Der Übergang von der KiTa in die Grundschule ist ein wichtiges Ereignis im Leben eines Kindes und seiner Familie. Diese Phase beginnt lange vor dem ersten Schultag und reicht weit über diesen hinaus.
Durch die Rituale, wie den Kauf des Schulranzens und den Abschied von der Kindertageseinrichtung, wird das Kind auf die Veränderung vorbereitet. Ebenso wird es oft von einem breiten Spektrum von Gefühlen, wie Vorfreude, Stolz und Neugier, aber auch Unsicherheit und Sorgen begleitet.
Mit dem Übergang in die Grundschule beginnt für die gesamte Familie ein neuer Lebensabschnitt. Nicht nur das Kind wird ein Schulkind, sondern die Eltern werden zu Eltern eines Schulkindes und müssen ebenfalls einen Übergang bewältigen. Diese Prozesse sind individuell und dauern von Kind zu Kind unterschiedlich lang und werden erst durch konkrete Erfahrungen in und mit der Schule abgeschlossen. Oft wird den Eltern erst im Nachhinein bewusst, „welche Unsicherheiten sie selber überwinden mussten und wie sie sich allmählich in ihre neue Identität als Eltern eines Schulkindes hineingefunden haben“ (Griebel, 2007, S. 4).
Um die Frage, wie Eltern bei der Gestaltung des Übergangs ihrer Kinder von der KiTa zur Grundschule durch pädagogische Fachkräfte unterstützt werden können, gründlich anzugehen, wird das Problem zuerst im bildungspolitischen Fokus erläutert. Zunächst werden zwei Transitionsansätze für die Schnittstelle zwischen Kindergarten und Grundschule vorgestellt, die alle beteiligten Akteure berücksichtigen und die Wichtigkeit des Einbezugs der Eltern entwicklungspsychologisch begründen. Aus dieser Perspektive wird eine allgemeinere Struktur des Übergangs deutlich erkennbar. Daraufhin lassen sich Handlungsansätze für das berufliche Feld gewinnen, die auch die Perspektive von Eltern einschließen.
Um den Umfang dieser Arbeit in Grenzen zu halten, werden eventuelle pädagogische Unterstützungsbemühungen aus dem sozialen Umfeld und helfende Dienste außer Acht gelassen. Dafür werden die Unterstützungsmöglichkeiten durch die FrühpädagogInnen und GrundschullehrerInnen fokussiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Übergang KiTa – Grundschule im bildungspolitischen Fokus
3. Der Transitionsansatz beim Übergang von der KiTa in die Grundschule
3.1 IFP-Transitionsmodell nach Griebel & Niesel
3.1.1 Theoretische Hintergrund
3.1. 2 Entwicklungsaufgaben von Eltern
3.1. 3 Bewältigungstrategien von Eltern
3.2 Systemorientierten Modell nach Lingenauber & von Niebelschütz
4. Die Kooperation KiTa – Eltern – Grundschule
4.1 Zusammenarbeit zwischen KiTa und Grundschule unter Einbezug der Eltern
4.2 Zusammenarbeit zwischen KiTa und Eltern
4.3 Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Eltern
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Eltern während des Übergangs ihrer Kinder von der Kindertagesstätte in die Grundschule durch pädagogische Fachkräfte bestmöglich unterstützt werden können. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse entwicklungspsychologischer Transitionsansätze sowie der Kooperationsstrukturen zwischen den beteiligten Institutionen und den Familien.
- Analyse der Bedeutung des Übergangs als kritischer Lebensabschnitt für das Kind und die Eltern
- Darstellung der Transitionsmodelle nach Griebel & Niesel sowie Lingenauber & von Niebelschütz
- Untersuchung der Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kindergarten, Schule und Elternhaus
- Herausarbeitung der Rolle pädagogischer Fachkräfte als Moderatoren und Unterstützer im Transitionsprozess
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Theoretische Hintergrund
Die Komplexität der Gestaltung des Übergangs von KiTa zu Schule findet in der Umsetzung in verschiedenen Transitionsansätzen statt. Als Transitionen werden komplexe, ineinander übergehende und sich überblendende Veränderungsprozesse bezeichnet, wenn Lebenszusammenhänge eine große Umstrukturierung erfahren, z. B. wenn ein Kind vom Kindergartenkind zum Schulkind wird. Charakteristisch dabei ist, dass das Individuum einige Phasen beschleunigter Veränderungen und eine besonders lernintensive Zeit bewältigt (vgl. Welzer, 1993, S. 37).
