Die Emigrationsgeschichte Luxemburgs wird oftmals vergessen, jedoch ist sie ein wesentlicher Bestandteil luxemburgischer Geschichte. Aus dieser Ignoranz oder dem Vergessen erschließt sich somit auch die Relevanz des Themas.
In dieser Arbeit werden zwei wichtige Auswanderungsziele der Luxemburger näher beleuchtet. Dabei handelt es sich um die belgische Kolonie Kongo in Zentralafrika und die Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Vorgehensweise situiert sich dabei auf einem Macrolevel. Das bedeutet, dass in dieser Arbeit keine einzelnen Familienporträts oder dergleichen dargestellt werden. Vielmehr handelt es sich um eine universelle Darstellung der wichtigsten Tendenzen. Im Gegensatz zu dieser Vorgehensweise steht die der sogenannten globalen Biographien, welche auf einem Microlevel einzelne Fälle oder Personen erforscht
Inhalt
1. Einleitung
2. Kongo
2.1. Die belgisch-luxemburgischen Beziehungen
2.1.1. Der Wiener Kongress und die belgische Revolution 1830
2.1.2. Die belgisch-luxemburgische Wirtschaftsunion
2.1.3. Zwischenfazit
2.2. Motive und Wege der Emigration
2.2.1. Die ersten Luxemburger
2.2.2. Propaganda und Verbesserung der Bedingungen für die luxemburgischen Emigranten
2.2.3. Zwischenfazit
2.3. Die luxemburgische Gemeinschaft im Kongo
2.3.1. Private Gemeinschaften
2.3.2. Der CCL
2.3.3. Die „Entr’aide coloniale“
2.3.4. Die luxemburgische Gemeinschaft während dem 2. Weltkrieg
2.3.5. Zwischenfazit
2.4. Das Ende der luxemburgischen Kolonialgeschichte im Kongo
2.4.1. Die Unabhängigkeit Kongos
2.4.2. Der Rückzug der Luxemburger
2.5. Fazit: Kongo
3. Amerika
3.1. Der Weg nach Amerika
3.1.1. Gründe der Auswanderung
3.1.2. Auswanderung als Chance auf eine bessere Zukunft
3.2. Luxemburger in Amerika
3.2.1. Die Frage nach dem Nationalgefühl
3.2.2. Luxemburgische Vereine und Gemeinschaften in den USA
3.3. Fazit: Amerika
4. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Emigrationsgeschichte Luxemburgs anhand der zwei zentralen Zielgebiete Kongo und USA, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Migrationsmotiven sowie der Entwicklung eines Nationalgefühls bei den Auswanderern zu analysieren.
- Wirtschaftliche Triebkräfte der Auswanderung im 19. und 20. Jahrhundert
- Die Rolle der belgisch-luxemburgischen Beziehungen bei der Kolonialisierung des Kongo
- Strukturen und Organisationen luxemburgischer Gemeinschaften in Übersee
- Die Bedeutung des Nationalgefühls und der nationalen Identität im Exil
- Vergleichende Analyse der Migrationserfahrungen in einer Kolonie gegenüber den USA
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Die ersten Luxemburger
Der erste Luxemburger im Kongo im Jahre 1882 war Leutnant Nicolas Grang. Er war Teilnehmer der Expedition des amerikanischen Entdeckers Henry M. Stanley. Rund zwölf weitere luxemburgische Militärs waren bei der Gründung der Kolonie Kongo zwischen 1885 und 1908 anwesend.
Des Weiteren waren auch 15 Luxemburger am Bau der ersten Eisenbahnlinie zwischen Matadi und Leopoldville beteiligt. Einer der Hauptingenieure des Unterfangens war der Luxemburger Nicolas Cito. Er wurde später beauftragter Verwalter der Eisenbahn im Nieder-Kongo. 1927 wurde er Generalkonsul des Großherzogtums in Brüssel.
Es zeigt sich also, dass bereits seit den ersten Schritten der Kolonialisierung auch mindestens 32 Luxemburger involviert waren.
