Im Englischunterricht dreht sich viel um den Wortschatz, denn ohne ein gewisses Vokabular erscheint es mühsam, in der Zielsprache zu kommunizieren. Jedes Lehrwerk für das Fach Englisch beinhaltet eine Art Wörterbuch, welches oftmals alle für das jeweilige Lehrbuch wichtigen und behandelten Worte umfasst. Aus dem eigenen Englischunterricht als Schüler kennt man den üblichen Ablauf: die Vokabeln werden abgeschrieben, (auswendig) gelernt, später im Unterricht vielleicht auch von mir selbst benutzt. Diese Rolle nimmt der Schüler ein, doch welchen Part übernimmt die Lehrkraft bei der Einführung neuer Wörter?
In dieser Forschungsarbeit soll untersucht werden, welche Methoden zur Einführung neuer Wörter bekannt sind und welche vor allem von den Englischlehrkräften aktiv genutzt werden. Dabei sollen nicht nur rein die Methoden beachtet werden, sondern gleichzeitig auch, inwieweit verschiedene Lerntypen (nach Vester) bei den genutzten Methoden beachtet werden. Nutzen die Lehrkräfte unterschiedliche Einführungsmethoden um bspw. auch einen auditiven Zugang zu Wörtern zu ermöglichen oder werden beispielsweise nur visuelle Lerner angesprochen? Um diese Fragen zu beantworten, werden Fragebögen von Englischlehrkräften ausgefüllt und anschließend ausgewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Fragestellung / Hypothesen
4. Methode
5. Ergebnisse
6. Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Semantisierungstechniken Englischlehrkräfte bei der Einführung neuer Vokabeln im Unterricht tatsächlich einsetzen und inwiefern sie dabei verschiedene Lerntypen berücksichtigen.
- Methoden der Wortschatzeinführung im Englischunterricht
- Empfehlungen fachdidaktischer Literatur zur Semantisierung
- Einfluss der Lehrkraft auf den Wortschatzerwerb
- Berücksichtigung von Lerntypen im Unterricht
- Empirische Analyse des tatsächlichen Methodeneinsatzes
Auszug aus dem Buch
2. Forschungsstand
Der Wortschatz eines Menschen ist kein fixes Konstrukt, vor allem der Wortschatz eines Schülers verändert sich fortlaufend, gerade im Fremdsprachenunterricht. „Seinen Wortschatz erwirbt der Mensch über die Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung von Sprachzeichen“ (Ulrich 2013: 10), unterschieden wird darüber hinaus zwischen dem rezeptivem und dem produktiven Wortschatz (vgl. Ulrich 2013: 11). Den rezeptiven Wortschatz setzt Ulrich mit einem „Verstehenswortschatz“ gleich, er beinhaltet Wörter, die dem Benutzer geläufig oder bekannt sind, die er sozusagen in einem Text oder in einem Gespräch wiedererkennt und versteht (vgl. ebd.). Das bloße Abrufen des bekannten Wortes, der Zugang oder „lexical access“ führt zu der Worterkennung, „lexical recognition“ (vgl. ebd.). Beide Prozesse zusammen ermöglichen es also, das gehörte oder gelesene Wort zu verstehen.
Um ein Wort korrekt erzeugen und auch benutzen zu können greift der produktive Wortschatz, der „Ausdruckswortschatz“ (ebd.). Dieser macht es dem Nutzer möglich, die verfügbaren Wörter, die zuvor „durch wiederholte rezeptive Begegnungen schon so ‚gut bekannt‘ und geläufig“ geworden sind in geschriebenem und gesprochenem Wort zu verwenden (ebd.).
