In Deutschland wird der Konsum von Cannabis mehr und mehr zum Trend. Vor allem unter Jugendlichen gilt das Konsumieren als „cool“ oder als Aufnahmeritual in Peergroups. Es ist ein Teil der Pubertät, neue Erfahrungen zu machen, Unbekanntes auszuprobieren und Genuss den Regeln gelegentlich vorzuziehen.
Neben Alkohol und Zigaretten wirkt Cannabis besonders anziehend auch deshalb, weil der Konsum in Deutschland untersagt ist. Dieses Thema ist präsenter denn je und beherrscht Medien, Politik und die Gesellschaft, da Cannabis momentan in vielen verschiedenen Ländern entkriminalisiert bzw. legalisiert wird. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Schutz der Jugendlichen.
Deshalb habe ich mich mit der Frage befasst, welche Auswirkungen ein regelmäßiger Cannabiskonsum in der Pubertät auf die Schulleistung haben könnte. Auch für die Soziale Arbeit ist der Umgang mit jugendlichen Drogenkonsumenten und speziell Cannabiskonsumenten, da Präventions- bzw. Interventionsmaßnahmen zum Aufgabenfeld der Sozialen Arbeit gehören, stets präsent. Da wir akzeptieren müssen, dass eine drogenfreie Welt eine Illusion ist, wird es auch immer ein Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit bleiben.
In meiner vorliegenden Arbeit habe ich mich zuerst mit der Definition und der Wirkung von Cannabis beschäftigt, um das Suchtpotenzial, ausgelöst durch die Droge, nachvollziehen zu können und einen Überblick über den Wirkungsreiz zu bekommen. Danach gehe ich auf das Thema der Abhängigkeit ein und wie diese durch regelmäßigen Cannabiskonsum entstehen kann. Ein wichtiger Aspekt ist es, mit dem Gerücht, Cannabis sei eine Einstiegsdroge, aufzuräumen und die Langzeitfolgen zu verdeutlichen. Anschließend gehe ich darauf ein, welche Faktoren Cannabiskonsum in der Pubertät auslösen bzw. begünstigen können. Ebenfalls zu beachten sind die aktuellen Zahlen der jugendlichen Cannabiskonsumenten in Deutschland, um die Dimension des Problems zu veranschaulichen.
Abschließend erläutere ich die genauen Folgen des Cannabiskonsums, anhand quantitativer Erhebungen auf die Schulleistungen im Jugendalter. Zum Schluss widme ich mich der Diskussion, wie es sich möglicherweise verhindern lässt, dass Jugendliche zu Abhängigen werden können.
Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG
2.DEFINITIONEN UND WIRKUNG VON CANNABIS
2.1 DEFINITION
2.2 WIRKUNG VON CANNABIS
2.3 DEFINITION JUGENDLICHE
3. ABHÄNGIGKEIT
3.1 ABHÄNGIGKEIT, WAS IST DAS?
3.2 WIE ENTSTEHT ABHÄNGIGKEIT?
3.3 SUCHTGEFAHR VON CANNABIS
4. CANNABIS ALS „EINSTIEGSDROGE“ UND LANGZEITFOLGEN
4.1 EINSTIEGS-DROGE?
4.2 LANGZEITFOLGEN VON CANNABIS
5. URSACHEN VON CANNABISKONSUM IN DER PUBERTÄT
5.1 PERSÖNLICHKEITSFAKTOREN
5.2 FAMILIÄRE RISIKEN UND SCHUTZFAKTOREN
5.3 RISIKO UND SCHUTZ DURCH GLEICHALTRIGE
5.4 RISIKO UND SCHUTZ AUF SCHULISCHER EBENE
5.5 GESELLSCHAFTLICHE RISIKO- UND SCHUTZFAKTOREN
6. AKTUELLE ZAHLEN
7. AUSWIRKUNGEN AUF DIE SCHULLEISTUNG
7.1 FOLGEN FÜR DIE SCHULLEISTUNG AUFGRUND VON CANNABISKONSUM
8. DISKUSSION
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Problematik des Cannabiskonsums bei Jugendlichen zu beleuchten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf den negativen Auswirkungen auf die Schulleistung und dem erhöhten Risiko für Schulabbrüche liegt.
