um z.B. die Ansichten einer ganzen Gruppe, die völlig falsch sind, zu ändern und zu verbessern. Disziplin ist zur Erreichung eines bestimmten Zieles ausschlaggebend. Aber auch das Besitzen einer bestimmten Stärke und diese so einzusetzen, dass es anderen Menschen hilft weiter zu kommen und deren Ziele anders oder sogar höher zu setzen, macht eine Autoritätsperson aus.28
Thompson und Schäfer unterscheiden in ihrem Werk „Autorität – eine Einführung“ zwischen drei verschiedenen Autoritätsbegriffen. Zum einen nennen sie die „Sachautorität“29. Personen mit dieser Autorität erlangen diese durch ihre fachliche Ausbildung und den eigenen praktischen Erfahrungen. Ein Arzt, zum Beispiel, besitzt mehr Wissen als die Mutter, die ihr krankes Kind ins Krankenhaus bringt. Zum anderen wird auch die „Amtsautorität“30 genannt. Diese ist mit der Ausübung eines bestimmten Amtes verknüpft. Der Sachbearbeiter des BAföG Amtes besitzt eine gewisse Autorität im Gegensatz zum Antragausfüller. Als letztes wird die „charismatische Autorität“31 genannt, die auf persönliche Überzeugungskraft beruht. In einem Freundeskreis zum Beispiel, wenn es um die Abendplanung geht und jeder einen anderen Vorschlag bringt, aber nur einer durch seine Überzeugungskraft alle umstimmen kann. Hier wird deutlich, dass Autorität eine Überlegenheit zugeschrieben wird.32 Einer Person mit dieser Eigenschaft, kann diese aber auch wieder abgesprochen werden, zum Beispiel einem Dozenten, der einen völlig falschen Inhalt vermittelt. Oder aber auch dem Sachbearbeiter beim BAföG Amt, der aus Versehen die Formulare der Studenten vertauscht und somit bewirkt, dass diese neu ausgefüllt werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ambivalenz des Autoritätsbegriffs und führt in die zentrale Fragestellung zur Entstehung und zum Grund von Autorität ein.
B. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Termini Erziehung, Macht und Autorität, um ein theoretisches Fundament für die weitere Analyse zu legen.
C. Wie entsteht Autorität?: Hier werden die Formen der Autorität analysiert, ihre Beziehung zu Machtstrukturen erörtert, die Ursachen für Autoritätskrisen beleuchtet und die Entstehung durch soziale Praktiken betrachtet.
D. Fazit: Das Fazit fasst den Wandel von Autoritätsverhältnissen zusammen und reflektiert die Notwendigkeit von Autorität für ein geregeltes gesellschaftliches Zusammenleben.
Schlüsselwörter
Autorität, Macht, Erziehung, Soziales Handeln, Herrschaft, Sachautorität, Amtsautorität, Charismatische Autorität, Autoritätskrise, Einsetzungsriten, Bourdieu, Max Weber, Pädagogik, Legitimität, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert das Wesen der Autorität und ihre Bedeutung in erzieherischen sowie sozialen Kontexten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Kernfeldern gehören die theoretische Begriffsbestimmung von Macht und Autorität, der Wandel von Autoritätsstrukturen und die Entstehung von Status durch soziale Praktiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, welchen Grund Autorität hat und wie sich entsprechende Autoritätsverhältnisse in der sozialen Interaktion entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?
Die Arbeit stützt sich primär auf pädagogische und soziologische Theorien, insbesondere die Ansätze von Max Weber, Pierre Bourdieu sowie Thompson und Schäfer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe, die Differenzierung verschiedener Autoritätsformen und eine tiefgehende Analyse der Entstehungsbedingungen von Autorität.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Macht, Legitimität, pädagogische Erziehung, Autoritätskrise und soziale Einsetzungsriten.
Was unterscheidet eine "Sachautorität" von einer "Amtsautorität"?
Sachautorität basiert auf fachlicher Kompetenz und Erfahrung, während die Amtsautorität untrennbar mit der Ausübung einer offiziellen Funktion verbunden ist.
Warum kommt es laut der Autorin zur „Autoritätskrise“?
Die Krise resultiert aus gesellschaftlichem Wandel, wie Industrialisierung und Demokratisierung, die traditionelle Hierarchien und das Vertrauen in überholte Wissensbestände älterer Generationen schwächen.
Welche Rolle spielen „Einsetzungsriten“ nach Pierre Bourdieu?
Diese Riten dienen der Legitimierung sozialer Grenzen und verleihen Individuen durch den Übergang in einen neuen Status, wie etwa bei einem Studienabschluss, eine neue soziale Autorität.
Ist Autorität in der Erziehung zwingend negativ zu bewerten?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein gewisses Maß an Autorität notwendig ist, um Kindern Anleitung und Sicherheit zu bieten, sofern sie nicht missbräuchlich oder autoritär ausgeübt wird.
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- Isabella Schmid (Author), 2016, Macht in der Erziehung. Der Grund der Autorität, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/356787