Der „Grad der Beherrschung einer Sprache“ (2014: 106), wie Siepmann es ausdrückt, hängt unmittelbar mit dem Wortschatz eines Sprachbenutzers zusammen. Dieser Beherrschungsgrad hänge „von der Abrufbarkeit möglichst vieler im weitesten Sinne situations- und genrespezifischen Formulierungseinheiten ab, deren Gebrauch der Muttersprachler als ‚idiomatisch‘, d.h. als unauffällig, üblich und passend, empfindet“ (Siepmann 2014: 106). Hier geht es also nicht nur um die Verwendung und das Verstehen einzelner Wörter, der Wortschatz bildet auch die Grundlage der „Beherrschung einer Sprache“, die weitaus mehr als einzelne Worte voraussetzt, nämlich die Nutzung idiomatischer Einheiten. Nichtsdestotrotz bilden erste Worte, die der Benutzer zu Beginn seines Lernprozesses kennenlernt die Basis für den späteren Wortschatz. Besonders im schulischen Kontext stellt sich nun aber die Frage, welche Wörter in der Fremdsprache erlernt werden sollen. Paul Nation befasst sich näher mit dieser
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Wortschatzes im Englischunterricht dar und skizziert das Ziel der Forschungsarbeit, die gängigen Einführungsmethoden der Lehrkräfte zu analysieren.
2. Forschungsstand: Das Kapitel erläutert theoretische Grundlagen des Wortschatzerwerbs, differenziert zwischen rezeptivem und produktivem Wortschatz und führt fachdidaktische Semantisierungstechniken ein.
3. Fragestellung / Hypothesen: Hier werden die Forschungsfragen abgeleitet und Hypothesen aufgestellt, die einen eher einseitigen Methodeneinsatz der Lehrkräfte vermuten.
4. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, insbesondere die Konzeption eines Fragebogens für Englischlehrkräfte und die Nutzung des Evaluierungstools LeOniE³.
5. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Befragung werden grafisch aufbereitet und analysiert, wobei der Fokus auf dem Einsatz verschiedener Semantisierungstechniken durch die Lehrkräfte liegt.
6. Zusammenfassung und Diskussion: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, widerlegt die eingangs aufgestellte Hypothese zum einseitigen Methodeneinsatz und gibt Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Wortschatzarbeit, Englischunterricht, Semantisierungstechniken, Wortschatzerwerb, Fremdsprachenunterricht, Lehrkräfte, Methodeneinsatz, Lerntypen, Sprachkompetenz, Vokabellernen, Didaktik, Schulpraxis, Rezeptionswortschatz, Produktionswortschatz, Befragung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Gestaltung der Wortschatzeinführung im Englischunterricht durch Lehrkräfte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die fachdidaktischen Semantisierungstechniken, der Unterschied zwischen rezeptivem und produktivem Wortschatz sowie die Frage, wie Lehrer diese Techniken im Unterrichtsalltag umsetzen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Methoden zur Worteinführung Englischlehrkräfte tatsächlich verwenden und ob sie dabei auf unterschiedliche Lerntypen Rücksicht nehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein empirischer Ansatz gewählt, bei dem Englischlehrkräfte mittels eines konzipierten Fragebogens zu ihrem Methodeneinsatz befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Forschungsstand, die konkrete Methodik der Datenerhebung sowie die ausführliche Auswertung und Diskussion der Fragebogenergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Wortschatzarbeit, Semantisierungstechniken, Englischunterricht, Methodeneinsatz und Lerntypen.
Warum schneiden laut den Ergebnissen Methoden wie "Bildkarten" oder "reale Gegenstände" eher schlecht ab?
Dies liegt laut den Lehrkräften oft an der praktischen Umsetzung, da das entsprechende Material für spontane Situationen oder abstrakte Begriffe im Klassenraum meist nicht verfügbar ist.
Welches Fazit ziehen die Autoren in Bezug auf die Hypothese zum "einseitigen Methodeneinsatz"?
Die Hypothese, dass Lehrkräfte einen einseitigen Methodeneinsatz aufweisen, konnte weitestgehend widerlegt werden, da die Befragten eine durchaus vielseitige Auswahl an Techniken angeben.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2015, Wortschatzarbeit im Englischunterricht. Bekanntheit und aktive Nutzung verschiedener Lehrmethoden, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/351701