Die kritische Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Punkt, um Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, selbstbestimmt und eigenständig ihre Umgebung zu erkunden. Das Wissen aus meinen Fort- und Weiterbildungen zum Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung und Globalem Lernen hilft mir, bessere Zugänge für Kinder und Jugendliche auf der Basis Professioneller Sozialer Arbeit zu erstellen.
Aus diesem Grund möchte ich heute Konzepte von Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung unter Hinzuziehung von Theorien kritisch betrachten und reflektieren. Als Perspektive dienen mir dazu unter anderem die Kritische Reflexion aus der Theorie hin zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung als handlungstheoretische oder systemtheoretisch begründete und akzentuierte Bildungskonzepte. Grundlegend werden in der konzeptionellen Debatte der letzten Jahre dabei als Einleitung zum Thema vier Diskussionsstränge deutlich:
„1. Die Diskussion um die konzeptionelle Fassung Globalen Lernens, wie sie sich einerseits in der Fassung des VENRO-Papiers zum Globalen Lernen und zum anderen in den systemtheoretisch gefassten Arbeiten unserer Arbeitsgruppe zeigen; 2. die Diskussion um das Verhältnis zwischen dem Globalen Lernen und der Bildung für Nachhaltigkeit; 3. die Diskussion um die Abgrenzung zwischen Konzepten des Globalen Lernens als Bildungskonzept auf der einen Seite und der Anwaltschaft, Lobbyarbeit oder Formen des politischen Engagements auf der anderen Seite sowie 4. die Diskussion um den Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung und um die konzeptuelle Fassung von Kompetenzen Globalen Lernens. “
Zunächst soll das nachfolgende Kapitel einen Überblick über die theoretischen Grundlagen, Aufgaben und Ziele zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung verschaffen. Das dritte Kapitel befasst sich mit der kritischen Auseinandersetzung und den Konsequenzen für die Soziale Arbeit. Besonders kritisch werden dabei sowohl die Qualifizierung von Sozialarbeiter*innen als auch die Bildungsprozesse zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung betrachtet und Wege zu Professioneller Sozialer Arbeit im Kontext von Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung
2.1 Globales Lernen
2.1.1 Definition
2.1.2 Aufgaben und Ziele von Globalem Lernen
2.2 Bildung für nachhaltige Entwicklung
2.2.1 Definition
2.2.2 Aufgaben und Ziele der Bildung für nachhaltige Entwicklung
3 Kritik und Konsequenzen
3.1 Qualifizierung von Sozialarbeiter*innen zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung
3.2 Bildungsprozesse zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Praxis
3.3 Professionelle Soziale Arbeit im Kontext von Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, Konzepte des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung unter Hinzuziehung kritischer Theorien zu reflektieren und deren Bedeutung sowie Anwendbarkeit für die professionelle Soziale Arbeit zu untersuchen, wobei insbesondere die Qualifizierung und die Praxisgestaltung kritisch hinterfragt werden.
- Kritische Reflexion der theoretischen Grundlagen von Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Analyse der aktuellen Qualifizierungssituation von Sozialarbeiter*innen in Bezug auf diese Themenfelder
- Diskussion von Bildungsprozessen in der Praxis im Hinblick auf handlungstheoretische und systemtheoretische Ansätze
- Identifikation von Herausforderungen für die professionelle Soziale Arbeit, insbesondere in Kontexten von Flucht, Migration und Diversität
Auszug aus dem Buch
3.1 Qualifizierung von Sozialarbeiter*innen zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung
Die meisten Qualifizierungsangebote, die der Literatur oder dem Internet entnommen werden können, richten sich explizit an Lehrer*innen sowie Umweltwissenschaftler*innen, jedoch nicht vornehmlich direkt adressiert an Sozialarbeiter*innen. Auffällig ist dabei, dass beispielsweise in Aachen zur Zeit keine Fortbildung oder Schulung zum Thema Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung von Sozialarbeiter*innen geleitet und durchgeführt wird, sondern von Waldpädagog*innen, Kräuterpädagog*innen, Kunstpädagog*innen, Papierkünstler*innen, Naturpädagog*innen und ähnlichen29. Da die Auseinandersetzung mit Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung vorzugsweise im Kontext von Schulen oder außerschulischer Jugendbildung stattfindet, ist es aber höchst relevant, dass sich Sozialarbeiter*innen im Kontext der Vielfalt an Themen zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung für eben jene Leitung, Durchführung und wissenschaftlich fundierte Auswertung der Angebote einsetzen.