Die weiteren Luxemburger, welche sich auf den Weg nach Kongo machten, arbeiteten meist in der Ressourcengewinnung. Hier ist besonders, neben der Elfenbeinindustrie, die Kautschukgewinnung hervorzuheben. Allerdings waren die ersten Luxemburger im Kongo wahrscheinlich auch an den, mit der Erschließung verschiedener Ressourcen verbundenen, Gewalttaten an der kongolesischen Bevölkerung beteiligt. Hierfür gibt es jedoch keine konkreten Nachweise oder Beispiele.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die oft vergessene Emigrationsgeschichte Luxemburgs und stellt die Leitfragen zur belgisch-luxemburgischen Zusammenarbeit im Kongo sowie zu den Ursachen der Auswanderung allgemein.
2. Kongo: Dieses Kapitel untersucht die Entstehung der luxemburgischen Präsenz im Kongo, die Rolle von Wirtschaftsunionen und die Organisation der luxemburgischen Gemeinschaft bis zum Rückzug nach der Unabhängigkeit.
3. Amerika: Dieser Abschnitt analysiert die wirtschaftliche Notlage im Luxemburg des 19. Jahrhunderts als Hauptgrund für die Auswanderung in die USA und beleuchtet die Integration der Luxemburger in dortige deutsche Gemeinden.
4. Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung vergleicht beide Migrationsbeispiele und arbeitet heraus, dass trotz unterschiedlicher Bedingungen (Kolonialismus vs. wirtschaftliche Not) die Bindung zum Vaterland stets ein zentrales Element blieb.
Schlüsselwörter
Luxemburg, Kongo, USA, Emigration, Auswanderung, Kolonialisierung, Wirtschaftsunion, Nationalgefühl, Identität, Ressourcen, CCL, Geschichte, Migration, Auswanderer, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Emigrationsgeschichte Luxemburgs und vergleicht dabei zwei bedeutende Ziele: die belgische Kolonie Kongo und die Vereinigten Staaten von Amerika.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die wirtschaftlichen Ursachen der Auswanderung, die politischen Rahmenbedingungen wie die Wirtschaftsunion mit Belgien, die soziale Organisation der Emigranten sowie die Entwicklung nationaler Identitätsvorstellungen im Exil.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der Auswanderung in eine Kolonie und in die USA, unter besonderer Berücksichtigung der Frage nach der Entwicklung eines luxemburgischen Nationalgefühls.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit folgt einer makroanalytischen Vorgehensweise, bei der keine individuellen Biographien, sondern universelle Tendenzen und allgemeine historische Entwicklungen anhand von Sekundärliteratur und Quellenmaterial untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Kongo als Kolonialziel, inklusive des Einflusses der belgisch-luxemburgischen Beziehungen, und die Analyse der USA-Emigration aufgrund wirtschaftlicher Krisen im 19. Jahrhundert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind neben den Zielregionen Kongo und USA vor allem Begriffe wie Emigration, Nationalgefühl, Kolonialisierung, wirtschaftliche Not und soziale Netzwerke.
Welche Rolle spielte der „Cercle Colonial luxembourgeois“ (CCL) für die Emigranten?
Der CCL diente als zentrale Organisation, um das Zusammenleben der luxemburgischen Kolonialisten zu fördern, Kameradschaft zu stiften und bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen sowie in finanziellen Notlagen zu unterstützen.
Warum unterschieden sich die Nationalgefühle der Auswanderer im Kongo und in den USA?
Der Autor führt dies darauf zurück, dass die USA-Auswanderer ihr Land zu einer Zeit verließen, als das luxemburgische Nationalgefühl noch in den Anfängen steckte, während die späteren Kongo-Auswanderer bereits in einem stärker national geprägten Bewusstsein aufwuchsen.
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- Pit Braun (Author), 2017, Luxemburger Emigration nach Belgisch-Kongo und in die Vereinigten Staaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/354894