- Definition und Wirkung von Cannabis sowie Suchtpotenzial
- Psychologische, familiäre und soziale Ursachen des Konsums in der Pubertät
- Empirische Analyse der Folgen für Schulleistung und Fehltage
- Diskussion von Präventionsmaßnahmen und Ansätzen zur Legalisierung
Auszug aus dem Buch
7.1 Folgen für die Schulleistung aufgrund von Cannabiskonsum
Mit durchschnittlich 16,7 Jahren rauchen in Deutschland Jugendliche erstmals Cannabis, einige steigen sogar noch früher ein und haben somit ihren Schullabschluss noch vor sich (Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung). 1998 wurde eine neuseeländische Studie veröffentlicht, die eintausend Jugendliche von der Geburt bis zum Alter von 25 Jahren begleitet hatte, mit den folgenden Resultaten: Je früher der Einstieg in den regelmäßigen Cannabiskonsum erfolgt und je höher die eingenommene Menge an Cannabis und die Potenz dessen ist, desto größer sind die negativen Auswirkungen auf die Schulleistung. Bei den 16-Jährigen, die schon mehr als einhundertmal Cannabis konsumiert hatten, stieg die Wahrscheinlichkeit für einen Schulabbruch um 82%. Im Vergleich dazu lag die Quote bei den 16-Jährigen, die noch nie Cannabis konsumiert hatten, lediglich bei 14%. Denkbar ist natürlich auch, dass nicht Cannabis, sondern die ungünstigen sozialen Verhältnisse für die schlechten Schulleistungen verantwortlich sind und Cannabis nur eine Begleiterscheinung bzw. Folge dessen ist. Durch statistische Analysen hat das Forscherteam jedoch den Einfluss der sozialen Faktoren ermittelt, um den alleinigen Effekt des Cannabis-Konsums herauszufiltern. Dabei wurde herausgefunden, dass unabhängig von den sozialen Verhältnissen, die Wahrscheinlichkeit eines Schulabbruchs um das 3,7-fache ansteigt (Lynskey, 2003).
Zusammenfassung der Kapitel
1.EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die zunehmende Relevanz des Cannabiskonsums bei Jugendlichen ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen auf die Schulleistung.
2.DEFINITIONEN UND WIRKUNG VON CANNABIS: Dieses Kapitel definiert Cannabis, seine Wirkstoffe und Konsumformen sowie den Begriff des Jugendlichen im rechtlichen Sinne.
3. ABHÄNGIGKEIT: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Suchtentstehung sowie das spezifische Suchtpotenzial von Cannabis erläutert.
4. CANNABIS ALS „EINSTIEGSDROGE“ UND LANGZEITFOLGEN: Es wird der These der Einstiegsdroge entgegengewirkt und ein Überblick über soziale, körperliche und psychische Risiken langfristigen Konsums gegeben.
5. URSACHEN VON CANNABISKONSUM IN DER PUBERTÄT: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Risikofaktoren, die von der Persönlichkeit über familiäre und schulische Einflüsse bis hin zum gesellschaftlichen Kontext reichen.
6. AKTUELLE ZAHLEN: Anhand einer Repräsentativbefragung werden statistische Daten zum Konsumverhalten Jugendlicher in Deutschland dargelegt.
7. AUSWIRKUNGEN AUF DIE SCHULLEISTUNG: Das Kapitel belegt den Zusammenhang zwischen regelmäßigem Cannabiskonsum und der Verschlechterung schulischer Leistungen sowie dem Risiko eines Schulabbruchs.
8. DISKUSSION: Die Arbeit schließt mit einer Diskussion über Präventionsstrategien, die Rolle der Sozialen Arbeit und die potenziellen Vorteile einer Legalisierung zur besseren Kontrolle der Abgabe an Jugendliche.
Schlüsselwörter
Cannabis, Jugendliche, Schulleistung, Abhängigkeit, Pubertät, Schulabbruch, Suchtprävention, Konsumverhalten, Soziale Arbeit, Risikofaktoren, Legalisierung, Substanzmissbrauch, Jugendschutz, Langzeitfolgen, Drogenkonsum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Problematik des Cannabiskonsums bei Jugendlichen und analysiert insbesondere dessen negative Auswirkungen auf das schulische Umfeld und die Bildungsbiografie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die Wirkungsweise von Cannabis, die Entstehung von Abhängigkeit, die psychosozialen Ursachen für den Konsum in der Pubertät sowie die Auswirkungen auf Schulleistung und Schullaufbahn.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie regelmäßiger Cannabiskonsum die Schulleistung beeinflusst und welche Maßnahmen die Soziale Arbeit und Politik ergreifen können, um dies zu verhindern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine vergleichende Methodik angewandt, die auf der Analyse von Fachbüchern, Statistiken und wissenschaftlichen Umfragen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sucht und Cannabis, die Identifikation von Risikofaktoren in verschiedenen Lebensbereichen und die Darstellung empirischer Folgen für die schulische Laufbahn.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Cannabis, Pubertät, Schulleistung, Schulabbruch, Suchtprävention und Soziale Arbeit.
Wie hoch ist das Risiko für einen Schulabbruch durch Cannabiskonsum?
Statistische Analysen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit eines Schulabbruchs bei regelmäßigem Cannabiskonsum um das 3,7-fache ansteigt.
Warum spielt die Soziale Arbeit bei diesem Thema eine wichtige Rolle?
Die Soziale Arbeit trägt die Verantwortung für Präventions- und Interventionsmaßnahmen und ist daher entscheidend daran beteiligt, Jugendlichen alternative Wege aufzuzeigen und sie vor Abhängigkeit zu schützen.
Welche Perspektive vertritt der Autor zur Legalisierung?
Der Autor argumentiert, dass eine kontrollierte Legalisierung den Schwarzmarkt einschränken und durch Steuereinnahmen bessere Präventionsarbeit ermöglichen könnte, um den Konsum bei Jugendlichen effektiver zu senken.
- Quote paper
- Raphael Rappaport (Author), 2016, Regelmäßiger Cannabiskonsum in der Pubertät und seine Auswirkung auf die Schulleistung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/347003