In der vorliegenden Rezension wird sich mit den Studien "Die deutsche Außenpolitik im Kosovo-Konflikt" von Roland Friedrich und auf den Aufsatz "Deutschland: Die Neudeutung der Vergangenheit" eingegangen, der in dem Band "Vergleichende Außenpolitikforschung und nationale Identitäten. Die Europäische Union im Kosovo-Konflikt 1996-2008" von Bernhard Stahl und Sebastian Harnisch (Hrsg.), erschienen ist, auseinandergesetzt.Der Autor des Aufsatzes ist Veit Swoboda.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die deutsche Außenpolitik im Kosovo-Konflikt von Roland Friedrich
2.1 Struktur
2.2 Bewertung
3. Deutschland: Die Neudeutung der Vergangenheit von Veit Swoboda in Vergleichende Außenpolitikforschung und nationale Identitäten. Die Europäische Union im Kosovo-Konflikt 1996-2008
3.1. Struktur
3.2. Bewertung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der vergleichenden Rezension zweier politikwissenschaftlicher Studien, die sich mit der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik während des Kosovo-Konflikts auseinandersetzen, wobei insbesondere die Transformation nationaler Identität und die Rolle Deutschlands in internationalen Militäreinsätzen analysiert werden.
- Wandel der deutschen Außenpolitik nach der Wiedervereinigung
- Die Rolle der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen
- Diskursformationen zur deutschen Vergangenheit (Zurückhaltung vs. Normalisierung)
- Struktur und Ziel-Mittel-Ansätze in der außenpolitischen Analyse
- Deutschland als Akteur innerhalb der Europäischen Union und NATO
Auszug aus dem Buch
2.1. Struktur
Von besonderem Interesse sind für die Studie die folgenden beiden Fragestellungen:
Erstens: Spielte Deutschland im Kosovo-Konflikt eine aktive oder reaktive Rolle? Betrieb es eine gestaltende Politik oder folgte es lediglich dem Gang der Ereignisse? Zeigte die deutsche Politik, eingebettet in den internationalen Verbund, eine Gestaltungs- oder eine Ohnmacht?
Zweitens: Was waren die Ziele der Bonner Kosovo-Politik und welche Mittel wendetet sie an, um diese zu erreichen? Gab es hier eine Kontinuität von der letzten Regierung Kohl zu der rot-grünen Regierung Schröder oder änderten sich die Zieldefinitionen im Konfliktverlauf? War Deutschland in der Lage, diese Ziele in einer koordinierten Außenpolitik zu verfolgen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der deutschen Außenpolitik hin zu einer aktiven Beteiligung an Auslandseinsätzen und identifiziert das Forschungsdefizit bezüglich einer systematischen Aufarbeitung der deutschen Rolle im Kosovo-Konflikt.
2. Die deutsche Außenpolitik im Kosovo-Konflikt von Roland Friedrich: Dieses Kapitel analysiert Roland Friedrichs Ziel-Mittel-Ansatz, welcher die außenpolitischen Entscheidungen der Regierungen Kohl und Schröder als einen phasenhaften Lernprozess innerhalb eines internationalen Mehrebenensystems darstellt.
3. Deutschland: Die Neudeutung der Vergangenheit von Veit Swoboda in Vergleichende Außenpolitikforschung und nationale Identitäten. Die Europäische Union im Kosovo-Konflikt 1996-2008: Dieser Abschnitt untersucht Veit Swobodas Diskursanalyse, die aufzeigt, wie sich die deutsche außenpolitische Identität von einer strikten Zurückhaltung hin zu einer neuen Verantwortungsübernahme gewandelt hat.
Schlüsselwörter
Deutsche Außenpolitik, Kosovo-Konflikt, Bundeswehr, Auslandseinsätze, NATO, Europäische Union, nationale Identität, Diskursanalyse, Vergangenheitsbewältigung, Krisenmanagement, Ziel-Mittel-Ansatz, Regierung Kohl, Regierung Schröder, Normalisierung, Zurückhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist eine vergleichende Buchrezension, die untersucht, wie zwei verschiedene Autoren die deutsche Rolle und Außenpolitik im Kosovo-Konflikt wissenschaftlich aufarbeiten und bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Wandel der deutschen Außenpolitik nach 1945, die sicherheitspolitische Rolle Deutschlands in der EU und NATO sowie die identitätspolitische Debatte über militärische Einsätze.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Das Ziel ist es, die Qualität und die methodischen Ansätze der beiden rezensierten Studien kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit sie die Transformation deutscher Außenpolitik verständlich machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Rezensent nutzt eine vergleichende Analyse, um die von den Autoren verwendeten theoretischen Ansätze, wie den Ziel-Mittel-Ansatz oder die diskursanalytische Methode, auf ihre Logik und Reichweite zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl der Ziel-Mittel-Ansatz von Roland Friedrich als auch die diskursiven Lager der Identitätsbildung, wie sie Veit Swoboda beschreibt, detailliert dargestellt und bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "deutsche Außenpolitik", "Kosovo-Konflikt", "nationale Identität" und "Krisenmanagement" maßgeblich bestimmt.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Auswärtigen Amtes?
Der Autor greift die Einschätzung von Roland Friedrich auf, der das Auswärtige Amt als den wichtigsten Akteur während des Konflikts identifiziert, dessen Handlungsspielraum jedoch durch internationale Abhängigkeiten begrenzt war.
Was bedeutet die "Neudeutung der Vergangenheit" im Kontext dieser Arbeit?
Sie beschreibt den Prozess, in dem das historische Argument "nie wieder Auschwitz" als moralische Legitimation für militärisches Eingreifen gegen Völkermord umgedeutet wurde, um die politische Zurückhaltung zu beenden.
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- Anonym (Author), 2014, "Die deutsche Außenpolitik im Kosovo-Konflikt" und "Deutschland: Die Neudeutung der Vergangenheit". Eine vergleichende Buchrezension, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/353767