Generell gibt es zur Zeit in Aachen nur wenige Weiterbildungsmöglichkeiten zu den Themen des globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dies ist kritisch zu betrachten. Konsequenzen hieraus ergeben sich nahezu in jedem Bereich, denn den eingangs geschilderten evolutionstheoretischen Ansätzen steht nun ein gänzlich neues Lernverständnis gegenüber, welches sich auf konstruktivistische und systemische Theorien stützt. Wobei sich die Frage ergibt, wie sollen konstruktivistische und systemische Theorien in einer Umgebung wissenschaftlich verschriftlicht oder erprobt werden können, wenn es kaum Fortbildungen mit diesen Inhalten gibt?
Die konstruktivistischen, systemtheoretischen oder evolutionstheoretischen Ansätze in Bezug zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung, dargestellt durch Prof. Dr. Anette Scheunpflug und Prof. Dr. Norbert Frieters-Reermann, sind den wenigsten Studierenden der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Aachen bekannt. Dies deutet auf fehlenden eigenen Willen der Auseinandersetzung bezüglich der genannten Themen hin, zum anderen aber auch auf die Unachtsamkeit bezüglich der professionellen Verschriftlichung von Literatur, Theorien, Methoden und Techniken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation sowie die konzeptionelle Debatte des Themas dar und führt in die zwei zentralen Richtungen des Globalen Lernens ein.
2 Theoretische Grundlagen zu Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung: Dieses Kapitel definiert und beleuchtet die Aufgaben und Ziele sowohl des Globalen Lernens als auch der Bildung für nachhaltige Entwicklung als wesentliche theoretische Säulen.
3 Kritik und Konsequenzen: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Qualifizierung von Sozialarbeiter*innen und der praktischen Gestaltung von Bildungsprozessen sowie die Ableitung von Implikationen für eine professionelle Soziale Arbeit.
Schlüsselwörter
Globales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Soziale Arbeit, Nachhaltigkeit, Qualifizierung, Bildungsprozesse, Weltgesellschaft, Systemtheorie, Handlungstheorie, Empowerment, Diversität, Flucht, Migration, Beutelsbacher Konsens, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Reflexion der theoretischen Konzepte Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung und deren Relevanz für die Soziale Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung der Bildungskonzepte, der kritischen Analyse von Qualifizierungsangeboten und der Gestaltung von Bildungsprozessen im Praxiskontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die theoretischen Ansätze kritisch zu reflektieren und Wege aufzuzeigen, wie diese effektiv und professionell in das Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die kritische Reflexion und Diskussion im Rahmen eines Seminars, inklusive der Auswertung von Thesen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Grundlagen, die kritische Betrachtung der Qualifizierung von Sozialarbeiter*innen und eine Diskussion über die professionelle Ausrichtung der Sozialen Arbeit in diesem Bereich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Globales Lernen, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Soziale Arbeit, Nachhaltigkeit, Qualifizierung, Systemtheorie und Partizipation.
Warum spielt die Qualifizierung von Sozialarbeiter*innen eine so große Rolle für die Autorin?
Die Autorin stellt fest, dass aktuelle Fortbildungsangebote meist nicht spezifisch an Sozialarbeiter*innen gerichtet sind und es an einem tieferen Verständnis für konstruktivistische und systemtheoretische Bildungsansätze mangelt.
Welche Rolle spielt der "Beutelsbacher Konsens" in der Arbeit?
Der Konsens dient als Maßstab, um zu garantieren, dass Bildungsangebote nicht zur Indoktrination führen und die Perspektivenvielfalt gewahrt bleibt.
Wie bewertet die Autorin die Einbindung der Zielgruppe in Bildungsprozesse?
Sie kritisiert einen oft vorherrschenden Zwangskontext und plädiert für die Stärkung von Freiwilligkeit, Partizipation und die Berücksichtigung der Lebenswelt der Lernenden.
- Quote paper
- Nadine van der Meulen (Author), 2016, Kritische Reflexion der theoretischen Perspektive von Globalem Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/350900