Der Übergang von der KiTa in die Grundschule kann man gut aus der Perspektive des IFP-Transitionsmodell nach Griebel & Niesel betrachten. Es thematisiert die Bewältigung von Übergängen und berücksichtigt unter anderem auch die Familienperspektive. Entwicklungsaufgaben für Kinder und Eltern beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule sind dabei auf drei Ebenen basiert: auf der Ebene des Individuums, der Ebene der Beziehungen und der Ebene der Lebensumwelten. Dabei handelt es sich jeweils um Diskontinuitäten in den Erfahrungen des Kindes und seiner Eltern, als wichtiger Unterstützer. Pädagogische Fachkräfte dagegen begleiten nur beruflich den Übergang des Kindes und bewältigen selbst keinen Übergang. So entstehen bei ihnen keine Veränderungen auf der Identitätsebene, ebenfalls fehlt ihnen das Merkmal der Erstmaligkeit oder Einmaligkeit (Griebel, 2007, S. 4f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Übergang vom Kindergarten zur Schule als bedeutenden Lebensabschnitt für das Kind und die gesamte Familie und formuliert die Forschungsfrage zur pädagogischen Unterstützung.
2. Der Übergang KiTa – Grundschule im bildungspolitischen Fokus: Dieses Kapitel beschreibt die historische Trennung von Kindergarten und Schule und die aktuelle bildungspolitische Forderung nach einer engeren Kooperation beider Institutionen.
3. Der Transitionsansatz beim Übergang von der KiTa in die Grundschule: Es werden zwei wissenschaftliche Modelle vorgestellt, die den Übergangsprozess sowie die spezifischen Entwicklungsaufgaben und Bewältigungsstrategien der Eltern analysieren.
4. Die Kooperation KiTa – Eltern – Grundschule: Hier werden praktische Handlungsfelder für die Zusammenarbeit zwischen pädagogischen Fachkräften, Lehrkräften und Eltern erörtert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer professionellen Kooperationskultur, um Eltern als Experten ihrer Kinder in den Transitionslauf einzubinden.
Schlüsselwörter
Übergang, Kindertagesstätte, Grundschule, Transition, Schulfähigkeit, Elternarbeit, Kooperation, Bildungsbiografie, Entwicklungsaufgaben, Bewältigungsstrategien, Transitionsmodell, pädagogische Fachkräfte, Schulanfang, Erziehungspartnerschaft, Familienperspektive
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Übergang von Kindern vom Kindergarten in die Grundschule und der Rolle, die Eltern in diesem Prozess spielen sowie der Unterstützung, die sie durch pädagogische Fachkräfte erhalten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die bildungspolitische Einordnung des Übergangs, die wissenschaftliche Fundierung durch Transitionsmodelle und die Gestaltung der Kooperation zwischen Schule, KiTa und Elternhaus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, wie pädagogische Fachkräfte Eltern in der Gestaltung des Transitionsprozesses ihrer Kinder unterstützen und begleiten können.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf das IFP-Transitionsmodell von Griebel & Niesel sowie das systemorientierte Modell nach Lingenauber & von Niebelschütz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Transitionsansätzen und einen praktischen Teil, der Kooperationsformen wie Informationsabende, Übergangsgespräche und gemeinsame Projekte beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Transition, Schulfähigkeit, Erziehungspartnerschaft, Kooperation zwischen KiTa und Schule sowie Bewältigungsstrategien von Eltern.
Welche Doppelfunktion nehmen Eltern im Transitionsprozess ein?
Eltern fungieren einerseits als Unterstützer ihres werdenden Schulkindes und müssen gleichzeitig selbst eine Entwicklungsaufgabe bewältigen, da sie in eine neue Identität als Eltern eines Schulkindes hineinwachsen.
Was ist das Ziel des „Übergangsbuchs“ nach Lingenauber & von Niebelschütz?
Das Übergangsbuch dient der Dokumentation des Schulvorbereitungsprozesses, indem es die Perspektiven des Kindes und der Eltern aktiv einbindet und somit eine lebendige Grundlage für den Austausch zwischen Fachkräften und Familien schafft.
- Quote paper
- I. Seel (Author), 2015, Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Wie können durch pädagogische Fachkräfte unterstützt werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/346789